wurde der Odenwälber Dichter von Berlin aus feinen überraschten Landsleuten vormstelli - aber keineswegs gnnd-g ausgenommen Die Leute non Waldmichelbach wollten mir sogar bie Beme aus dem Leide reitzen Die Welt war groß genug, daß ich meinen Widersachern aus dem Wege gehen und weiterschreiben konnte."
Dieser erste schriftstellerische Erfolg gab dem Dichter den Ansporn 3U le-nem zweiten Werke, bi in Odenwaldroman „D.e Mühle zu Huster- loh" 'die oon September 1904 bis Mai 1905 entstand und im Frühjahr' 1906 erschien. In der Zwischenzeit, im Herbst 1905, unternahm er eine zweite Reise nach 3taik a, die ihn bis nach L-iziüen führte. Die einbcfife, die er damals mit nach Hause nahm, hielt er zum Teil in dem oon Oktober 1908 bis Januar 1909 entstandenen Roman „O. domina mca" fest, worin auch seine eigne Würzburger Studentenzeit sowie die Anfänge seiner ärztt.chen Praxis dichterisch ausgewertet sind. ‘ Im Herbst 1909 reiste er als Schisfsarzt der „Eleonore" der Woer- mann-Lmie nach den deutjchen Kolonien Togo und Kamerun. -Die Aus- beute davon ist das Werk „Im Lande unserer Urenkel", das 1912 erschien. Im August desselben Jahre- wurde er abermals Schisssarzt, und zwar auf der „Scandia" der Hamburg-Amerika-Linie. Das Ziel der Reife war der äußerste Osten. Verletzungen, die er sich zuzog, als das Schiss bei den klippenreichen Parazeisen in einen Taifun geraten war, hielten ihn eine Zeitlang im Hospital in Hongkong zurück. Er reiste allein nach Hause und wählte, von Japan kommend, den Landweg durch China und Rußland. Dieser Reise widmete a nicht eine einfache Beschreibung, sondern er schilderte sie in einem Reiferoman, den er „Sechs Schwaben und ein halber" bettelte und 1919 erscheinen ließ. Darin erscheint er als der Doktor Ebrnich (= eben ich». Unter dieser Maske war er auch in fast allen Erzählungen der Sammlung „Bauerngeselchtes" erschienen, die er im Jahre 1914 veröffentlichte.
Im Frühjahr 1812 hatte Karrillon feinem einzigen Sohne seine ärztliche Praxis übergeben. Er beabsichtigte, noch einige Reisen zu machen und sich dann ganz der Schriftftellerei zu widmen, lieber dem Entwerfen von Reiseplänen überraschte ihn der Kriegsausbruch. Da fein Sohn gleich ins Feld Wckte, nahm er feine alte Tätigkeit wieder auf und war zugleich an dem Weinheimer Lazarett tätig. Als am 2. Juli 1915 sein Sohu als Schisfsarzt des Schiffes „Albatros" bei Gotland fiel und das Weinheimer Lazarett bald daraus mit dem Städtischen Krankenhaus vereinigt wurde, übernahm Karrillon die ärztliche Vertretung in einem Sanatorium in Schliersee. Dort entstand der Roman „Adams Großvater", in dessen Mittelpunkt fein mütterlicher Großvater Peter Bangert (1777 bis 1865) steht. Die Erzählung enthält ein Stück Iugendgesch chte ihres Verfassers und klingt in eine Totenklage um dessen Sohn aus.
Der im April 1921 vollendete Roman „Viljo Ronimus, das Schicksal eines Kassenarztes", ein an Selbstbekenntnissen reiches Werk, erschien erst 1925. Seine etwas später entstandenen „Erlebnisse eines Erdenbumm- lers" kamen in einer, namentlich am Schlüsse von der ersten Fassung abweichenden Gestalt Ende 1923 heraus, obwohl ihr Erscheinen zu feinem siebzigsten Geburtstag geplant war. Sein Ausenthalt im besetzten Gebiet während des Ruhrkampfes hat die Verwirklichung dieser Absicht unmöglich gemacht. Aus dem gleichen Grunde erschien auch die zu dem gleichen Tage geplante Sammlung alter und neuer Aussätze „Adam Karrillon, Altes und Neues über ihn und von ihm, herausgegeben von Karl Esselborn" bis zum Sommer. Am 11. August 1923 verlieh die hessische Regierung dem Dichter den als Staatspreis für Verdienst um das künstlerische und geistige Leben in Hessen gestifteten Georg-Büchner-Pveis.
