Auferstehung.
Von Hans Scheffler-Breitenbach.
Ohren: geöffnet dem Klange, der Ostern heißt! Alle Winden Harfen das Wunder des Auf erstanden. Es ist ein Akkord, der durch die Aeonen kreist, In dem sich alle überirdischen Stimmen fanden.
Auaen: so ost ihr das liebe Bild eines Frühlings saht Immer erscheint es euch österlich neue Begegnung, Bis der Abendsonne sinkendes Inkarnat Den Tag »erleuchten läßt in mystischer Segnung, eiönde- ihr haltet euch Heist um bunteste Blumen gefaltet, deren reicher Palettenprunk morgen köstlicher wiederkehrt. Daß sich langsam die große Erfüllung des Sommers gestaltet, Und der Herbst allen Früchten Erntereife beschert.
Herzen: heute wieder in göttlicher Gnade erhoben! All euer törichtes Zweifeln war elend zu schänden. Die Finsternisse um Golgatha sind zerstoben:
Christ ist erstanden! _______
Musik zur Passions- und OsterzerL.
Von Professor Ludwig H e fh
a.. sen hohen Festen des Kirchenjahres erklingt im vielen Landen, und weitaus am meisten und in bedeutungsvollstem Sinne, in un crem deutschen Vaterlande Musik die Musik, welche den Charakter und die tümlicher Art hat die Weihnachtszeit hervorgezaubert;, nach dieser aber die
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Unentbehrliches geworden, eine feierliche Emkehr un tiefsten Herzens
LLSZSSMW-M »nifA im'ichcre aemorben, was wohl bannt zusammenhangt, daß die Figur .4 pin finnültcb nie wieher erreichtes fyiirnnlifcfyes 3nfti’urnentcib
7nb Jnnigkett nachgeben Zwar sind die letzteren achtstimmig unb boppe - chörig und in den Stimmuiigsgehalten reich an den kontrastlerendsten Wlr.
schlichter und knapper dargestellt, und nur die Orgel dient zur Vegtenung sä M.-S.» f&bSS^e ^bbbk miel&nenk* Sgtoit^be Solooiotirm- nad) der erschütternden Petrusverleugnung „Und ging hinaus, und i bitterlich". Es wäre unmöglich, die unsterblichen Schönheiten dor nbei Bachscheir Passionswerke hier im einzelnen auszuzahlen, so. mag dm innerung an nod) eines genügen, an die von Meisterhand i ch! Meisterwerk gefügten Choräle, deren Themen ja volkstum ) fpvungs sind und deren Schlichtheit im homophonen vierstimmigen tz dem Hörer tief in die Seele dringt.
Neben diesen beiden Riesenwerken konnten kaum andere gewiß ichom und in den meisten Partien hervorragende Werke der vorklassistyen ZeU, wie etwa die Matthäuspassion von dem ech-echt-deutschen Dorlauser: Löch, ^ein-ich Schütz, ihre Volkstümlichkeit in des Wortes größter Bedeutung behaupten. Auch kaum edle und interessante Werke des neunzehnkn Jab SS wie „Christus" von Franz Liszt, oder .n^-zigsten Balliott von Felix Wahr sch. Das wundervolle, in unsererZe», ftanbene Oratorium „Jesus von Nazareth" von Gerhard von Keußl iki ein zu jedem geistlichen Festtag paßendes, die ganze Erdenwandl g Jesu schilderndes Werk, darum mcht als typische Passions- oder uiurnw ""^Von^Liedern für eine Smgstimme mit Begleitung des Klaviers odil der Orgel möchte ich in allererster Linie der geistlichen Gesänge v» W Wolf »ach Gedidsten von M ör ike und dem geistlichen span läi Liederbuch sowie der „Geistlichen Lieder" von Max R e g e r 6°^^.
Ostermusiken sind weder in der Komposition im so-reichemaW Händen, noch wird am Osterfelertage so slechrg Musik gemacht, M Palmsonntag und Karfreitag. Das hat eE höchst emsachm, fast > Grund. Die Osterferien versprengen die Mitglieder unserer Chos'-, einem großen Teil aus Lehrern und „beamteter männlich - sjBin61 । kicher Jugend bestehen, gerade etwa am Palm amstag im die vier richtungen der Frühlingssonnen, die sie nach fleißiger Arbeit, n v Io(fj i ach!, so entsetzlich langen Wintersemester ins Freie, m »« ‘ ö die
Aber doch. Wir haben aud) schöne Ostermuslk für taus, Äir^ fflil Schule, die sie bann als Vorfeier und Ouartalsabschlutzvorstenrmz
Aber es gelang ihm nicht, wie, es keinem nach ihm gelungen ist unb | ouch euch niemals Gelingen wird. \
AK I bah sisine' kleine Brust sich in Begeisterung weitete und es neu zu hoffen ; mavke Adi' dachte es, .meine Brustfedern werden sich von der Sanges- alut^in meiner Seele rot färben.' Aber es gelang ihm nicht, wie es, keinen, nach ihm gelungen ist, und wie es auch euch nicht gelingen wird.
‘ Abermals hörte man ein betrübtes Zwitschern aus den schwachbefiederten Kehlen der jungen Vögelchen.
