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zwei solchen rechnen kann.
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und Verlag: Brühl'sche Univerf itäts-Duch. und Stetndruckerei.«. Lange.
Verantwortlich: Dr. Hans Thyrivt. — Druck
Der Kampf in der Lust.
Von Dipl.-Jng. Dr. Arthur 5) am m.
stellmi. i)€5 folgten bald andere, die noch über ihn hin-
ausainaen. So wird uns um die Mitte des 2. Jahrhunderts von einer Reise in den hohen Norden berichtet, dabei findet sich Zuerst der Name Balcia. Um die Wende des 2. znm 1. Jahrhundert ist die Ostsee bekannt nnd wird Morimarusa, Totes Meer genannt wegen des Fehlens von Ebbe und Flut. Der samländische Bernstem wird bekannt, und inan unterscheidet nach der Farbe zwei Arten. Die schweren Kampfe der Römer gegen die Kimbern und Teutonen, denen sich Äs dritter Stamm die Ambronen (von Amrum) zu gesellt hatten, brachten den Süden dann in nähere Berührung mit dem germanischen Norden, um diese werden die Nordländer zum ersten Male Germani genannt, kühne Entdecker Germaniens aber war Pytheas von Masstlw.
schaftlichen 'Beobachtungen.' Ein Beweis für seine Glaubwürdigkeit aber sind seine durchaus richtigen Eingaben über England, Form und Lage der Insel und das Längenverhältnis der drei Seiten, wenn auch hier die Maße wieder doppelt zu groß sind. Die Insel heißt bei ihm bereits Brettanike und Albion. , ,
Von hier aus fährt er in 6 Tagen nach Thule. Der Ort war vorher ein vager, gern von Dichtern gebrauchter Begriff. Man hat in Pytheas' Thule gern Island gesehen, das auch im Mittelalter häufig so genannt wurde, doch ist das unmöglich. Die Römer, die mit einer eigenen Expedition den Nachrichten des Pytheas nachgingen, glaubten Thule in einer der Shetlands-Jnfeln wiedergefunden zu haben. Neuerdings neigt man mehr zu einem Orte an der norwegischen Küste, nach den spärlichen Angaben bei Pytheas sehr wohl möglich. Er fährt von der Nordspltze von Schottland aus nach Norden und muß dabei in den Golfstrom geraten sein, der sein Schiff so versetzen mußte, daß er leicht in die Gegend von Drontheim geraten konnte. Hier findet er bereits ganz kurze Nachte. Jenseits liegt die „Meerlunge", eine viel behandelte Nachricht. Wenn es nicht wieder ein Schiffermärchen ist, das die Einheimischen ihm aufgebunden haben, mag man immerhin an die dem Südländer allMings gänzlich ungewohnte Erscheinung des Wattenmeeres bemcn. Der Wechsel von Ebbe und Flut erweckt ja leicht die Vorstellung eines gigantischen
In der' Nordsee findet Pytheas eine 1100 Kilometer lange Bucht namens „Metuonis". Der Name ist sicherlich verderbt, es mag aber sehr wohl das altfriesifche Mede darinftecken, das m schr vielen Namen vorkommt. Eine Tagesreise vor der Küste liegt eine Insel Abalus. Hier ist der Bernstein so häufig, daß die Bewohner ihn bei dem Mangel an Holz zum Lichtbrennen benutzen. Man hat an Helgoland gedacht, auch an die nordfriesifche Hallig Habel, deren Name allerdings ganz gut stimmen würde. Doch hat sich die Küste der Nordsee seit der Mitte des 4. vorchristlichen Jahrhunderts durch die häufigen Sturmfluten (zumal vor der Eindeichung) so völlig verändert, daß jeder Versua) überflüssig ist, die Insel noch festzustellen. . ,
T)je Leute von Abalus erhandeln den Bernstein an die Anwohner der Bucht. Deren Name heißt in den Handschriften Guiones, wohl verschrieben aus Gutones — Goten (alt Gutans). Im alkfriefrichen Recht finden sich Spuren ostgermanischer Rechtsauffassung, die ihre Erklärung fänden, wenn einmal Goten an der Küste der Nordsee geseßen hatte». Daß der Name aus Tutones, Teutonen, verschrieben sei, ist ziemlich ausgeschlossen, nachdem der Süden diesen Stamm aus allergrößter Nahe kennen zu lernen Gelegenheit gehabt hatte. Ob Pytheas in die Ostsee einaefabren fei, ist umstritten, [eine Berichte sind im Original nicht erhalten, wir besitzen nur eine Reihe von Zitaten bei spateren Schrift-
Zwei slugsportliche Ereignisse, die bisher regelmäßig jährlich stattfanden, geben dem ganzen Sport ihr Gepräge, indem sie gewissermaßen die Grenzen abstecken, innerhalb deren er sich bewegen kann. Es sind dies der Kampf um die Schneider-Trophäe für W ass e r f lug z e u g e, in dem es sich um die größte erreichbare Schnelligkeit handelt, und cm S e g e l s l u g w e t i b e w e r b e, die zuerst aus der Rhon, J pater auch auf der Kurischen Nehrung ftaktfanden, wobei in der H-niptiache die erreichte Flugdauer bewertet wird. Während sich an dem Kampf um die Schneider-Trophäe, der bisher alljährlich stattfand, in Zukunft aber nur noch alle zivei Jahre stattfinden soll, Deutschland bisher nicht beteiligt hat, ist der Wettbewerb der Segelflugzeuge eine fast rein deutsche Angelegenheit geblieben. Der Erfinder des Segelflugzeugs, L i l l e n t h a l, war ja ein Deutfcher und der sagenhafte Schneider von Ulm, der, wenn man Max Eyth glauben darf, der erste Segelflieger war, erst recht. So ist der Segeiflug von Anfang an eine deutsche Technik gewesen und bisher auch geblieben. Es haben sich auch manche Ausländer an dem Wettkampf beteitiat und auch wertvolle Fortschritte gezeigt, aber die überwiegende Mehrzahl aller Teilnehmer ist doch deutsch.
