Ausgabe 
13.3.1928
 
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Giebel

Jahrgang <928

Dienstag, den <5. März

Kummer 2<

senote

Herz erklingt.

O Lust, vom Berg zu schauen Weit über Wald und Strom, Hoch über sich den blauen Tief klaren Himmelsdom!

Vom Berge Vöglein fliegen Und Wolken so geschwind, Gedanken überfliegen Die Vögel und den Wind.

Die Wolken ziehn ernieder, Das Vöglein senkt sich gleich, Gedanken gehn und Lieder Fort bis ins Himmelreich.

Reifslisd.

Von Josef Freiherrn von Eichen dorff.

Durch Feld und Vuchenhallen Bald singend, bald fröhlich still, Recht lustig sei vor allen, Wer's Reisen wählen wlll!

Wenn's kaum int Osten glühte, Die Welt noch still und weit: Da weht recht durchs Gemüte Die schöne Blütenzeit!

Die Lerch' als Morgenbote Sich in die Lüfte schwingt, Eine frische Reise Durch Wald uno

Eichendorffs Taugenichts.

Von Reinhold Lindemann, München.

Wenn Betrachtungen über dasewige" Thema:Was ist deutsch?" heute mehr denn je an der Tagesordnung sind, so ist das sicher nichts Zufälliges. Eine tiefe Unsicherheit, Unklarheit, Verworrenheit unserer augenblicklichen seelischen Lage spricht fick) darin aus. Man möchte Ge­wißheit über sich selbst, seine letzten Kräfte und Schwächen gewinnen, um aus gewonnener Klarheit heraus die Wege, die in die Zukunft führen, bestimmen zu können. Aber das Merkwürdige und vielleicht gerade unver­kennbar Deutsche an derartigen Erörterungen ist, daß sie, trotz all ihrer Jukunftswilligkeit, int Grunde immer wieder das Vergangene und Ge­wesene preisen, daß die Fragestellungwas ist deutsch?" sich unver­sehens in die Fragewas war deutsch?" verwandelt und zu einem heim­wehverklärten Rückwärtsblicken nach unwiderruflich versunkenen und ver- Nungenen deutschen Welten wird. Auf diese Weise ist uns manches Alte, halb vergessene wieder neu vertraut geworden und Gegenstand einer neuen innigeren Liebe. Vor allem aber beginnen gewisse romantische Dichtungen, die selbst schon in ihrer Entstehungszeit Abschied und Heim­wehverklärung versunkener deittscher Welten waren, neue unerhörte Reize auf uns auszuüben und erscheinen heute unserm rückwärts gewandten, verklärendem Blick, der eine Antwort auf die Fragewas ist deutsch? erspähen möchte, im Zauberlichte einer zwiefach verklärten deut- «u 1 '®elt linf) doppelt verklungenen Deutschheit. Hierin gehört denn auch r/Vnbnrffswundersam hoch und frei und lieblich erträumte No­velle , wie Thomas M a n n (auf ben einige im folgenden gegebene öOtmulierungen zurücksühren) denTaugenichts" einmal genannt hat, der .or M'wert Jahren geschrieben, heute für uns in diesem Zauberlicht einer doppelten Romantik fdjimmert.

Denn die Welt, wohinein Eichendorfs seinen Taugenichts gestellt hat,

-7 nicht gestellt hat, die vielmehr diesen Tunichtgut und Tunicht- °°*e ttl*entD3 treibt und trägt, diese wunderlieblich schwebende und klin- fatA ^ougenichts-Welt traumhaft verwehten Geschehens sie ist eine Wf- "WeU versunkene und verklungene deutsche Welt, aber unver- 9reia)lid)_ von jenem zwiefachen Heimweh verklärt, unwiderstehlich im «iw ln .Heimweh weckend und überhaupt von jenem betörendenRosen- geruch des Unwiederbringlichen". Diese Welt der Taugenichts-Novelle Eichendorfs-Welt ist völlig schwergewichtslos, ist köst- über und kindliches Spiel, ist nichts als Traum, Musik, selbst- h»,,«!'61185 Gehenlasfen, Fernweh, Heimweh und törichte Seligkeit. Ein Stn)!?5öer31lu6erte5 Künstler-Italien ist hier mit Rom, der heiligen von deren goldenen Kuppeln, Türmen und Zinnen Engel in glän- ^eroanbern bem nahenden Wanderer durch die monderhellte Rächt Laub^ « '?öntt wieder geht's durch nächtlichen Park mit zierlichen Seiht»« Gasthäusern und rosenduftenden Gängen mit kleinen weißen en' uuwr denen die Schwäne eingeschlafen auf dem Gewässer sitzen

...J1 Leuchtkugelfall über spiegelnden Teichen und plätschernden Wasser­künsten in schweigsam-verschwiegener Nacht.

