Ausgabe 
7.8.1928
 
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der iMaster-Marke erblickt. Ein moscheeartiges Bauwerk bemerkt man au dem Wert zu 9 Piaster; die sogenannte Tekke of Umm Haram; sie führt ihren Namen nach einer Verwandten des Propheten Mohammed die ihren Gatten U b a i d a begleitete, als er im 7. Jahrhundert n. Ehr. in C Ypern einfiel. Um mHar am stürzte von ihrem Maultier und starb am Salzsee von Larnaka, wo sie unter einem prähistori chen Monolithen begraben wurde heute eine Wallfahrtsstätte der Muselmanen. Ein

Bor dem Ort Paphos steht man dieschaumgeborene" Göttin Aphrodite anmutig dem Meer entsteigen; gilt doch Paphos als ihre Geburtsstätte. An den Bericht der Bibel wonach die Apostel P a u l u s und B a r n a b a s im Jahre 4o n. Ehr. auf Cypern das Christentum einsührten, knüpft das M der Marke zu 2 A Piaster an. Es zeigt einen Teil eines Fresko- gemaldes in der gncchych-orthodoxen St.-Johannes-Kathedrale zu Nikosia und Zwar die Szene wie der Leichnam des heiligen Barnabas im S.Jahr-' hundert ». Ehr. in Salamis wieder aufgefunden wurde. Auf seiner Brust entdeckte man eine eigenhändige Abschrift des Matthäus-Evangeliums­

Wer den Mut hat, sich in dem schönen und reichen Südamerika eine neue Heimat gründen zu wollen, der mag es wagen! Aber es wäre nicht nur Leichtsinn, sondern Torheit, diesen Schritt ohne genügende Vorbe­reitung und mit unerfüllbaren Illusionen zu unternehmen. Man miß­traue romantischen Aberteuerromanen aus dem glühenden Urwald und den Geschichten von den Goldschätzen der Inkas, die selbst, wenn sie wahre Naturschilderungen und subjektiv Erlebtes bringen, dem Auswan­derer doch ein unrichtiges Bild der wirklichen Verhältnisse, die ihn er- warten, geben. Es ist eine ernste Entscheidung, den Staub des Vater­landes von den Füßen zu schütteln, um dorthin zu gehen, von wo es oft keine Rückkehr mehr gibt.

Vor wenigen Jahrzehnten noch mußten die Auswanderer ihre weite Reife in stickigen Verschlügen der großen Dampfer antreten und waren tausend Plagen ausgesetzt. Heute ist die Fahrt, ohne daß der Ueberfahrts- preis gesteigert worden wäre, fast ein Vergnügen. Auf den großen Ein­heitsdampfern der Hapag z.B. stehen den Passagieren 3. Klasse Musik­zimmer, Salons, ein herrliches Promenadendeck usw. zur Verfügung. Jeden Nachmittag ist Bordkonzert und der sonst so gefürchtete Golf von Vizcaya hat, abgesehen von besonders heftigen Sturmtagen, kaum die Kraft, das Riesenschaff zum merklichen Schwanken zu bringen. Nur die wenigsten leiden an Seekrankheit. Die Luft wird immer lauer und klarer. Dann gleiten der Löwe und der Große Bär immer tiefer am Horizont herab. Fliegende Fische klatschen unter das Sonnensegel. In der Nacht glühen die Wasser hinter der Schiffsschraube, bis der Aequator erreicht ist und die Neulinge sich der Tropentaufe unterziehen müssen. Während der Reise melden sich noch keine Enttäuschungen, alle Hoffnungen sind hoch geschraubt und die meisten Auswanderer träumen von Wunder­dingen in Südamerika, die sie in Büchern gelesen haben. Erst wenn die Häfen von Brasilien, Montevideo oder Buenos Aires erreicht sind, meldet sich die Prosa. Die Einwandererbaracken in Argentinien sind kein angenehmer Aufenthalt, und wer sein mitgebrachtes Geld nicht zu­sammenhält, hat es bald vertan. Aber der gewaltige La Platastrom, der an seiner Mündung breiter als alle europäischen Ströme zusammen­genommen ist, lockt, und dort, weit, weit mag für den Auswanderer, wenn er den Mut nicht verliert, ein geheimnisvolles, großes Glück liegen.

rinoM- ^k>em Jahre werden die Glückschancen für den Auswanderer qe- »ermmh»rt Sll($cn ausgefüllt und die Anstellungsmöglichkeiten sich -KCn; ?.umal wenn der Einwanderer nicht die notwendigen Ipanif* mHl;. b- h- wenn er nicht in den spanischen Ländern iiiiJ, ln Brasilien portugiesisch versteht. Kenntnisse der franzö- «ii LhS, 1 L,b gewiß nützlich, aber die erste Grundbedingung für Auch hpr6 a bleibt immer die Beherrschung der Landessprache,

»to n... barf sich nicht billigen Illusionen hingeben, er sollte,

Brasils»/"^' blc Kraft seiner Arme bauend, nach Argentinien oder unb firh n, um im Urwald eine Strecke fruchtbaren Landes zu roden bem v,rt?, 3U gründen. Sollte seine Gesundheit auch wirklich Karten ..siaudhalten, so gehört doch ein guter Batzen Geld dazu, um

Die bis der Boden urbar gemacht und einen Ertrag liefert,

lijreiburn und Verkehrsverhältnisse sind meistens unter jeder Be­such hph An® - Ansiedler muß nicht nur jedem Luxus, sondern Slusficbt hnt wrpnrnltivsten Kulturbedürfnissen entsagen lernen, ehe er $4) hat, es zu etwas zu bringen.

