tH$ans Gebiet, da- Obrutschew durchforschte, hat eine Grütze die der. jeniqen von etwa halb Europa enhpncht, und die russische Regierung nlnnt im nächsten Jahr zwei große Expeditionen nach diesein Gebiet zu entsenden die nicht nur die neugewonnenen geographischen> Kenntnisse^erweitertsondern auch über die dort wohnenden gänzlich unbekannten Völkerstämme alles wissenswertes Material herbeitragen sollen. *-■ch n ^masi im Jahre 189? hat ein hervorragender, russischer GeoEh namens Tscherski, das Wagnis unternommen, m lenes Gebiet östlich des nordostsibirischen Flusses Jndigirka vorzudnngen, er erlag ledoch nach einem Jahr einer schweren Lungenentzündung. Zu Ehren dieses Pionler^ der Wissenschaft der ein Opfer seiner Forscherarbeit wurde, hat Obmtschew Las von chm entdeckte Mafsiv Tscherski-Gebirge genannt. Auch Obrutschew hat wie er berichtet, seine Aufgabe nicht voll durchfuhren können. Er hat sich' in bezug auf die östliche Ausdehnung des Gebirges.ganz und gar au, die Angaben der Bewohner jener Gegend verlassen müssen, deren Richtigkeit der Nachprüfung bedarf. Immerhin kann stwn Hoffen, daß auf der Erdkarte der „weihe Fleck" an der Stelle, wo Nordostsibirien liegt, all- 'näS wen? w?r wetter Umschau halten? Was wissen wir vom Innern Grönlands? Nichts! Nur von den Randgebieten^ haben wir gan- oberflächliche Routenausnahmen machen können. Auch hier, im Innern Grönlands, ein Gebiet, so grotz wie Europa, das jedem Eindringling seine ungeheuren Eisbarrieren entgegenstellt. Was wissen wir, welche gewaltigen Schätze in den Erdschichten, die von undurchdringlichen Ewpanzern überdeckt sind, unauffindbar eingeschlossen liegen! Oder was wissen imr von den Hochländern Mittelasiens? Hier ha die geographische Wissenschaft erst in großen Umrissen einen Man ausgestellt. Richt anders ist es in den Schnee- und Etsgebieten von Nordkan«da. Auch dort unübersehbare Landgebiete, die kartographisch erst sehr fluchtig> erfaßt sind, und wenn wir die Karte von Südamerika betrachten, erblicken wir auch dort große Helle Flächen, di« uns sagen, was hier für die Wissenschaft im Innern Brasiliens in Bolivien, >u Venezuela usw. noch zu tun übrig bleibt. Das gleiche gilt für das Innere Australien , für die Südsee und für größere Terle von Celebes und Borneo. Ueberall noch unerschloffene, geheimnisvolles Land, umwittert von der Romantik dunkler Rätsel, Neuland für Entdecker, Zukunftsland für spätere Menschengenerationen, denen Europa zu eng geworden ist. •Useio) eine Fülle von Aufgaben für junge Geographen, die sich am Boden Europas sattgesehen haben. . _ , , . .
Und dann endlich Afrika, noch vor wenigen Jahrzehnten „der dunkle Erdteil", bis die Kolonisation der europäischen Machte dre wetten Landflächen erschloß. Und doch: Auch hier, nicht nur in der glühenden tÄrndwüste der Sahara, sondern auch weiter südlich im Innern, große Gebiete, die noch nie der Fuß eines Weihen betrat, auch hier jungfräuliches Forschungsland, das noch im Urzustand sich befindet. Es war vor «Schaffner lieft am kommenden Donnerstag im Goethe-Bund aus eigenen Werken: das Gedicht ist feiner bei der Union Deutschen Verlagsgesellschaft in Stuttgart erschienenen lyrischen Sammlung „Der Kreislauf entnommen.
etwa 140 Jahren — man schrieb 1788 als in London die Afrikanische Gesellschaft gegründet wurde, die sich zum Ziel setzte, das Innere Afrikas ,u erforschen da die geographischen Karten von Afrika, die man damals besah, voller Fehler und Irrtümer waren und z.B. zwischen den Was er- weaen des Niger und des Nil eine Verbindung zeigten. Der schottische Arzt Mungo Park unternahm im Auftrag der Gesellschaft Ende 1795 eine Expedition, von der er nach 30 Monaten wieder m -onbon emtraf. Er stellte fest, datz der Niger nicht die Fortsetzung des Senegal ist, sondern daß dieser in östlicher Richtung fließt. Noch vor l°lner chemirehr zog lM Jahre 1799, ebenfalls im Auftrag der Afrikanischen Gesellschaft, der m Hildesheim geborene Friedrich Hornemann nach Afrika mit dem Aus trog, die Lage der alten Handelsstadt Timbuktu genau seflzustellen Zwan. aio Jahre lang galt der junge Deutsche als verschollen. Erft um das ^lahr 1820 erfuhr man, daß Hornemann, kurz bevor er Timbuktu erreichte, einer Krankheit erlegen war. Das war vor 130 Jahren. Inzwischen sind in den letzten Jahron von sranzösischer Seite, mit eigens hierfür kon- struierten Automobilen, zwei große Expeditionen durchgefuhrt wordem die erste ging am 17. Dezember 1922 von Algier ab und errichte nach Durckaueruna der Sahara am 7. Januar 1923 Timbuktu am Niger, !Dte
im Oktober 1924 Oran, durchquerte ganz Afn ° und traf nach neun Monaten in Kapstadt ein. Der Zweck dieser beiden Erveditionen (die von dem Pariser Autofabrikanten Citroen veranlaßt wurden), war, verkehrstechnische Studien zu machen, um Grundlagen firr neue Verkehrswege durch Asrika zu schaffen. Seitdem ist Afrika mehrmals auf dem Luftwege überquert worden: von dem Engländer Cobham, der von London aus — er flog am 18. Februar 1926 ab in 94 Flug stunden Kapstadt erreichte und von dort nach Kairo zuruckflog, sowie von dem bekannten Schweizer Militärflieger Walter M i t t e l h o l ö er.der am 7. Dezember 1926 von Zürich abslog und nach inehreren Zwischenlandungen in Kapsttdt landete.
