Gießener Zamilienblätter

Unterhaltungsbeilage Zum Gießener Anzeiger

Jahrgang <42^__________________Samstag, Sen 19. Januar ______ Nummer 3

Sie sollen ihn nicht haben n - - Len, I duschen Rhein, so fang einst vor hundert -^ltolaus Decker. Der Rhein ist auch, heute wieder das wmnbrld unserer natMralen Rot, des Rheines Schicksal ist das Schicksal des deutschen Vaterlandes. Darum Haden zwei deutsche ^Hanner*) m rechter Erkenntnis für das, was dem deutschen Volk rn dreser Stunde höchster Gefahr vor allem not tut, dem deutsche-- stm der Ströme, in dessen grünen Fluten seit grauen Dorzeiten sich Dache Heiden Bluts ergossen von all den Kämpfen um seine Äser, ein monumentales Denkmal errichtet, den Deutscheneinen Spiegel öer Scham und der Hoffnung zugleich", um durch die großen und «nenden Erinnerungen die Lauen auszurütteln, die Wissenden zu starken und zum Kampf um den Rhein, zum Kampf um Deutschland. Lam dieStimmen des Rheines" in diesen Tagen, da die Gedamen mehr als sonst hiniiberwandern über den Strom zu jenem -Betfaultä, in dessen Spiegelsaal sich zwiefach unserSchicksal erfüllte, e Herrlichkeit begann und nach weniger als 50 Jahren

kläglich endete, laßt sie laut zu uns sprechen und in uns das teeaen, was allein wieder aus Rot und Schande empvrführen kann zu lichteren Höhen: den Willen zur Freiheit.

Der Rhein, die Sicherung Deutschlands.

Ähr schönen Dheinlau.de, eure Sicherheit und das Heil der deutschen Stämme, die euch bewohnen, wäre schmählich dahingegen ven, ihr wäret die ersten bedauernswürdigen Opfer eines solchen Vertrages und die erste sichere Beute des schlauen Feindes, der mitten in seiner tiefsten Erniedrigung und in seiner härtesten .Uu- glückszeit den schönsten Sieg erfochten ... Dicht lange genug hat lauf euren Feldern der Krieg geraset, die Zahl der Jahrhunderte, in oenen ihr diesem Volke preisgegeben seid, ist noch lan^r nicht er­füllt, noch auch ist das Blutes genug vergossen. Wo irgend eines eurer alten Denkmale verwüstet steht, die Franzosen haben es aus- geführt,- wo irgend ein alter Tempel im Rauche aufgegangen, die Franzosen haben ihn angezündet; wo ein Palast in Trümmern liegt, dies Volk hat ihn zerstört...

Wer den Rhein oder auch nur einen Teil des Rheins im Besitz ' hat. behält die Pulsader feines Lebens und somit fein Leben selbst in seiner Gewalt beschlossen, und Süddeutschland. das hinter dein Bollwerk des Elsasses wohl gesichert läge, wird vor ihm gerade wie die Rheinlande immer der Schauplatz französischer Kriege sein. (Görres. Rhein. Merkur. 1814/15.)

Historisches Recht.

Keinem Deutschen darf es verborgen oder gleichgültig bleiben, bah, wenn Frankreich und Deutschland je miteinander abrechnen, olles Soll auf feiner, alles Haben auf unsrer Seite steht. Dur wir haben von Frankreich zu fordern, was es uns widerrechtlich entrissen. Frankreich dagegen hat nichts von uns zu fordern, nicht rin Dors, nicht einen Baum. Der Rhein ist, wie Arndt kurz und gut gesagt hat, Deutschlands Strom nickt Deutschlands Grenze. Geht man vorn historischen Recht aus, so ist alles, was Frankreich seit dem dreizehnten Jahrhundert an seinen östlichen Grenzen ge­wonnen hat, ein Raub an Deutschland gewesen, so sind alle bnr- aundischrn und lothringischen Lande unser altes, uns widerrecht­lich entrissenes Eigentum, und wir hätten demnach noch weit mehr zu reklamieren als die Sprachgrenze. Geht man vom nationalen Standpunkt aus und macht die Sprache zur natürlichen Grenze der Matronen, so gehört uns der ganze Rhein mit seinem ganzen linken wie rechten Äser, denn im ganzen Flußgebiet des Rheins wird seit vierzehn Jahrhunderten deutsch gesprochen ... Äst es zu viel der« langt von einer so großen, alten, erfahrenen und durch und durch gebildeten Ration, wie die deutsche, wenn man ihr zumutet, sich nicht in sich selbst zu verfeinden, solange ihr noch so viele Feinde von außen drohen? ... Wir müssen uns, selbst mitten im Meden, immer wie ein großes Heer im Feldlager und im Angesicht eines mächtigen Feindes betrachten. Än solcher Lage ziemt es uns nicht, aus welchem scheinbar sehr natürlichen und gerechten Anlaß es auch geschehe, unseirmnder selbst feindlich gegenüber zu stellen. Wir müssen immer nur Front machen gegen den Feind von außen. (Mvltke, Die westliche Grenzfrage, 1841.)

