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Verantwortlich: Dr. Hans Thyriot. - Druck und Verlag: Brühl'sche Aniversitäts-Buch- und Steindrucker«l,D- Lange
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Shilin kroch in das Loch und wühlte es breiter, so daß auch Kostylin durchzukriegen vermochte. Und nun harren sie, bis es im Aul still wird.
Als alle sich zur Ruhe begeben hatten, kroch Shilin heraus und flüsterte Kostylin zu:
„Folge mir!"
Kostylin folgte ihm, wobei er mit dem Fuß an einen Stein stieß, so daß ein Geräusch entstand. Abdul aber besah einen Hüter, einen ge- fleckten Hund, einen bissigen Köter; er hieß Uljaschin. Der Vorsicht halber hatte ihn Shilin häufig gefüttert Uljaschin hörte das Geräusch und kam mit Gebell angelaufen; ihm folgten die anderen Hunde. Shilin ließ einen leisen Pfiff ertönen und warf einen Fladen hin. Uljaschin erkannte ihn, wedelte mit dem Schwanz und hörte auf zu bellen.
Abdul hatte das Bellen vernommen und rief ihm aus der Hütte zu.
Shilin aber kraute dem Hunde hinter den Ohren. Uljaschin hält sich jetzt ganz still, reibt sich an Shilins Füßen und wedelt dabei.
Durch den Verschlag geborgen, warteten sie, bis es wieder ganz still wurde; nur eine Ziege horte man leise meckern und tief unten Wild- wasser über Steinchen rauschen. Es ist völlillg dunkel, die Sterne stehen hoch am Himmel, rot geht über den Bergen, gleich Hörnern, der Mond aus. In den Gehängen sackt sich der Nebel und nimmt eine Farbe an wie Milch.
Leise erhebt sich Shilin unb winkt dem Gefährten.
Und dabei denkt er: Er ist in der Tat ganz schwach gewmdei . M» soll ich mit ihm beginnen? Den Kameraden verlassen, das geyr nu & „Stehe nur auf," hebt er an, „setze dich auf meinen Rucken, «9 " dich tragen, da du nicht mehr gehen kannst." . unter
Er nahm Kostylin auf den Rucken, griff ihm mit den Hano die Schenkel und schleppte ihn auf den Weg. willen;
„Drück' nicht mit den Händen an meiner Kehle, um Gor halte dich an den Schultern." __ aU(f> et
Schwer preßt Shilin die Last; auch seine Fuße stnb diu g. ist völlig abgemattet. Er geht geduckt, versucht verschiedene _ wirft Kostylin herauf, damit derselbe höher auf ihm ZU l>8 .
so schleppt er ihn mit unsäglicher Mühe. .
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innert sich, wo die Sonne, als er in der Festung lebte, aufging, wo sie unterging. Dort im Tal, sinnt er, muß unsere Festung sem — dorthin, zwischen diese beiden Berge, muß er fliehen.
Die Sonne neigte sich zum Untergang; rötlicher Schimmer umwob die weißen Berge; und nun wurde es dunkel und schwarze «chatten senkten sich; Nebel stieg aus den Schluchten; im Tal. wo die ersehnte Festung liegt, glüht es wie Feuer. Shilin lugt scharf aus — und da ruft es in ihm: der Rauch im Tai ist von der russischen Fettung.
Es wurde schon spät. Vom Minaret rief der Mulla. Man treibt die Herde zusammen, die Kühe brüllen. Der Bursche fordert ihn auf, zu- rückzugehen. Shilin aber kann sich nur schwer trennen
Sie gingen beim. Jetzt kenne ich die Richtung denkt Shilin; die Stunde der Flucht ist gekommen. Er wollte schon tn dieser Nacht fliehen. Der Mond war im Abnehmen, das Dunkel mußte seine Flucht begun- ftigen. Zum Unglück für ihn kehrten die Tataren bereits am Abend zurück. Sie kamen nicht wie sonst, wo sie Vieh vor sich hertrieben und lustig einritten. Dieses Mal hatten sie nichts erbeutet; statt der Beute hatten sie auf dem Sattel einen Toten, den Bruder des Roten. Sie waren böse angekommen. Alle versammelien sich zur Beerdigung. Auch Shilin trat aus feinem Verschlage. Man hatte den Toten in Leinwand gehüllt. Ohne Sarg trugen sie ihn unter die Platanen hinter dem Dorf und legten ihn auf das Gras. Der Mulla kam. L.ie Alten »raten zu» summen, umbanden ihre Mützen tnif Handtüchern, entblößten die r5Utze und hockten bei dem Toten.