Der Kamps um die Schneider-Trophäe, der letztesmal in Venedig siattsand, ist ein Kampf der Giganten in den Lüsten. Die Motoren, die diese Maschinen treiben, haben heute schon fast die Leistung von Schnell- zuamaschinen erreicht. Die schnellste Maschine, die den Wettbewerb bestand, hatte 1000 PS. Leistung, der amerikanische Cirkham-Doppeldecker, der aber nicht rechtzeitig eintraf und daher nicht starten konnte, hat sogar 1250 P. S. Das Miterleben eines derartigen Wettkampfes läßt sich kaum beschreiben. Das Rennen fand am Lido statt und ging über 7 Runden bin und zurück. Ein Teilnehmer beschreibt seine Eindrücke folgendermaßen: „Nachmittags 2.30 Uhr wurde das Rennen durch einen Kanonenschuß eröffnet. Hunderttausende von Augen richteten sich nach Norden, und nur wenige Sekunden später raste ein brüllender Schatten, kaum 15 Meter hoch, über die Zuschauer dahin und war verschwunden, ehe man dieses Schauspiel ungeheuerer Geschwindigkeit noch begriff. Sechs Minuten hinter dem ersten, einem Engländer, folgte der zweite, ein
Eine Erklärung, ist vielleicht Le Verzögerung Fahrt durchs« wißen- - Stoßen«, kmntam «Jeher ItaNene^n^
Engländer flogen ganz niedrig, in 15 bis 20 Meter Höhe über bem Erdboden, wahrend die Italiener größere Höhen hielten. Die Wend«, mark« wurde von Engländern in weitem, flachen Bogen gerundet, oh»« den Motor zu drosseln und wesentlich die Höhe zu ändern, währrtz die Italiener ihre Flugzeuge in den Kurven hoch in die Luft rißen die Flügel fast senkrecht stellten und nach der Wendung erst in bei geraden Strecke ganz langsam wieder in die wagerechte Lage zuM kehrten." Mit einer derartigen Geschwindigkeit, wie dort erreicht wuch eine Kehrtwendung zu machen, ist ja technisch mit das Schwierig, Die Italiener hatten es mehr auf dramatisches Aussehen abgesehen, di« Engländer mehr auf schnelles Herumkommen. Der Erfolg scheint beit Engländern recht zu geben, die infolge des geringen Geschwindigkeit abfalls in den Kurven wohl die besseren Geschwindigkeiten erzielte. Jedenfalls erlangte der englische Supermarine-Eindecker 8 5 die TroM mit einer Geschwindigkeit von 453 Kilometer stündlich. Aber dies« 6«, chwindigkeit ist inzwischen auch schon wieder Überboten worden. 5J(1 Italiener Bernardi hat schon 478 Kilometer und späterhin fogor 505 Kilometer erreicht, während der Amerikaner, der nicht rechtzeitig z«, Starten kam, sogar bis zu 519 Kilometer gekommen ist. Diese Geschw» diqkeiten sind allerdings als Weltrekorde noch nicht anerkannt.
