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pflegen: Eine Geüanttnertn, voll und ttSge, ritte Araderin, ge» fchmeiMg, schmuckgierig und lüstern, eine Drustn, stolz und zäh.

Freilich hat der reiche Türke sie nicht selber als die Blüten ihrer Stämme entdeckt, erwählt und in sein Haus geführt, sondern, ba er seine Schätze teilen wollte, durch den findigsten Agenten, einen Kenner und Vertrauten, in Smyrna, Behrut und im Hau ran aufgripürt. Nur die Jüngste, seinem Herzen nächste, fand er selbst, die Anatolierin, ein Kind, uro entführte sie denSüßen Wassern Asiens". Trennte sie von ihren Eheschwestern ab, überhäufte sie mit Schmuck und glatten Dingen, sparte nicht an Leckereien, süßen Schnitten, teuren Stoffen, gab ihr seines alten Gärtners Weib zur Wärterin, schenkte ihr den Namen: Gouhar, was bedeutet in der Deduinenspvache:Auserlesen".

Wissend nämlich, daß Alltägliches gar leicht alltäglich wird, ' jioffte er, sich den Genuß an ihrer schlanken Süße feiertäglich zu erhalten, wenn er ihn zur Seltenheit erhöbe. Also sah er sie allein am siebten Tage, tejemt er sie in jenem Teil des Gartet», suchte, wo der Drumren frisch und quellklar springt, zwischen Apri­kosenbluten, Pflaumen- und Zitronenbäumen, strahlend vor dem ewigblauM Himmel, Hermon gleißt, der Stolz des Antilibanon!

Trotzdem fand er eines Abends Gouhar nicht so ganz nach seinem Sinn. e

Das verdroß ihn und er fragte sich, ärgerlich mit feiner Berw- etitelte spielend, ob denn auch die Frist der Woche noch zu kurz essen sri, immer neu den Schah zu schätzen. Rief den Gartner und des GärtnerS Weib, und bemaß die Frist auf einen Monat.

Trotzdem fand er eines Monats Gouhar nicht fo ganz nach feinem Sinn, fand auch Radir baktschs nicht fo ganz nach seinem

Das verdroß ihn; denn die Zeit des Wartens täuschte die Er­wartung. Also rief er Gärtner und des Gärtners Weib, und be­maß die Frist von neuem, sagend:

Wählt mir einen Tag des Jahres, da der Garten in der Fülle feiner Blute, da das Weib im Scheitelpunkt ihrer Süße steht!

Trotzdem fand er an dem Tage Weib und Garten nicht nach Sinn und Herzen. _

Da bekümmerte er sich und fragte seinen Gärtner:Ist vas Nadir baktschs, meines Reichtums Schatz?" __

Fragte seines Weibes Wärterin:Ist da« Gouhar, meiner

Herr," antwortete der Gärtner,darf ich sprechen?"

'Komm doch jeden Morgen, jeden Abend," sprach der greise Wann,hilf mir, jede kleine Knospe hüten, jedes Blatt betreun und jeden Schößling schneiden! Das Alltägliche wird zum Sriertag!

Herr," antwortete die Wärterin,darf ich sprechen?

"Komm^ doch jeden Morgen, jeden Mittag, jeden Abend!« sprach die greise Wärterin,hilf mir, jede Regung leiten, jede kleine Sehnsucht stillen, jede kleine Laune rasch vertreiben! Das Alltägliche wird so zum Feiertag!"

Geht," sprach der Türke, zählte viele Stunden seiner Bern­steinkette zweiunddreißig Perlen, und verstand, daß rin Genuß nicht lohnen kann, der keine Pflege lohnt.

So entließ er drei von seinen Frauen, pflegte seines Wribs und seines Gartens sorglich, im Genüsse feiner Güter

Ielte, der Zickzack.

Don Anfelma Heine.

(Fortsetzung.)