Wir hofften auch auf unseren Mut und auf unsere Tapferkeit. Schon das'erste Rotkehlchen kämpfte mutig mit anderen Vögeln, und ferne Brust Mhtevor Kaw.pfbegier. .Ach' dachte es, .meine Brustfedern wer- sjA oon der Kampfeslust in meinem Herzen rot färben. -Ober es aesiing ihm nichtz wie es keinem nach ihm gelang unb auch feinem von eU(2)toUEnrojübngcn Vögelchen zwitscherten voll Zuversicht, daß sie es dennoch verst che'n wollten, die erstrebte Belohnung zu gewinnen , abe: bet Bogel antwortete ihnen betrübt, daß es ganz unmöglich war Was konnten sic erhoffen, wenn es so vielen aiisgezelchneten Vorfahren ich! gelungen war, das Ziel zu erreichen? Was konnten f-ejemi noch mehr tun als tieben, fingen unb kämpfen? Was vermochteil ,
Der Bogel vollcnbete feinen Satz nicht, benn aus einem der Tore - Jerusalems^kam eine große Menschenmenge dahergezogen, und de - Scharen stürmten zu dem Hiigelgelande empor, auf dem sich b<^ VogU- "^e^nahten Reiter auf stolzen Rosien,.Kriegsknechte mit langen Spe^ ren Henkersknechte mit Nägeln unb Hämmern, und es zogen feierlich schreitende Priester und Richter, schluchzende Weiber unb allen voran eine Masse wild umherjagendes, niederes Volk herbei, - em roi.:ermarti„ s, heulendes Gefolge von Landstreichergefindel.
Der kleine, graue Vogel sah bebend aus dem Rande seines, -bestes. Er fürchtete jeden Augenblick, daß der kleine Dornbusch niedergetrampelt und feine Jungen getötet werden könnten. „Nehmt euch in acht, zwitscherte er den kleinen, wehrlosen Geschöpschen zu, ganz dicht zu- ammen unb gebt keinen Laut von euch! Hier kommt em Pferd, vas dicht über uns hinschreitet! Dort naht ein Kriegsknecht mit eisenbefcylagenen Sandalen! Da stürmt die ganze wilde Horde heran!'
Plötzlich stellte der Vogel seine Warnungsrufe ein, er blieb still und f tum in und vertut beinubc bie in ber p*e ctUe feywebten.
Dann hüpfte er rasch in sein Nest hinein und breitete die kleinen «ÄfilSÄ. ■*«* Aublick bewahren. Dort sollen drei Misfetäter ans Kreuz geschlagen roCrilnb er breitete seine kleinen Schwingen so weit aus, daß die Jungen nidjts davon ehen konnten. Sie vernahmen nur dröhnende Hammer- fdjlage lautes Wehklagen unb bns tabenbe Geschrei der Volksmenge
Das Rotkehlchen folgte beni ganzen furchtbaren Schauspiel "ist Augen, die sich vor Entsetzen weiteten. Es konnte seine Blicke von den drei Un- ^^'^Me"boch^bst Menschen grausam sind!" zwitsiherte der Vogel nach einer Weile. „Es genügt ihnen nicht, diese armen Geschöpfe ans^ Kreuz zu nageln, unb da haben sie beni einen auch noch eine stachlichte Dornen- krone aufs Haupt gepreßt. Ich sehe beutlid), daß bis Dornen seine Stirn verwundet haben, so daß Blut herabfickert. Unb dieser Mann ist so schon und schaut mit so sanften Blicken um sich, bah lebennann ihn lieben müßte. Bei beni Anblick seiner Leiden ist mir, als durchbohre ein spitzer P^Das^Mitt/i? des kleinen Vogels mit dem Dornengekrönten vertiefte sich mehr unb mehr. .. „ . .... , *.
„Wenn ich mein Bruder, ber Abler, wäre, wurde ich die Nagel, d e feine Hände durchbohren, herausziehen unb mit den starken Klauen alle feine Peiniger verjagen." . .
Das Rotkehlchen sah, wie bas Blut auf bes Gekreuzigten Stirn herab- lieferte unb vermochte nicht, noch länger stille in (einem Nest zu sitzen.
„Bin ich and) nur klein unb schwach, so müßte ich bennoch irgenb etwas für biefen armen Gepeinigten tun können", zwitscherte es vor Jul) hin Unb es verließ sein Nest unb flog in bie Luft hinaus. In weiten Bogen umkreiste es mehrmals den Gekreuzigten, ohne baß es wagte, sich ihm zu nähern. Demi es war ein scheuer, kleiner Bogel, ber niemals gewagt hatte, in die Nähe eines Menschen zu kommen. Ader allmählich faßte es Mut, flog auf bie Kreuze zu und zog mit feinem kleinen Schnabel einen spitzen Stachel aus ber Stirn bes Gekreuzigten.
Doch während es bies tat, fiel ein Tropfen vom Blute des ^Gekreuzigten auf bie Brust des Vögleins herab. Dieser verbreitete sich schnell unb färbte alle die kleinen, zarten Federn der Kehle ganz rot.
Unb ber Gekreuzigte öffnete seine Lippen unb flüsterte bem Vogel zu: „Um deiner Barmherzigkeit willen hast du nun errungen, was dem Geschlecht seit Erschaffung ber Welt erstrebt hat."
Als ber Vogel wieder in sein Nest kam, zwitscherte» seine Kleinen ihm zu: „Deine Brust ist ja rot, deine Kehlfeberchen sind roter als Rosen!"
„Das ist nur ein Blutstropfen von der Stirn des armen Mannes. Der wird verschwinden, sobald ich in ein Bächlein ober in einer klaren Quelle habe", zwitscherte der Vogel zur Antwort.
Aber wie oft auch das Rotkehlchen badete, die rote Farbe verschwand nicht mehr von seiner Brust, unb als seine Kleinen herangewachsen waren, leuchtete bie blutrote Farbe auch auf ihren Brustsedern, wie sie noch bis auf den heutigen Tag auf jedes Rotkehlchens Bruftfebern leuchtet.