Vorn der Mulla, hinter ihm in zwei Reihen je drei Alte. Gesenkten Hauptes schwiegen sie lange. Englich hebt der Mulla den Kopf und ruft: „AllahI" Sie heben die Köpfe, senken sie wieder und sitzen lange schweigend, regungslos da. Wieder hebt der Mulla den Kopf. „Allah.
Allah!" hallt es wieder. Wieder Schweigen — der Tote auf dem Grafe und die Lebendigen regen sich nicht. Nur der Wind ist zu hören, rote er in den Blättern der Platanen rauscht. Nun lieft der Mulla das Gebet, alle erheben sich und tragen auf ihren Armen den Toten zur Grube; wie ein Keller zieht sich dieselbe unter der Erde hin. Sie fassen den —oteti an Armen und Seinen, biegen ihn ein, lassen ihn sitzend tn setn Grab und legen ihm die Hände auf dem Leib zurecht.
Der Nogaier bringt grünes Schilfrohr. Sie füllen mit demselben die Grude; dann wird sie rasch verschüttet; man stampft die Erde glatt und stellt am Kopfende einen Stein aufrecht. Wieder hocken sie am Grabe und schweigen lange. .
„Allah! Allah! Allah!" seufzten sie und standen auf.
Der Rote verteilte Geld unter die Alten, dann nahm er eine Peitsche, schlug sich damit dreimal an die Stirn und ging nach Hause.
Am anderen Morgen steht Shilin, wie der Rote eine Stute aus dem Dorfe führt; drei Tataren folgen ihm. Der Rote wirft seinen Ha brock ab und krempt die Aermel auf. Was für stramme Arme! Er zieht den Dolch und schärft ihn an einem Schleifstein. Die Tataren drucken den Kopf der Stute nach oben, der Rote tritt herzu, durcstchneidet ihr die Kehle, wirst sie nieder, beginnt sie zu enthäuten, indem er mit seinen derben Fäusten reißt. Weiber und Mädchen kamen herbei und wuschen die Eingeweide. Dann zerlegten sie die Stute und schleppten sie in die Hütte des Roten. Dort versammelte sich das ganze Dorf, um die Totem
Behutsam schleichen sie vorwärts. Als sie an die Moschee fomv.cn lugt der Mulla vom Minaret: er ruft das Volk zur Andacht. Lange Nüssen sie warten, bis alle in der Moschee sind. Und nun ist es wie- ÖCi SOtU @ott! Sie bekreuzen sich und gehen. Sie gehen die Steile hj». unter überschreiten das Flüßchen, durchwandern das Tal. Dichter Nebel umgibt sie. lieber ihnen blinken die Sterne. Nach den Sternen bestimmt Shilin die Richtung. So frisch, so leicht geht es sich im Nebel, nur ble abgetretenen Stiesel sind unbequem und hindern am Schreiten. SW» wirft deshalb die (einigen ab, geht barfuß, springt von Stein zu Stein und blickt dabei nach den Sternen. Kostylin begann zurückzubleiben.
„Geh' langsamer!" ruft er. „Die verdammten Stiefel haben mir dst Füße wundgerieben."
„Nimm sie ab, du wirst es gleich leichter haben.
Auch Kostylin ging jetzt barfuß. Aber es mar noch schlimmer für ch» Die Steine machen den Füßen Schnittwunden und immer bleibt er z«. rück. Shilin sagt ihm: , ,
„Die Füße werden wieder heil werden, wenn du sie abreibst; hole» le uns aber ein, so töten sie uns."
Kostylin gibt keine Antwort, ächzend schleppt er sich weiter. Sangt gingen sie im Tal. Rechter Hand begannen Hunde zu bellen. Horchenblieb Shilin stehen, schaute sich um, kroch aufwärts, indem er mit de, Händen tastete.
Eh" sagte er, „wir irrten uns, sind zu sehr nach rechts gegangen. Hier ist ein fremder Aul. Von oben aus konnte ich ihn gemalten. Wir müssen zurück, links bergauf. Hier muß der Wald sein."
Kostylin bittet: „Warte ein wenig, laß mich atmen. Meine üutzt sind blutig." „
Eh, Brüderchen, sie werden wieder heil werde».
, Eilends ging Shilin zurück nach links den Berg hinauf tn den Wald. Mühsam folgt Kostylin und ächzt laut. Shilin gebietet Ruhe und eilt weiter. , _ „ .„ _,
Jetzt waren sie oben und betraten den Wald, zerrißen sich an bee Dornen die Kleider, daß sie in Fetzen hingen, kamen auf einen Steig unb eilten weiter.