Auch jenseits der Reichsgrenzen hatte sich Karrillons Erzählerkunst treue Verehrer erworben. Zu diesen zählte der leitende Arzt des Aarauer Stadtkrankenhauses, der auch als Mttitärfchriftsteller bekannte Oberst Dr. Eugen Bircher. Dieser lud Karrillon zu sich ein, und von Dezember bis Ende Februar 1924 weilte er als dessen Gast in der Schweiz, bis er zu dem Pressefest in Mannheim am 1. März nach Hause zurück- kehrte. Der literarische Ertrag dieser Reise sind außer ihrer in der Zeit vom 19. Juli bis 18. August 1925 zu Affolterbach entstandenen und noch des Drucks harrenden Beschreibung sechs Erzählungen unter dem Sammeltitel „Es waren mal sechs Gesellen". Auf sechzehn vermehrt, erschienen sie Ende 1927 unter dem Xitel „Windsch efe Gestalten". Diese Gestalten leiden entweder an irgendeinem Gebrechen wie Stottern, ober sind mit einem Klumpsuß, einem Buckel, einem übergroßen Munde behaftet, oder sie haben fixe Ideen oder unterscheiden sich durch sonstige abnorme Charaktereigenschaften von den gewöhnlichen Menschen. Unter ihnen begegnen wir auch Gestatten, die wir aus anderen Werken kennen, wie dem Waldmichelbacher Klarinettenbläser und Damenschneider Klaus Priester (Adams Großvater), sowie in zweien auch dem Doktor Ebenich.
Karrillon gehört keiner literarischen Schule an. Seine originelle und eigenartig humordurchwürzte Schreibweise, die durch eine Fülle überraschender Vergleiche ausgezeichnet ist, entspricht den rauhen und kantigen Gestalten, die er plastisch, lebenswahr und mit herzerquickendem Humor darstellt. Seine Werke gleichen alten Holzschnitten mit eindrucksvoller, wenn auch eckiger Linienführung, an deren Eigenart sich der Beschauer erst gewöhnen muß, die aber bei wiederholtem Beschauen stets gewinnen. Seine Sprache ist an der Bibel gebildet, und die von ihm häufig angewandten Vergleiche aus der Bibel ober dem kirchlichen Leben erinnern an seine ursprüngliche Bestimmung zum Theologen. In seinen Werken oft wiederkehrende Zitate aus Shakespeares Werken und aus dem „Don Quichote" des Cervantes bekunden feine besondere Vorliebe für diese beiden Dichter.
Karrillon ist ein Meister im Erzählen, und doch kann sich nur der eine richtige Vorstellung von seiner Kunst, zu erzählen, machen, der ihn selber erzählen gehört hat. Den Zauber seiner Persönlichkeit gibt der Buchdruck nur unvollkommen wieder. Erst in der mündlichen Rede kommt der ganze Humor des Mannes zur Geltung, der sich auch bei hohen Jahren jung erhalten hat, well er sich den Wahlspruch erwählt hat: „Nicht rasten und nicht rosten".
Die folgende Erzählung ist dem bei G. Grote, Berlin, erfdjie» en Nooellenbande „Bauerngeselchtes" von Karrillon ent»
neuen Novellenbande
Die Trapyenjagd.
Von Adam Karrillon.
nommen. .
Doktor Ebenich lebte anno dazumal in der Nähe der Nibelungenstadt auf sagenreich-m Boden. Und doch, das Land war so poesielos, wie Runkelrübenselder und Kartoffeläcker nebenemanber gelegt nur jein können. So war's im Sommer. Nun aber gar erst im Winter. Eine schneebedeckte Ebene, soweit das Auge reichte. Schnurgeraüe Pappelalleen, mit deren kahlen Gerten der Wind spielte. Das Ganze lichtlos sich herausjchälend aus einem bleigrauen Nebel, der aus dem Rohr, gefügter der Altrheinftimpfe emporstieg. Nichts konnte trauriger, öder, schwermütiger fein als das Wandern über diese verlassenen Pfade, die dem Auge so gar nichts Bedeutungsvolles zu bieten hatten. War der stinkende Nebelbrei zuweilen etwas dicker geraten, bann sah man überhaupt nichts und wanderte dahin, als ob man oon aller Welt verlassen den Nordpol suchen solle und nicht finden könne.
Im engen Felde eines solchen genau abgezirkelten Nebelkreifes bemerkte Herr Ebenich, als er von einem Krankenbesuche nach Hause strebte, eines Vormittags ein ungewohntes, fremdartiges Leben. Auf langen Hälsen hoben und senkten sich schwere, länglich zugefpitzte Vogel- kopse, die saft einem Steinjchlegel glichen. Aus flammigen «einen wiegten sich rostbraun gefieberte Vogetteiber. Hier und da ein flatscherndes Fliigel- fchlagen. Dann wieder ein ruhiges Versenken und Suchen starb gebauter Schnäbel unter der leicht gefrorenen Schneedecke. ■
,Was konnte das fein?' fragte sich Herr Ebenich und fing an, in dem Inventar feiner zoologischen Kenntnisse herumzuwühlen. Strauße hier im Eis und Schnee des fünfzigsten Breitengrades? Nein, das verstieß doch gar zu sehr gegen die Naturgeschichte. Aber gab es nicht in diesem Geschlechte eine kältegewohnte Abart, die sich Trappen nannte und die zuweilen den Nibelungenweg von der Donau bis zum Rheine nahm, ober auch vom hohen Norden zuwanderte? Trappen, ja richtig, Trappen müssen dies sein, so triumphierte Herr Ebenich und brachte feine Beine in forcierte Pendelschwingungen, nicht seinetwegen, o nein. Der Eiser feiner Bemühungen sollte einem ganz anderen zugute kommen.
