. Sie war vierzehn Jahre alt, als es
bann alles unter
von
25. September 1921. Und
an»
sich er»
Dame, die er grüßte und--
War er wahnsinnig geworden?
War das nicht ein toller, wüster Traum, der ihn narrte?
Und es kam der Abend. Der Abend des 25. September 1921. Und der wüste, tolle Traum löste sich nicht in befriedigendes Erwachen auf. Er blieb. Und ihm, Georg zur Mühlen, blieb die Möglichkeit, den kleinen Herrn von PrNtwitz zu fordern, so wie es in solchen Lagen Sitte ist. Obschon wohl der kleine Herr von Prittwitz genau so sehr der Genarrte sein mochte, wie er selber. Ja, der hatte ihm mit einem ganz unschuldigen, blonden, durch den Schreck ein wenig stupiden Kindergesicht
holen und dem kleinen Herrn von .
phlagen. Oder auch Beate. Denn das wäre
Er lief aber nur hinaus und schlug die ~ lieh das Haus und lief in der Stadt herum
sprecherr Vater. Ich habe es bald zusammen, das, was ich
dir sagen will —" ,, _ , , ,
Und dann zog und zerrte doch etwas in ihm vom Sprechen fort. Und er schob es innerlich hin: noch eine Weile — noch eine kleine Weile wollen wir es ganz heimlich für uns behalten.
Es war, als würde das Feinste, das Beste ab gestreift fein, wenn " ' ' die Leute käme.
heraufkommt. t ,,
Aber sie kommt niemals. Niemals kommt sie.
Mutter kommt ihn besuchen. Und Vater kommt. Und beide sind so zart und taktvoll. Viel zu zart und zu taktvoll. Denn einmal überrascht er sich bei dem kindischen Wunsch, sich bei Mutter ganz und gar auszu» ^Ueberhaupt ist er — von dem Blutverlust, von dem Schutz, von dem langen Liegen — so übermäßig sentimental geworden.
Aber Mutter könnte doch wenigstens nut einem halben Wort
entgegengesehen, als er fo unerwartet hereingekommen war. Und Beates Gesicht war friedlich gewesen — ganz richtig friedlich.
Sie — sie — sie — tat ihm dies, eie, seine einzige Geliebte.
Am 25. September 1921, nachmittags um 2 Uhr.
Das Duell. Im Virkenwäldchen. Zehn Schritt Distanz. Frühreif und Nebel am Morgen. Räderknirschen in ausgefahrenen Gleisen. Aestchen knacken spröde unter jedem Schritt. Krähen fliegen auf und lassen sich schwer wie Steine niederfallen. Dann ein kleiner freier Platz im Wald —
Dort steht Herr von Prittwitz. Sein Kindergesicht ist betrübt und von der Anstrengung ein ganz klein wenig stupide.
Es^knackt. Und pufft dann ganz leise und dumpf ihm gegen die link« Schulter. Ein ekliges Gefühl sitzt ihm im Hals. Er weiß ja, was geschehen ist. Aber er will doch auch schießen. Ihm gehört ja der zweite Schutz, wenn schon der erste fehlte. Er sieht seinem schlotternden Arm zu, wie der sich hebt. Und wie der Finger — warum ist sein Finger o blaß? — wie der losdrückt. Und dann fliegt drüben aus der Birke ein Stück Rinde, schwarz wie eine Krähe, auf. Und dann muh er — er kann nicht anders — sich langsam, ganz langsam hintenuberflnken lassen —
Nun ja, er weiß ja schon warum---
Er liegt und kann nicht gesund werden. Anfangs fürchtet er, sie könnte kommen. Nachher hofft er es. Ader er sieht bald: sie kommt nicht. Anfangs glaubt er, die Rosen, die Chrysanthemen, der herbstliche Goldlack sind Blumen, die sie ihm schickt. Dann begreift er irgendwann ein» mal, daß die Blumen nicht von ihr sind. .....
Sie kümmert sich überhaupt nicht um ihn. Es ist nun auch einerlei, von wem die Blumen sind. .
Er weiß, daß sie manchmal an seinem Fenster vorbeigehen muh. Er kennt ihren kinderhast leichten Schritt. Dennoch verwechselt er immer fremde Schritte mit ihrem. Ganz einfach aus dem bohrenden Wunsch, sie möchte es doch sein, die vorbeigeht — und dann umwendet und zu ihm
" .Frag nicht, Georg--" -
„Bu — du — ich ertrag es nicht- I
.3d) ertrug auch deines nicht."
‘fto’ging1 ein’fd)eue5 Lächeln über ihr Gesicht. „Ich liebe dich, Georg!" I
-r-
Der Sommer. Das Blühen des Heidekrautes. Wacholderbüsche in der Sonne atmend und duftend. Steinhalden von der Tageswärme noch heiß.
Am Waldrand. Er nahm in feine Arme und trug sie hinein, da wo | bas Dunkel wohnt. Sie lagen immer Mund an Mund. Irgendwo ein Sogeitorei. Ganz ferne Kirchenglocken aus einem Dorf. Und er strich mit feinen Handflächen, die knisternd waren und trocken waren, wie Kiefernholz das in der Sonne steht, an ihrem schlanken, knabenhaften Körper herunter — strich über diese Seitenlinie, die er kannte und sinnlos liebte. Strich Feuer aus jeder ihrer Bewegungen —
Beate — mein Gott, Beate — wie ist das Grenzenlose über uns — —
Nie hatte er eine andere Frau geliebt — nie, nie, hatte er eine andere im Arm gehalten — das alles war vergessen, war ausgeloscht wie ein Nichts. Nur Beate gab es — nur sie.
Glück — Glück — ein Wahnsinn von Gluck.
„Ist Liebe das Schönste, Beate?"
„3a, unsere Liebe."
„Das Grenzenloseste, Beate?"
l^er^^Svecht^sdstug an die Bäume. Libellen flogen. Cs roch nach reisenden Erdbeeren.
O Ungemessenheit der Liebe!
.3d) kann es nicht überwinden!"
„Quäl mich nicht." . . ,
Je mehr eins wir beide werden, Beate, desto schwerer wird es mir zu "überwinden. Ich will alles — ich will jeden Blutstropfen, jeden Gedanken von dir besitzen."
Sie sagte müde und ein bißchen unwillig: „Warum machst du ewig diese Auseinandersetzungen? Ich bin elend davon. Ich kann keine Auseinandersetzungen vertragen."
„Liebst du mich? Oh sag, daß du mich liebst.
Sie schwieg. Ihr Gesicht war dunkel. Er dachte, daß ihr kleines, dunkles Gesicht sehr wenig schön wäre. Aber es schien, als ob seine Leidenschaft sich am ausgesprochenen Kontrast neu belebte. Eine ganz grobe Welle überflutete ihn — und sie, Beate, sie wurde mitgerissen.
Manchmal wachte er in dieser Zeit des Taumels zwischendurch auf, und er bedachte, daß es richtig wäre, von diesem allem, was da heimlich zwischen ihm und Beate geschah, zu den Eltern zu sprechen. Es gleichsam so nebenhin in die üblichen Formen einer Verlobung und spater in die einer Ehe zu bringen. _ ,
Was gingen sie beide die äußeren Formen der Menschen an? Ihre Liebe war unnahbar, unantastbar heilig — heilig, wie ein urweltlich Großes ^loturocicti»
Aber es war in letzter Zeit öfter gewesen, daß der alte General ihn still und eindringlich angesehen hatte. So daß Georg fragte: „Du willst etwas von mir, Vater?" .
Und der General sagte: „Ich nicht, Georg. Aber mir scheint es manchmal, als wolltest du über etwas, was dir nahe geht, mrt mir
s Diieo eoenyuua piuiuiu|uy,
ids, als Ludwig, der außerhalb von Paris wohnte in der via°- einem großen Gewitter überrascht wurde, irn Louvre Zuflucht sucye« mußte, wo seine Gemahlin residierte. Er brachte die Nacht dort zu uno „Louis XIII. donna Louis XIV. ä la France“. Später war er davon so wenig überzeugt, daß er seine Gattin wegen Treulosigkeit oertziev, und selbst auf seinem Totenbett, als sie ihn weinend beschwor, ihr 3 glauben, daß dieses einzige Kind von ihm stamme, trocken antwori-i. Mein Zustand, Madame, gebietet mir zwar, Ihnen zu vergeben, o nicht Ihnen zu glauben. Anne drAutriches Vergangenheit war ganz klar, einige dunkle Stellen waren vorhanden, ihre intime . schäft mit dem Kardinal Richelieu gab Anlaß zu vielen KlalM- reien; er regierte mit den Kirchenfürsten das Land. .
Der König hatte wenig zu sagen; er ging auf die Sagö, über Hühner und Fasanen, während sich die Königin mit Richel Politik unterhielt. Der Kardinal starb und Mazarin trat fein
*
Es war am 25. September. Genau am 25. September. Der Tag brannte sich ihm ein. Es war der Tag, an dem er fassungslos umhergetrieben durch die kleine Stadt lief. Fassungslos umhergetrieben. Was tut man denn, wenn man dies erlebt hat? Wieso laufen die Fuße dann noch mit einem über das Pflaster der alten Gassen? Und eine alte Dame begegnet einem — jo so: sie lächelt bekannt — sie will gegrüßt werden. Man starrt die alte Same an und grüßt sie. Ihr Lächeln wird ungläubig und ängstlich. Wieso eigentlich? Man hat sie doch ganz richtig gegrüßt. Hat man denn so ausgesehen, daß alte Damen vor einem erschrecken, stutzen und Furcht bekommen? Warum fleht man denn fo aus? ..
3a so, man hat etwas erlebt. Man hat soeben etwas Unmögliches
Nein nein, nein, es war weder Irrtum, noch Wahnsinn: Beate, leine Geliebte, seine einzige Geliebte — er hat sie gesehen —
Nun ja! Er sah sie eng verschlungen mit dem kleinen Herrn von Prittwitz. Und sie saßen zusammen im blauen Gartensaal auf der Ehaiselongue. Und als er dies sah, lief er hinaus, um feinen Stock zu holen und dem kleinen Herrn von Prittwitz damit ins Gesicht zu tolagen. Oder auch Beate. Denn das wäre gleich.
Er lief aber nur hinaus und schlug die Türe hinter sich zu und oer» und begegnete einer alten
Das Fräulein de Hauteville, verarmter Provinzadel, sehnte sich schon mit elf Jahren an den Hof, obwohl dieser Hos Ludwigs XIII. damals gewiß kein glänzender war, und die schlecht behandelte Königin Anne d'Autriche während ihrer kühlen Ehe einig an ®elbmangel litt; aber es war der Hof, seine Atmosphäre zog das arme Landedelfraulein an, wie die Motte das Licht ... Sie war vierzehn Jahre alt, als es ihr gelang, als Palastdame der Königin dort anzukommen, ein Alter, das damals für heiratsfähig galt.
Der König erblickte die frische, blonde, strahlende Hauteville zum ersten Male unb verfiel ihr ganz. Eine Liede die zehn Jahre dauerte ohne Erlösung, ohne daß der König auch nur den Mm fand, der schonen Hofdame sie zu gestehen oder sie zu seiner Mätresse zu machen. Die Liebe blieb platonisch, sagt der Geschichtsschreiber, und wenn wir Lud- wig XIII. näher kennenlernen, können wir diesem fi'ftorifer glauben. Der König war ein merkwürdiger Mensch, der wenig Aehnlichkeit mu dem temperamentvollen Henri quatre hat, von dem die meisten auch nicht viel mehr wissen, als die Form seines gestutzten Barts, unb Sen (eine Mätressen — er hat eine ganze Leporelloliste davon gehabt - unendlich viel Parfüm kosteten, wenn sie es bei 'hm aushalten wollten. Ludwig war ernst, düster, schweigsam, mißtrauisch linkisch >w D«keh mit Samen, seine Passion war die Jagd. Er machte |d)le4te JBer|e auf die Hauteville, hörte ihr gern zu, wenn sie zur Gitarre mit ihrer helle" Stimme sang; aber seine Gegenwart wirkte auf den Hof roie kalte um, die plötzlich in ein Zimmer bringt. Seine Gemahlin, bie leichte Ann d’Autriche, hätte sicher besser zu ihrem Schwiegervater gepaßt als zu biefem schwerblütigen, versonnenen Menschen, bem Worte schwer fiele ■ Das eheliche Verhältnis blieb ebenfalls platonisch, sagt man, dis eines Abenbs, als ßubroig, ber außerhalb von Paris wohnte, In ber warn
6eJSocbb mutter“ bringt ihm Pfirsiche. Unb Bücher. Unb sie fetzt mit einer Schiffchenarbeit, die ihn nervös macht, an fein Beit unb zählt ihm Dinge, bie ihn nichts angehen.
(Schluß folgt.)
(Bitte berühmte Frau.
Von ßiesbet Bill.
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