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Riesige Platten werden fix und fertig an bte Baustelle gebracht und sofort montiert. Das Haus entsteht gleichsam am laufenden Band. Das Haus wird fabriziert und der Zeitpunkt ist nicht mehr fern, wo man Hauser aus dem Katalog bestellt, wie jetzt Möbel oder Lampen aus den Katalogen der Warenhäuser. Rationalisierung und Normung fordern auch hier ihr Recht. Man schasst eine kleine Anzahl von Typen. Ror. mung auch der Einzelteile wird erreicht. Stahlplatten sind in den nötigen Größen vorrätig. Ebenso schematische Fenster und Türen, Klinken und andere Grundbestandteile. Was bisher bei Industriebauten üblich war, wird nun auf bas Wohnhaus angewendet. Das Haus bleibt nicht länger der modernen Maschinentechnik entzogen.

Die Verwendung von Eiken und Beton überwindet die Mauer als eigentlich tragenden und stützenden Teil. Die Konstruktion stützt sich statisch auf einzelne Eisenpfeiler, so daß das Haus dann einem auf­gespannten Schirm zu vergleichen ist. Also eine Art neuer Gotik. Die Konstruktion wird auf einige Punkte konzentriert. Man kann auch an tzruckenbauten oder an Bahnhofshallen denken, oder an di« Ueberdachung Keiner, oft offener Bahnhöfe, mit der Auskragung des Daches von der Mitte aus nach beiden Seiten der Bahnsteige. Die Wände sind dann nur noch schützende Mäntel, Ausfüllungen, aber haben nichts zu tragen. Loher ist es leicht möglich, beliebige Durchbrechungen und Oeffnungen In diesen Flächen anzubringen. Die weitgehende Verwendung von Glas ist die weitere natürliche Folge. DasGlashaus", wie wir es von manchen Warenhäusern schon kennen, tritt in Sicht. Dabei gibt es Glas- (orten, die nur für die uns hygienisch passenden Strahlengruppen durch- iossen.

Die Betonplatten, die oft 12 Meter lang sind, werden, um vor Pruch plchützt zu werden, mit Eisen durchsteift, und fertig auf die Baüftelle «bracht. Diese Platten enthalten schon die Oeffnungen für Türen und Fenster. Bisweilen werden diese Platten auch an Ort und Stelle ge- «offen. Gewaltige Hebewerkzeuge, riesige Krane setzen dann die Platten en ihren Ort. Daher erinnert diese Bauweise etwas an Schiffswerften, «rückenartige Krane, die natürlich oft haushoch [ein müssen, lassen die Platten an jede gewünschte Stelle heranschweben. Auf diese Weise ent- steht das Haus mit einem Minimum an Feuchtigkeit, und ist schnell vohnreif. Durch den Uebergang von der nassen zur trorfe- uen Bauweise wird wirtschaftlich kostbare Zeit gewonnen. Durch die schnelle Fertigstellung des Hauses wird Arbeitszeit gespart, und da die verwendete Arbeitszeit oft den Preis des Hauses mehr bestimmt, als das Material, so ist die Verbilligung nicht unerheblich.

Die Betonwände ermöglichen, da (te keine tragenden Bauteile find, «ine andere Anordnung der Fenster. Man kann ja die Wände beliebig weit öffnen. So läßt man die Fenster etwa als ein Band über die ganze Wand, über Eck, und über die ganze Fassade laufen. Es wäre auch denkbar, die Funktionen des Fensters als Licht- und Lustquelle zu tren­nen, und die Lust, durch besonder« Lüftungseinrichtungen an anderer vierte einzuführen als das Licht. Viele alte Mißstände ließen sich so viel- leicht vermeiden. Eine andere Folgerung ist dasflache D a ch . Auch Aer bas Streben nach größeren flächigen Bauelementen, anstatt der ttetnen, einzelnen Dachziegel. Ersparnis an der Konstruktion, hohe gerade vodenraume, und die Möglichkeit des Dachgartens. Eine Gefahr durch W-tterungseinftüsse besteht hier für die moderne Technik nicht mehr. Das stäche Zach wird noch an Reiz gewinnen, wenn die Schornsteine schwin­den. was durch die Anwendung von Fernheizungen oder minde- ftens zentraler Heizung ganzer Häuserblocks in Aussicht steht.

Ebenso stark wandelt sich der Innenraum. Farben werden reich- kch verwendet, auch auf der Fassade. Wetterfeste lichtechte Farben, die sich mit dem Putz verbinden, schaffen ein neues Straßenbild. Sie Fenster

, Metall hergestellt, um eine Dauerhaftigkeit zu erzielen. Mes laßt sich auf das zierlichste konstruieren. Türen, ohne Rahmen und vMung, aus Sperrholz, vermeiden jede Zergliederung. Aber vielleicht wird Me Tür überhaupt einmal zu denveralteten" Bauteilen gehören. S der Raum mit beweglichen Wänden an Stelle des festenZimmers" m», und die Abgrenzungen im Haus je nach Bedarf verändert werden können.

Entlastung ist also das Hauptziel der Wohnmaschine. Das Haus wäre Mlyt mehr eine Querte von Sorgen und Arbeit, besonders für die Fran, Rbern arbeitet für uns. Man wendet ein, daß in solcher Maschine die °»e Gemütlichkeit und Behaglichkeit verloren geht. Nun soll man nicht ergenen, daß hier noch alles im Werden ist. Manches von dem, was berten' ift "°ch Zukunftsmusik. Aber ttotzdem kann nicht h nS" *^r6el\ daß viele alte Werte hier zugrunde gehen. Die frühere m ernche Wohnkultur wird durch die neue unsentimentale Sachlichkeit «wrangt. Bedenkt man aber, wieviel Arbeit und Plage uns obge« Inr.nnVn werden soll, wieviel einfacher, gesünder, übersichtlicher und ent« X I- ?'e kommende Wohnweise fein wird, und wieviel Kräfte sie frei« höhere, kulturelle Werte, so wird man den Verlust des Alten so tzcyinerzen wie die Romantik der Postkutsche zugunsten der Schnellbahn.

Leopardenjagd in SÄdwest.

Don Hermann Keßler, Ranstadt.

KfcX®OTme n)ar noch nicht aufgegangen, als der baumlange Herero J: ,e dferbe vor die Veranda führte. Wir faßen auf, und ich knöpfte der Khakijacke zu, denn es war empfindlich kalt, wie meist in burrfi *m leider verlorenen Südwest. Im Schritt ritten wir

bis ^kemgeröll hinter dem vor kurzem erst fertiggestellten Hause, fibftrfi..« m ,Erreichten, auf der die Pferde von selbst in den landes« "SEN Gawpp sielen.

lieaenh» Wunderbar klaren und sichtigen Lust schienen die vor uns und:nl\ ästigen Höhenzüge der Zwiebelhochebene zum Greifen nah, ftr rm.»' Waukleradler, die ihre herrlichen Flugkünste zeigten, ließen eufaeron?^0®»1^9, Piifuh hören. Ein buntfarbiges Rakelhuhn stieg mit Wichten X ®e^rei senkrecht in die Höhe, als wir den Kamm er-

parierten wir durch und ritten langsam den Hang hinunter,

welcher tn das Duwisibrevier führte. Es lag, wenigstens 500 Meter brett, vor uns ein mitten durch das Flußtal sich schlängelndes, wildzer- riffenes Gräbchen, bloß einige Schritte breit, ließ nicht ahnen, welche ge- wattigen Wassermassen baä abkommende Revier in der Regenzeit auf- nehmen konnte.

2ch hatte die lange Mauserbüchse auf dem rechten Schenkel und spähte aufmerksam umher, während Isaaks scharfe Jägeraugen im Sande lasen wie in einem Buche. Jetzt stieß er einen leichten Pfiff aus und parierte feinen Basuso. Mein Hengst, der mit ganzem Herzen bei der Sache war und feinfühlig auf die leiseste Hilfe reagierte, stand. Isaak zeigte mit ber rechten Hand nach vorn, indem er seinen Gaul neben mich drängtet Siehst du, Herr?"

Halbrechts unter uns sahen wir einen riesigen Leoparden: er schleifte mit schiefgehaltenem Kopse eine Beute neben sich durch den Sand, bte wir im Augenblick nicht ansprechen konnten.

Anscheinend hat er uns noch nicht bemerkt. Er strebt auf den Rmch des Grabens zu, dort angelangt, läßt er die Beute los und schon hat er uns eräugt. Mit raschem Griff faßt er von neuem seine Beute und ist iw nächsten Augenblick über den Grabenrand getaucht.

Ich war blitzschnell aus dem Sattel und lief auf den Graben zu, im Laufe die Büchse entsichernd. Aber nichts war zu sehen! Jsaock, der auf die Stelle zu galoppiert war, wo wir den Leoparden ver­schwinden sahen, spähte mit langem Halse hinunter und winkte mich heran. Vorsichtig pürschte ich am Grabenrand hinauf, jeden Busch und Wurzelballen sorgfältig mit schußbereiter Büchse beobachtend. Bei Isaak angelangt, fand ich ein großes Stachelschwein mitten im Graben liegend. Ein Prankenhieb des Leoparden hatte es getötet, und vorsichtig, damit chm die scharfen Stacheln nichts anhaben konnten, hatte er es im Genick gefaßt.