Aber hier ist auch>Volkstanz im festlichen Sonntagsputz und wan- dernden Leierkasten . Gesang von Studenten, welchedie Hüt'im Morgen- st^hl schwenken und Wmzerjub-el von Hügel zu Hügel, fröhliche iht^imh Ä sllbernen Fluß hinab, während die Sonne golden ver- Un& Sßatber monduberglänzt zu schimmern beginnen, Aüdhornerschall, von bem die Berge widerhallen, Posthornrus den rau- Nachtigallenschlag aus abendlichen Tälern... und allüberall ist Frische, Gesundheit, Einsalt, Humor, Drolligkeit und innige Lebenslust gebreitet undeine stete Bereitschaft zum Liede, zum ^lWe^.Erfrstchenhsten, wunderschönsten Gesänge", dem hier die unver- gleichlichsten Gebilde volksmaßig-romantischer Lyrik gelingen, Lieder wie etwaWohin ich geh und schaue ober jenesWer in die Fremde will ^ubem mit dem Endruf Grüß' dich, Deutschland, aus Herzensgrund" ca tre-u?P steh n auf der Wacht" ober schließlich nun frei« stch. schon Nicht mehr volkstümlich, sondern ein Aeußerstes an sinn- berückender Romantik - jene Zauberstrophe, die eine als Maler'^r- kleidete Frau zur Zither auf dem Balkon in die warme Sommernacht wahrend man so heißt es an jener Stelleweit von ben Weinbergen herüber noch zuweilen einen Winzer singen hörte i>a- u*Kl'3&-n 30rne' "Nb die ganze legend zitterte Schweigt der Menschen laute Lust: Rauscht die Erde wie in Träumen Wunderbar mit allen Bäumen, Was bem Herzen kaum bewußt. Alte Zeiten, linde Trauer, Und es schweifen leise Schauer Wetterleuchtend durch die Brust".

Das ist mit nachempfindenden und nachmalenden Worten gesagt fo- weü sich derartiges überhaupt mit bloßen Worten umschreiben läßt die wunberliebliche Welt der Taugenichts - Novelle. Durch diese Welt aus Traum und Musik laßt Elchendorff seinen Taugenichts selbst ein Stück ~ auf der Suche nach seinem Mück wandern und in chr all sein^Wünschen und Schnen stillen. Aber bei aller romantischen Traunchastigkeit >st dieser Taugenichtskerl keineswegs eine oerscknoom- kieHcVy'®u^ vielmehr stellt «r einen ganz konsequent durchgesührten ein- heitlichen Typus dar einen Typus von unverkennbarer Deuischhett. Als solchen hat ihn Thomas Mann gelegentlid) einmal klar erkanntund mit eindringlichen Worten sein Bild Umrissen. Wir dürfen einige beson- bers schon formulierte Partien aus seiner Charakteristik hier benutzen. , "®e,r Taugenichts ist ein Müllersjunge, der feinen Schimpfnamen da­her hat, daß er daheim zu nichts anderem taugt, als sich in der Sonne 3UA- ®e,i0e öu spielen, und ben sein Vater darum ärgerlich

auf bie Wanderschaft schickt, damit er sich draußen sein Brot erwerbe. Nun sagtberJunge, wenn ich ein Taugenichts bin, so ift's gut, so will ich in bie Welt gehen unb mein Glück machen." Und während rechts und links seine Bekannten und Kameraden, wie gestern und vorgestern und immerbac zur Arbeit hinausziehen, graben unb pflügen, streicht er Ewigen Sonntag' im Gemüte, mit seiner Geige burchs Dorf in die freie Jiseit gmaus unb gelangt so, mehr vom Zufall getrieben als eigentlich S°wollt, auf bem Trittbrett einesköstlichen Reifewagens" mit zwei Xiamen nach Wien, das er, ba er fick) schämte, fein Wanberziel überhaupt md)t zu wissen, breift als sein Reiseziel angegeben hat. Und damit be- S'nnt derverträumte Reigen seiner deutsch-italienischen Abenteuer, die Geschichte feiner Liebe zur vielschönen Frau", eine Geschichte voll von Verwechslung Verwirrung und Intrige, die sich aber schließlich in kind- liches Wohlgefallen auflöst, und in der sich der Charakter dessen, der sie erlebt und erzählt, so treuherzig-unverantwortlich, fo unverwecbselbar- deutfch offenbart.

®.er Charakter des Taugenichts ist ein Schwanken zwischen völligstem Müßiggang, daß ihm vor Faulheit bie Knochen knacken, unb erwartungs­vollem Vagabunbentrieb ins Weite hinaus, zwischen sangesfroh-wandern- der Lebenslust unb Überwältigendem Gefühl der Fremdheit und Ver­lassenheit auf Erden; dann wieder befiehlt er sich Gottes Führung zieht seine Violine hervor unb spielt all feine liebsten Stücke durch, daß sie recht fröhlich im einsamen Walde erklingen; gelegentlich ist er auch einmal verdrießlich, daß ihm bie eigene Nasenspitze im Wege ist, wenn er in Gottes freie Welt hinaus sieht, aber meiff ift er humorvoll und ZU Spaß unb Tollheit aufgelegt, babei immer gleich einfältig, schlichtem und tölpenhaft, unb stets von reinstem innigstem Gemüte.Er ist nicht allein selber nutzlos, sonbern er wünscht auch die Welt nutzlos zu sehen unb als er ein Gärtchen zu bewirtschaften hat, wirft er Kartoffeln unb anderes Gemüse, das er darin findet, hinaus und bebaut es zum Be­fremden der Leute mit ganz erlesenen Blumen, mit denen er allerdings feine hohe Frau beschenken will unb die also wohl einen Zweck haben, aber nur einen unpraktisch empfindsamen. Er ist aus der Familie der

Siebener Samilicnblätter

Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger