schleckt nachgiebig und bestimmbar, abhängig von den Schwestern und hem lünaeren Bruder, ohne Selstvertrauen und Entschlußkraft, äußerlich tavf»r^ "aber ^innerlich zaghaft, ein Mann, der „gerne folgete", wie sein Vater aerühmt hatte, aber keine Herrschernatur.
' braucht nicht puritanisch seine Lebensführung zu geltem fiof ebenso wie der Rheinsberger unter Friedrich und Heinrich oder später der Weimarer Musenhof, war eine Stätte heiteren, geschmackvollen Lebensgenusses, wie unser Zeitalter sie nicht mehr kennt. Aber gerade der Vergleich mit Rheinsberg und Weimar zeigt auch die Unterschiede, nicht nur in der sittlichen Atmosphäre, sondern auch in der Sanzen Lebensauf saiiuna Diesem genießerischen Virtuosentum, weiches das Leben lN ein buntes SpiA culs^öste, fehlte jeder Hintergrund ernsten Strebens; es war ziellos und oberflächlich, ein Reigen schöngeistiger Unterhaltungen und Feste, Komödien und Verkleidungen, Mfer,scher LtebessPiele und droM ich er Szenen, wobei der Hausherr als Dichter, Regisseur, Schauspieler und Schäfer den Ton angab und den Mittelpunkt bildete.
Eins vermißt man in dieser Hinsicht in dem Briefwechsel mit Ver- wundening' irgendeinen Bezug auf die leidenschaftliche Liebe des -hron- fewen/ m dem HoNräulein v7 Pannewitz, die so weit ging, daß er sich von seiner ungeliebten Gattin scheiden lassen wollte, um sie zu heiraten. Offenbar finä bk Briese hierüber verloren oder alles .st mündlich er- lxNini morden und io finden wir Spuren dieses Herzensromans nur m dem kürzlich voll erschlossenen Briefwechsel Friedrichs mit Wilhelmine von Bayreuth und in den unzuverlässigen Angaben der ,,Neunundsechzig -iglire am preußischen Hofe", die em anonymer Falscher 1873 aus 6er Hinterlassenschaft des Fräuleins v. Pannewitz, der spateren Grafen von Boß und Oberhofmeisterin.der Königin Luise, veröffentlicht.hat. Fnednch der Große konnte auf diesen tollen Wunsch seines Bruders natürlich nM eingehen- er sorgte vielmehr dafür, daß die gefährdete Unschuld sich °°^m"s?°zäh?reicherVÄ^riefe, die sich auf die Katastrophe von
August Wilhelm dm Krieg wied^in? Gefolge des Königs mitmachen
und Königzuni Rückzug
ausBhmn zwang" übertrug ihm dieser um ihn zu bescha t.gen gewitz
naC£ZnSnCintSfen Apersten Unglücksbotschasten war Friedrich MMtzZS-WZ und de- Prinz mit den Generalen nahte, wandte Friedrich sein fts , 6m S-mi»l-n ll«6 « nachh-k i-g-n. M-?-t «»
S Ü S tfKÄÄtt befehl- er erhielt sie mit schneidenden Vorwürfen. Z8SUMM dränqnis zu einem öffentlichen Skandal gekommen.
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dllTa" ihm! allen alten 5,aber vergesienb. nm ihn S« pslis«« sj August Wilhelm. Roch am 9. Juni nach einem ftarfenJB utftu^ Wte er eine heftige Auseinandersetzung mit ihr Es das fetzfe Ausffei-em seiner Lebenskraft. Dann restgn erte er. lreß stch den Ortsp arre g’ÄSMÄ fiWU "Ä -- - "“'»■«SÄ Ta« ->. I-°d all.« W»«<« 3«»“'!:
Gouverneurs in einem warmgehaltenen Schreiben sur sie zu s g , lange ihn seine Pslichken dem Vaterlande fernhielten
Damit schließt dieser Briefwechsel, den man nicht ohne sch«'. 8 <9 Erschütterung aus der Hand legt.
Die ungleichem Brüder.
Zrredr'tch der Grosze und Prinz August Wilhelm.
Von Friedrich v. O p p e 1 n - B r o n i k o w s k i
Die Ratu'- idiuf ihn, dann zerbrach sie den Prägestempel, hat man S S’
M S SSÄÄT&iÄSt'WM® Äa-ii? Wm
Da^August^Wikhelm nur geringe Spuren in der Geschichte hinter- lassen hat" war tbe? seine Entwicklung und sein Verhältnis zu Friedrich dem Großen wenig bekannt. Sehr zu begrüßen ,st es daher, daß der Briefwechsel der Brüder, bisher nur bruchstückweise veröffentlicht und ver «ttett jetzt in einer geschlossenen Auswahl vorliegt, die alles menschli > und zeitgeschichtlich Wichtige enthält. (Briefwechsel Friedrichs des Großen mit Prinz August Wilhelm, herausgegeben von G. B. Volz, K. F. ^“eTroar^ein eigenartiges Verhältnis, das sich von kleinauf zwischen d'n Brüdern herausgebildet hatte. Je mehr Friedrich als Kronprinz dem strengen Vater widerstrebte und sich ihm entfremdete, desto mehr schenkte dieser seine manchmal etwas bärenhafte Vaterlieoe dem zwei Sohne der von weicherer Gemütsart war und >hm ^fo। gerne fc lg t , wie er schon rühmte. Zudem wurde August Wilhelm, um zehn Jabre jünger als Friedrich, nicht mit diesem zusammen erzogen, sondern mit dem jüngeren Heinrich, der ihn geistigweit^ überragte Hierlieger> die Wumeln für die spätere Fremdheit zwischen Hnedrich und August Wil- belm und für die innige Verbundenheit des letzteren nut, Heinrich, aEn auch für die wiederholten Zerwürfnisse zwischen den Brudern Friedrichs Stellung als König hat diese Gegensätze nur verschärft und vertieft.
