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fchs Urgeschichte ist eine große Mischung. Rom ist viel, viel und eine germanische Gründung. Es ist nicht wahr, Latz der
älter und eine germanische Gründung. Es ist nicht wahr, datz .. Raub Der Sabinerinnen hei Rom geschehen ist, sondern in einem Mecklenburger Städtchen sind edle Germanenfrauen und -Mädchen von niederrassigen Raubhorden entführt worden.
Es ist nicht wahr, das) Schliemann Troja entdeckt hat. Die Ruinen des wirklich«! Troja sind mit Hilfe der schwedischen Fels- Urkunde hier in Deutschland von mir entdeckt worden. Die Zeit der sog. Trojabelagerung ist ebenfalls astronomisch gesichert und das zehnfache der bisher angenommenen Zeit genügt hierbei noch nicht. Die ganze sog. griechisch-römische Kultur ist nur von versklavten und unterjochten Germanen erbaut. Es steht jetzt astronomisch fest, Last die sog. Austreibung der Paradiesbolschewistenl aus dein Paradies nicht etwa vor 5700 Jahren geschah, sondern vor der ungeheuerlich langen Zeit von 60 000 Jahren. Die niederrassigen Raubhorden wurden von den ergrimmten Germanen und den ihnen zu Hilfe geeilten Skandinaviern in der Schlacht bei Paradies in die Obrasümpfe gejagt und zum größten Teil ertränkt. Aehnlich wie dies Hindenburg mit den Russen in Masuren getan hat. So hat sich die biblische Austreibung aus dem Paradies in Wirklichkeit abgespielt.
Dabei ergibt sich, daß auch das Reue Testament nichts weiter als sine ungeheuere Mischung ist. Eine Täuschung, deren ihn» sang noch größer ist als bei dem Alten Testament, denn Marie und Jesus haben nicht vor 1924 Jahren gelebt, sondern sie spielten, schon bei den Paradieskämpfen eine Rolle, also vor etwa 60 000 Jahren. Jesus hat als germanischer Gottkönig mit Hilfe des Gottkönigs, des Heiligen Michael, in der Schlacht bei Paradies die
Germanen vor dem Untergang gerettet.
Leider entbehren die wichtigsten aller menschlichen Hrfun&en, diese Felsinschriften von Dohuslän fast ganz eines wirksamen Staatsschutzes. Obwohl sie die älteste Bibliothek der Germanen' fe^er ganzen Menschheit sind, sind sie der Beschädigung und Zerrung durch Menschenhand preisgegeben. Es sind bisher noch nicht einmal Gips- oder Zementabgüsse hergestellt, von Ausbesserung der verwitterten oder beschädigten Stellen ganz zu schweigen, trotzdem das alles sehr einfach wäre.
Begreiflicherweise vermag ich auf diesem beschränkten Raum auch nicht einmal einen flüchtigen lieberblick über die Fülle der neuentdeckten, überwältigenden Tatsachen zu geben, lieber meine mit der Paradiesfrage zusammenhängenden Mrschungen habe ich eingehend in meinem bei Georg Westermann in Braunschweig sv- eben erschienenen Buche „Die Entdeckung des Paradieses" geschrieben. Mit der Sichtung und Bearbeitung des übrigen unge- ßeueren Materials bin ich beschäftigt und werde zu gegebener Zeit weitere Angaben über meine Dohusläner Entzifferungen und die daraus sich ergebenden Forschungen folgen lassen.
Der Achtzigste Geburtstag.
Bon Heinrich Bechtolsheimer.
(Schluß.)
