Aber sie erblickten nichts. Sie sahen durch einen trüben Raum in den Himmel. Wie bei dem Hagel über die weißen oder grün­lich gedunsenen Wolken die finsteren, fransenartigen Streifen her- abstarren, so war es hier, und das stumme Schütten dauerte fort. Auf der Erde sahen sie nur einen runden Fleck weih und dann nichts mehr.

.-Weißt du Sanna," sagte der Knabe, wir sind auf dem bür* retn Grase, auf welches ich dich ost im Sommer heraufgeführt! W, wo wir sahen und wo wir Len Aasen betrachteten, der nacheinander hinaufgeht, und wo die schönen Kräuterbüschel wachsen. Wir werden da jetzt gleich rechts hinabgehen!"

Ja, Konrad."

Der Lag ist kurz, wie die Grohmutter gesagt hat und wie du auch wissen wirst, wir üfsen uns daher sputen."

Ja, Konrad," sagte das Mädchen.

,/Warte ein wenig, ich will dich besser einrichten," erwiderte der Knabe.

, Er nahm seinen Hut ab, setzte ihn Sanna auf das Haupt und beMtigte ihn mit den beiden Bändchen unter ihrem Kinn. Das Tüchlem, welches sie um hatte, schützte sie zu wenig, während auf fernem Haupte eine solche Menge dichter Locken war, daß noch lange Schnee darauf fallen konnte, ehe Aässe und Kälte durch- zudringen vermochten. Dann zog er sein Pelzjäckchen aus und zog dasselbe über die Aermlein der Schwester. Um seine eigenen wchul.ern und Arme, die jetzt das bloße Hemd zeigten, band er das Aernere Tuchlein, Las Sanna über die Brust, und das größere, bas ste über die Schultern gehabt hatte. Das sei für ihn genug, dachte er, wenn er nur stark auftrete, werde ihn nicht frieren . . x Er nahm das Mädchen bei der Hand, und so gingen sie fort.

(Fortsetzung folgt.)

Photographie in Farben.

Bon Dr. Helmut Lhomasius.

Kein technischer Fortschritt, der nicht zugleich auch einen ®?ngel auftoiefe! Es gibt auf technischem Gebiete eben keine restlose Befriedigung, keine Vollendung und das ist gut so denn jeder Mangel erzeugt ja stets wieder neue Fortschritte. Die Mangel aber, an denen unsere technischen Einrichtungen leiden, tonnen wir tn zwei große Klassen einteilen: solche die nur dem Techniker bekannt sind und von denen die Allgemeinheit nichts weitz, und jene, die jedermann auffallen, die man also stets und überall empfindet. So mag es wohl seit der Erfindung der Photo­graphie kaum jemand gegeben haben, der sich nicht bewuht gewesen Ware, wie weit wir gerade bei diesem Fortschritt von der Vollendung entfernt find. Im Anfang freilich, da war man noch begeistert. Die Maler verloren ihre Beschäftigung. Aber bald hatten sie wieder zu tun, fehlte dem Lichtbild vor allem doch die Farbe. Dann vermißte man die Plastik, und manche hätten sich bei manchen Bildern auch mehr Beseelung gewünscht.

Es mag hier unerörtert bleiben, inwieweit diese mit den rem mechanischen Hilfsmitteln der photographischen Apparatur ge- schaffen werden kann. Durch die stereoskopische Aufnahme gelang eg'^rt5?ar Bilder herzustellen, und spätere Verfahren

ermöglichten die Anfertigung von Bildern, die tatsächlick plastisch waren,, und die man alsphotographische Halbreliefs" bezeichnete, .toh jahrzehntelang fortgesetzter Bemühungen wollte es aber nw»*« ?,u erzielen, die die natürliche Farbe des

