Ausgabe 
18.9.1928
 
Einzelbild herunterladen

kommen, t- Longe es mi»,

eile hin. er Nebel bestinunt nur die

t. Shilin zu Stein men.

mir bk

für ihn. K er zu-

SiehenerKmiilienbMer

Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Mgangl928 Dienstag, den l8. September Nummer 75

'ft; hole»

r- Lang« Horchend mit bei

leflangen. iren. Wir

Was mir gefällt.

Von Theodor Fontane.

Du fragst: ob mir in dieser Welt Ueberhaupt noch was gefällt?

Du fragst es und lächelst spöttisch dabei.

ine Füße

eigebracht

nicht."

und gab

Wenn man man gut, sich den Einspruch

Theodor Fontane.

In seinem 30. Todestag.

Von Christian Tie mann.

an den dreißigsten Todestag eines Dichters erinnert, tut gegen einen naheliegenden Einspruch zu wehren. Gegen nämlich, daß man in der großen Zahl der heute ge-

ien Wald, und eilt

h an ben len Steig tauschend, gehen st, , so ist« den Weg ein Pseih lschenäh». >om Weg« die Aeste.

d matten, itar treibt

ichiete sich »rne kaum

Hufe auf

ölz durch-

n. Ob sie hilin, daß e, daß m itrügbar« Nachtu» $t sich am ngen mich

Lieber Freund, mir gefällt noch allerlei: Jedes Frühjahr das erste Tiergartengrün, Oder wenn in Werder die Kirschen blühn. Zu Pfingsten Kalmus und Birkenveifer, Der alte Moltke, der alte Kaiser, Und dann zu Pferd, eine Stunde später, Mit dem gelben Streifen derHalberstadter"; Kuckucksrufen, im Wald ein Reh, Ein Spaziergang durch die Lästerallee, Paraden, der Schapersche Goethekopf Und ein Backfisch mit einem Mozartzopf."

röste »er- Nebel ihn z hinfällig erz schreit re.

>t kann « eben. War t nicht an. n, ich wlll ,den unter cs willen! q, auch er Stellung* kom»n

@iefieB-

frierten Gedenktage schon mit einem erheblichen zeitlichen Abstand auf- »arten müsse, wolle man die Berechtigung des Rückblicks anerkannt sitzen. Und eben dagegen sei gesagt, daß eine solche Würdigung nicht ein höfliches Denkmal oder eine pietätvolle Feier bedeutet, sondern daß Ile das lesende Publikum wieder auf die geistige Persönlichkeit und be- Mders nachdrücklich auf die Werke dieses großen Romanciers Hinweisen rnill und dabei glaubt, ihm einen guten Dienst zu tun, indem sie ihm einen Weg aus dem ärmlichen Gelände des Romans von heute zeigt. iMsfen wir doch auch bekennen, daß wir wohl Lyriker, Essayisten und Murphilosophen von Rang haben, nicht aber wenn wir von den I wenigen suhlimen, esoterisch wirkenden Repräsentanten absehen nicht «ber große deutsche Romanschriftsteller aufzuweisen haben, im beson- I beten keine, die auf so breiter Grundlage, vor so großem Wirkungsgebiet Hetzen, wie Theodor Fontane. Das beweist der Erfolg der Aus­länder, der Galsworthy und Undfet*).

Auf deutschen Boden verpflanztes französisches Wesen seine Vor- 6en waren RefugiSs der französischen Kolonie in Berlin und das Preußentum seiner märkischen Heimat vereinigten sich in Fontane zu einer seltenen geistigen Konstitutionvon blühender Anmut und kraft- Muen Männlichkeit", heißt es in dem Ehrendoktorbrief der Berliner Universität.