Hätte ich damals gewußt, was mich in den ersten Jahren hier treffen würde, ich wäre mein ganzes Leben lang in Rack geblieben. Aber es mutz wohl von der göttlichen Vorsehung so bestimmt sein, Laß es uns im Leben nicht immer gut geht, 'wir würden sonst oberflächlich und übermütig werden. Ich hatte in der ersten Zeit hier Schweres durchzumachen. Herr Pfarrer, es steht mir nicht an der Stirn geschrieben, was ich im Leben alles! Kragen habe. Schon im Seminar war ich ost wegen meiner Auf- I e gelobt worden, ich hatte einen glatten Stil und verfügte über etwas Phantasie. Do fing ich als junger Lehrer an, Beiträge für rheinhessische Zeitungen zu schreiben. Ich sandte dem „Ahein- hessischen Beobachter" in Ober-Ingelheim, der „Rhein-Rahezeitung" in Bingen, der „Wormser Zeitung" und dem „Mainzer Tagblatt", also lauter guten, angesehenen Blättern, Berichte über Vorkommnisse in den Ortschaften, verfaßte auch manchmal ein kleines Gedicht. Run bestand damals in Worms ein kleines Blatt, „Die Tribühne am Mittelrhein",, das sehr bösartige Artikel über dis Regierung und über einzelne Beamte brachte, überhaupt die Personen, die es bekämpfte, durch Hohn und Angriffe persönlicher Art herabzusetzen und' zu kränken suchte. Im Jahre 1876 erschienen in diesem Blatte auch Artikel, die sich gegen unserer« Kreisrat, unseren Kreisschulinspektor und gegen andere Herren aus unserem Kreise richteten. Ich las das Blatt nicht, hatte somit auch keine Kenntnis von diesen Angriffen. Eines Tages kam der Kreisschulinspektor in meine Schule. Er war sehr ernst und streng und gab mir gegen seine sonstige Gewohnheit beim Eintreten nicht die Hand. Eine halbe Stunde Prüfte er, dann schickte er die Kinder weg Als wir allein im Schulzimmer waren — wir standen psben denr Katheder —, nahm er aus seiner Aktenmappe ein Bündel Zeitungen, es waren einzelne Rummern der „Tribüne am Mittelrhein", die ich in dieser Stunde zum ersten,nal sah. Mein Vorgesetzter sagte — und sein Unwille wurde immer größer —, daß ich der Verfasser der gegen ihn und den Kreisrat gerichteten Artikel sei. Ich erwiderte ruhig, daß ich niemals eine Zeile für die „Tribüne am Mittelrhein" geschrieben habe, überhaupt das Blatt zum erstenmal sehe. Da sagte er mir im höchsten Zorn, daß mir mein Leugnen nicht helfe, ich solle ruhig eingestehen, daß ich der Verfasier sei, Lügen hätten bekanntlich kurze Deine. Dieses Wort wirkte auf mich wie ein Schlag auf den
Kopf. Im Religionsunterricht, Überhaupt im Unterricht habe ich meinen Schulkindern mit allen Mitteln, die mir nur zur Verfügung standen, an das Herz gelegt, daß Lügen häßlich und verab- scheuungswüvdig sei. Es gibt Harmlose Lügner, die allerhand selbstgemachte Geschichten erzählen, es gibt aber auch Lügner, die nun Unheil stiften, die Menschen kränken und aneinanderhetzen, einer von dieser Sorte fußte ich also sein. Ich habe es nicht gemacht, wie es andere gemacht hätten, ich habe nicht mit der Must auf das Katheder geschlagen, ich habe nicht geschrien, ich bin ruhig geblieben, das hat meinen Vorgesetzten leidet in der Annahme bestärkt, daß ich der sei, von dem die vergifteten Pfeile ausgegangen seien. Im Zorne schied' er von mir, sein letztes Wort war: „Das Weitere werden Sie hören."
Vier Wochen später erhielt ich eine Vorladung vor den Kreisrat. Auch dieser herrschte mich mit harten Worten an. Ich erwiderte ihm, daß doch nicht der geringste Beweis für meine Verfasserschaft erbracht sei. Mesen Einwand schnitt mein Vorgesetzter kurz mit der Bemerkung ab, es könne niemand anders als ich in Frage kommen. Es ging mir hierbei, wie es manchem Untergebenen schon mit feinem Vorgesetzten gegangen ist, dieser allein redete, der andere kam überhaupt nicht zum Wort. Absichtlich hat mich der Kreisvat nicht so behandelt, er war in großer Erregung. Endlich entlieh er mich mit den Worten, datz ich das Disziplinarverfahren und eine Strafversetzung zu gewärtigen habe.
Als ich an diesem Tage nach Hause kam, fand ich meine Kinder, wie sie im Garten fröhlich fpielten. Der sechsjährige Otto, der einige Monate vorher in die Schule ausgenommen worden war, und sein fünfjähriger Bruder Ernste bauten ein Haus aus Erde und Holzstückchen, die dreijährige Marie brachte grüne Blätter herbei, um damit den Fußboden des Hauses auszupolstern. Die Kinder liefen mir entgegen, nahmen mich an der Hand und zeigten mir ihr Haus. Unschuldiges Kiitderherz! Meine Kinder, die nun auch des Lebens Last zu tragen haben, wußten damals nicht, was ihren Vater drückte. Es war nur gut, daß ich meine Frau hatte. Tapfer stand sie mir zur Seite, sie wüßte, datz mir großes Unrecht geschah: da redete sie mir steundlich zu, daß Recht doch Recht bleiben müsse, datz die Wahrheit an den Tag komme, daß ich nicht verzagen solle. Ich blieb äußerlich ruhig, so oft aber der Postbote sich dem Schulhause näherte, klopfte mir das Herz mit starken Schlägen, weil ich stets eine unheilvolle Botschaft fürchtete.