Objekts tn zufriedenstellender Weise Wiedergaben. Der Weg den maT1f^U ?EHen hatte, um dieses Ziel zu erreichen, war klar vor- touHc längst, daß es drei Grundfarben, nämlich gelb, blau und rot gibt, aus denen sich alle Mischfarben zusammensetzen lassen. Bereits am Beginn des achtzehnten Jahr- fimftW-H ha"e der elsässische Kupferstecher Le Blond Schabe- »?n?^a"?r dadurch koloriert, daß er drei Platten anfertigte. Die eine enthielt alle gelben, die andere alle roten, die dritte alle ^auen 7-eile des Bildes. Jede Platte wurde mit der ihr ent­sprechenden Grundfarbe elngefärbt und dann wurden sie nach- einander auf das gleiche Blatt Papier abgedruckt. Es entstand « 6k8 a e Mischfarben in genau derselben Tonung

.auswaes wie sie dem künstlerischen Empfinden Le Blonds ent* ^rach. Von dieser Möglichkeit, jede farbige Vorlage auf drei ?Enadsarben S.uruckzufuhren, machen wir seitdem vielfachen Ge- j ^auch, im Dreifarbendruck sowohl wie in der Malerei selbst: setzen e ÄrI*Jner h.^n. Stolz darein, mit möglichst einfacher rotlind ^n1166 ten Altfliner s°^on zu arbeiten, die neben gelb, und blaui nur, noch schwarz und weih enthält. Aber auch die

L'°s °^apSische Technik nutzte die drei Grundfarben zur Her- sttttung von farbigen Photographien aus. Die Erfolge waren »war m künstlerischer Hinsicht vielfach sehr befriedigend in tech- beÄbi n^ gelingen, das Ideal zu erreichen. Dieses

besteht darin, daß man, wie bet der gewöhnlichen Photographie! auch, von einer Platte beliebig viele Abzüge auf Papier zu machen i" em Album legen, einr^hmm oder hangen oder sonstwie aufbewahren kann. Statt dessen gluckte es nur, zwei Verfahren auszubilden, von denen

- iMcht nur in der Weltgeschichte, auch in der Technik aibt es rnnn A^Attzttät der Ereignisse. Fragen, an deren Bearbeitung man .sich lange Zeit hindurch abmühte, werden plötzlich von zwei oder sogar von mehr Erfindern gleichzeitig gelöst. In gewissem ifft öer Ereignisse auch auf die Photo*

4 natürlichen Farben zu. Freilich ist es hier nicht das i>as gleichzeitig mehrfach seine Losung fand, !?ndern es ist ein anderes Problem dieses Zweiges der Technik das nunmehr ebenfalls zur Vollendung durchgebildet wurde: der naturfarbene Film Hier lagen die Verhältnisse noch schwieriger uhenden Bild. Schon dieses erforderte bei der fav» btgen Aufnahme auf Platten eine sehr lange Belichtungszeit. Beim ^t°Egte>i Film nnlßte die Belichtungszeit jeden Versuch den^^ Ligen Film zu schaffen, als aussichtslos erscheinen lassen. Man rann doch nicht, daran denken, farbige lebende Bilder herzustellen wenn man bei jeder einzelnen Ausnahme vielleicht eine halbe Mi-' Diese Schwierigkeit schreckte aber die ^ttnoer nicht ab, wir haben nunmehr den naturfarbenen Film, As dem die Aufnahme nicht langer dauert, als beim gewöhnlichen ^tvarz-welß- <zilm. Es war der Berliner Phototechniker Horst der diesen neuen Film schuf. Auch er bedient sich der fogenannten hro?^'b..b- er erzeugt unter Verwendung von drei Farbfiltern gleichzeitig drei Bilder, die dann toieöerum unter tBenußung ber Filter zur Deckung gebracht werden, so daß sich ^?n4s^A ^tt addreren und ein farbiges Bild ergeben, das alle Mißfarben enthalt. Es kommen also hier die Grundlagen der hu ^Aheschen Farbenphotographie zur Anwen-

dung. Natürlich hielt es schwer, diese Grundlage auf den Film gu übertragen. Dies gelang dadurch, dah drei Objektive dicht untereinander gestellt wurden, von Denen jedes mit einem FarL- filter ausgestattet wurde. Es entstehen so auf dem Fstm von jeder Bewegungsphase des aufzunehmenden Vorgangs immer gleicht W ^ ^A^^^^E "ntereinander liegen. Jedes dieses Bstoer hat die gewöhnliche Gröhe eines Filmbildchens. Es wird mit der gewöhnlichen Geschwindigkeit gedreht, so dah also sechzehn Aufnahmen, d. h. in diesem Falle sechzehn mal je drei Bilder in Der Sekunoe entstehen. Sie Bilder werden bann unter Benutzung F wieder auf den Vorführungsschirm gewvr-