Halt! Horch! Wie mit Hufen stampft es auf dem Wege. Lauschend, regungslos bleiben sie stehen. Da sie nichts mehr vernehmen, gehen sie weiter — und wieder beginnt das Stampfen. Bleiben sie stehen, so ist u ruhig Shilin kroch vorwärts, wo schwaches Mondlicht auf den Weg fällt: was er vor sich steht, ist wie ein Pferd, und doch ist es kein Pferd, auf dem Pferde befindet sich etwas Wunderbares, nicht Menschenahn. liebes. Und er hort, wie es schnaubt. Er pfeift leise. Da jagt es vom äßegt ab in den Wald hinein, wie Sturmwind faust es und bricht die Aeste.
Kostylin vergeht fast vor Agnst. Shilin aber lacht und sagt:
„Das ist ein Hirsch. Hörst du, wie fein Geweih das Gehölz durch- bricht? Wir fürchten ihn, und er fürchtet uns."
Sie ginge» weiter. Der Morgen kann Nicht mehr fern fein. Di» (ta auf dem rechten Wege find, wissen sie nicht. Zwar scheint es Shilin, daß er auf demselben Wege in die Gefangenschaft geschleppt wurde, daß a bis zur Festung nur noch an zehn Werst sein könnte. Em untragbar« Kennzeichen ist indes nicht vorhanden. Wenig läßt stch in der Nacht u» terscheiden. Jetzt sind sie aus freies Feld angelangt. Kostylin setzt sich am Waldesrand und sagt: ,,
Wie du willst, ich aber gehe nicht weiter, meine Fuße tragen miq nicht."
Shilin sprach auf ihn ein.
Ich kann nicht — ich werde nicht hinkommen — ich kann Nicht.
Shilin hielt nicht länger an sich, vor Zorn spuckte er aus und ga» dem Kameraden derbe Worte.
Noch einmal raffte sich Kostylin zusammen unb ging.
So waren sie weitere vier Werst gegangen. Der Nebel verdichtete sich noch mehr, man vermochte nicht vor sich zu blicken und die Sterne tau 3U Mötzlich vernehmen sie Pferdeftampfen und Ausschlagen der Hufe «ms Steine. Shilin legt sich nieder und horcht an der Erde.
Richtig, es nähert sich ihnen ein Reiter. ,..., . mnrf.„
Sie eilen vom Wege fort, setzen sich hinter Gebüsch und warten. Shilin kriecht an den Weg und lugt hin — cm reitender Tatar trem eine Kuh.
MVwIÄÄM.»: Soll M M wW*
Steh' auf. Komm."
Kostylin stand auf unb sank um. . ,,,
„Ich kann nicht ... bei Gott! ich kann nicht ... die Kräfte w '^Ein 'schwerer feister Mann, in Schweiß gebadet; wie der Nebel: A kalt umwehte, wie am Gestein seine Füße zerrissen, war er ganz h I 0en3Jlit Gewalt brachte ihn Shilin in die Hohe. Lor Schmerz schreü Kostylin laut aus. Fast vergingen Shilin vor Schreck die Stmie. # „Was schreist du! Noch ist uns der Tatar nahe. Wie leicht kann
feier zu begehen.
Zu Ehren des Toten aßen sie drei Tage lang von der Stute und tranken Busa. Alle Tataren waren im Aul. Am vierten Tage zur Mittagszeit rüsten sie sich wieder zur Abfahrt — sie führen die Pferde vor satteln und reiten: wohl an zehn Mann, der Rote unter ihnen. Nur Abdul blieb zu Hause. Die Nächte waren noch völlig dunkel; am Himmel stand die Sichel des zunehmenden Mondes.
„Heut müssen wir fort", vertraut Shilin seinem Gefährten.
Kostylin verrät Angst. . „
„Wie stellen wir es an? Wir kennen ja den Weg nicht.
„Ich kenne den Weg." .
„In einer Nacht können wir uns nicht in Sicherheit bringen.
„So bleiben wir vorläufig im Walde. Ich habe Fladen für uns auf- gespart. Was willst du hier sitzen? Gut, wenn man das Geld schickt. Aber bringt man es nicht zusammen? Die Tataren sind jetzt böse, weil die Russen ihnen einen Mann getötet haben. Sie sprechen davon, bah sie uns töten wollen."
Nach langem Zögern entschloß sich Kostylin, ben Gefährten zu be-