Es geht im Leben ganz anders, als wir denken, int Guten wie im Bösen. Wo wir es nicht von fern vermuten, trifft uns Unheil, und Hilfe kommt, wo wir an jeder Hilfe verzweifelt haben. Eines Abends im Oktober las ich die neueste Rümmerdes„Rheinhessischen Beobachter" und fand darin die Rotiz, daß der Herausgeber und zugleich Drucker der „Tribüne am Mittelrhein" verstorben sei. Da seine Schulden sein Dermögen bedeutend überstiegen, da er zudem ohne jeden Familienanhang war — er war aus Rordöeutsch- land eingewandert —, so befaßte sich das Gericht mit seinem Rach- laß und hielt Haussuchung in seinen Geschäftsräumen. Dabei fiel den Beamten die ganze Korrespondenz des Mannes in die Hände, und es stellte sich, wie in dem Blatte, das ich las, berichtet war, heraus, datz ein wegen Unregelmäßigkeiten entlassener Kreisamts- angeftellter aus Rachsucht die Artikel gegen den Kreisrat und den Kreisschulinspektor geschrieben hatte. Wie meiner lieben Frau und mir an jenem Abend zu Mute war, kann ich nicht mit Worten schildern, wir dankten Gott aus Herzensgrund.
Sechs Wochen später war Kreisschulkvmmissionsprüfung. Diese Prüfungen sind jetzt abgeschafft, früher waren sie eine große Sache. Diele Wochen vorher rüsteten sich Lehrer und Schüler darauf, Probeschriften und Probezeichnungen wurden angefertigt und am Prüfungstage offengelegt. Der Kreisrat und' der Kreisschulinspektor, die Mitglieder des Gemeinderates und des Schulvorstandes erschienen, und die Schulklasien wurden mehrere Stunden hindurch geprüft. Mr die Kinder war das ein Freudentag: denn auf Kosten der Gemeinde wurden große Brezeln gebacken und nach Schlutz der Prüfung ausgeteilt. Jetzt, in dieser armen Zeit, kann man diese Freude den Kindern nicht mehr machen. Mr mich war dieser Tag in besonderer Weise ein Freudentag. Der Kreisrat wendete sich, als die Kinder nach Hause gegangen waren, mit einer Ansprache an die Versammelten, lobte die Leistungen meiner Schulklasse, wünschte der Gemeinde Glück zu einem solchen Lehrer und sagte, indem er mir die Hand reichte: .Herr Oestreich, Sie sind ein Ehrenmannb Der Mann, der die Artikel verfaßt hatte, hatte sich, als feine Taten ruchbar geworden waren, aus dem Staube gemacht, er soll nach der Schweiz gegangen sein, jedenfalls ist er kurz darauf verschollen."
Die Wanduhr, die in der Zrmmerecke stand, schlug zehn Uhr.
Sehen Sie," sagte der alte Mann zum Pfarrer, meine alte llhr 'ist eine treue Begleiterin meines Lebens. Meine selige Mau Hat sie von ihrer Mutter geerbt, am ersten Tag unserer Ehe hat sie uns die Stunden angezeigt. Ihr Ton Singt mir wie die Stimme eines lieben Freundes. Aber, ich- habe Ihnen noch mehr aus meinem Leben zu erzählen. Sie wissen, datz alte Männer redselig sind. Der alte Dekan Cellarius hat auch gern erzählt, von ihm habe ich das lateinische Wort: senectus loquax, das Alter ist gefchwätzig. Als der Sturm, von dem ich Ihnen berichtet habe, vorüber war, ist es uns mehrere Jahre ganz gut gegangen. Ich Habe in meinen freien Stunden in meinem Garten gearbeitet, habe mir für geringes Geld einen Wingert gekauft und alle Arbeit darin getan. Selten war ich froher, als wenn ich im Frühjahr


