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der drei Männer bezahlt Galvez auf, ging auf den
kommt die Poesie!" sagte
eine- Lutz
Jetzt
dem
mit der Jacke und dem Hut machen würde. Da stand Don Wirt zu und zog seinen Dolch." »Jetzt wird's interessant.
Revolver in der Schublade i beruhigte ihn und sprach:
Äer°J®ine feine Firma!" sagte Kapitän Brttermann anerkennend.
,,Ben Rowles hatte mit dem offenen Geschäft also fein hätte mit Feuerlöschgeräten handeln müssen," meinte der
Er hätte auch die »Trockene Banane" übernehmen können." gab Jansen zurück, „da ist es ja auch feucht genug. Also — er lernte in Rio, als die Versicherung mit der Ponzer winkte. den Don Esteban Herrera kennen, der führte damals Portwein in Fässern ein. Dabei beteiligten sich Ben Rowles. Aber sie mussten plötzlich liquidieren, und zwar binnen einer kleinen Viertelstunde. Die Polizei behauptete, in den Portweinfässern seien Zmkkastchen innen eingeschraubt gewesen, und da in Rio gerade sehr viel falsches Geld umlief, das in Portugal hergestellt wurde, so sollte es in den Weinfässern ins Land gekommen sein. Die bettel Genossen trafen in einer Schenke am Hafen, wo es einen Gauner 0a6 „DaS war natürlich der Wirt!" erklärte Oloff gemütlich dem Inhaber der „Trockenen Banane."
„Ruhig, Oloff!" tadelte Jansen. „Also, bte Herden trafen dort einen dritten Ehrenmann, den obenerwähnten Don Lutz Galvez. dem damals siebzehn Milreis in der Tasche lieber gewesen waren als siebzehn Granden Kastiliens. Bei der eiligen Liquidation des Pvrtweingeschäftes hatten die beiden Inhaber leider auch das Kapital zurücklassen müssen, und die drei Gäste sahm mit Betrübnis dem Augenblick entgegen, in dem sich der freundliche Wirt
») Potreino — Pferdeweide.
*•) ---- Petroleum.
Oloff.
der ^nba^k^abm^Don Luiz Galvez beruhigte ihn und sprach: ,Jch lasse den Dolch dir zum Pfände. Bewahre ihn!Es ist ein kostbares Stück, denn Herzog Alba selbst schenkte ihn meinem Ahnherrn vor mehr als dreihundert Jahren. Wenn wir zurückkommen, lösen wir den Dolch aus/ Der Wirt war einverstanden. Die drei Genossen aber hielten einen Rat und beschlossen, etil ganz feines Geschäft zu machen. .Wir grünen eine neue Republik!' erklärte Don Luiz Galvez, und die anderen waren einver-
Schriftleitung: Or Friede Will). Lange. md Verlaa der Drübl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Diesten.
die Olafe des redlichen Bananenwirtes, die freilich ziemlich rubin- , farb^getoorben war.? ^Enstischgesellschaft der „Trockenen Ba- nan£ Das^können Sie^glauben, Senhores," sagte Kaufmann Jen^n, wenn die Dinge in Rio so schlimm stehen, wie die letzten D^ peschen melden, die ich bekommen habe, so haben wir die schönste Revolution im Lande, ehe ich meinen neuen Tabak verkauft Habs. Admiral Eustodiv steht mit dem Präsidenten aus Hauen und Stechen und die Flotte fackelt bekanntlich nicht lange. Sie bal lert los und kehrt sich nicht daran, was daraus enJ.ehen mag. Ich sage, wir haben Revolution, ehe acht Tage vergehen.
