Ausgabe 
17.11.1928
 
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GiehenerZamilienbliitter

Kummer 92

etter.

Schubert.

Von Robert Hohlbaum.

Ich schnitt es gern in alle Rinden ein, öie Lindenblätter soll dein Klang bewegen, Dein Name tön' aus jedem Abendsegen, aus jeder Glocke, hell und morgenrein.

Du, sei mit uns in Nächten, süß vom Wein, wenn sich in deinem Lied die Becher regen, du sollst der Führer aus verschneiten Wegen unserer letzten Winterreise sein.

Du bist die Ruh', der Friede mild, demütig kränzen wir dein Bild mit Frühlingsglanz.

Sieh unser Herz, von Gott so weit, füll' es mit deiner Seligkeit, o, füll' es ganz!

Franz Schubert.

Zu seinem 100. Todeslage

Von Alexander v. G l e i ch e n - R u ß w u r m.

mußJebes Genie sein oder es ist keines. Seine Naivi- ' h°9reat es gurn Genie und was es im Intellektuellen und Aesthetischen ist, kann es im Moralischen nicht verleugnen

Unterhaltungsbeilage zum Siebener Anzeiger

Mrgangm« ~~ Samstag, den n.ttonmtw ,

'laubtcn ihn zügeln zu "* "'cht etwa Goethe ällige Verse. Da-

Schiller.

fiA h 7r Beethovenfeier ist ein Jahr verronnen und die Welt rüstet sich, den hundertsten Todestag Franz Schuber

als letztes Sehnsuchtswort auf dem Sterbebett den Namen Bee^tdov e n hauchte und mit diesem Ruf seine Seele verhauchte Beethoven ... -Jemg über ein Jahr hat der treueste seiner Verehrer den

,!rhe£,t f^*n ®e^£ 'st, wachsend an Verbreitung und Verständnis ?£ heroischen Lebenswerk Beethovens gleichzeitig durch das ^nb-- hundert gegangen. Aber seltsam, während sich die Freunde znr Jubelfeier daß unter den modernen Musikern der Schubert tadt a eln "2[Prt 1 °/?ch"bert-Vund sich gebildet habe. Es tat nicht not liebe Wellen Bnn^^'-Schubert aner hat es schon (wenn auch nicht zum osfi- M e 'xc3usammengeschlosfen) zu seinen Lebzeiten gegeben Sonst

hatte er wohl nickt zu darben brauchen, nicht seine geliebtesten Werke verkannt oder unbekannt sehen müssen,'sonst hätten Verleumdung und

[fj'lPQ,rjiers wehmütig vorwurfsvolles Wort nicht aut »3nJLPA « "Der Tod begrub hier einen reichen Besch K1LENL» " "*8mni Sd*rt-« uää&ä ssi» ra s EÄ5*"' Liebesreichen, dem Vornehmen widerbellen. Und »in LSr n' eines artnen Lehrers und seiner Frau Elisabeth, die * - von innerster Natur aus allem Niedrigen entgegen

ü"SI.Ä'?"» Künstler. Er lebte lieber im Elend, als sein Künstlertum in ®^SrtUm ^rabzuwurdigen, er fühlte sich wohl, ja am wohlsten E st e r b^ nE .°°rnehmer Menschen, als er bei dem Grafen Nikolaus

ir e r h a z y als Mustklehrer und Hausfreund aus- und einging.

chen /vrzen Daseins galt einem vornehmen Mäd-

t uiieninö rar°?ns ^>^rhazy, nie gestanden, es fei denn in dem einen er ihr Ä Wort das erhalten ist, als ihn die Gräfin fragte, warum öahrw ®-r antwortete:Ihnen ist ja alles gewidmet".

!° viele bat, niemand in dem gastfreien, fürstlichen Haus, wo

eine ^*s0e ,eln* und ausgingen, gewußt, warum gerade dieser

ßauses nÄf'^br brave, gutmütige Schubert, der mit den Töchtern des 1abu wn imm bl[9,Jpie e' plo^nd) ausblieb und trotz freundlicher Ein- 91»» x lmer seltener und dann gor nicht mehr kam.

hiufitaiif*»^ gewaltigen Bedeutung des Meisters hatte man in diesem Sehrenden n- '?aus vermutlich ebensowenig Ahnung wie von seiner ver-

Mii K^'^ve.^u Caroline, die herrlichste Lieder beseelen sollte.

burd> fhro sin s "ar es wie mit Beethoven, daß ein durchaus Neues Kirben ä,e 9Jiufif kam, ein Dämonisches, denn die Töne

oem Meister zum unmittelbaren Ausdruck des Seelenlebens.

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Beethoven erkannte den Wert des jungen Musikers erst af<s ihm r»;« ®»5? XSr6.mtaÄ: L &Ä ?;?.»,

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W Vftnrhln bege'fert, sonst wäre er nicht im Alter von 31 Jahren in gängelte die Macht des Herkommens die Musik Und gute

Jiot gestorben, kaum einige armselige Kleidungsstücke hinterlassend ton» Musiker von Berns, auch solche, die Schubert freundlick nofinnt

viel Köstliches aus feinem Werk üufESS J? wie fein Lehrer, der Hofkapellmeister Sal.eri ckauNn chnzüaAnm' @ r H/n1« e vielleicht zu Butterbrotpapier verwendet sonst hätte nhpJ^rh r^ verbessern zu dürfen. Salieri riet ihm, nicht etroa 9®oetL rL-J [Fpa,r^ e r_s wehmütig vorwurfsvolles Wort nickt auf Jenen Grab- ,bm moJin Fei fronen sondern Metastastos gefällige Verse Da- sitz aber noch &fÜr be" * Gefchmack maßgebende

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Bi*.»? :ä=-* a-ÄK-rei

' Ebenso stilisiert wie die Gefühle mußte damals die Natur ersck-i..-» geeignet für Supraperten und Panneaux in eleganten Räumen Sihu«

1 0/"»b'geo Lauschen der Natur gegenüber, sein Sturm- begreUl'ich Winterstimmungen blieben dem herrschenden Geschmack un- EsteÄ^^bE die,Motive seinesDivertissement hongrois" aus der

ÄLdjt ^elefz, wo die Lieder der Mägde klangen Sein b^TeWmenSatb° °Orn^m' w-l es aus deL Volk L 2

^9ensRffllC(0bu bc3.- LiebesliedesMeine Ruh ist hin . / wanderte bev. Vach entlang kn der lieblichen Brühl bei dien, wo sich ber fc wald in waldige Hügel verliert, die damals noch mit Wielen abiwSu martn Vach tneb die Forelle ihr Wesen undBlaublümlein" blühten

E Rand, so recht gestimmt einem armen Knaben, der in Liebe vergehen o' rJn<s1 xS ^rab gesenkt zu werden. Immerwährend war Schubert 'w. Zustand des begelfterten Aufhorchens und der begeisterten Wied-r- gabe des okkult Vernommenen. Wo er hinflihlte auoll

Tränenvoll schrieb er dieWinterreise^L be«

»chwanengesangs - doch in jener heiteren Ve^auber7ng 7ner GaU