Ohne große Ereignisse lief sein Leben ab, unter Entbehrungen und Kämpfen, und erst in hohem Älter wurde er von der drückenden Brot- mbelt frei für die Erfüllung seiner großen Aufgabe. Neu-Ruppin dort ®utbe er 1819 geboren ^winemünde, Berlin, London und wieder Ber­lin waren seine wichtigsten geographischen Stationen. Rach einer durch wiederholten Ortswechsel unruhigen Schulzeit wurde er Apotheker, wie fein Vater, und wirkte dreizehn Jahre in diesem Beruf, ohne anfangs Gegensatz zwischen dem Zwang dieser Arbeit und seinen künstleri- W Neigungen zu empfinden. Seine Gedichte aus dieser Zeit hielt er labst für unbedeutend, und erst in den letzten Jahren seiner pharma- : Etlichen Tätigkeit wurde er sich seines dichterischen Berufs bewußt, W auch durch seine Erfolge in der Berliner Dichter-VereinigungDer «nel". Balladen wie derAlte Derfflinger" und der später von Loewe MonteArchibald Douglas" schufen ihm Ansehen und Namen. Nach Wr künstlerischer Entwicklung fühlte er sich seiner scharfen Selbstkritik S)fnn und verließ die Rezeptierstube, um sich ganz der schriftstelle- Hen Tätigkeit zuzuwenden. Seine Erwartungen von dem Leben eines men Schriftstellers wurden enttäuscht und bald wurde die unvermeid- atc Mrnalistische Zwangsarbeit ebenso zur Last wie vorher das Re- u, sichen. Wirtschaftliche Sorgen und daraus wachsende Schwierig- j. In m feiner am Beginn dieser neuen Periode geschlossenen Ehe diese schweren Jahre zu einer Zeit menschlicher Vorbereitung für ml. Ies Werk. Nur mit der Hoffnung auf eine Zukunft freien wert- schaffens tröstete er sich und seine Frau.

tu,* sechsundzwanzig Jahre vergingen noch, ehe er sein Ziel erreichte, inV Zsitungsdienst als Korrespondent derPreußischen Zeitung" «...simn, als Redakteur derKreuzzeitung" und Theaterkritiker der 1 B ln Berlin. Glücklichere Jahre derWanderungen durch die Mark ttvJ :®le.®cit ein Einwand gegen das künstlerische Schaffen der Gegen- m dieser Form berechtigt ist, bleibe dahingestellt. Die Red.

Brandenburg" und der Bücher über den französischen Krieg. Und die letzte Schranke wurde das Amt eines Ersten Sekretärs der Königlichen Akademie der Künste; ein Amt, dessen unerträglicher Bureaukratismus ihn, zu dem großen Schritt in die Freiheit trieb.

Mit siebenundfünfzia Jahren, einem Alter, in dem man gemeinhin das Erlahmen der schöpferischen Kräfte zu beobachten pflegt, begann seine erstaunliche Entwicklung. In den letzten zwei Jahrzehnten seines Leben» schuf er seine lebensvollen Romane, mit denen er im Ruhm der Nach­welt besteht.

Waren die Balladen die erste Stufe in seinem künstlerischen Werden, das erste größere Werk machte ihn bekannt. Der Aufenthalt in England hatte aus der Sehnsucht nach der Heimat und aus der Erkenntnis und Schätzung des Gemeinsamen und Gegensätzlichen beider Landschaften Ab­sicht und Plan zu seinen berühmtenWanderungen durch die Mark Brandenburg" geformt. Sein umfangreicher ErstlingsromanVor dem Sturm" zeigte sich noch mit denWanderungen" verwandt und hatte noch nicht die Vollendung Fontanescher Wortkunst und die Einheit der Komposition.

Fontane wußte, daß er nicht mehr viel Zeit verlieren durfte, und in stetiger Folge gingen nun aus seiner unermüdlichen Feder die Werke durch die Verlagshäuser in die Welt.

Den Romanen mit deminteressanten Stoff",Grete Minde"« Ellernklipp",Unterm Birnbaum",Quitt" teils aus kriminellen Ereignissen und Chroniken entstehend folgen die kulturhistorisch so be­deutsamen, die modernen:Schach von Wuthenow", das erste unter Fontanes Meisterstückchen,LÄldutera",Graf Petöfy",Cecile",Ir­rungen, Wirrungen",Stine",Mathilde Möhring" Ehegeschichten, Probleme wie das des Adligen und des Mädchens aus dem Volk, Leben und Moral seiner Welt darstellend.