Saaen Sie nich so was, Herr Jansen! wehrte der Kolonist Dümvke ab der feierlich in seinem Gottestischrock am mische faß unb feine Wurst zum Brote schnitt. Gr war in Landungelegenhei- knBetmSteramt gewesen. Das war immer eine ernste Sache u”‘ 'ft® „'S !Ä“Äl«r und "steckte feinen hölzernen Rasenwärmer voll selbstgebauten^a baks an. Als Sie bei uns in der Pikade noch Speckausbimter bei Heinrich Wegener waren, da hatten wir auch eine Revolution. Wissen Sie noch, wie die schwarzen Strauchdiebe mir den Mala cara aus dem Pvtreino*) holten und meinen s^sten Ochsen zu Spiehbraten machten? Sie sollen ihn heute noch bezahlen. ban^3ar licber^Dümpke, euch deutsche Bauern wird man nicht erst lange fragen, wenn man Revolution spielen will. Jm Lande Brasilien ist vieles möglich, und wenn ich daran denke, was ich mal erlebt habe, als ich da oben am Amazonas noch Gummi einhandelte und in den elendesten Bugrelochern herumkroch
J Achtung, meine Herren! Unser Freund Jansen hat E neue Geschichte auf Lager, die er zum Selbstwstenprets toswerden möchte/' warf Kapitän Bettermann ein, der mit, seiner Schuner- bark nach Porto Seguro gekommen war und sich nach langer Fahrt ein paar Tage Ruhe im Hafen gönnte.
Legen Sie los, Jansen!" munterte Herr Olofs auf, der die Verladung der Tabakballen zu beaufsichtigen hatte, die sein Haus zu vielen Hunderten nach Bremen verfrachtete. „Los. Jansen! Sonst sterben Sie noch an Herzdrücken, ehe wir unsere Partie Dillard im Klub spielen."
Jansen brannte eine neue Zigarre an, nahm einen Schluck aus dem Glase und begann:
Es waren einmal drei Leute —
„Also ein Märchen!" unterbrach Oloff.
"Rein, eine Wahre Geschichte, denn ich habe sie selbst erlebt. Die drei Leute sahen in einer Hafenschenke m einem elenden Loch, nicht weit von Manäos. Sie hatten Gummi gehandelt und ihr Geld dabei verloren oder durchgebracht. Der eine hiest Ben Rowles und stammte aus Chikago, der zweite war em Spamole mit schwarzen Augen und einem Ramen - na ich have ihn ver- aefsen' er erinnerte mich aber immer an die Zrgarvenmaike, die ich ternals rauchte. Sagen wir also kurz: Don Esteban Herrera. Der dritte war auch ein Spamole, wollte verwandt sein mit sämtlichen Granden Kastiliens und führte aus Bescheidenheit.wie er sagte, den Ramen Luiz Galvez. Den Rowles chatw in Chikago einen Schuhladen gehabt, ein hübsches und flottes Geschäft, sagte er. Leider brannte es ab. Mit der Versicherungssumme ging er nach Rio und tat ein Modewarenmagazin auf. Das brannte leider auch ab. und der Versicherungsagent behauptete, es röche nach
„Run fangen Sie an zu lügen, Jansen, zweifelte Kapitän Bertermann.^ ^mann, KäPP'n! Warten Sie doch ab
und dann reden Sie! — Also die drei Freunde schlugen sich nach Delern durch, weiter den Amazonas hinauf, über MannoS tief mS Innere hinein. Da flieht doch! der Rio Acre.
