Ausgabe 
13.10.1928
 
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Punkte erfolgen muh. r f .. . , fn0

Die Zerlegung erfolgt hier in sehr einfacher Weise durch die st».

Nipkosche Scheibe, auf der in spiralförmiger Anordnung achtzehn ^ai- angebracht sind. Indem diese sich -wischen dem weiter gegebenen vvl« und der sog. Photozelle bewegt, die wechselnde Lichteindrucke h er nähernd vollkommen trägheitslos in elektrische Schwankungen . I . > werden mit großer Geschwindigkeit die einzelnen Stellen des bildes nacheinander durchleuchtet, derart, daß ihre wech|e>nde s) S auf der Photozelle wirksam wird.

Dann kommt ein Verstärker, und nun gehen wir auf andere des Tisches, um dort den Effekt zu beobachten. Hier tW c ^jfi| Kasten, an dessen einer Seite an einer nicht sehr großen Fmche

der Apparat in Betrieb gesetzt, so sieht man Sunachst "^Ltre. der Mattscheibe einen nicht sehr Hellen Lichtstreifech dan Schließlich wird aus ihnen eine einheitliche Helle Flache. l*_ \ jn erscheinen nun tatsächlich die Gegenstände, die an der andi die Lichtquelle hineingehalten worden sind; sie erscheinen n aj bewegen sich auch genau in der gleichen Weise, wie sie die ) n$ni. Experimentierenden dort führt. In diesem Empfänger beslno I / ' jn sich ebenfalls eine mit Löchern versehene Scheibe, mit oer ähnlicher Weise wie bei dem Sender aus einzelnen suntten dener Helligkeit ein Gesamtbild zusammengesetzt wird. Zur: l ®ftialnpc

elektrischen Werte in optische wird hierbei die sog. Wmfran -4- - 'unt> verwandt, die in der Hauptsache aus zwei Wolframkugel AMrftec die Eigenschaft hat, daß sie auf elektrische Schwankungen Schnelligkeit reagiert, also praktisch trägheitslos arbeitet.

Mit den gugNögeln in Afrika.

Wunder des Tierinstinktes.

Von Dr. Erich Wulf.

Mäßiges Spiel der Phantasie hat mir oft den Gedanken vorgegaukelt, wie schön das Leben eines Baumes ist. Nicht eines proletarischen Baumes, der auf steinigem Gebirgsgrund mit klammernden Organen um fein Dasein ringt, in seiner Entwicklung steckenbleibt, aus dürftiger Nahrung einen splindigen Körper sich baut und von gierigen Menschen­händen bald zersägt und zerhackt wird, sondern eines edlen Baumes, in einem von keines Menschen Fuß betretenen Urwald, der kraftvolle Safte ohne Mühe zieht, die Wurzeln immer tiefer zum Reich der Mutter hinabsenkt, seine Krone, in der bunte Vögel sich wiegen, immer hoher in den lichten Aether wölbt, die Idee seines Wesens vollkommen erfüllt, Jahrhunderte überlebt und nur abstirbt, um in neuwucherndes Leben unmittelbar überzugchen. Im Raume festgebannt zu Jein, ist für den Baum eine Beschränkung und ein Vorteil zugleich. Denn alles, was kriecht und fliegt, wird von der Sorge um die Nahrung ruhelos daym Getrieben

Die Vögel, äußerster Gegensatz zu den festgewurzelten Bäumen, ver­fügen über die vollkommenste Freizügigkeit und sind in beiden Hemi- phären der Weltkugel gleichermaßen heimisch. Darum hangt ihrem Fluge der nordische Mensch träumerisch nach und dichtet ihnen seine Sehnsüchte nach dem sonnenwarmen, aller Wunder vollen Süden an. Und bedenkt nicht, daß die Zugvögel dem Tode entfliehen, daß der Flug über Lander und Meere ihre letzte Kraft beansprucht und ungezählten Scharen das Leben kostet, und daß im gelobten Lande, am weißen Nil, von^den Stärkeren tausendfältige Gefahren ihnen drohen und die langen Dago ausqesüllt sind vom Suchen nach der Atzung. Der scywedische Vogel- forscher Bengt Berg hat in die Wunderwelt der Siennftintte, m die Gesetzmäßigkeit, die das schwirrende Leben der Zugvögel beherrscht, tief hineingeblickt.