Isaak nahm die Spur auf, aus welcher deutlich zu sehen war, wie geschickt der Leopard alle Deckungen benutzt hatte, um ungesehen zu ent­kommen. Wir folgten der Spur einige Schritte weit, sahen.aber «in, daß es keinen Zweck hatte. Er war sicher schon längst in einer ©palte des felsigen Höhenzuges am jenseitigen Uferrande verschwunden. Wir kehrten zur Beute zurück unh hielten Kriegsrat. Isaak war dafür, em Sen zu stellen, was ich erst als nicht weidmännisch abwies. Jsaock nfte und meinte, bann sei der Leopard für uns verloren.

Ich schlug den Ansitz auf einem Baume am Kadaver vor, da aber der Mond spät aufging und der Leopard bekanntlich sehr aufmerksam die Baumkronen beobachtet, was sonst kein Raubtier tut, war anzu­nehmen, daß das Unternehmen vorbeigelingen würde. Deshalb wurde beschlosien, ein Eisen zu stellen, und Isaak ntt nach Hause, es zu holen.

Ich ging zu meinem Pferde, welches brav und wohlerzogen am herab­hängenden Zügel gestanden und aufmerksam mit gespitzten Ohren unser Tun verfolgt hatte. Dann ritt ich langsam im Flußtale aufwärts und beobachtete einen Klippspringer, der auf einem vorspringenden Felsen stand und seine Sippe durch einen hellen Pfiff warnte, als er mich erblickte. Wie Gummibälle hüpften die kleinen gemsenähnlichen Anti­lopen an den Hängen hinauf, hie und da einen Moment verhaftend. Tauben gurrten im Galeriewald am Ufer des Flusses und flogen mit klingendem Flügelschlag über mich hinweg.

Ein langgezogener Ruf meldete mir die Ankunft meine« Jägers, und ich wendete meinen Hengst und galoppierte zurück. Nach allen Regeln der Kunst wurde nun das schwere Grellsche Löweneisen eingebettet und auch der Knüppel nicht vergessen, der die Katze, die niemals auf einen dürren Ast tritt, veranlassen soll, auf den Teller des Eisens zu treten. Als alles nach Vorschrift beendet, war, legten wir ein paar Dornenzweig« um das Ganze> verriegelten das Eisen und ritten nach Hause.

Am Morgen, früh, trabte der Buschmann, der schon oft Jägerdienste getan hatte, hinaus, um nach dem Eisen zu sehen. Ich stand auch schon bereit, als Isaak mit den Pferden erschien, und wir brachen sofort auf. Der Buschmann kam uns eilig entgegen und meldete den gelungenen Fang. Das Eisen fei fort und alle Anzeichen deuteten darauf, daß es f-st gefaßt habe.

Er erhielt den Befehl, uns zu führen und trabte vor uns her, mit Leichtigkeit mit unseren Pferden Schritt hattend. Arn Fangplatz sahen wir ab und nahmen unter Führung des Buschmannes die Spur auf. Jetzt gatt es äußerste Vorsicht I Das Gelände war sehr unübersichttich. Der Galeriewald längs des Grabenufers bot viele Deckungen, große und den Hängen herabgerollte Felsblöcke viele Verstecke.

Der Bus-^nann ging zögernd auf der Schleiffpur. Ich folgte mit schußbereiter Buchse. Isaak trug die mit Postenpatronen gelaßene Doppel­flinte. Die vorhandenen Deckungen hatten dem Leoparden, nachdem er den ersten Schock Überwunden, noch nicht zugesagt. Ost hatte sich der an starker Kette befindliche Anker an Baumwurzeln und Felsadern feft« gehakt. Aber immer wieder war der Leopard losgekommen.

Nach 200 Meter deutete der Buschmann auf eine niedere Hecke vor uns. Der Leopard lag flach auf den Boden geschmiegt im Schatten des Busches, und die Sonne malte zitternde Kringel und Striche auf feine bunte Decke, so daß er für ein ungeübtes Auge kaum sichtbar mar. An seiner rechten Pranke hing das 40 Pfund schwere Elsen, welches mit Schweiß und Geifer bedeckt war.

Er hatte uns schon lange eräugt, und ich erschrak vor der Wildheit seines Angriffes, der jetzt unmittelbar erfolgte, als er sich entdeckt sah. Ein heiseres Keuchen und röchelndes Knurren kam aus feiner Brust, und mit gewaltigem Sprunge tarn er auf mich zu. Nur mich suchte sein Auge, die Schwarzen beachtete er nichtI

Das schwere Eisen brach die Gewalt seines Sprunges: er überschlug sich und rollte mir beinahe vor die Füße. Ich ließ ihm keine Zeit mehr. Meine sichere Kugel fuhr chm zwischen die Lichter, ihn biitz- artig tötend.

Isaaks Gesicht war grau.Herr," sagte er,dieser Leopard war sehr böse, und wen» er aus dem Eisen gekommen wäre, hätte er uns alle getötet*