Ausgabe 
9.8.1924
 
Einzelbild herunterladen

rt i t t > it

r t

Eichener KnnillenblAter

Unterhaltungsbeilage zum Siebener Anzeiger

Jahrgang2, Samstag, Oen 9. »ngnft nnmmerss

Vaterland

r,,«»9Iber ist nun eigentlich einLandstädtchen"? Der Grvta Ätzchund Lem^L

Ernst Moritz Arndt.

Aus hessischen Dörfern und Städtchen.

Erwandertes und Erschautes von K A.

(Schluß.)

§ -r ein GEman», und ist d^ E ta ZZbifö S Sauern. Aber der Bürger in den kleinen Landstädtchen ist Bür- g er, auch wenn er Landwirtschaft treibt. Dieser Bürger ist im ^v^schrittlich gestimmt, wie der Bauer kon- servativ ift. Man beachte, bäh es sich da um seelische Granta emstellungen handelt, nicht um politische Parteistellung Oft trifft fa zusammen. Aber nicht immer. Mi- es Bauerndörfer gib«, ^9STt£>nfe^at?i> nD* Sur Fortschrittsfahne schwof 5?48e em Revoluzzer war, so gibt es auch Bürgerst« dtchen, die heute konservativ wählen weil sie dort wirt­schaftlichen und politischen Fortschritt am bL^treten glaLm Übrigm sind diese Städtchen durchaus nicht nach einer son^rn offenbaren sich dem liebevoll^ Beobachte Z^'^-zelcharaktere. Da sind zunächst die Aerren, stadtchen , Ltch, Laubach, Büdingen, Erbach i. O. u. a., in

Denn für den Bauer gelten eure Bewohner alS ^dt .rückständige Landbewohn^

^ende und kalte Klügler aufgestcmden in Siefen Dagen die sprechen m der Nichtigkeit ihrer Herzen- Baterlandünd Frechett, leere Namen ohne Sinn, schöne Ät ml t Sa/a rtl9xn ßetort es dem Menschen Wohl geht, da ist sein Hf^H^sind Z dte Lme^LeZkr ^uf^KsauÄ I s'^stssch Ms Dovf^über WoTaiSS

L^r^lte gerichtet und vernehmen nichts von dZ Mehkn bSS 2M. Städtchen. Einfach und ^'saffch ütadteD Zo^r Mensch aber soll lieben bis in ta Ä ©tctot und Dorf entscheidet nicht die ZahllfonL ta B E von seiner Liebe mmmer lassen noch scheiden / Das I Exrrrrich dem Städtegründer hata wir in der G»

wei? kbm ZJSZ Wisset, und kein tierischer Mensch, I sefernt: Gr lieh die sreiwvhnenüen deutschen Sauern

SaUnnb TL-nUrL Darum, o Mensch, hast du ein ^Lehnte muhte in die Stadt ziehen. Ich

v1?968 ®an6' «n geliebtes Land, eine Erde, wo- | M4' 68 Reffen so gegangen ist, glcmbs eigentlich rädst

nad) deme Sehnsucht ewig dichtet und trachtet / Mo dir Gotte« i ®er ^ttta ist wahr an di^er Sache, nämlich dansicoin tew Men wo dir die Sterne des HimmM zuZt leuchk Leute sanden, die losgeM toZn ^m tS

fefne ShZZ ZZ Allmacht offenbarten E I IZZ'q Volk, Kramer, Handwerker, HemendiE

setm durch die Seele bZ- nicht mchr in erster Qinte to ©nnS

I, - «1 ^rebe, da ist dein Vaterlaich. / Wo das erste I E, bestarrd. Der Bauer brich dort, wo sein Acker laa OtrZZsiA9 ^?^nd über deine Wiege neigte, wo &etne I S^Ltonn '?1 Räuber sein Vieh wegtreiben und sein Haus niedA mZrZZ 3lolf Freuden auf dem Scho he trug und dein «Ber Me ©run&tgge seines Lebens, tat Acker, tonnte

ZZ ta Weisheit ins Herz grub, Ta ist tarn fe? Mensch ihm forttragen. Diese anderen Leute ata Batten

da ist dein Vaterland. / And seien es kahle Felsen und öde I !^ nert Rcker. Ihr Vermögen war fahrende Habe und wenn fönen

Mühe dort mit dir, du muht das I Z ^9^Tt konnten sie betteln gehn Darum suchten^

taZ TrZlZ &e?n Z 5ift E Mensch und sollst nicht ver- | wo Mauern, und auf den Manern Wachts

geffen, sondern behalten in Bernern Herzen. i dm Bürger schützten in ta Nacht und in Zeiten der Gefahr

And sie brachten in die Städte etwas hinein, was sie arundleaenü schied vom Bauerndorf: tat Bürgersinn. Ich kann hier in d?sfer Z die tieferen Grundlagen dieses Unterschiedes emgehen, wir mögen uns damit abfinden, tast er da ist, uno5aA «L Merkmal ist, ta Dors und Städtchen scheide?