ütt feiner großen Bewegung ließ er dabei Gullas Haare fo«, Ne unverzüglich zurückschnellten und sich geschwind wieder mit Wasser zu füllen und mit Schlamm zu umrändern begannen, ohne daß Ielte es doch gewahr wurde. Gullas Gesicht aber war em wenig blässer geworden und sie zögerte, ehe sie sagte:

Wenn du in die Welt gehen willst, das Feuer zu suchen, darf ich dich nicht halten, aber habe gut acht, daß du mir das rechte bringst. Dreierlei Feuer gibt es in der Welt, haS erste stammt aus der Dunkelheit, das schadet, das zweite sprmgt aus Mannes­nagel, das nützt, den Ursprung des dritten Feuers aber weiß man nicht, das ist das Feuer, daS wärmt rind erlöst.

Ielte stülpte seinen Hut von Butter fester auf den Kopf.Sch wäre gern bei dir geblieben, Gulla," sagte er dann, -abernun muß ich in die Welt geben und das Fetter suchen, von dem im sprichst Vielleicht wird es lange dauern, bis tch esftnd^ und vielleicht werde ich auch mein Leben dabei verlieren, aber ich wtl. tun tot» in meinen Kräften steht; denn seit ich dich «riehen habe, ist in meinem Herzen kein anderer Wunsch, als dich von Dem Dumpfe zu erlösen, damit du wieder froh bist und lachen kannst, wie du es zu Haus bei deiner Mutter tatest,"

Es tut mir leid, daß da nicht hierbleibst, Zickzack/ sagte Gulla weil dir aber gehen willst, will ich dir ein Andenken mit- Xn auf Me Reise." Hierauf biß sie nut ih«r-kleinen spitzen Zähnen eine Strähne ihres Haares ab und reichte fte hinüber zu Ielte. Ielte nahm die Haarsträhne, die ihm wie ein goldener Quell tröit der Hand herunterströmte und seufzte vor Kummer, daß er nun Abschied nehmen sollte. Auch Gulla seufzte, und so trieben es Ne beiden eine gute Zeit, bis der Wittag blasser wurde und Gullas schimmerndes Gewand sich grau zu färben begann.

Nefe empfindlichen Apparate wirten, kennen zu lernen, ist in I ästhetischer und erkenntnistheoretischer Beziehung ton allergrößter I Bedeutung. I

Mit dem passiven Aufnehmen der uns umgebenden Außenwelt | ist es aber für den Körper allein nicht getan, er muß aktiv Na I Außenwelt an jeder Stelle aufsuchen, sich zu ihr hinbegeben können. Dazu dienen lebende Maschinen, Ne Muskeln, welche, obwohl sie zu drei Vierteln aus Wasser bestehen, ganz außerordentliche Lei­stungen zu vollbringen vermögen und dabei mit einem erstaun­lichen Nutzeffekt arbeiten. Das Problem der Muskelmaschine ist ein em tuet wichtiges Problem der Technik, denn es liegt hier eine ganz neue Art von Maschinen vor, bei welchen Oberflächenkräfte eine große Rolle spielen.

Gin geordnetes Zusammenarbeiten all Neser Organe wäre aber nicht möglich, wenn nicht die schon angedeuteten nervösen Wechsel­beziehungen beständen. Dom Gehirn und Rückenmark aus sind Kabel nach allen Organen hinverlegt, eben Ne Nerven, welche Ne in den Sinnesorganen entstandenen Eindrücke zentralwürts let­ten und von dort aus fördernde und hemmende Impulse wie­derum allen Organen mitteilen können. Was sich in der Peri- Bte abspielt, wird an irgend einer Stelle im Zentrum mit Va­se beobachtet, alle Organe find geradezu auf das ®cNm pro- rt. Von hier aus geht Ne staatliche Fürsorge, hier ist dann guch weiterhin in übergeordneten Zentren, den Jntelligenzzentren, Ne Möglichkeit gegeben zuerkennen, was Ne Welt im Innersten zusammenhält", hier entstehen Ne schöpferischen Gedanken, Me Ne Menschheit in ihrer Entwicklung wieder um rin Stück weiter brin­gen Wunen. Die Gehirntätigkeit verstehen heißt Ne Seelentätig- teir in ihren feinsten Regungen begreifen.