*) Friedrich Wolters und Walter Glze: Stimmen des BHeines. ein Lesebuch für die Deutsche», im Verlag von Ferdinand Hirt, Breslau 1923

Französische Methode».

Mitten im Frieden haben Sie Krieg geführt und wunderbare Eroberungen gemacht. Sie haben eine Reunionskammer eiagerich- tet, um zugleich Richter und Partei zu fein, das hieß die Beleb digung und dm Spott der Usurpation und der Gewalt hinzufügm. Sie haben rm Westfalischen Frieden, um Straßburg zu überraschen, nach zweifelhaften Ausdruckm gesucht. Keiner Ihrer Minister wurde es jemals gewagt haben, diese Ausdrücke nach ?t> bieten vaßren m irgendeiner Verhandlung zu gebrauchen, um durch sie zu zeigen, daß Sie Ansprüche auf diese Stadt besitzen. Sin 'solches Betragen hat Europa gegen Sie bereinigt und erregt. Selbst die offen zu erklären, wünschen mit Angeduld M ®e, ?Eschwacht und erniedrigt werden, weil das die einzige Möglichkeit für rhre Freiheit und für die Ruhe aller christlichen Schulte? tft (Seneton art Ludwig XIV. - Ueberschung A

Französischer Stießen!

®e.r Friedensfristen wird sich Frankreich weit besser, als wir als UIt& Ulti Länger nicht genießen lassen'

nrrS ^-WFEOcht, daß wir nochmals

32^ stumpf beiven müssen ... Sodann wird JjjJon 3a5r zu v-ahr eine rlrsach an uns vom Zaun herab müssen, efne r FJraflt Werden: wie teuer wir abermals

E solche Frist erhandeln wollen? und solches so lang und so oft bis nicht ein Fußbreit mehr des freien Deutschlands unter Himmel zu finden fein wird! (Richt der Rhein, sondern dis Vogefen und Ardennen Deutschlands Grenze! Flugschrift l§62.)

SsparatismvS-

. Es gab in den neunziger Jahren des achtzehnten Jahrhunderts eine. Zeit, wo man Jtd> am linken Rheinufer nicht glänzender als «freien Aeufranken kundgeben konnte, als indem man ein Denk- mittelaltrigen Finsternis und Gewaltherrschaft vom Boden vertilgte. Burgen, die tief im Wald und Gebirg auf hohen Gipfeln lagen,, und deren Abbruch in einer bruchsteinreichen Gegend eben­sowenig nutzen konnte als ihr Fortbestand schaden, wurden von einzelnen mit Muhe uno Kosten abgebrochen, lediglich auf daß der Göttin der Vernunft und Freiheit eine weitere Hekatombe falte Es war dies zur selben Zeit, wo die Franzosen auf der Stätte des wegzurafierenden Speierer Doms anfänglich einen Exerzierplatz fcann bei noch hoher aufslammender Begeisterung einen Saumarkt anlegen wollten, und, weil die Mauern gar zu widerspenstig waren

Steinbruck- erklärten, und jeden Einwohner mit Strafe bedrohten, der anderswo Bausteine brechen werde - dieselbe Franzosen, welche 100 Jphre früher in Landau verfüg- te«. ^«8 Wr Einwohner in Stadt und Land, der nicht seine pfäb * Volkstracht ablege, und sich statt ihrer einen französischen «"schaffe, um 50 Livres gestraft werden solle. (H. W. Riehl, Die Pfälzer, 1853.)

Bsr Avis Becker gegen dir Rheinische Republik.

Republikaner bin ich; aber davon war damals nicht die Redl und von einer rheinischen Republik erst reckt nicht. Wenn ich von einer Trennung der Verwaltung für Rheinland und Westfalen von der des übrigen Preußen sprach, so geschah bas nur in der Voraussetzung, daß der König von Preußen auch König von Rhein­land und Westfalen bleibe. Rheinland und Westfalen, afö Repu­blik für sich nein, so etwas träume ich nicht. Wir Deutschen haben eben das besondere Anglück. daß wir zuerst den Staats- boden gewinnen müssen, so wir von der Dlaatsform reden können, Äch bin so entschieden der Üleberzeugung, daß Deutschland ein ein­heitlicher Staat werden müsse, daß ich die Einheit auch um den Preis des starrsten Absolutismus zu Dank annehme. Gerade weil ich Rheinländer bin und also die Gefahr meiner Heimat, infolge der preußischen Staatskunst dem Vaterland entfremdet zu werden, unmittelbar vor Augen habe, dringe ich vor allen Dingen aus Herstellung eines deutschen Gefamtstaates: und, bis der möglich wird, auf die Anerkennung des Deutschtums der Rheinländer, und daß bas geschehe, barm: ist ganz Deutschland interessiert. (Der rote Becker' an Kattner, 1856.)

Feigheit

Es werden die Matten und Feigen komme«, die ohne Arbeit stücklich und ohne Blut frei fein wollen, diese werden sprechens >is zum Rhein ist des deutschen Landes genug, das andere kostet