Es gibt Städtchen mit überwiegend landwirtschaftlicher Bevölte- Iw e £nE> 3to<!r Landwirte, ata fetneSaZn?

?v5^eeltfche Einstellung ist eine durchaus bürgerliche. So wird Zi12Zet? xni!nZ Emm Acker freiwillig hergeben, auch nicht in ton f? irLvne'f 3t^r&aii schlecht rentiert. Der Acker ist für nl ÄT Grundlage feines Lebens, tast er sich ein Leben -- ?J?n ÜB^Öauät mcht vorstellen kann. Gr wird eher bereit

> I fernen Freund, seine nächsten Angehörigm, ja sein eigenes

e I herzugeben als seinen Acker. Denn was soll er das Leben

I <? Lten - er lernen Acker hat, an dem Dies Letat 'Batten

Don tai Berschietatheiten der einzelnen Dvrfcharaktere fvra- chen wir das letzte Mal. And das mag uns überleiten zu dem zweltm Svndercharakter unserer Landbevölkerung. Neben dem xZ sEr eigentümlich ernsten Lebmsentfaltung, sei- B08 talme&r em still-ungesehenes Wachsen als ein be° Wuhtes Wollen ist, flehen einzeln verteilt übers ganze Land kleine

Brennpunkts des Lebens, die noch halten, wmn er keinen Acker un «ui «*» V

Landstädtchen! £3S ^ZL^s dem Alten Testament, der Teta

meine Gedanken dorthin wandern, dann steigt das ganze I das war ein rechter Bmie? terll^OT '3Bctntarg hergab,

gss »ÄÄ'ÄÄS «.S »M* °°m ««ew ft^eln. Welch ein Hochgenuß, am stillen HerbstcRnd in eurem 9etoor5en «ls der Acker. Darum

MÄden Licht zu sitzen und staunend die Wirkung der im Wasser I ®ta&t<ta Leute, die ihren Acker verpachtet

yÄtachenmt Strahlen auf den helleren und dunklerm Lederstücken I Leben ohne ihn zu führen. Das ist

zu beobachim. Noch steigt mir euer feiner Lederaeruch in di? Is A^Etaugm etwas ganz Anmögliches und zeigt, tast wir Rase^und noch lausche ich mit gespannten Sinnen den ^schichten Zn^nnL\Zt9oan^r8arti9en Lebensauffassung zu tun

von tan alten Meistern, die nach Offenbach zur Ledermesse rn Zn i -?1- Dabet sind &te ßan&toirte in diesen Städtchen beruflich als noch keine Eisenbahn ging, im langsamen Postwagm! und ta chrer r® f,tn& la Burger D. H. sie sinh in

Me getoaUige doppelläufige Dorderladerpistole m der ta ÄÄ 9nZ ^nb ma^en I«Ben Fortschntt Npcktaschs und der andere hatte sich von der Hausfrau eine Tüte '^ren Ackerbau zunuh, während der Dauer

nnt .... Asche und gestvtzenem Pfeffer mitgeben lassen um es I Zt Ion9® Zan öerumkaut, ob er die neuen Moden der Stadt- rZU&eZ in8 Besicht zu streuen, die of? genug in den un- rhrH&Z L <3U verwechseln ist dieser Santa

helmltchen Mainntetaungen die Kutsche anhielten und ausvlün- I mtt bem sogenanntenManschetten»

taten. And waren sie auch Konkurrenten, die Nachbarn Schuh- I Z wirklich Bauer. Seine Dorfahren hatten alle Dor­

macher, daheim im Städtchen und in Offenbach auf der Mess' I »X rZ Ä C8aue,rn- i!nter 5em Einfluß der Grvst- wenn sie in der Postkutsche sahen, da Laren sie BAider u!rd tau dte U& 6ie ®etfcc behalten, und

Kollegen, denn da gtngS ums Leben und um die Geldkatz! I ßmliten bmzugenommen, ohne ihre Vorzüge

£» «* t. TtaWfcMr ta Mf«n MW » I.Ä-M.Ä«.!«S <M

?ls Vtergähriger die Geheimnisse eines Ambotz studierte, und ta ersta fügen, s^vabischenMoscht" trank, und nachher meine ^vtter in Verzwetflung brachte, weil das Kind nicht krank war und doch auch mcht gesund, bis die alte treue Magd mit Kenner- Mne und echtem Schwabendialekt erklärte:Der Hot Moscht ge- xH , bu alter treuer Freund, noch steht deine dunkle

^v.Ehvhle vor mir, wie im Hintergrund^ das Feuer unter dem s<^eren Atem des Dlasbalges auflebt, und goldene Funken blneinsprühte. Ob du es Wohl ahntest, M vüt dem kleinen Buben, ta siebenjährig dir die Hand zum

Heimweh nach tat Zauber deiner Schmiede-

Werkstatt durchs ganze Leben wandern würde? . ,^Mnnn , . tr c

HAische Landstädte, diese ZeUen follen m,ch eineEhren- SS ate SelÖZe

EMS fein, wenn auch alles auf euch WmMiM euch über I ÄmÄTS