So erweist stch Me Kenntnis all Neser normalen LebenSerfchri- nungen für das Leben des Einzelnen und das der Gesamtheit von nicht geringer Bedeutung, hier gilt auch das Goethesche Wort:

Was kann der Mensch im Leben mehr gewinnen, Als daß sich Gott Natur ihm offenbare"

ganz besonders. Diese Bedeutung nimmt aber noch dadurch zu, daß Ne Kenntnis der normalen Lebenserscheinungen die DvrauS- fetzung für Me möglichst frühzeitige Feststellung von Krankheiten ist die Im Entstehen oft noch bekämpft werden können; wie viel Jammer und Elend kann fo der Menfchheit erspart bleiben.

So hat also Ne Allgemeinheit und im gegebenen Saite der hessische Staat ein erhebliches Interesse daran, baß in dem Neubau in Gießen ein leistungsfähiges Institut für Ne Erforschung und Lehre der Lebensvorgänge entstehe.

Nadir baktsche.

Don Richard Guringer*).

3« der nächsten Nähe von Damaskus, zwischen-dem Barada vnd dem Dschebel Kasjun, hinter den Ruinen der Dschami el-Efrem trifft der Wanderer auf eine jener im Orient häufigen ubermanns- hohen Lehmmauern, hinter der er das Kleinod nicht ahnt, das sie fo ihrer unscheinbaren Dürftigkeit birgt und verbirgt; kwrt näm­lich liegt einer der schönsten, reichsten und gepflegtesten Gärten von ganz Syrien, Besitztum eines zurückgezogen lebenden Gürten, den Me Transportarmut des Landes zum reicher Mann gemacht bat Freilich hat er weder das mit seltenem Geschmack gebaute Landhaus, das mit seinen Porphyrsäulchen, Kielbvgen und echten alten Fayencen zwischen mächtigen Platanen, Zypressen und Pap» drin buchtet, als sei es aus reihenweise aufgelegten Warzipan- ünb Schokoladestäbchen aufgeschichtet, selbst errichte^ noch den Gar­ten nach eigenen Wünschen angelegt, sondern MbeS fertig an= gekauft auch den Gärtner übernommen, einen alten, weißbärtigen Muslim, dessen Lebenswerk der Garten ist. Trotzdem aber hat der reiche Türke einen eigenen Gedanken der Anlage des Ganzen ringefügt: den bezauberndsten Teil des Gartens,

sch^ii Aprikosen-, Zitronen- und Pflaumenbaumen hindurch Den Dllck auf den schneeglitzernden Hermon freikgt jeiien too die leb tensten und erlesensten Ziersträucher, Blumen und StauNn sprießen tmb unter ewig-blausriigem Himmel köstlichen Duft verstreun, ließ er mit Marmorfliesen belogen, das Becken emeS Brunnens dort etfxxun, trennte ihn ab und gab ihm den Namen. ^adirba tische.

Wissend nämlich, daß das Alltägliche wicht alltäglich wird, hoffte er, sich den Genuß daran als feiertäglich ju erhalten, wenn ihn zur Seltenheit erhöbe. Und verbrachte er dte sechs TcE feiner ^oc^wenndie Sonne sich dem Abend neigt, raffeetrinkMd jmd zigarvmvauchmd mit seinen drei Frauen unter irgendeinem totirataen Blätterdach des weiten Gartens, wo bauchige.

«mken, tafelt * »gfc tecktsche betrat er nur am siebten Tage mit der vierten seiner

Vier^FrMren^nämllch nannte er sein ^a-n. und wer a^ Sws des Mannes etwa durch Ne vorgehängten Kelin^ den Jnnenhof bev Villa betreten und zu den ^stsrndWobmenStockwerks ttufarieben bat ober, im Garten unter Oleander, Mriferstrau-y MdGiMer lustwandelnd zu den allbelannten A "^gitterst ab chen der Mnscharabies, der sittsamen kleinen Erker, emporgeblickt, konnte nicht ahnM, welch erlesene Frauen dort zwischen p^rftst^n Pol

in Nrnten. fließenden Maschlaks lagerten und ihres Leibes

*) qfitaGleichnis 6er Zeit" (Haessri-Leipzig)