^geschlossen, die der Dynamomaschine Jahrzehnt später beleuchteten bereits
cksrei, A. Lange, Giehen.
Verantwortlich: Dr. Hans Thyriot. — Druck und Verlag: Brllhl'sche Universitäts-Vuch» und Sleindru
Licht und Technik.
Von Diplom-Ingenieur Dr. Arthur Ham m.
Die in der Reichshauptstadl vor kurzem beendete große Veranstaltung „Berlin im Licht" hat die beherrschende Stellung, die die Beleuchtung im Leben des modernen Menschen innehat, uns besonders deutlich vor Augen geführt. Durch die technische Entwicklung eines Jahrhunderts ist die Fülle des auf Erden vorhandenen Lichtes in ungeahnter Weist vermehrt worden. Die trübselige Beleuchtung, die noch zu Goethes Zeiten in kleinen und großen deutschen Städten herrschte, wich im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts der damals als „strahlend" empfundenen Gasbeleuchtung, und die Berliner waren nicht wenig stolz auf ihre fortschrittliche Stadt, als sie vor etwa 100 Jahren die Gasbeleuchtung wenigstens einiger Hauptstraßen einführte. Wie anspruchsvoll wir geworden find, sieht man am besten daraus, daß uns der damals verwendete einfache Gasbrenner fo trübe erscheint, daß wir gegenüber dem Kienspan kaum einen Fortschritt erkennen können. An diesem Zustande änderte sich Jahrzehnte lang nichts, nur daß die Gasbeleuchtung Fortschritte machte, immer mehr Straßen ihrer teilhaftig wurden und sie in die Wohnungen eindrang. Hier wurde ihr freilich von dem um die Mitte des Jahrhunderts entdeckten Petroleum eine recht ernsthaft« Konkurrenz gemacht, da die Gaslampe der Beweglichkeit ermangelte, die die mit Steinöl gefüllte Lampe
besaß.
Erst als das Jahrhundert sich schon seinem Ende zuneigte, begann die eigentliche technische Entwicklung. Die sechziger Jahre brachten die Erfindung, die die Menschheit stärker umgestalten sollte als vielleicht eine vorher, die Lokomotive nicht ausgeschlossen, die der Dynamomaschine durch Werner Siemens. Ein Jahrzehnt später beleuchteten bereits elektrische Bogenlampen die Leipziger Straße, und bald darauf trat Edison mit der von ihm erfundenen Glühlampe auf den Plan. Jetzt waren all« Vorbedingungen gegeben, um in die Wohnungen eine Beleuchtung zu tragen,' die alles vorher Dagewesene soweit übertreffen sollte, wie Gas und Petroleum den Kienspan: das elektrische Licht trat feinen Siegeszug an. Auf Edisons Namen sind noch heute in Amerika eine große Anzahl der bedeutendsten Elektrizitätswerke getauft, auch in Deutschland wurde eine Deutsche Edison-Gesellschaft gegründet: aus der sich eine deutsche Weltfirma, die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft entwickelt hat. Sie gründete alsdann ein Elektrizitätswerk, die Berliner Elektrizitätswerk«; die Aera des Lichtes hatte begonnen.
Noch ging es freilich langsam vorwärts, Cs war eine sparsame Zeh, in die diese Gründung fiel, von wirtschaftlichem und gesundheitlichem Wert reichlicher Beleuchtung war noch nichts bekannt, Licht war mehr oder weniger Luxus, vor allem das elektrische. Naturgemäß war es im Anfang« teuer. Die wenigen vorhandenen Elektrizitätswerk« erzeugten nur des Abends den Strom für die häusliche Beleuchtung, tagsüber hatten sie so gut wie nichts zu tun, mußten aber trotzdem wenigstens eine Maschine laufen lassen, um den zufälligen Ansprüchen der Abnehmer zu genügen. So dauerte es lang«, bis das Vorurteil, elektrisches Licht sei nur für die Reichen da, überwunden werden konnte. Zudem machte in den neunziger Jahren die Erfindung des Glühstrumpfes durch Auer von Welsbach dem elektrischen Lichte einen kaum zu schlagenden Wettbewerb. Freilich brachten diese neunziger Jahre auch dem elektrischen Lichte einen großen Fortschritt, und derselbe Auer von Welsbach fand die Verwendung der schwer schmelzbaren Metalle in der Glühlampe als Leuchtfaden, die die Lichtausbeute im Handumdrehen auf das Dreifache steigert«. Freilich war schon früher versucht worden, das Platin al, Leuchtfaden zu verwenden, aber diese Bemühungen waren erfolglos geblieben; Edisons Kohlefaden schlug alles aus dem Feld. Nachdem aber einmal Auer von Welsbach den Weg gezeigt hatte, jagten sich die Erfindungen. Das von ihm verwendete Osmium war nicht besonders geeignet, besser schon war das Tantal, das Siemens und Halske einführten, am besten aber war Wolfram, ein äußerst hartes und schwer zu bearbeitendes Material, das schließlich von allen Seiten angenommen wurde. Welche Schwierigkeiten dabej zu überwinden waren, davon macht sich kaum jemand einen Begriff. Während man aus allen Metallen Drähte, oft ganz beliebiger Feinheit Herstellen kann, ist das bei Wolfram nicht möglich, es ist zu hart und zugleich zu spröde dazu. Zunächst half man sich so, daß man das Metall pulverisierte, es mit irgendeinem Bindemittel zu einer zähen Paste anrührte und diese dann aus feinen Süfen als Faden spritzte. Wurde schließlich das Bindemittel verbrannt, so blieb ein metallener Faden übrig, der freilich nicht allzuviel Zusammenhalt hatte und sehr brüchig war. Der wissenschaftlich-technischen Forschungsarbeit gelang es aber schließlich doch, den Widerstand der Materie zu über- winden; Wolfram mußte sich zu Draht ziehen lassen und die Konstruktion der Metalldrahtlampe beschloß eine Periode gewaltigen lichttechnischen Fortschrittes.
