Ausgabe 
3.4.1928
 
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Frau Agnes«

Albrecht Dürers Gemahlin.

Bon Walther Appell, Plauen.

Wir wissen von Künstler- und namentlich von Maler-Ehen, deren beide Partner einander so ideal ergänzten, daß aus ihrer tiesinnersten Harmonie weit über das Persönliche hinaus der Kunst für alle Zeit unauslöschliche Bereicherung wurde. Die bekanntesten Beispiele sind: Rembrandt und Saskin (nach deren Tode bann Hendrickje Stoffels), Rubens und Helene Fourment aus unfern Tagen Corinth und seine aus dem greis der Schülerinnen zur Gattin erwählte Charlotte Berend. Auch an Botticelli und die Simonetta, sowie an Raff ael und die For- narina dürfen wir hier erinnern, wenngleich deren Verbindung die standesamtliche und kirchliche Weihe fehlte. Alle diese Frauen waren den Künstlern, die sie zu sich erhoben hatten, mehr als nur Gattinnen und ®eliebte, mehr als die Mütter ihrer Kinder und die Verwalterinnen ihrer Häuslichkeit und Wirtschaft. Sie waren ihnen Mitarbeiterinnen in jenem höchsten Sinne, daß beide Teile wahrhast Gebende, dem gemeinsamen hohen Ziel Dienende sind. So daß die Lebensgefährtin am Schaffen des Mannes einen recht wesentlichen, nicht wegzudenkenden Anteil hat.

In einer solchen Jdealehe scheint Albrecht Dürer mit seiner Agnes nicht gelebt zu haben, trotz aller geflissentlichen Versuche, die Sache so ober doch so ähnlich darzustellen. Aus Durers Schriften, die uns in großer Zahl erhalten find (Briefe, Tagebücher ufw.), können wir unschwer lesen, daß seine Ehe nicht sonderlich herzlich gewesen ist. Gewiß mag bas In den späteren Jahren daran gelegen haben, baß ihr Kindersegen ver­sagt blieb, aber schon die Eheschließung hat sich in Formen vollzogen, bic immerhin Schlüsse zulassen und Einiges, das sonst verwunderlich sein mühte, verständlich machen. Auch wenn wir schließlich weitgehend die ßitien der damaligen Zeit berücksichtigen, könnte man sich doch denken, bah ein so überragender Künstler wie es Dürer war, in der wichtigen Angelegenheit seiner Brautwahl mehr eigene Initiative und mehr eigenen Willen geltend gemacht hatte. Statt dessen scheint die Werbung mehr ober weniger gang von seinen Eltern für ihn vollzogen worden zu sein. Wie sehr der 23jährigc, eben von der Lehr- und Wanderzeit zurückge­kehrte Albrecht dabei ausgeschaltet worden ist, beweist die Tatsache, daß er dem Vater zur Unterstützung der Werbung ein Selbstbildnis von sich malen mußte. Daß er persönlich überhaupt nicht viel in die Angelegen­heit hat hineinreden dürfen, geht auch aus seiner Aeußerung hervor: Als ich heimgekommen war, verhandelte (I) Hans Frey mit meinem Baier und gab mir seine Tochter Agnes, und mit ihr 200 Gulden." Nach einer Neigungs- ober gar nach dein Musterbeispiel einer Liebesheirat lieht bas alles wirklich nicht aus. Und das Bestreben, um der Jbealgestalt des deutschen Künstlers Albrecht Dürer willen nun auch alle seine Ein­zelheiten seines Lebens zu idealisieren, ist zwar verständlich, aber im Grunde doch unnütz und überflüssig. Mit klarem Bekennen besten, was eben nicht anders war, kommen wir in jeder Hinsicht viel weiter als mit Beschönigungen.

Brav und getreu hat Frau Agnes mit ihrem Manne, und wohl auch allein, auf den Messen und Märkten dessen Holzschnitte und Kupferstiche feilgehalten. Und sicher hat sie auch daheim vieles nach bestem, ehrlichstem Willen getan, um ihm die Häuslichkeit behaglich und angenehm zu machen. Aber nach allem, was wir von ihr und über sie wissen ober zwischen den Zeilen der Dürerschen Aufzeichnungen lesen müssen, hat thr doch jeder höhere Schwung, jeder Zug zum Großen gefehlt. Und daß sie Dürernur" Gattin und Hausfrau sein konnte, während er um feiner Künstlerschaft willen doch mehr erwarten durfte, das mag jene Kühle erklären, mit der er meist von ihr redet. In den Briefen, die er von seiner zweiten italienischen Reise, nach rund zehnjähriger Ehe, an Pirk- Heimer schickt, ist von Agnes erstaunlich wenig die Rede. Zwar heißt es einmal:Ich wundere mich, daß mein Weid so wenig schreibt, mein, ich Habs verloren," aber im übrigen bittet er den Freund und Gönner nur mehrfach, ihr gut zuzuredenwegen seines langen Wegbleibens", ober ihr etwas Geld zu geben. Einmal heißt es freilich auch ausdrücklich:Ihr bürst meinem Weibe und Mutter nichts leihen. Sie haben jetzt genug." In die Niederlande, fünfzehn Jahre später, hat er sie dann mitgenommen. Es muß aber auffallen, daß er sie, namentlich was die Einnahme der Mahlzeiten betrifft, mehr auf die Stufe der Magd stellte als auf seine eigene was doch nahegelegen hätte selbst im Falle der häufigen Ein­ladungen bei Vornehmen und Auftraggebern. Es muß schon etwas Be­sonderes barum gewesen fein, wenn er schier großmütig betont:Auch wit meinem Weibe hab ich weder einmal gegessen." Anderwärts heißt es fachlich und aufschlußreich:Ich bin mit dem Wirte eins geworden, daß ich mit ihm esse und für das Mahl zwei Stüber und für das Trinken yira zahle. Aber mein Weib und meine Magd mögen heroben in der Eriche essen." Und als ihr einmal das Mißgeschick passiert, daß man ihr stuen Beutel stiehlt, hebt er nicht nur hervor, daß zwei Gulden und ein paar Schlüssel darin gewesen, sondern daß auch der Beutel selbst einen Gulden wert gewesen sei ...