da südamerikanischen Staate Arbeiterschutz besteht, und

Mnistotp,. L, ,, Arbeiter nicht in der Lage ist, mit dem gänzlich be° wgeborenen Pcon zu konkurrieren, so hat der eingewan-

Aussichten auf ein Fortkommen, es sei denn, daß ' ,c lfute-y Handwerk gelernt hat oder ein Spezialist ist stm alias- Stel'* ,toiri, Einwanderer u> erkennen, daß er in keinem

Kirche von Cypern die Unabhängigkeit gewährt. I ä 3U Nordamerika kennt man in Süd-

Die verschiedenen Völkerschaften die sich die Insel im Laufe der Jahr- ist sehr beachtlich - ÄnS^L'erWh J,7 ArÄnti^ien" z tausende streitig gemacht, haben hier und da bedeutsame Spuren ihres I wohin firh dank der ffimnfitrh nnnftin»» -nJriixfLitr Argentinien z. B.» Kunstgeschmacks hinterlassen. Als das schönste und hervorragendste gotische I deutschen Auswanderer richtet wird dem Einwar derer

Baudenkmal der Levante gilt das aus dem 13. Jahrhundert stammende Unterkunft und Lerpflegüng iii den

Pminonstratenserklofter von Bellapms, noch heute eine prächtige Ruine bei I wo er dann ein Freibillett nach der von ihm gewählten oder ihm ^TlTOnfh>r SfPlo9rMi^are-en0QntAn Spitzbogen, wie man sie auf wiesenen Arbeitsstelle erhalten kann. Nach stiNe^ Antu-sttIst ei'toinaniif der PPlaster-Marke erblickt. Ein moscheeartiges Bauwerk bemerkt man n,<k I sich allein angewiesen und niemand kümmert sich um 'ein ferneres Sckick!

sal. O.t landet der Einwanderer in abgelegenen fieberverseuchten Gegen» den rote es deren m Tucuman und im Chaco noch viele gibt, er be- findet sich in einem Paradies für Giftschlangen und allerlei Ungeziefer in der L°ge eines Arbeitssklaven ohne die Möglichkeit, sich gegen sein Schick» ja-, aufzulehnen. Flieht er in die Hauptstadt Buenos Aires zurück, jo hat geweihter Ort, »° im | ÄW88S SÄftftÄÄ

S'Ete om g'm'X I l08,rt- "" R°-d.,Srd'-.u», in di. »eima, bitten.

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Die argentinische Gesetzgebung öffnet den Einwanderern Türen und ----------------- 0« Pm,.er wievergegeoen. sanb E seinen großen Entwicklungsmöglich-

platz in der Jubilaumsmarkenreihe eingeräumt Der 18-Piafter-Wert trän' I ntftnh?««- J1 qi c wehr als 10 Millionen, wovon auf die

eine Abbildung des Bronzestandbiides - d7rKönig zu'V erde mit hack Mllen fiUcin Ehr als 2 Millionen Einwohner ent-

erhobenem Schwert -, das neben dem House "ords in London Seht kunasvi^m hen Auftrag erhalten, die Einwande-

ZMSSSM SSMZS8 So spiegelt sich ein Stückchen Weltgeschichte des Orients in zehn unge- stündlich ist, ist in den politischen Kreisen und in der Presse Einspruch ""HAtch schonen Bnefmrken, die vielen Sammlern und anderen Zeit- I erhoben worden, da sie der liberalen Einwanderungsgesetzgebung wider- genosen die wechselvolle Vergangenheit derInsel der Aphrodite" an- lpnd)t unb äru weiterer administrativer Willkür führen könnte. Es ist zu schaulich und lebendig machen werden. I erwarten, daß die ganze Einwanderungsfrage einer Neuregelung unter»

----------- I ?>Drfe,n, werden wird, die hoffentlich auch die Einwandeverinteresien mehr

.a ir-s I beachtet als es bisher der Fall ist. " W

Auswanderer nach Südamerika. w wie in Argentinien ..egen di- Verhältnisse in Chile und in

Bon E. v. Ungern-Sternberg. i r!;?brü[dlen- Besonders Chile hat traditionell zu Deutschland die Herz-

.rsrrnLK sätäsm!: ämsam Zs äjä-ä SWaftffRÄ« 88ftft% srs?ff» LkLW unb nJ S*® h 9 t0?>r auslosen, IN dem das Abenteuer lockte | Wer den Mut hat. sich in dem schönen und reiwen i-i.ihnmerik»

nmrhl . äer die Arbeit krönen sollte. Diese Märchenwelt

mn (L9mn in ®'n Sanb i3er ^onne, in das Schweigen des Urwaldes,

L-n9®1®1*,*? Palmen wiegen und Feuerfliegen die duftende üinw mUcn' ..l)crt09t Dieses Land der Sehnsucht war für viele Siib-- R Aua ist aber «Südamerika gewiß kein Reich des Friedens und S Ln bmc" J?,cr 'hm heimisch werden und die grünen Wiesen öLi,» LUier9e^c^ wollte, der mußte den Mut zum Kampfe haben, ... , *te mcht vor Fiebern und Enttäuschungen zurückschrecken, er mußte IrnLnen ^'d Zu schauen verstehen. Manchen Auswanderern sind ihre $rnnn«Lerfflrnt n?rin- Sie sind heute zufriedene Bewohner Uruguays, torhmhL' Argentiniens oder Paraguays. Andere find verkommen und bas LhoL flc f)ab,en, weder Glück noch Stern gehabt. Jedoch hat allen Natur n,'m?tler gelächelt, sie sind in der Werkstätte der jungfräulichen dürfen 9Cme*en un0 haben sich vom Staub des grauen Alltags befreien