Ausgabe 
12.1.1924
 
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Gietzener Zamilienblatter

Unterhaltungsbeilage zum Gietzener Anzeiger

Jahrgang Samstag, öen ^2. Januar 2

Der Llsinbruch spricht!

Ich lag im Waldesdunkel Tief in der Mutter Schoß. Svene und S.errgefunkel Flossen zu mir durchs Moos,

Sog ich Tage und Rächte Li.bend in mich hinein, Durch meine fernsten Schacht« Wehte himmlischer Schein.

Da riß menschliche Meu'e Mich a s dämm.r d m Grund, Sie schlug die nack e Deute Mit Eisen und Feuer wund.

Brach mir Quader um Quader And trug mich in dm Wind, Sie stahl mit jeder Ader Bon meiner Brust ein Kind

And doch wird nichts euch eigen,' Wiegt die Nacht sie in Duh, Auf allen Türmen und Steigen , Träumen die Steine mir zu.

Werner Bock.

Nordische Impressionen.

Aus dem Tagebuch einer Herb st reise;.

Von Dr. Walter Georgi.

Grauer Dunst drückt schwer auf die deutsche Küste. Dor uns leuchtet die blaue Ostsee unter klarem Himmel. Daheim eine bange Zeit, eine Angst vieler um den kommenden Tag. Was wird weiten aus Deutschland und seinem Volke? Nur durch einen schmalen Meeresarm von uns getrennt, die gleichmäßige gesicherte Ordnung gesunder Völker, die kein Krieg verwundete.

Die Dünung schickte manchen Spritzer über den Bug der neuen DampffähreDanmark". Aber sie durchschneidet mit ihrer Last von Eisenbahnwagen ruhig die leicht erregten Wogen. Der kalk» weiße Leuchtturm von Gjedser kommt in Sicht. Eine weiße Küste mit grünem Hinterland uird Bauernhöfen taucht auf: Dänemark,

* >

Der Schnellzug jagt durch frischgrüne Wiefan, an roten Häus­chen mit weißen Fensterkreuzen vorbei, durch die herbstbunten Wäl­der, vorbei an Sunden und kleinen Seen, an Dörfern und betrieb­samen Städtchen. Im Eisend ahnzug sammeln Knaben deutsche Papiergeldfcheine. Sie haben sie scheffelweise in den Taschen. Die Aelteven fragen nach Dtresemann. Wird er es schaffen und das Ehaos vermelden? Am Abend läuft der Zug in den neuen Bahn­hof der Hauptstadt etn.

Es ist Heller Tag in den nächtlichen Straßen von Kopen­hagen. Das Licht der Bogenlampen schält die Häuserfronten und Plätze aus denr Dunkel der Rächt heraus, Aeberall quillt das Licht hervor, brandet gegen die Mauern und staut sich an den Straßen­ecken und Winkeln. Die Lichtreklamen springen über die Dächer und Wettelfern mit den in später Abendstunde noch hell erleuchteten Schaufenstern. Licht, überall Licht. War es nicht einstmals ebenso in Berlin? Die Erinnerung daran ist allmählich erdrosselt worden.

Soirntag in Kopenhagen. Die festlich gekleidete Menge schiebt sich durch die Straßen oder eilt nach den Sportplätzen. Beim Hellen Tageslicht besehen, fällt mir ein neuer stark ausgeprägter Zug in der Bevölkerung auf. Sie ist grr-tzstädtifcher geworden, mondäner als vor zwölf Jahren, da ich- zuletzt hier weilte. Vor allem habe ich Mühe,meine" Kopenhagenerin wieder zu entdecken. Jenen frischen Frauenthpus mit den Pfirsichwangen und dem sonnigen Blondhaar, jene lyrische Romanze, durch die der Seewind das Glockenspiel vom Rathausturm wehte. Sie erscheint mir bleicher im Teint und strenger, geschlossener tn der Form die heutige Kopen­

hagenerin. Alles ist Entwicklung: auch Frauentypen bilden sich um. Llnd alles hat einen natürlichen Grund. Das Leben ist in den Kriegsjahren nüchterner geworden. Wir wollen nicht einer roman- tischen Liebe nachtrauern. Die neue Frauengeneration hat ebenso ihre Aufgabe wie die vergangene. Sie wird von den Zeiten ge­formt. And daß sie sie erfüllt, heute wie einst, dafür bürgt der gesunde Sinn der dänischen Frau.