Auch hier wird die übliche Geschwindigkeit innegehalten. GS ZEe eine besondere Konstruktion erdacht werden, die trotz dieser Geschwindigkeit die sichere Deckung der drei Bilder gewährleistet auf dle ja alles ankommt. Diese Deckung bleibt während beS ganzen Laufs des Filmbandes erhalten, fo daß die vorgeführten Aufnahmen von einer verblüffenden Schönheit und 2taturtreue A4 dem Film neue Aussichten: Bei fS Gestaltung wirb neben dem Dichter und dem Architekten auch der Maler in entscheidender Weise mitzuwirken haben. *

k^nes diesen Anforderungen entsprach. Das eine war bas Miethesche, bei dem durch drei in Öen Grundfarben gefärbte Glas» ptEen. sogenannte Lichtfilter", gleichzeitig drei Aufnahmen gemacht wurden, so daß drei schwarz-weiß Diapositive entstanden. Wurden diese wiederum durch die drei Lichtfilter gleichzeitig derart auf eine Leinwand geworfen, baß sie sich deckten, so end- stand ein naturfarbenes Bild, das jedoch verschwand, sobald der Projektionsapparat außer Tätigkeit trat. Das andere Verfahren war die Photographie auf Glasplatten, wie sie zuerst Lumiere angegeben hatte, und die später in mannigfacher Weise abgeänbert wurde Wie man sie abändern mochte, das Ergebnis blieb stets bas gleiche. Man erhielt eben niemals ein Papierbilb, sondern leber Aufnahme eine Platte, die sich für gewöhnlich in ®d)toarz-weih-Manier zeigte. Erst wenn man sie gegen bas Licht hielt, wurden die Farben erkennbar. Aunmehr dürfte jedoch auch auf diesem Gebiete das so lange erstrebte Ziel erreicht fein: bie farbige Photographie ist zur Tatsache geworben. Auf ge» Ebenen Grundlagen weiterbauenb hat sie Frau Minha Dührkopp in Berlin in mühseliger Arbeit zu hoher Vollendung durchgebil- s'.io Die Eigenart des Verfahrens liegt in der Ausnahme einer* jeits und andererseits in Der Weise, wie die Kopien angefertigt werden. Wer sich nach dem neuen Verfahren farbig Photographie* ren laßt, merkt nichts davon, daß hier eine besondere Methode gur Anwendung kommt. Es erfolgt eine Aufnahme wie immer, c ®er Belichtungszeit vorgenommen wird. Die Kamera

11. Etwas anders aus. Sie zeigt einen vieleckigen Quer* H Dies kommt daher, weil sie drei Platten enthält, vor jeder Platte steht eines der uns schon bekannten Lichtfilter. Eine in bet Kamera befindliche optische Einrichtung bewirkt, baß das auf­genommene Bild gleichzeitig nach drei Aichtungen gespiegelt wirb, auf jede der drei Platten trifft. Durch einmaliges Oeff- neu des Objektivs erhält man also gleichzeitig drei Bilder, von denen das eine die blauen, das andere die gelben, das Dritte bie roten Tone des Gegenstandes enthält. Die Platten werden ent* wtaelt. vergrößert unb nach einem bestimmten Verfahren ein* gefärbt: bie eine rot, bie andere gelb, die Dritte Mau. Atm werden sw nacheinander auf einem Kopierpapier abgebrüeft, da» Die Eigenschaft hat, bie Farbe aus ihnen aufzunehmen. Das Ergebnis ist eine Photographie in natürlichen Farben, bie auch Den weitest gehenden Ansprüchen genügt, unb die in beliebig bieten Abzügen hergestellt werden kann.