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Aus ernstsr Zeit.
HeimaMlder aus den Kriegsjahren 1618—1648.
Von Lehrer A. Bach- Flensungen (Fortsetzung,)
mein, worauf die Darmstädter Besatzung unter Oberst Willich nach Giehen abzog. Der 73jährige Kommandant von Marburg verlor am 29. Januar in Giehen seinen Kopf, da der Landgraf Georg wegen der Liedergabe aufs Höchste erbittert war. Dieser entschlich sich jetzt auch, ein Heer auszustellen, um das verlorene Gebiet — ganz Oberhessen war bald in Geises Hand — wieder zurückzuerobern. Seine Truppen stellte er unter dem Oberbefehl des Generals v. Eberstem, dem auch der Kaiser noch 4 Regimenter
ehr Nähr darauf den Llnersetzlichen zurückhvlen lieh, nicht mnmäl j ben Mrstand hatte, ihm ein versöhnendes Wort vorweg zu schrer- I £Cn ©eit 7UJahrchunderten sahen die Reichsfreiherren vom Stmn auf ihrer Burg in Aassau an der Lahn, doch erst in drese>^ Letzten des Geschlechtes wurde der Raine zum Symbol. Denn örtlich war er wie ein Felsblock mächtig, frei und Herr. Amnnt | man dazu dah dies Geschlecht reichsunmittelbar getoe|en, b^ g^
Tn Httot man stärker das Gleichnis ferner Abkunft. Denn oieiei | tiSc stand buchstäblich unmittelbar
2,™ %ürft er war es selbst!, sein eigenes Erbe tollte nacy ein Ar- Plänen samt all den anbern §er Ge-
fiohontetc* fernem durch« (Keschiechr UNO OV<-NN1NUS
We glÄ stark Stimmt^ konservatorischen Wesen dre uber- Se°r5S Streit er von seinem begünstigten Stmche soviel fvr- bert toirb ct zum stärfften Kritiker dieses Standes seiner Ge- nossen. Wer hat aus diesen Kreisen v°ovLernachhCTzu deut fchen Fürsten zu sprechen sicherkuhnt we bI!M> * bet Herzog von Aassau zwei Dörfer stiehlt, weck ia die reicyL urmicktelbare Aitterschaft nun durch Napoleon auf^hv^n sm, widert Stein, wenn diese Strecken einer der Aden deutsche- Groh- mäckte zufielen das nützte dem Aerch und das hoffte er no^ zu «lZ«i Wo aber wären die kleinen Fürsten, ine HM alles taS in den letzten Kriegen geblieben? »Sie Entzogen stch aller Teilnahme und suchten die ErhAtung ihrer ^^en Fortdauer durch Auswanderungen, Unterhandeln und Bestechung> oer irai zwischen H«nsührer." Lind plötzlich bricht er einen noch Gedmrken ab, mitten in einem Satzeundendet. ^ doch es gibt ein richtendes Gewissen und eine rächende Sottet.
voll verbleibe ich Euer--Siem. So wörtlich, mrt oen
^Au^en Denkschriften, geschrieben wid übergeben an Kö- LL ÄViSfiSÄ»s svilten nicht vergessen, dah auch die Volker von Gottes Gnaden, frei sind!" __
übergab.
Mitte Mai 1646 rückte die schwedische Armee unter WrangÄ in einer Stärke von 24 000 Mann, zu der die Kasseler unter Geise stieben, über Marburg bis Giehen vor. Eberstein heckte seine darmstädtischen und kaiserlichen Truppen ebenfalls nach Giehen ziehen lassen. Als er dieselben, die auf der Wiese an der Wieseck kampierten, auf die andere Seite der Festung „mit guter Ordre und Sicherheit logierte", zog Wrangel, das Fruchtlose eines, Angriffs . auf Giehen einsehend, trotz seiner Liebermacht am selbigen Tag (23. Mai) weiter nach Wetzlar, wo er die Ankunft der Franzosen erwartete. In dieser Zeit brannte Las Dorf Heuchelheim bei Giehen vollständig ab. Aur 2 Hofreiten blieben stehen. 86 Hauser, 83 Scheunen und 98 Ställe wurden ein Aaub der Flammen.
Lim diese Zeit machte Geise zweimal den Versuch, das von Darmstädtern besetzte SHloh Gleiberg zu erobern. Beide Versuche mihlangen. Geise hatte ziemlich Tote und Verwundete. Unterdessen war die kaiserlich-bayerische Armee bis Gelnhausen und Hanau vorgedrungen. Da ging Wrangel, welcher in Wetzlar vergeblich auf die Franzosen gewartet hatte, in em festes Lager bei Kirchhain zurück, wo er. sich mit General Königsmark vereinigte. Auf diesem Rückzug wurde am 15. Juni die Festung Amöneburg genommen und die Festungswerke demoliert. Auch war unterdessen Gleiberg nach einer heftigen Beschrehung in die Hand der Kasseler gefallen. Mangel an Wasser und Brot hatte den darmstädtischen Hauptmann Hoffmann zur Uebergabe gezwungen. So ging das alte nafsauische Schloh, dessen Grundstein । in der letzten Zeit der Karolinger gelegt worden war, in flammen auf und wurde eine Ruine.