Die Zugvögel müssen wohl in ihrem von den Menschen verächtlich Genannten Vogelhirn einen geheimnisvollen Kompaß tragen, aber orien­tieren sie sich nicht auch, gleich- menschlichen Fliegern, nach den blitzenden Flußläufen und den leuchtenden Meeren? Der Nil ist das große Ziel­band für alle Zugvögel, und diejenigen Vogelfamilien, ine nicht unter dem Breitengrad der Pyramiden bleiben, fliegen wiederum im Gefolge des gewaltigen Stromes weiter landeinwärts. So bleibt die Bachstelze, die wir im fchwedischen Sommer fürwitzig auf dem Rande des Horstes eines in die Schilifte spähenden Adlers wippen sehen, in den Landstrichen des unteren Nils, der Kibitz überschreitet nicht die Zone der Pyramiden. Die Wasserhühner umschwirren mit schwerem Flügelschlag das hundert- toriqe Theben, der unruhevolle Strandläufer, der im nordischen Sommer am Eismeer sich aufhält, das Blaukehlchen, die Nachtigall des lapp­ländischen Gebirges, die Bekassine, die Bewohnerin der sibirischen Tundra, das Sumpfhuhn, das vom großen schwedischen Moor kommt, und der im Norden heimische Taucher sie alle bevölkern, wenn unsere Zone im Banne des Winters steht, das Land der Pharaonen. Aber in den Wild­enten aller Spielarten lebt die Sehnsucht nach dem tropischen Lande jenseits der Wüste, wo der Nil einem rinnenden Meere gleicht. Dorthin setzen sie, in schwerfälligem Anflug, ihre Reise fort, nachdem sie an einem heiligen See Aegyptens, wie schon vor Jahrtausenden, sich gefummelt haben Und auch die Kraniche bleiben nie in Aegypten, sondern fliegen nach kurzer Rast ins südliche Afrika weiter. Ist Störchen der Flug von holsteinischen Bauernhöfen bis zum Nildelta ein Nichts? Todmüde gleiten sie aus der Himmelshöhe herab und trinken das Wasser des Nils mit den gierigen Zügen Verdurstender. Kein dolce far niente winkt den Kranichen auch am Ziel ihrer Reise; dort, wo der weiße Nil durch das Tiefland in Abessinien fließt. Der Nil mit seinen Sandbänken bleibt Has Standquartier der ungeheuren Kranichherden. Aber wenn die Sonne aufgeht und den Himmel mit glutvollen Farben übergießt, nehmen die Kraniche ihr Tagewerk auf. Sie fliegen landeinwärts auf die tfelbcr um die Nahrung sich zu suchen, und kehren mittags, wenn der Durst sie peinigt, wieder zum Gewässer zurück. Beobachtet man aus dichtester Nähe so einen Kranich, wie er, gegen glühenden Wind ankämpfend, vor Durst schier zu vergehen fcheint, so bekommt man doch den Eindruck, daß auch das Leben eines Kranichs unter dem sonnigen Himmel Afrikas seine schweren Schattenseiten hat. Die Störche schlafen auf den Sandbanken des Nils, weil sie dort vor Gefahren sicher find, fonft aber sind sie, die größten unter den Zugvögeln, vor Angriffen räuberischer Artgenossen sicher und bieten ihrerseits kleinen Vögeln Schutz in Gefahr.

Ein Verhältnis von ungeheuchelter Sympathie und unbegrenztem Verttauen scheint zwischen den Krokodilen des Nils und den Bügeln zu bestehen. Mit einer kleinen Vogelart steht das Krokodil in besonders nahen Beziehungen. Sobald diese Vögel eine Gefahr bemerken und fort- sliegen, gleiten die Krokodile fchleunigst vom Ufer in die Fluten zurück.

Die Scharen der Vögel sind keine ungegliederten Maffen, es gibt, nach Art und Ort, Sippen unter ihnen, die sich zufammengehörig fühlen. Sogar ein blasses Gefühl von der individuellen Zufammengehörigkeit, die Menschen verbindet, taucht auf. Der Vogelschauer sieht zwei Alte, die den Winter treu zusammenhielten, und nun auf dem Ruckflug nach Norden mit den anderen nicht gleichen Schritt halten können. Werden sie getrennt, erhebt das Männchen klagende Schreie und es irrt suchend umher, bis es feine treue Ehehälfte wiedergefunden hat. Die afrikanischen Kraniche, die eine Krone auf dem Haupte tragen, gehen paarweise auf die Nahrungssuche und stets schreitet das Männchen voran und das Weibchen dicht hinterher. Wie menschlich nahe rücken uns nun die Silberreiher, die abends, wenn sie von den Feldern zurückkehren, um ihre Schlafräume kreisen und bann zu Paaren in dem Gezweig zur Ruhe sich begeben.

Die Vogelvölkerwanderung vollzieht sich mit einer instinktmäßigen Unterorbnung bes einzelnen unter bie Gesamtheit unb mit einer Ord- nuna, deren die Menschen bei einer ähnlich großen Bewegung ohne die Hilfsmittel derOrganisation" nicht fähig wären. Die aus allen Erd­teilen in Afrika eintreffenden Kranichheere halten unterwegs fest zu-

2tÜ Sei diesem Versuch ist es bekanntlich geglückt, ein Bild des Staats­sekretärs Hoover gleichzeitig mit seiner Rede von Washington nach Neuyork derart zu übertragen, daß man tatsächlich die Mimik und die Bewegungen des Sprechenden mit relativ großer Genauigkeit erkennen konnte. Aber welche Vorbereitungen muhten dazu getroffen werden! Nicht weniger als neunhundertunddreißig Drahtleitungen waren dazu erforderlich, mit deren Bedienung etwa taufend Personen bescyaftigt waren. Die Kosten des Versuches, der im ganzen etwa zwanzig Minuten dauerte unb allerbings zu einem vollen Erfolge führte, soll etwa vier- hunbertzwanzigtaufenb Dollar betragen haben.