Es wird behauptet, und das mag in der weiteren Auswirkung die llrfache für alles andere gewesen fein, Frau Agnes wäre nicht nur streng, fonbern außergewöhnlich eifersüchtig gewesen. (Wozu sie, wir kommen rrrcht um diese wahrheitsgemäße Feststellung herum, auch allen Grund Schabt zu haben scheint.) Das soll sie beispielsweise zu dem strikten Der- °°t veranlaßt haben, daß ihr Mann für sein Kunstschaffen keine anderen weiblichen Modelle als sie selber wählen durfte. Und wirklich spricht man­ches dafür, daß es tatsächlich so war. Der Kunst, vorwiegend der deut- fchen, hätte Frau Agnes damit einen schlechten Dienst erwiesen. Es ist ja wannf, daß die deutsche Kunst jahrhundertelang kein eigenes Schönheits- aeal gehabt hat, sondern sich das der griechischen Antike ausborgen mutzte. *«r wäre bet Künstler gewesen, in dessen Werk alle Voraussetzungen « geben waren, die tastenden Anläufe seiner Vorgänger zum allgemein .Raunten Idealbild der deutschen Frau zu festigen. Das hätten in A,.r. Lrnie die Verbreitungsmöglichkeit und die infolge ihrer leicht- i',BUajen Bildhaftigkeit große Popularität feiner graphischen Blätter

zuwege bringen können. Aber Frau Agnes war dafür nicht bas ge­eignete Modell. In derGroßen Fortuna" (als Glücksgöttin auf schwe­bender Kugel) präsentiert sie sich als ältliche Person von unschönen und offenbar schon immer unschön gewesenen Körperformen. Es kann kein Unrecht gegenüber Dürer ober seiner Agnes sein, wenn wir überzeugungs- gemätz sagen: es erscheint beinahe tragikomisch, für «in solches Thema, das geradezu nach einem hinreißenden Inbegriff weiblicher Schönheit und Wohlgestaltetheit verlangte, kein anderes Modell gewählt bzw. ge­stattet zu haben. Einige Beurteiler wollen die Tatsache, daß Dürer unter diesen Umständen nicht ganz auf die Ausführung der Arbeit verzichtete, mit einem boshaften Galgenhumor erklären. Das hat manches für sich die Mängel in der Körperlichkeit der Agnes sind gar zu wahrheits­getreu und ungemildert wiedergegeben.

Mehr Dank hat sich Dürers Gattin in einem andern, nicht weniger wichtigen Bereich um die deutsche Kunst verdient. Dürers noch ihr ge­malte Madonnenbilder sollten bis in unsere Zeit als der Typ der deut­schen Marien-Auffassung und ihrer künstlerischen Darstellung gelten. Ich habe es schon früher einmal als Dürers Verdienst bezeichnet, datz er der immer umrdischer und verklärter (damit aber auch schwerer begreiflich) werdenden italienischen Madonnen-Malerei eine erdhaste, erdgebundene Heilandsmutter entgegensetzte. Er hat damit nicht nur der deutschen Kunst und dem deutschen Glauben, sondern ganz allgemein dem deutschen Wesen einen glücklichen Dienst geleistet. Es darf darum kein Vorwurf, sondern muß ein Lob {ein, wenn gesagt wird, seine Madonnen sähen alle aus wie ehrsame Nürnberger Bürgersfrauen. Man kann diese Begrenzung sogar noch enger ziehen und sagen: sie sehen alle aus wie ihr Vor­bild Agnes Dürer geborene Frey. Und obwohl Agnes nie Mutter war, scheint sie doch sehr mütterliche Züge gehabt zu haben, die in der künst­lerischen Gestaltung Albrecht Dürers noch uns Heutige zu packen ver­mögen, und zwar nicht nur künstlerisch, sondern auch rein menschlich betrachtet. Wir können diese Beobachtung an der Mehrzahl von Dürers Madonnen machen, ob sie nun gezeichnet, radiert, in Holz geschnitten ober gemalt sind. Seinen stärksten Ausdruck erreicht das, woran wir denken, in dem BildDie Anbetung der Heiligen drei Könige" (Uffizien, Florenz). Da ist die Maria vielleicht am deutlichsten als Frau Agnes zu erkennen. Und wenn sie auch nicht im Körperhaft-Sinnlichen hinreißend schön ist, so ist sie es doch unstreitig in der vertieften und verinnerlichten Mutterbestimmung in der Gipselung und Erfüllung zielklaren und naturnahen, oder anders gedeutet: reinen und begnadeten Frauentums.

