Siebener ^amilieiiblörter

Jahrgang <928

Kummer 9(

Unterhaltungsbeilage zum Gietzener Anzeiger

Dienstag, den November

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c$t n* »Fröhlichen Buch" mm Avenarius, herausgegeben vom lNvart, Verlag von (Z. 2). W. Callwey in München. '

allem den Leuten das vollendete es schlechter geht, als ihnen selbst. Dieser An-

i tn_ unzähligen Ö. , . - .-.: u i- darüber anders leb oder ein Mörder auch den letzten Rest des

die junge y

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jacht besitzt, noch weiter den Kopf zu zerbrechen, ist ja sinnlos dtau Hilda die sich für Geschäftliches nicht im mindesten interessierte wußte ihrem Gatten Dank, daß er sie mit allen Erzählungen über seine Lransaktionen verschonte. Johnny hatte niemals auch nur einen Schein i immer gut gelaunt, genußfreudig, trotz seiner fünfzig

öahre in seinem Wesen jung und unverbraucht und machte, seiner vor­nehmen Erscheinung wegen, überall, wohin er tarn, eine gute Figur. Rcui Nicht iichiskrct sein. Bei solchen Leuten stellt sich dann ost heraus, daß sie mit Speisefett handeln. Dergleichen hätte Hilde nicht ertragen Lazu war sie zu sensitiv. 'Außerdem war sie eine geborene Eagle. Und die .^H.^'llb beiaimt dafür, daß sie lieber sterben würden, als sich gesell- Msmch deklassieren.

Schließlich ist noch der kleine Foxterrier Darling zu erwähl chm eine wichtige, ja entscheidende Rolle zugefallen ist. Darling, dl eigentlich die Verpflichtung übernommen hatte, Hilda zu lieben, s j ^om ersten Tag an eng an Johnny angeschlossen. Und das eben war das Verhängnis.

Wohin? fragte Johnny, als Hilda am Abend mm Ausa-b-n g^ogen, an seinem Schreibtisch vorbeistürmte ' 3 U 9 n alt

»Fort aus dem Hause."

,L>hne Sachen?'"

liche'?Nspnlng"^ irgendeinen Gegenstand mitnehmen, dessen erbarm.

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Kumpanerz.

Von Richard Dehme l*).

,ßaus> «in Floh und eine Wanze setzten sich an meinen Tisch. d

Sprach der Floh: Brüderchen, tanze!

Hoppla! frisch!

Sprach ich bald: Ich kann nicht tanzen So wie Sie, Herr Floh!

Sprach das Fräulein von den Wanzen: Klettern Sie mal Stroh!

Sprach ich gleich: Wer kann strohklettern So rote Sie!

Sprach der Lauserich: Entblättern Sie mal Schinn, hihi!

Sprach ich: Ihre Kunst! wer könnte Die wohl ebenso!

Sprach ich. Und die dreu Talönie Waren seelenfroh.

Der Bettler Sheldon.

Groteske von Walther Rissen.

Die Sache spielt in der Filmstadt Los Angeles. Aber das führt irre.

"nirfu Frühstückswein getrunken, in

mäst ausschüefzlich umgestiegen wird, so geschehen in Los Angeies ab und zu Singe, die mit dem Film nichts zu tun haben. Ganz ÄirfÄ phantastische Welt des Films scheint allerdings die Geschichte von Herrn und Frau Sheldon nicht zu sein.

ff$n Villenvorort von Los Angeles lebt also auf seiner wunder­vollen Besitzung Herr Johnny Sheldon, von dem jedermann weiß, daß er unmenschlich reich ist. Viel mehr weiß allerdings niemand von ihm, auch "* rau nicht, mit der er seit einigen Monaten verheiratet ist. nicht genug? Sich über einen Mann, der eine eigene Motor-

ItAm Sam (y m Z ,.. ..f. X ... rt I-- , v

"Und ihr Heros sollte wohl der Bettler sein ...!"

| f, unerfindlich, warum eine moderne Frau überhaupt einen fe daß sie Lackschuhe beucht, seiN Unter"

wajche, Eombinations, Hautcreme aber einen Heros??"

ZU dem wir in irgendeiner Beziehung auf.

blicken können, den glanzenden, überlegenen, kämpferischen Manu ..." ! cg --Bleiben wir auf der Erde. Du kennst doch eine Menge verheirateter I Frauen welche Frau hat einen solchen Mann? Das find alles Leute

Geld zu mn^Tn.®ebn e" f)Qbcn: auf dem denkbar kürzesten Wege immerhin ein ganz guter Gedanke."

^.."R'cht'g. Aber ich fand, daß alle diese kurzen Wege noch immer UN- S-beure Umwege sind. Um das Geld aus anderer Leute Taschen in die eigenen zu leiten, erfindet man die großspurigsten Borwänd^ Man Wom'E Läden auf, studiert irgend etwas ...