Man macht sich kaum ein Bild davon, wie auf die damalige Zeil diese in kurzen Zwischenräumen aufeinanderfolgenden Fortschritte wirkten. Wer damals alle seine Glühlampen gegen die neuen Metallfadenlampen auswechselte, konnte bei gleicher Beleuchtungsstärke seine Stromrechnung auf ein Drittel herabsetzen. Manche kurzsichtigen Leiter von Elektrizitäts- werken bejammerten daher di« Erfindung, die ihre Einnahmen so wesent- lid) zu schmälern drohte. Aber das gerade Gegenteil trat ein. Wer die neuer, Lampen anschafsie, wollte nicht weniger Strom verbrauchen und Geld sparen, sondern für dasselbe Geld mehr Licht haben. Ein Lichttaumel ijatte die Welt erfaßt. Noch um die Jahrhundertwende herrschte in den elektrisch beleuchteten Wohnungen die lökerzige Lampe vor, die uns heute, namentlich in Form der gelblich brennenden Kohlenfaden- lampe, so maßlos trübe erscheint. Die Metallfadenlampen brachten die höheren Lichtstärken in Aufnahme, di« 40- bis Mkerzigen Lampen traten die Nachfolgerschaft der Itzkerzigen an, bald wurden auch sie durch die lOOkerzigen überholt. Denn Wissenschaft und Wirtschaft begannen nun, sich für'Beleuchtungsfragen zu interessieren; die Aerzte erkannten, daß gute Beleuchtung mancherlei Krankheiten verhindern konnte, nicht nur solche der Augen, und der rechnende Wirtschafter merkte, um wieviel gute Arbeitsplatzbeleuchtung die Produktion steigern konnte. Daher wurden immer größere Lampen und in immer größerer Zahl verwendet, welches Wohnzimmer märe heute nicht wenigstens durch zwei bis drei Lampen zu je 40 Watt, was etwa je 70 Kerzen bedeutet, erleuchtet? Di« strahlende Helle des weißglühenden Wolframfadens erscheint uns fast schöner als das demgegenüber gelbliche Tageslicht. Den größten technischen Fortschritt auf dem Gebiete stellt wohl eine Glühlampe dar, die kürzlich in Amerika hergestellt wurde und die gewaltige Strommenge von 50 Kilowatt auf- nimmt, d. h. etwa 100 000 Kerzen erzeugt. Sie ist vornehmlich fürFlug- platzbeleuchtung bestimmt, die bei der zunehmenden Bedeutung des Nacht« luftverkehrs immer wichtiger wird und gewaltige Lichtquellen verlangt. Wahrscheinlich wird diese 50 Kilowatt-Lampe noch nicht einmal Die Grenze nach oben bilden. ,
Elektrisches Licht ist schon lange kein Luxus mehr, und auch reichlich Beleuchtung, wie sie heute fast durchgängig gefunden wird, sicht meman» mehr als Verschwendung an. Die Welt ist den großen Erfindern, Die, wie "Edison oder Auer von Welsbach, ihr das strahlende Licht gebratgt haben, zu großem Dank verpflichtet, weil sie «s ermöglicht haben. Den gesundheitlichen Wert guter Beleuchtung auch den weniger Bemittelten zugute kommen zu lassen. Es ist ein altes Wort: wo die Sonne YM' kommt, kommt der Arzt nicht hin, aber auch die künstlichen Sonnen haben ihren Wert. Namentlich die Strahlen kürzester Wellenlänge, o mir garnicht mehr als sichtbar zu empfinden vermögen und als um violett bezeichnen, sind von einer noch nicht vollkommen «rjoricyt , äußerst starken medizinischen Wirkung, und künstliche Höhensonnen I ■ deshalb schon in weiten Kreisen in Gebrauch. Das Schöne hieran ist,■ V der immer zunehmende Gebrauch der Elektrizität den Preis des Stcon immer weiter verbilligt; hak doch der elektrische Strom als einziges w schaftsgut feinen Vorkriegspreis gehalten und teilweise unteHcyri Daran ist die soviel bessere Ausnutzung der Elektrizitätswerke schu>D, nicht mehr, mie in den Anfängen der Bewegung, nur an ein paar f stunden Strom erzeugen, sondern bereits den ganzen Tag ub«. * wir sind trotzdem noch am Anfänge. Denn in den Bereinigten Staa der Gebrauch des elektrischen Stromes soviel weiter r>erbrettet uns, daß auf den Kopf der Bevölkerung dreieinhalb mal soviel stunden erzeugt werden wie bei uns. Erreichen wir diesen werden wir auch noch viel billigere Strompresse haben und des reichlicher Beleuchtung werden auch die Aermsten teilhaftig können. —-