Demgegenüber wirb man sich nun für biejenigen Verfahren des Fern­sehens interejfieren müssen, die das gegenwärtig brennendste Problem, nämlich das der Vereinfachung seiner Lösung nahebringen. Jn dieser Hin­sicht sind höchst bemerkenswert die neuesten Arbeiten des ungarischen, in Berlin lebenden Ingenieurs von M v h ä l i, der sich seit Jahren nut dem Problem des Fernsehens beschästigt und nun nach einer Periode ruhigen, intensiven Arbeitens mit einer neuen Apparatur hervortritt.

Wenn man fein Laboratorium betritt, so hat man saft unmittelbar den Eindruck der verblüffenden Einfachheit seines Verfahrens. Auf der einen Seite eines Tisches befindet sich seine Sendeapparatur; sie ist r-n dem Empfangsgerät durch eine Pappwand, die senkrecht auf dem steht, optisch getrennt, aber durch Drahtleitungen mit ihm verbunden. Nun, es ist klar, daß wir hier nur ein Modell vor uns haben, das Fern­sehen in einem kleinen Zimmer ist ein Nachsehen, und geht mit j)il e des menschlichen Auges schließlich noch bei weitem einfacher vor sich, a s mit jedem technischen Gerät. Indem man aber die Anordnung genau betrachtet, kann man sich ein Bild ihrer Wirkungsmöglichkeiten machen in der Phantasie weitet sich der Raum, man stellt sich leicht vor das; zwischen Sender unb Empfänger große Entfernungen liegen unb erkennt, bah diese grundsätzlich in der gleichen Weise zu Überwinden sein müssen.

Auf der ©enberfeite befindet sich zunächst eine sehr starke Lichtquelle; diese wird auf das zu übertragende Objekt gerichtet. Der ®rfmber b < ginnt mit einfachen Experimenten; er fuhrt auf Glas gemalte Buch,.ab- , bann eine Schere ober eine Brille an der Lichtquelle vorbei. Es ist w könnt, daß zum Zwecke des Fernsehens, genau wie bei der graphie eine Zerlegung des Einzeleindrucks in eine Reihe rasch weHU» der Bilder, und bei diesen wieder in eine große Zahl verschieden Heller

sammelt, fliegen sozusagen Tn geschlosienen Verbanden Alle Sippen der Kranichsamilie geben sich am Nil ein Stelldichein, sie bilden aber Zirkel innerhalb eines Kreises. Die afrikanischen Kraniche tanzen nur unter­einander unb fliegen geschlossen aus der Menge heraus. Auch bic aus Asien kommenden Jungfernkraniche bleiben in kleinem Kreise lieber für sich Unb wenn man die Vögel in so ungeheuren Scharen zur Heimreise auffteiqen sieht, daß bas Licht der Sonne sich verfinstert, ist es em er­schütternder Gedanke, daß in jedem der Vogelhirne sein besonderes Reise­ziel lebt daß die ungeheure Schar, wenn sie erst über der Nilmundung angelangt ist, auseinanderschwenkt wie gut exerzierte Soldaten Eine jegliche Gruppe steuert einem größeren Ziele zu und teilt sich, bis der letzte Storch sein gewohntes Quartier bezogen hat. Hier tut ein Wunder sich auf, bas mindestens ebenso groß erscheint, wie das Wunder der drahtlosen Telegraphie.

Besuch beim Fernseher.

Von Frank Warschauer.

Das Problem des Fernsehens ist bekanntlich theoretisch gelöst, und die einzelnen Elemente der hierzu erforderlichen Apparatur sind soweit durchkonstruiert, daß ihre praktische Verwendbarkeit in nicht allzulanger «eit möglich ein muh. Daran arbeiten nun eine ganze Reihe von Er- finbern in ben verschiedensten ßänbern. Es handelt sich im Gimnde ge- nommen eigentlich nur noch um systematische Vereinfachungen. Denn der erste Versuch des Fernsehens, der tatsächlich mit Sicherheit praktisch ge- alückt ist, erforderte einen enormen Aufwand an Material und Arbeits­kräften und demgemüh auch an Geld. Er wurde mehr zu dem Zweck unternommen, um überhaupt bie Möglichkeit des Fernsehens zu demon­strieren und die Richtigkeit des begangenen Weges zu zeigen, als zur unmittelbaren Verwendung des betreffenden Verfahrens im gewöhnlichen