, _, , kem Schloßplatz von Amalienborg marschieren noch tvE«

früher die strammen Wachtposten mit den hohen Bärenfellmühen. Ltm Durchblick nach Osten erscheint der Waftenwald der Schiffs mr Hafen .Reben alten, breitspurigen Lagerhäusern stehen mo­derne vielstockige Speicher. Tradi.ivn un& Fortschritt, wie überall in Dänemarks Hauptstadt. Diese Mischung aus dem Geist H Eh. Andersens und zielbewußtem Welthandel. Es wird Abend Ich sehe an alten Häusern vorbei über den Kanal hinüber nach dem wiederhergesteltten Christansborgschloß. -Sein prächtiger neuer -^urm, der eine Krone hält, zeichnet sich scharf ab grgen den grün» llchen Abendhimmel. Daneben, der schlich.e, antikisierte Bau des Thoiwaldsenmuseums, in dem der Meister mitten unter feinen I begraben liegt. Vergangenheit und Gegenwart begegnen I auch auf dieser Stelle in harmonischem Zusammenklingen.

Helsingör auf dem Fährschiff, das zur schwedische« Küste hinubersteuert. Wie ein schwarzer Schatten gleitet zur Lin­ken der dunkle Block des KronborgschlosseS vorüber. Ein kurzer Gedanke an Hamlet, dann umtanzen unzählige Leuchtfeuer nah und fern das Schiff. Die Nacht ist kühl. Als eine Perlenschnur von Hellen Lichtern,. vor denen die Sterne verblafsen, liegt die Küste Schwedens vor uns. Wir steuern in ein rotes Licht hinein All­mählich lösen sich alle Lichter in Sinelwesen auf. Häuser, Straßen, elektrische Straßenbahnen tauchen auf. Der MasHinentelegraph spielt. Die Schiffsschraube geht langsamer. Wir sind in Hel- singborg.

Bald trägt -mich der Schnellzug nach Norden. Aengelholnk passieren wir mitternachts. Ich denke über 9 Jahre zurück an jenen ersten August, wo wir hier auf dem Bahnsteig den Ausbruch des Weltkrieges erfuhren. Man fühlt durch die Dunkelheit eine Felslandschaft. Vier Ahr morgens Gvtenburg Ich verlasse den Zug.

Ein wundervoller Sahnenkaffee im Dahnhofsrestaurant ver­scheucht den Schlaf. Dann wird es Tag. Ich stehe auf der Drücke über dem Strom, der Götaelf. Die Sonne steigt hinter der Stadt empor. Ein Leuchten huscht über die braunen Felsen und dis roten Häuser. Die weißen Schiffe strahlen das junge Licht wider, und auf den Flügeln der Möven über dem Wasser blitzt es auf. Dom Meer her weht eine köstliche Frische. An ben Felsen recken sich die erwachten Häuser G o t e n b u r g s auf. Sirenen heulen Der Rhythmus der täglichen Arbeit ist erwacht.

Dreihundert Jahre liegt heule der Beschluß Gustaf Adolfs, an der Mündung der Götaelf die Stadt zu errichten, zurück. Zur Erinnerung an ihren Geburtstag hat Schweden in diesem Sommer innerhalb der Bannmeile der Stadt eine Ausstellung geschaffen, die sich sehen lassen kann. Abgesehen von dem wvhlgelungenen Quer­schnitt durch die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung Schwe­dens bis auf die Gegenwart ist der konstruktive Aufbau der An­lage und die geschickte Ausnutzung des Felsengeländes in vor­bildlicher Weise gelungen. Einfach und festlich ließ man die Ge­bäude empor wachsen, gekrönt von einer Gedächtnishalle, die als ein schwedischer Parthenon die Ausstellungshallen überragt.

Es ist der letzte Tag der Ausstellung. Die blaue Stunde legi ihre Schleier um die weißen Bauten und die Büsche und Bäume des Parkes. Das Leuch feuer oben auf dem Felsenberg schickt schon sein Licht in die Runde. Ich stehe oben auf dem Platz vor der Eedächtnishalle. Da flammen tanzend Lichter auf und werfen ihren Schein gegen die Hellen Wände der Gebäude. Allmählich beginnt sich der weite Platz zu Füßen der Halle mit Menschen­massen zu füllen. Man will nicht versäumen, dem Schlußakt bet- zuwohnen. Jeder Goterrburger steht in irgend einer Beziehung M