Da er selbst kinderlos war, rückte sein Bruder schon bei seiner -Thronbesteigung zum Kronerben auf. Fiel er also im Kriege oder ftleß ihm sonst etwas Rienichliches zu, wie es bei seinem Schlaganfall von l?t7 fast geschehen wäre, so wurde August Wilhelm sein Nachfolger. Aber wahrend er ielbst seine Person in den beiden Schlesischen Kriegen rücksichtslos em= fetzte und im Frieden die ganze Bürde der Regierung trug, .wurde August Wilhelm als Thronfolger und Stammhalter der Dynaftze im Kr.ege ge- toont und auch im Frieden erhielt er weder in der Staatsverwaltung noch als Truppenführer ein höheres Tätigkeitsfeld, so oft er den Komg auch bat, ihn vor größere Aufgaben zu stellen. Es genügte Friedrich, wenn er sein Infanterieregiment in Spandau und sem Kurassierregiment in Kyritz in Ordnung hielt, den großen Manovern bei Pv^dam belwohn e und ihn bisweilen auf seinen Inspektionsreisen begleckete. Er selbst hatte es als Kronprinz ja auch nicht anders gehabt, und doch war er em große. Staatsmann und Feldherr geworden. Freilich übersah er dabei, daß er aus anderem Holze geschnitzt war als fein Bruder und eine fiwchtbar harte Schule durchgemacht hatte, während August Wilhelm sich gemächlich vom Leben treiben lieh. , . , __.
Friedrich ermunterte ihn sogar selbst, fein Leben zu gemeßen; erst nach der Katastrophe von 1757 warf er ihm sein epikuraisches Genutzleben, die Quelle feiner Schlaffheit, mit schneidender Schärfe vor. Nur in einem Punkte verstand er keinen Spaß — in Dingen des Heerwesens. So arifs er bisweilen in die Kommandogewalt des Bruders ein und fuhr schon dazwischen, wenn bei einem seiner Regimenter Unordnungen vorkamen. Und wenn der Prinz sich darob gekränkt fühlte, las er ihm sehr streng die Leviten. „Ich nehme alle angemessene Rücksichten auf dich, schrieb er ihm (April 1750). „Nur das Heerwesen ist mir zu wichtig, um irgendwen zu schonen. Gehen meine Brüder mit gutem Beispiel voran, o freiu ich mich unendlich darüber. Tun sie es nicht, so vergesse ich sur den Augenblick jede Verwandtschaft und tue nur meine Pflicht. Nach meinem Tode magst du verfahren, wie du willst, und wenn du von den Grundsätzen und dem System abweicht, die mein Vater hierzulande eingeführt hat, wirst du zuerst die Folgen spüren." . t ..
Wir müssen uns dies Königswort un Hinblick auf die Katastrophe
Vom Wcmdel des Bildes.
Von H a r o.
Bilder im Raum feines Hanfes crufzuhängen, ist liebes BedArsms ge- worden feit den Urtagen, wo primitive, rituelle Darstellung der Al - 4 war. Immer weitere Gebiete eroberte sich der Nach)chopI ungstne , ausgeglichener, formbeherrscheMer vollendete fech die Techm'ö
Mit den 'Zeiten, mit den Geistern, wandelte sich die Ausdruck-l wandelte sich der Inhalt. Vom fromm-treuherzi^n Familienbr^ dl^ Mittelalters, dem ekstatisch erregten Glaubensmotiv der Go ik juru - ( bejahenden Renaissance, zum finnenberauschten.Barock, um miT wissendem Lächeln im Rokoko dahmzutanzetn. Em-e Epoche der An f
von 1757 merken.
In dem jetzt vorliegenden Briefwechsel der Bruder laßt sich dies fortwährende Schwanken ihrer Beziehungen verfolgen, aber auch ihr dauerndes geistiges Sich-fremd-bleiben, trotz aller Versicherungen von Freundschaft seitens des Königs, von Anhänglichkeit und bewundernder Ehrerbietung seitens des Thronfolgers. Nur selten weist Friedrich den Bruder auf feinen künftigen Herrscherberuf hin, weiht ihn in großen Zügen in die politische Lage ein oder vertraut ihm gar, wichtige Nachrichten an. Meist finden wir nur Plaudereien über kleine Tagesereignisse in dem geistreich prickelnden Briefstil der Zeit.
Hätte Friedrich den Bruder mehr an sich gezogen, ihn weniger dem Einfluß Heinrichs überlassen, ihn vor größere Ausgaben gestellt und ihn mit Verantwortung belastet, er wäre ihm vielleicht ähnlicher und eine härtere Natur geworden, hätte feine Kräfte nicht in tändelndem Lebensgenuß vertan und schließlich als Heerführer nicht so völlig versagt. Ein Held wäre er freilich nie geworden. Auch den Späherblicken der fremden Gesandten erschien er als weichliche Natur, schwach gegen das schöne Ge-
zu teilen. Und in ihm nahm ^ÄnFöÄÄn^ft
Trost die Gewißheit, daß er, in der sanften Indolenz des Alters, weniger * Vkae?Ste nicht, es fei nur ein Hund und nicht der Rede wert. Ich habe unter Menschen nicht gefunden, was er nur schenkte.


