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©er Mensch dieser Erde, der immer suchende und forschende, bat es vermocht, das bewohnbare Land unseres Planeten der wissenschaftliche Erkeimtnis zu erschließen. Er ist blä ut &teötf- wüsten der Antarktis vorgedrungen und in die Hecken Steppen
Rätsel der Tiefsee.
Don unserem wissenschaftlichen W.-mttarBeiter.
so weit rückt man gegen Sonnenuntergang vor.
Als eine imvonierende Leistung erscheint einem die Erbauung und die Aufrechterhaltung der Bahnstrecken, wenn man einmal selbst auf der Linie gefahren ist und sieht, welche unendlichen Entfernungen und welche Hindernisse überwunden werden mußten. Allein das Aufseilen und Festlegen des besten Durchganges durch das Gebirge mit seinen Schluchten und Abhängen, seiner grenzew losen Einsamkeit un& Wildnis, wo Sie noch heute Daren und Elentiere und anderes Edelwild schießeiikoniien.Anüdie dauernde Aeberwachung der Strecke! Freilich ist der Dahndienst vielfach auf die einfachste Formel gebracht. Zum groben ^eil ist die Strecke eingleisig, Signale und Schranken gibts vielfach überhaupt nicht. Wo eine Straße (selbst in der Stadt) die Dahn kreuzt, steht einfach ein Warnungspfahl mit zwei gekreuzten Armen. Railwah Crossing". Wer über die Geleise will mag selber aufpassen! And Signale? Sn dem westlichen — kultiviertesten Seit — hatten wir aus irgendeinem Grunde Aufenthalt auf freier Strecke. Da lief ein Zugbeamter mit einer schwarz lackierten Dlechröhre etwa 800 Meter zurück, entzündete dort ein Oelfeuer dicht am Geleise, das einem etwa folgenden Zug warnen sott, und das Signal war fertig. Der Mann kommt zumck steigt auf und signalisiert bei einem neuen Halt in gleicher Weise Kreuzende Strecken laufen einfach im rechten Winkel u&er unsere ©e» leise hinweg, und' ratternd saust der Zug über die Kreuzungsstucke. Wenn Weichen kommen, steigt der Mitreisende Weichensteller aus, stellt, während' der Zag kurz hält, seine Welche, steigt wieder ein, und weiter gehts. An einzelnen Stellen gibts auch automatisch durch den fahrenden Zug bestätigte Signale. Aber im großen und ganzen ist die Strecke bar von (Beamten und Einrichtungen, aber es geht auch so. Freilich wohl nur, sobrnge der Verkehr nicht stärker ist als bisher. Auf jeden Fall hat man trotz der nach unserer Auffassung primitiven Streckensicherung und trotz der manchmal fabelhaften Geschwindigkeit niemals etn Gefühl der An-
vker Sagen Bahnfahrt machen, so, als o9 sie Bei und von (Berlin nach Düsseldorf reifen. „
Sn Calgary, am Eingang der Rocky Mountains z. D. war irgendein Fest, bei dem auch Reiterspiele auf eingerittenen Pfer- d«i und Stieren vorgeführt werden sollten. Um dies zu sehen, reisten mit uns zwei junge Damen von Qllontreat nach Calgary, &. i. eine Strecke von 2243 Merlen oder über 4000 Kilometer! Sausend Kilometer sind eben in diesem Lande der ungeheueren Entfernungen wo es noch heute Anfiedlungen gibt, die brS zur nächsten Bahnstation einen Anmarsch von ^? Kl>m h^en nicht mehr als bei uns hundert. Den besten Degrifs von der ^Sette, dr man bis Vancouver durchreist, gibt vielleicht der Hinweis, daß man, von der atlantischen Küste aus gerechnet, fünfmal, von Montreal aus dreimal die Uhr um eine Stunde zuruckdrehen muß,
fahrt wenn das Wetter einigermaßen günstig ist, keine Anstren- gung'bedeutet, kann ja als bekannt güten, und die vier Lage Dahn- fahrt weichen Shnen so rasch verfliegen und so viele Eindrücke bieten daß Sie schon wieder auf dem Dampfer die Wellen deS Pacific rauschen hören, ohne daß Sie überhaupt zur Besinnung gekommen sind Die vorbildliche Sauberkeit in der Dahn, die inan ja auch auf den- Schiffen und in den Hotels erfreut feststellt, wird Ihnen auch ermöglichen, mit dem Staub fertig zu werden, dem einzigen Störenfried, der sich während der 90 Stunden durch Kanada unangenehm bemerkbar macht. Und Sie werden am Schluffe der Reise in Vancouver genau so frisch und Bereit für neue Eindrücke sich von der Schönheit und Lebendigkeit dieser lungsten Großstadt am Pacific hinreihen lassen, wie ich es jungst getan habe.