In dein Kirchdorf über dem Rohrgewoge des Altrheins drüben wohnte fein Kostherr. Dieser war ein zugewanderter Bierbrauer, der sich durch Sparsamkeit und Fleiß zu einem erträglichen Wohlstand emporgearbeitet hatte. Leider stand die Größe feines persönlichen Ansehens noch nicht ganz aus der Höhe seines Sparkassenkredits. Die eingesessenen Feudalbauern eftiinlerten ihn noch nicht ganz für voll, obwohl er bereits feine Familie in einem Landauer aus die Nachbarkirmee fahren konnte. Der Neid über feine Erfolge suchte ihm allerlei anzu- hängen, und der Volksmund nannte ihn noch den „Reingeplackten", als er schon Mitglied der ehrwürdigen Schützengilde geworden war. bereu erhabene Jagdtrophäen aus Rebhllhnerfchwänzen und Hasenpfolen re- standen. Diesem Manne, den er schätzte, wollte Ebenich zu einem un- geahnten Triumphe verhelfen. Er sollte eine Trappe erlegen und damit ein vielbeneidetes Unikum werden unter all diesen Hafenwürgern und Hamsterfängern. Deshalb das Schnaufen feiner hochgetragenen Brust, und deshalb auch die Eilfertigkeit feiner langen Schenkel.
Als Herr Ebenich in die Stube feines Kostherrn trat, faß biefer mit feinen Knechten um den Tisch und löffelte feine Suppe. Der Arzt roinfle den Brauer zu sich in den Hausgang, um ihm die wundersame Mm von der Ankunft so fremder Gäste geheimnisvoll unter vier Augen mit- zuteilen. Und nun war es interessant, zu beobachten, welcher Stimmungswechsel sich im Gesichte des angehenden Nimrod vollzog. Zuerst erschien ein lächelndes Zweifeln auf der Bildfläche, dann ein überraschtes Erstaunen. Nach diesem aber flammte eine ungezähmte Habgier auf, wie ; o in Seeräubergesichter schlägt beim Anblick einer Kauffast teificttc.. Ar Mann war wie umgewandelt. Eine wilde Unruhe war plötzlich über ihn gekommen. Es schien, als ob er sich selber nicht mehr sassen könne, keinen Platz mehr hätte, weder in feiner Haut noch in feinem Haus, er stürmte los. Er mußte die seltene Kunde im Dorfe verbreiten.
Nach einer Viertelstunde stand die Wirtsstube gestopft voll mit StuOT, die wie zu Bärenjagden mit allerlei Geräten gefährlich ausgerüstet waren. Der arme Doktor bei feinem Mittagsmahl hatte so wemg Ellenbogenfreiheit, daß er kaum fein Fleisch schneiden konnte. Man hotte ihn umringt Man bestürmte ihn mit Fragen. Man zerrte ihn an seinen Kleidern. Man konnte nicht begreifen, wie er noch sitzen und esst" mochte. Man wünschte, daß er mit hungrigem Magen aufstehe und de» Führer mache zu den nordifchen Zugereisten.
Als er zu dieser Mission zunächst keine Lust zeigte, sielen homiM Bemerkungen, wie: „Er fürchte sich wohl, daß so eine große Gans beißen könne", oder: „Wenn es sich Herausstellen sollte, daß einer erlaubt hätte, mit anderen Leuten einen Aprilscherz zu treiben, so wer dieser eine demnächst erfahren, daß man die Ladestöcke zu gebraW
Die letzte Bemerkung, die dem Doktor ziemlich unverschleiett ei« Aufschneiderei in die Schuhe schob und dafür eine Tracht Brügel in sicht stellte, rüttelte das Ehrgefühl in ihm wach. Selbst wen» Trappen abgestrichen sein sollten, so mußten sich deren ^itfiabbriiat Schnee finden lassen und mußten für die Wahrhaftigkeit der A- erstattung reden. Falls man wenigstens die Stelle zeigen konnte, w t sich aufgehalten hatten. Herr Ebenich erklärte sich bereit, ben ■ mitzumachen, und bekam eine Flinte über die Schultern gebangt. «»$. letztere geschah trotz seines lebhaftesten Protestes und trotz oer sicherung, daß er noch nie ein Tier getötet habe, außer etwa solchen, das man zwischen zwei Fingernägeln umbringen "oftm. verstand die Anspielung und wollte sich schier totlachen über die > V losigkeit des witzigen Doktors. Aber man zerrte ihn mit. Nun i man los, und alle kamen vom Fleck, trotzdem der Gewehnm .
Doktors feinem unglücklichen Träger alle Augenblicke recht |
zwischen die Schienbeine pendelte.
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