der grellbunten Jacke, dem Bauchredner des Waldes, zugesehen. Der Schalksnarr und Angsthase hat ihm freilich öfters einen Bock vergrämt, dafür aber auch manchen Rotrock und anderes Wild gemeldet. In den Saakkämpen ist er durch feine Dummheiten lästig geworden, aber der Förster hat das fpielerifdje Pflanzen von Eicheln als ausgleichende Gegenleistung bewertet und ihm deshalb den verursachten Schaden in der Reihensaat verziehen. An einem Junitage — es sind Jahre her — aber bekam die langjährige Freundschaft den ersten Riß, und im Laufe eines Jahres ging sie gänzlich in die Brüche. ,
Der Hegemeister stapft durch den Buchenhochwald von Mifchholm und lauscht dem Locken und Läuten, dem Jauchzen und Jubeln, dem Trillern und Pfeifen der vielartigen Sängerschar. In der Nähe des Weges ertönt das „Düdüdü" des Laubvogeks. Doch plötzlich unterbricht der Vogel seinen lockenden, wohlMngenden Ruf; gedehnte, klagende Töne sprudeln aus der Kehle des kleinen Sängers, und er umflattert ängstlich den Schößlingshorst am Fuße einer Buche, mo ein Eichelhäher beschäftigt ist und sich durch die Weherufe nicht stören läßt. Der Hegemeister beobachtet das Treiben der beiden. Die Erregung steigert sich, fein Angstrick klingt jämmerlich. Der Häher aber setzt gemächlich seine Beschäftigung fort und quetscht vernügt, wenn er sich von neuem den Wurzelaüsschüssen nähert. Der Förster bemitleidet den Klemvogel und macht dem Auftritt ein Ende. Als er aber zur Buche kommt und dort den Boden absucht, rötet sich sein Gesicht und harte Worte fallen gegen den Räuber, der hier hauste. Das kunstvolle Rest des Laubsängers ist zerrissen. Zwei halbbefiederte Jungvögel liegen verendet zwischen den Wurzeltrieben, von einem dritten sind noch einige Fetzen vorhanden, die übrigen Nestlinne fehlen. Das ist das Werk des bunten Gauners, der sich so harmlos "gibt, als könnte er kein Wässerlein trüben!
Der Förster betrachtet den ruchlosen Vogelmord als die verwerfliche Tat eines Entarteten und verurteilt deshalb noch nicht die Sippe. Der Verdacht ist aber geweckt, und die Lebensführung des Hähers wird in der Folge von ihm scharf unter die Lupe genommen. — Nach einem Jahr hat der fleißige Beobachter ein klares Charakterbild des Vogels mit der Doppelnatur gewonnen, es ist abstoßend und häßlich. Der Mark- wart hat sich als schlimmer Feind der Klcinvögel zur Brütezeit gezeigt. Als gewandter Schlüpfer durchstöbert er die Dickungen und durch sein munteres Benehmen betört er die Elternvögel. Ader plötzlich erwacht sein mörderischer Sinn und mit sadistischer Grausamkeit greift er an und raubt die Eier, stiehlt die Jungen und zerstört die Nester. Dem Brut- vogel gelingt zwar meistens die Flucht, um das Gelege aber ist es geschehen. Als munterer Plauderer nähert er sich den kaum flüggen Jung- oögeln, die auf den Aesten hocken und auf Futter warten. In ihrer Unerfahrenheit und Einfalt betrachten sie neugierig den bunten Besucher. Der aber fällt erbarmungslos über sie her und mißhandelt und mordet sie Verjagen aber die todesmutigen Eltern den Angreifer, so bedeutet es für die' Jungvögel nur eine Galgenfrist. Der tückische Strauchdieb wartet ab. Er nützt einen günstigen Augenblick, und bann ift’s um die Brut geschehen. Auch mancher Altvogel wird von dem arglistigen, verschlagenen Räuber überlistet, mit Kralle und Schnabel zu Tode gemartert, zerfetzt und verspeist.
Der Förster hat den abgefeimten Gauner überführt, und von nun an ist es vorbei mit der schonung. Viele der farbenprächtigen Vögel werden von ihm erlegt; die erbarmungslosen Feinde der Kleinvögel sind auch feine Feinde l