im Flugzeug, um die Verhältnisse der oberen Luftschichten zu er- forschen sich in Höhen von über 7000 Metern über die Erdoberfläche erhoben. Er hat weiterhin die Siefen der Erde durchwühlst und Bohrlöcher bis fast 3000 Meter vorgetrieben. Aber eines hat der Mensch, der die höchsten Höhen der Erde erklomm, nicht vermocht: in die Siefen des Meeres hinabzusteigew Denn daß ein Sauchbovt sich einige Meter unter die Meeresoberfläche herab- lassen kann, daß ein Saucher allenfalls bis zu hundert Meter hm- umerfieigi — das will im Vergleich zu den ungeheuren Ab- e i gründen der Meere nicht das Geringste bedeuten-Der M°er^- . | boden ist unbetretbares Land, gebettet in tiefste macht, be- ' lastet mit dem gewaltigen Druck der Wassermassen. And dennoch.
wich diese Einöden haben dem Forscher bereits viele ihrer wahrhaft tiefen Geheimnisse anvertraut. _ , e <
Es bedeutet ein besonderes Ruhmesblatt der deutschen Wissmi- schaft, daß sie auch auf diesem speziellen Forschungsgebiet an der
frühester Morgenstunde von Canadians oder Gnglishmen besetzt I Md^e daUe Morgenpfeife raiuchen (ihre Vormitwgs- Mdtags-, Rachmittags- und Abendpfeise natürlich ebenso), aber iMnerhin, das ist noch nicht so schlnum. Mag fein. daß daß. nur Mitteleuropäern das Soilettemachen in alter Oeffenilichkedoder wenigstens Halbösfentlichkeit etwas Ungewohntes ist, was dem in jeher3 Hinsicht weniger genierten Amerikaner als Selbstverstand- lickkeit erscheint — Viel weniger anfreunden konnte ich mich mit der eigentlichen' „fection“, dem Schlafgemach selbst. Zwar sind die Betten breit, aber ach, der Gang ist so schmäh und das obere Bet. bä'rat einem so beängstigend' nah u&erm Kopf, daß man fori AKn^i^Gefahr Aich die Fußzehen abtreten zu lasten-.wenn man sich hinter dem Vorhang stehend, ausziehen will, oder sich den Schädel einzurcmien, versucht man's im Bett sitzend oder kniend. I Aach einigen Sagen hatte ich ja schließlich einige Ue&ung, J^e Prozedur der An- und Auskleidung im ßi’gm zu Mll, e5en. a&er nach wieviel Stöhnen und Schimpfen und Fluchen! Dazu tein Platz fürs Gepäck, an nichts können Sie heran, und dann die Hitze •
Aus jeden Fall: wenn Sie durch Kanada reifen, bestellen Sie sich in Montreal oder besser schon aus dem Schiff vou Europa wenn nicht schon gar in der Heimat (Sie könnens bei der Canadmn Pacific in Berlin oder Hamburg), feine „sectwn bezahknSie einige Dollars mehr und lassen Sie sich einen Platz i'n Eompart ment-car geben, d. i. ein Wagen Mit abgeschlossenen Abteilen die je zwei Betten, eins unten und eins ooen, enthalten das obere wird natürlich auch nur während der Rächt aus der Decke her untergeklappt — außerdem aber reichlich Raum zumAn-und Auskleiden, zum Soilettemachen zum Aufbewahren des Gepäcks bieten und mit eigener Waschtoilette, Frisierspiegel, Frisier, stuhl usw ausgestaiiet sind. Sn solch einem Kompartiment laßt sich die lange Reise ausgezeichnet ertragen, um so mehr, als man am Sage sich doch meist im Parlour-car oder — wahrend der^herr- lichen, unvergeßlichen Fahrt durch die Rocky Mountams im Open-tvp-observativn-car aufhält. .