",Ra" KnSW wS^Mich hatten fu in der HAnfchm^ bei Manäos beredet, mitzufahren, und da ich damals solche llelnen Abenteuer ^lebte^ erheiratet. Jansen: da hat das aufgehört,' ergänzte Olvll^rv^ ^hre Anmerkungen sparen, Verehrtester. Also, es fand sich allster mir noch dieser und jener von tuchttgen Mannern und die neue Republik tn einem fernen Winkel am Rio Acre wurde gegründet. Die neue Regierung betätigte
Sie hielt die Gummikähne, die stromab gingen am ebenso die Schnapskahne, die stromauf kamen, und erhob stattliche Zolle von beiden. Sie fand auch sehr bald, dast der Schnapshandel anderer mit den Indios ein höchst unmoralisches Geschäft sei. wG betrieb ihn selber. Also verfügte sie bald über einen ansehnlichen Kassenbestand. Dafür wurden zunächst einige Dutzend Gewehre und Pa- tronen erstanden und eine Armee von zwanzig schwarzen und aelben Galgenvögeln einexerziert, um die Sicherheit der bevorstehenden Wahlen zu gewährleisten. Die Bürger der neuen Ae- vublik wurden also mit gelindem Rachdruck an die Wahlurnen ge- brachtund A^hüchsten Aemter wurden verteilt. Don Lui^Gch- vez Präsident und Auswärtiges, Don Esteban Herrera. Kriegs Minister und Generalfeldmarschall, Den Rowles: Allianzen und ^,-h selbst hätte Admiral werden können —
„Ratürlich über die Schnapsflvttil.e," entschied KaPitanBettev-
mannQI6er ich lehnte ab. Ich sah eines Tages irn Ministerium des "Innern, das aus einigen Pfählen mit parauf genageltem Wellblechdach bestand, und sah die neue Aatwiialflagge an, die Den Rowles entworfen hatte. Sehr schön. Grünes ~ud) mit einem springenden Jaguar. Da kam der Präsident und behauptete, das sei kein Jaguars sondern ein halbverhungertes Kalb, das m tee arünen Kle» stolpere. Ben Rowles nahm das krumm, schlug ihm di^ Flagge um die Ohren, und eine Stunde später hatten wir die erste"Revolution im Lande. Mel zu früh, denn in der Kalle konnten höchstens noch fünf Cvntos sein. Der Generalfeldmarschall Esteban Herrera war zunächst unsichtbar. Ich sand ihn aber in einem leeren Schnapsfah und zwang ihn, an Sie Spitze der Armee zu treten und die Revolution zu dämpfen. Es gab denn auch eine kleine Schieherei, bet der meine gute Muka auf dem Felde der Ehre blieb, und als der Aufstand niedergeworfen war, fand sich, das, Ben Rowles ihn nur in Szene gesetzt hatte, um mit der Kalle zu verduften. Der Präsident versuchte es zwar mit einer Zwangsanleihe bei den Bürgern der Republik, aber die Ergebnisse waren lläglich. Auch winkteii die Regierungen der Rachbar. schäft in Peru und Brasilien, kräftig mit den, Aelhv herüber. Da gaben Don Lutz Galvez und Don Esteban Herrera ihre Demission, und die schöne Republik löste sich in Wohlgefallm auf. Wir gingen zunächst nach Mamivs zurück und von da nachRio. Da löste Don Lutz Galvez. der wohl heimlich einige Milreis als Präsident auf die Seite gebracht hatte, seinen Dolch richtig wieder aus und ich habe die beiden Genossen aus den Augen verloren. Vor dem Abschied schenkte mir Don Luiz Galvez den Dolch zum ewigen Andenken an eine glorreiche Zeit. .Er soll dir Gluck bringen' sagte er. und ich habe ihn heute noch zu Hause auf meinem Schreibtisch liegen. Den Dolch des Herzogs Alba, meine Herren!
Wird wohl von einem Trödler in der Rua Bandeira stammen," bemerkte Oloff und trank dem Erzähler zu:
„Sie sind doch ein ganz gefährlicher Mann, Herr Jansen," sagte" der Dauer Dümpke achtungsvoll.
„Ree, Dümpke," widersprach der Bananenwirt, „gefährlich sind nur seine Geschichten." ,
Solange die Geschichten nur erzählt werden, geht es noch an,""meinte Oloff. „Aber wenn sie gemacht werter — das ist böser. Denken Sie an unseren Freund Julius Schmitz, genannt der lange Samstag. Warum, weih kein Mensch."
(Fortsetzung folgt)