Die kaiserliche Armee brach vom Rhein nach der Wettau aus. In Giehen wurde sie noch durch die Darmstädter Truppen vec- ! stärkt. Das ganze Heer zog nun über die Burggememde nach Homberg a. Ohm, von wo aus man das schwedische vager 'Bet Kirchhain sehen konnte. Man erwartete hier eine Schlacht. Wrangel hütete sich sorgfältig, sich vor der Vereinigung nut den Franzosen in ein Treffen einzulassen. Infolge von Mangel an Bohrung und durch den Ausbruch einer Pserdeseuche muhte das kaiserliche Heer wieder den Rückzug antreten Am 6. Juck steckten I sie ihr Lager bei Homberg in Brand und zogen- in südlicher I über die Stärke der Armee dürften wohl stimmen, da die kaiserlich- I bayerisch-darmstädtische Armada vom 7. bis 14. Juli still lag. I Das Lager wurde auf einer Anhöhe zwischen den Dörfern Munster, Queckbvrn, Lauter und- Wetterfeld aufgeschlagen, über deren | Rücken die „Hohe Strahe" von Grünberg nach Hungen zieht. Die Offiziere lagen in Zelten, die Gemeinen in Hutten, die aus Stroh, I Brettern und Reisern errichtet waren. Alles., was, die Armee I brauchte, muhten die umliegenden Städte und Dörfer "efern. HM, | ©troh Futter, Getreide, Schlachtvieh. Pfarrer Hirsch-Wetttrfeld schreibt in seiner Chronik: „Sie haben alles Sutter uno- Fracht I der Ernte weggenommen, die Baue zerrissen,, auf den Feldern Schanzen, Backöfen, Brunnen und Keller errichtet, zu Laubach über 600'Stück Rindvieh genommen, dazu die WetteifeldCT allem 41 Stück geben muhten. Sie sind am 14. Juli aufgebrochM mÄ waren, wie ein Leutnant zu mir sagte,, 100 000 Pferde und auch so viel Menschen, haben sich gen Trais-Horloff gelegt und da
I selbst gleichfalls alles verderbet. Die Angaben oW Leuckiants i über die Stärke der Armee dürfte whol stimmen, da die kaiserlich | bayerische Armee bei ihrem Einmarsch in vie Wetteraü .etwa 30 000 Mann zählte. Ein Trotz von etwa 70 000 Menschen ist M die damalige Zeit des Krieges durchaus wahrscheinlich. B« | pnbenstadt in der Wetterau blieb die Armee etwa 4 Wochen | liegen Vier Tage nach Aufbruch der kaiserlichen Arniee bn
Wetterfeld verliehen auch die Schweden ihr Lager bei Kirchham und rückten nach Giehen zu. Am 31 Juli vereinigten sie W ä» scheu Heuchelheim und Lollar mit den Franzosen unter Wirenne
I Diese verbündete Armee, welche etwa 40000 Mann sahlte^nah nun bÄ Lang-Göns Aufstellung. Ihr Ziel war Bayern Wo lle man den Kaiser überwältigen, so muhte erst sein letzter und stärkst Bundesgenosse, der Dahernfürst, niedergetovrfen wrrden Es g
I lang den Schweden und Franzosen auch, dort einzufallen, noch ehe es die kaiserlich-bayerische Armee verhindern konnte
I Der SSetfentriea wurde letzt mit erneuter Wut wieder auf I genommen, nachdem im August 1646 die g^en Ann«n CTst , französisch-schwedische, dann die kaiserlich-bayerische die Wettern ; vMasteü und auf diese Weise Oberhessen, etwas Luft g-krM ' hatte Diesmal waren zunächst die Darmst^ter rm VoM ,
I Amaleis Truppen unter Geise Mit der franzosisch-schwe 1 : Armee bis Aschaffenburg gezogen waren und so auf dem h-st ! schen Kriegsschauplatz fehlten. Ebersteingelang es rnkurzCT<M^ gänz Oberhessen, mit Ausnahme von Marburg, zuruckzuerovern. , | (Schluh folgt.)
7. Der Heffenkrreg. I
Im Herbst 1645 hatten die lang ersehnten Friedensverhand-
1637 verstorbenen Landgrafen Wilhelms V., welche die R. I - 16 ©obn Wilhelm als Vormünderin führte, ging
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WÄwrm^en?gegengeschickt. Letzterer marfchierte an Metzen vorbei auf Butzbach los, dessen er (idt ju bemadjhgen suchte. Als man fick weigerte, drohte er mit Beschrehung, 8°9 aber doch ohne weitere Feindseligkeiten auf Friedberg zu. Diese von Kaiserlichen besetzte Reichsstadt griff er am 28. September an, muhte aber schon am folgenden Tag abziehen. Rachdem sich Andremit dmn beimkehrenden^Geise bereinigt hatte, -logierten« beide etliche Wocken w der Gegend von Wetzlar und brandschatzten und plun- von da aus die darmstädtischen Dörfer in der A'ngegend von Giehen Am 27. Oktober schickte Geise plötzlich eine starke Abteilung nach Butzbach, dessen darmstädtische Besatzung noch am selben Tag zur Liebergabe gezwungen wurde. Der Kommandant dieser Stadt, Leutnant Hasselbein, tourte von mnem^Kriegsgericht sum Tode verurteilt, aber noch auf dem Richtplah begnadigt. Geise sammelte im Dusecker Tal seine Truppen, um mit tfjnen Marburg anzugreifen. Ein Teil der Truppen die Etzbach eingenommen hatten, kehrte am selbCTi , Tage noch 8“ ®etfc guruct und plünderte auf diesem Zuge die Dörfer Munster und Wstterseld auf das fürchterlichste. Pfarrer Hirsch-Wetterfeld schreibt in ferner Chronik, die wilden Soldaten, welche schlimme rals wütende Wolfe und Teufel hausten, hätten den Leuten alle Mastschweine, —ach, Frucht, Fleisch, Hausrat mitgenommen und in der Kirche den Kelch das vergoldete Plättlein und die Altardecke geraubt. Am 15 Januar 1646 wurde das Schloh Marburg von Geise genvm-________________________—— ----
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