Die Flugtechnik hat ein neues Zeitalter der Entdeckuiigen eingeleitet. Die Flüge Byrds und Amundsens zum Nordpol waren die echen Versuche um Flugzeug und Luftschiss in den Dienst der antarktischen For schung zu stellen. Weitere Flüge nach den Erdpolen und nach Hochasicn burftcn in ben nächsten Jahren folgen. Es gibt noch wette Gebiete der Erdoberfläche die zu erfchliehen sind. Arbeit für kommende Generationen. Dann werden allmählich die weihen Flecke auf der Erdkarte verschwinden, die uns noch immer sagen: hier ist unbekanntes ~anb.
Winiermotive in der bildenden Kunst.
Von Dr. Hedwig Fischmann.
Nicht als ein siegreicher, triuniphierender Held, vor dessen klirrendem Schritt weitaus alle Pforten sprangen, ist der Winter ms Reich der Kunst eingezogen. Blind und fühllos war die Menschheit lahrhundertelangau > ” trfiinimomhm Schönheit seines Märchenwunderlandes vorubergegan-
'L'"! bumK 8-'d-s Hauses vor seinem scharfen befreienden Anhauch geflüchtet. Der Winter als grimmer Feind, als Cebeneroter io schroelt sich lange Zeit sein Bild in der Seele der Menschhett- so ward bm vernehmbarer Ausdruck durch den Mund der frühen Dichter, lind wo das Gemüt verschlossen war, die winterliche Wunderwelt in sich zu trinken, da^k^nte sich^ unmöglich eine Hand finden, ihr Abbild liebevoll 3u formen, aS*mennfi/ö"emakrif^ Gestaltungskraft besessen hätte den berücken- bei? Zauber einer Winterlandschaft mit ihren phantastisch h^bwallenden Schneeschleiern, dem Flimmern und Schimmern ihrer Eisgebilde, der arb- losen Vielfarbigkeit und formlosen Geformtheit nachschasfend neu z bilden. Jahrhunderteweit führt der Weg bis zu diesem Ziele, gekennz ch- net durch die ragenden Merksteine der Schöpfungen icner Künstler d , ausgerüstet mit dem geistigen und künstlerischen Werkzeug ihrer Zeit, um
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Sa.Sn m« Wkr bX3^^^ü6en^en Schinn hervorloht, zum Vorwurf nahm Aber sichtbarer und schärfer betont tritt ber Gegensatz Zwischen be? umhegten Geborgenheit unb ber schwer lastenden Oede der winter
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Der Regen.
Von Jakob Schaffner«.
Hör' zu beim Regen. Ruhe aus. Es loht in diesem lichten Rauschen viel Glanz und Güte um dein Haus. Es schenkt dir Schweigsamkeit, zu laufchen. Es füllt dir deine wilde Welt mit wettgcfaßter Zeitbeschwörung, und zeitlos brausend überfällt es dich mit glitzernder Erhörung.
Verliere dich in diesen Klang.
Da ist kein Bangen und kein Drangen.
Es rieselt voller Ueberschwang.
Es schwillt mit freudigem Verhängen.
Hier bade dir dein Denken frei.
Hier sollst du dein Begehren kühlen. Hier singt der große Strom vorbei. Hier muht du deine Liebe fühlen.
Die unbekannte Erde.
Die „weißen Flecke" auf der Landkarte.
Von Dr. Friedrich Krüger.
ßs ist für sehr viele von uns, die wir in dem dichtbesiedelten Mttwi- europa leben, im Lärni der großen Städte, in
meter Boden seinen Besitzer hat, em schwer vorstellbarer Gedanke daß es beute noch auf un erer Erde, — und zwar nicht nur an den vereinen molen — weite Landgebiete gibt, die nach durchaus unerforscht sind, lind wer sich die Mühe macht, unsere Erdkarte einmal genauer zu studleren, wird Ästaunt ein übe? die vielen „weißen Flecke", die sie enthalt. Es find jene Stellen, die unser lückenhaftes Wissen andeuten und uns mit-
ein .«**- G-i-W-r SE Obrutschew, von einer geographischen Forschungsreise aus Ostsibt - rien heimaekehrt und er berichtet tm „Geographical Journal, bat, e hort drüben im fernsten Norbostsibirien, wo man bisher eine roette Tiefebene vermutete, ein gewaltiges Gebirge entdeckt habe, daß an Große den Kaukasus bei weitem übertrifft. Die Ausdehnungen des Gebirgsmasfws find: 1000 Kilometer Länge und 300 Kilometer Breite. Die horsten V g erreichen 3300 Meter. Also ein Gebiet von hochalpinwn Charakter, bedeckt mtt ewiaem Schnee, zum großen Teil unzugänglich wegen der. steilen Höhen und wegen der Eismassen, die unüberwindbare Hinderniste a f-