War also Agnes auch keine Fornarina oder Saskia, die ihren Künst­lergatten zu himmelstürmenden Apotheosen begeisterte, so traf es sich doch gut, daß sie ihm in dem, was ein Hauptteil seines bleibenden Werkes werden sollte, vieles sein und geben konnte. Es wäre Unrecht, um ihrer anderweitigen Fehler mitten den Anteil, den sie dennoch an Dürers Schassen hatte, verkleinern oder gar nicht werten und wägen zu wollen. Und wenn wir sie schon mit den andern verglichen, so sei zum Schluß noch ein versöhnliches Moment angeführt: eine Saskia war sie auch in der Hinsicht nicht, daß sie durch Putz-, Genuß- und zügellose Verschwen­dungssucht ihren Mann bankerott gemacht und damit seine Schöpferkraft vorzeitig gebrochen hätte.

Dürers Erlebnis.

Von Wilhelm v. Scholz.

Es war ein heller Herbstsonntag, an dem der Meister Albrecht Dürer in Nürnberg besonders froh und rein gestimmt, fast feiernd, die Nach­mittagsstunden um sich vergehen ließ. Eine Post aus Italien war ange­langt, die ihm aufs neue seinen dort wachsenden Ruhm, die verehrende Anerkennung der großen Meister jenseits der Alpen bestätigte: daß ihn warmes und schwelgendes Erinnern an Venedig überkam und an das Land, das nun für' fein übriges Leben nur noch innerlich in ihm fein würde. Klares, goldenes, dankbares Lebensherbstgefühl war wie Zauber- nebel aus feinen Künstlererinnerungen aufgeftiegen und umhüllte ihn lange. Am Vormittag, den er arbeitend an einer Kupferplatte verbracht, hatte er zwei neue schöne und ehrende Aufträge erhalten, die ihm mit besonders schmeichelhaften Worten vom Rate der Vaterstadt überbracht wurden. Und noch nicht zum Firnissen trocken genug, für ihn noch strah­lend von der seelischen Wärme, dem geistigen Licht, die jeder Meister eine Zeitlang nach der Vollendung aus seinem Werke kommen fühlt und sieht, von dem unirdischen Nachleuchten der Schöpfung selbst, das seinem Auge später in das Werk zurückschwindet, um dessen stille und dauernde Seele zu werden stand in seiner Werkstatt auf der Staffelei eins seiner herr­lichsten Gemälde, dessen Größe er selber demütig-stolz fühlte, das Aller- Heiligenbild für Wien.

Seit er in diesem Ueberschwang, den Schaffenskraft und -freude in der beginnenden Vollendung annehmen wenn die gespenstifch-göttliche, aus überwundenen Qualen, verebbter Unraft, aus Wirrnis bedrängender Fülle und dem Aufruhr lähmender Leidenschaft endlich geborene letzte Leichtigkeit di« Hand überkommt; seit er in diesem Ueberschwang sein Künstlerzeichen auf die fertige Tafel gesetzt, lebte die Schöpferarbeit noch um ihn, wie ein schöner Nachttraum beseligend durch die wachen Stunden mit uns geht. Daraus kam ihm der seltene Friede seiner Tage, der ihn bann für kurze Zeit aus dem ehernen Zwang des Schaffens in die heitere Freiheit des Ausruhens, aus der Kälte erstiegener eisiger Hohen in die behagliche Wärme der Niederung, aus dem Großen in das lang ver­säumte Kleine entließ, das jedem deutschen Meister genau so voll ewigen Ledens ist wie das Große und von ihm gestaltet sein will; nach dem er manchmal sehnsüchtig aus den Himmelswolken hinabgeschaut, wenn ihn der Genius emporritz, wie der Knabe von der Schulbank nach dem Spiel- und Tummelplatz unter der Linde.

Wie behaglich-ruhig, sich in die kleinsten Einzelheiten verlierend, konnte der Meister letzt, nach der Vollendung des gewaltigen Bildes, wieder mit dem SUberftift zeichnen, mit dem Stichel die Platte ritzen; wie lebendig-liebend sah er wieder die Tiere, die täglichen Geräte, den Grashalm, das gerippte Blatt am Baum! Er war recht ein beschaulicher