Mit dem Aufstieg zur Reife über den AdelsromanUnwieder­bringlich", der köstlichen Satire aus das BürgertumFrau Jenny Treidel" zur Höhe der Meisterschaft, seinem wohl meistgefeierten Buch, dem EhebruchsromanEffi Briest", zu denPoggenpuhls und dem Stechlin", entrollt sich ein grandioses Bild seiner Zeit und ihrer Ge­sellschaft, in seiner Vielfältigkeit an Balzac erinnernd.

Dem klassischen Berliner und seinem Milieu, wie dem Adligen des sterbenden Alt-Preußens gibt Fontane ihre unübertreffliche Gestaltung. In dem geistreich pointierten und lebenswahren Dialog dieses brillanten Causeurs wird die Atmosphäre und der charakteristische Ausdruck des da­maligen Deutschlands für die Nachwelt festgehalten. Die unmittelbar packende Wirklichkeit seiner Menschen und die Kunst seiner trotz aller Beschaulichkeit klaren, klingenden Sprache suchen auch heute noch ihresgleichen. Engstirnige Kritik und tadelnder Unverstand ist an keinem Großen vorübergegangen. Man hat Fontane einen Philister genannt, ihm kleinliche Behaglichkeit und Bürgerlichkeit vorgeworfen, ohne den Geist souveräner Beherrschung zu spüren, und hat eine wesentliche Kom­ponente seiner Persönlichkeit gründlich mißkannt. Eine liebevolle Ver­bundenheit mit den kleinen Dingen, Beschaulichkeit, Lust des Beob­achtens ist das Fundament feiner Lebensfreude. Er sieht und kennt Dinge und Menschen, er erwartet nicht mehr als sie geben können, und dieser Wirklichkeitssinn ist der Urgrund seines Optimismus, feiner letzten Endes heiteren Weltanschauung. Aber diegütige Skepsis" umfaßt nicht seine Haltung der Welt gegenüber. Sie fällt vor der Verehrung und der Hin­gabe an das Große. Aber aus feiner sicheren Unterscheidung von Wert und Unwert und aus dem Wissen von der Seltenheit des Großen wächst sein Spott auf das Pompöse, auf erlogene Gefühle, unechte Feierlichkeit, auf den Bourgois, auf scheinbare Größe und falsches Heldentum.Es gibt ein ganz stilles Heldentum, das mir imponiert. Was aber meist für Heldentum gerechnet wird, ist fable convenue, Renommisterei, Grog­resultat". Durchaus falsch aber wäre es, anzunehmen, daß ihm selbst Mut ober der Sinn für Kraft und Tat gefehlt hätte. Sein Leben beweist das Gegenteil.

Die verschiedene Wesensart zweier Völker und das wohlausgewogene Verhältnis ihrer Kräfte geben ihm die Weisheit des maßvollen, in sich ruhenden Lebenskünstlers.Aber nun mache man auch dies Trübsalmaß nicht voller, als nötig ist. Leicht zu leben ohne Leichtsinn, heiter zu sein ohne Ausgelassenheit, Mut zu haben ohne Uebermut, Vertrauen und freudige Ergebung zu zeigen ohne türkischen Fatalismus, das ist die Kunst" des Lebens". Und diese von der Natur gegebene Fähigkeit der goloenen Mittelstraße" befähigt ihn auch, mit kritischem Verstand und klarer Einsicht die Gegensätze der Zeitwende in sich zu vereinigen, in der Gegenwart stehend Vergangenheit und Zukunft zu verbinden.

Thomas Mann sagt:Zwischen dieser Anschauungsweste" (der kon­servativen)und dem unbedingten Enthusiasmus für den vierten Stand liegt gewiß eine Entwicklung, liegt das Bewußtwerden feiner Modernität, fein wundervolles Hineinwachsen in Jugend und Zukunft. Aber seine An­lage zur Relativität, die Zwangslage, alle Dinge von zwei Seiten zu sehen, Toleranz und Gerechtigkeit sind der Kern seines Wesens. Der