" Was bei diesen Leistungen besonders bemerkenswert ist, ist, daß « sich um Wasserflugzeuge handelt, die durch die großen und schwer,» Schwimmer stark behindert werden. Ein Landflugzeug, das diese lästiM Anhänglel nicht mitzuschleppen braucht, würde zweifellos noch großen Geschwindigkeiten erreichen können. Aber auch die hier erreichten schwindigkeiten sind schon wahrhaft erstaunlich. Was sie bedeuten, im wacht man sich am besten danach Har, welche Punkt« Europas man «im von Berlin aus so erreichen könnte. Nach Frankfurt a. M. deispielswch würde man schon in 55 Minuten kommen, bis Wien in einer reichlich« Stunde und bis Budapest, Zürich oder Ostende in höchstens H Stunde«, Zur Zeit haben diese Geschwindigkeiten natürlich noch keine verkehr» technische Bedeutung, sondern nur eine rein sportliche. Aber es wird mH hier so gehen, rote ‘es bisher immer gegangen ist, daß die Verkehrsslty zeuge den Leistungen der Sportslugzeuge in mehr oder weniger kurz«, Zeit nachkommen. Solche Fahrten würden natürlich außerordentlich tai« werden, aber sicherlich würde mancher Großindustrielle oder Großbank direktor die hohen Spesen nicht scheuen, wenn er z. B. in 1; Stund«, vor Berlin nach London gelangen und nach Erledigung seiner Belpin chungen noch am selben Tage zurückfliegen könnte. Freilich sind zur btl mit diesen Geschwindigkeiten auch noch Gefahren verbunden, die ihn » wendung im Verkehr ausschließen. Einer der italienischen Flieger, der Wettbewerb mitflog, hätte z. B. beinahe das Excelsior-Hotel, m dem sq die Rennleitung befand, umgerannt. Die Ursache war, wie sich spul« herausstellte, daß die Benzinleitung gebrochen war. Der BenzmnD halte ihn geblendet und das Gas ihn nahezu betäubt, so daß er (* stände war, die Hindernisse in der Flugbahn zu erkennen. Daß die schütterungen, die eine solche riesenhafte Maschine im Flugzeug hem» ruft das Material viel stärker beanspruchen als im normalen Verkehr» flugreug der Fall ist, kann keinem Zweifel unterliegen. Die Technik wrl hier noch allerhand Berbefserungen durchführen muffen, ehe dies« g* Geschwindigkeiten verkehrsfähig werden. Wenn aber der nächste w bewerb stattfindet, der für 1929 in England vorgesehen ist, durften M wahrscheinlich schon wieder Geschwindigkeiten von 600 Kilometer ooit ' Das Eeqeicktück "dazii ist der Wettkampf der zierlichen „Kolibris d« Technik", wie man die deutschen Segelflugzeuge wohl benennen W Das kleinste Segelflugzeug, das voriges Jahr in der Rhon antrat, W ein Leergewicht von nur 35 Kilogramm, es konnte also von jebem M- nnd sogar von einer kräftigen Frau bequem auf dem Rucken gW werden. Auch das Flugzeug, das die größte Leistung aufanes wog »H mehr als 45 Kilogramm. Die Technik des Gege fliegens hat sich nur wenige Jahre zurückliegenden Anfängen wesentlich entwickelll SW glitt man vom Hügel herunter und suchte nur die Zeitdauer des FaA möglichst auszudehnen. Heute geht man ganz anders vor und« ME« natürlichen Auftrieb in der Luft, der immer irgendwo ftattfmbet, au. - i-ützen. So ist z. B. beobachtet worden, daß unter den großen «« ballen, den jedem bekannten weißen Kumuluswolken des Sommer!)» mels, ein kräftiger Lustauftrieb stattfindet. Der Segelslieger nutzt ihn": indem er sich von ihm ein gutes Stuck hinauftreiben laß unb i BOT® I langsam als möglich wieder herunterfallt, bis er die nächste Gelegck» erreicht, einen solchen Auftrieb zu benutzen. Eine derartige oahrt M bann aus dauerndem Steigen und Fallen, aber man kann lnfotgeeff sehr viel größere Entfernungen zurücklegen, als man es fiä) ft träumen ließ. Es ist nicht ausgeschlossen, daß man *1 kommt, auf solche Weise richtige Entfernungsfluge auszusuhren Da gewiß der größte Triumph des deutschen Segelflugs, der bei fein«® siehunq, als Folge des Versailler Diktats, lediglich als «H* Sport betrachtet wurde. Der Segelflug hat auch insofern Recht W und der deutschen Fliegerei höchst roertvotle Dienste geleistet, als « V als eine ausgezeichnete Schulung für Motorfl-eg-r erwies. D e und Uebungsflugzeiige, die speziell für solche Schulzweckekonsinncn , den, sind so gebaut, daß bei einer Bruchlandung den Insassen "'k.^ wenig passieren kann, weil man eben damit rechnen muß,, baf}wr J, häufiger Bruchlandungen vollsuhrt. Die auf folgen Uebungs uSP r ausgebildeten Flieger find aber zum größten Teil 'nzw'schen i^ gezeichnete Motorflieger geworden und wißen eine Bmchanmw^ Sicherheit zu vermeiden. Man sieht daran, rote man auch auf (jt zu seinem Ziel kommen kann. Jedenfalls muß man dem Seg-ß kräftiges weiteres Gedeihen wünschen, und der Liebhaber wird sich freuen, daß diese Wettbewerbe nicht alle zwei Jahre staw^ wie die um die Schneider-Trophäe, sondern daß er jebes oatjr