. Ich finde, es »st einfacher und ehrlicher, den Hut aufzuhalten Außerdem erzielt mcm so mit dem geringsten Energieaufwand das größte I PrLme ifk" Zcd,nitCr toirb sagen, daß öies.das Problem Lr Frau Sheldon zuckte verächtlich die Achseln:Kein Mensch dar? neb. men, ohne zu geben. Sonst ist er ein Schmarotzer." '

D^, >4Lebe sehr viel! Ich gebe vor allem den Leuten dos Bild eines Menschen, dem es s» blick erhebt sie, erfüllt sie mit ßt

»Es gibt soviel echtes Elend!

Ja, aber je echter es ist, desto weniger echt sieht es aus. Cs ist ja auch klar: einer, der m Sorgen und Kümmernissen ist, hat gewöhnlich anderes zu tun, als den besorgten und bekümmerten Mann zu spielen Das s-nd zwei ganz getrennte Dinge. Betteln aus Rot lehne ich grünt). s'dch ab. Das ist eine üble Beschäftigung, die in diesem Falle wenig eintragt, em Martyrium für den Ausübenden ist und eine Belästigung der Allgemeinheit. Em Land, in dem es Menschen gibt, die aus Rot artteln muffen, ist kein zivilisiertes Land, und wenn es die besten Bmer der Wett hervorbringt. Etwas ganz anderes aber ist es: Bettler fein aus innerem Beruf und aus Ueberzeugung."

Höhnisches Lachen Hildas.

Du würdest das weniger komisch finden, meine Liebe, wenn du ae- b'ldet genug warst, zu wissen, daß es Mönchsorden gibt, deren Mit- glleder auf Grund religiöser Vorschriften ihren Lebensunterhalt durch Betteln verdienen. Und du wurdest weniger verächtlich von dem geistigen Niveau der Bettler denken, wenn du wüßtest, daß Homer der berr itb*e griechische Dichter, ein blinder Bettler gewesen ist Glaubst du Hom« wäre nicht ebensogut wie jeder andere imstande gewesen, ein Haarwuchs- mittel zu erfinden, es geschäftlich auszubeuten und es sozu etwas zu bringen? Er wollte einfach nicht.

nrf.",VMi)ieneI! tSa,3 *leJlnft du verdienen?! Pfui! mich ekelt deine Nübel LLzu7Znkn"^'". 606 ** &aS

liebe® anWbir * au5mad>t- lassen wir diese Tone und sprechen Es gibt eine Grenze, jenseits der man nicht mehr sachlich k-in

T freien! Aber schön, ich will es verfuc^enT aufrichtig gesagt, neugierig, ob dir überhaupt Worte zur Verfügung stehen dem unsagbares Tun zu verteidigen." 3

raors^Una i u?uss "ss bemerken, daß du niemals gefragt haft woher das eld kommt, mit dem du deine Luxusbedürfnisse bestritten hast' " r»Än-- »ich! -»i «SU«.

'«.9lbt 65 ,benn. Überhaupt etwas Elenderes! Ich würde dir wahr, wel-n rvenn du Mitglied einer Diebesgesellschaft gt-

roefen warest Zum Stehlen gehört immerhin Geschicklichkeit Geistesaeaen. Ejp°/^ulicher Mut, unter Umstünden Kraft und Entschlossenheit^ * , ."(Sine sehr verhängnisvolle Ideologie, Hilda. Die Romantik mit der du und deinesgleichen das Verbrechen umgeben, die erzeugt mU 0er 0,1 galten das Verbrechen erst. Die zivilisierte Frau sollte i beuten. Für sie sollte ein Dieb oder ein Mörder auch den i

in Emes Aachmittags fuhr Hilda in ihrem Dogcart die Sheldons find f-e nicht mehr Auto zu fahren brauchen in den Park, ^eben ihr, die Rase m der Lust, Darling. Hinter ihr ein Groom, Johnny ar wie gewöhnlich im Bureau. Im Park stiegen Hilda und Darling aus Zu Fuß nach demTechaus", dem eleganten Cafs der Stadt.

Plötzlich reißt sich Darling von der Seine los und stürzt wie rasend ui einen alten Bettler zu, der gebückt und weißhaarig am Wege steht n® Hut, der halb mit Dollarscheinen gefüllt ist, aufhält. Springt brmni -L6? *5? l^m in bi« Höhe. Beachtet die Zurufe seiner Herrin über.

^Etter gibt dem Hund einen Fußtritt. Hat gar keine fiith ' rnrn9 'st durch nichts an seinem Freudentaumel zu verhindern, tomn-e s *ommt heraus, faßt Darling indigniert am Halsband: das «tunhm?°ro'lIDexn, mnn sich nicht Über die Familie eines solchen Hundes wissen, von was für kleinen Leuten er abstammte.

#5 Ä stutzt sie vor einem Blick des Bettlers. Ihr Herzschlag setzt rtnf ' ,, ,i?ver Bewegung reißt sie dem Mann seinen weihen Bari her- -uer. p.d vor ihr steht ...

nein, das sage ich nicht.