Der Parlour-car enthält neben einigen Kompartiments einen geräumigen Salon mit breiten, hohen Fenstern, Teppichbelag und Etwa anderthalb^ Dutzend bequemer Ledersessel. Rebenan befindet sich eine Bücherei mit Zeitungen, Soumalen und auch einem ganz stattlichen Dücherbestand. Auch etn Schreibtisch ist da und bet dem ruhigen Gang der Wagen kann man seine Schreibarbeiten nahezu so bequem erledigen wie rm Hotel oder auf dem Schiff oder au Hause Ferner steht den Gästen des Parlour-car etn besonderes Büfett zur Verfügung, da der Weg bis zum Dining-car etwas wett wäre Denn der Parlour-car ist immer der letzte Wagen, da sich an seinem Ende noch eine offene Plattform befindet, die es ermöglicht, ganz im Freien zu sitzen ein Dergnugen, das zuweilm nur durch den allzustarken Staub oeeintrachtigt wird. Man merkt . '
die Stunden kaum, wenn man so im Parlour-car bequem m den Also: wenn Sie von Deutschland nach Ostasten wollen, wählen Sessel gestreckt, die Soronto Evening News oder die Daily Rews I über das schöne, interessante Kanada, der Sie in
von Moose Sato oder Chapleau oder Regina oder sonst emer der 2g von Hamburg tiach Bokohama führt und eine abwechs- kuriosen Präriestädte studiert und dabei in aller Behaglichkeit das I [UTDggrei^>e nie ermüdende Reise gewährleistet. Daß die See- Land an sich Vvrüberg leiten läßb And das Schaum wird uns nie I ‘ « - - - - ------------- =" ««• ornftrOTTe
langweilig, denn fast immer gibts etwas Reues, interessantes zu sehm seien es die meist französisch eingestellten Siedlungen un Osten des Landes mit ihren entsetzlich nüchternen slachdachigen Holzhäusern, primitiv und- engräumig oft bis zur Anwohnluchked, sei es die wilde Waldeinsamkeit zwischen Montreal un& dem Lake Superior mit den in unerbittlicher Gleichmäßigkeit immer und immer wiederkehrenöen Srümmerfeldern abgebrannten Walc.es, ein Bild von geradezu niederdrückender Trostlosigkeit,, fei es die wunderschöne Fahrt am See entlang, oder die 30stundige Reise durch die Prärie, die so ganz anders aussieht, als man sie sich gemeinhin vorstellt, oder sei es schließlich der glanzvollste -.eil der Reise: die 24stündige Fahrt durch die Kette des Felsengebirges im Westen And hier hat die Dahnverwaltung durch Anlage des Fahrplanes und Bereitstellung des offenen Aussichtswagens gs- sorc-st, daß man das Gebirge, unbehindert in der Aussicht, in seiner ganzen majestätischen Schönheit genießen kann. Allein oiese Fahrt durch die Berge lohnt es, die drei Sage vorher aus der Bahn zu liegen, so gewaltig, ständig sich steigernd ist der Eindruck, gekrönt am Schlüsse durch den Anblick der unvergleichlich schon gelegenen Hafenstadt Vancouver an der Küste des.Pacific, wie die Verbin- duna- Zwischen Eisenbahn und Aeberseedampfer nach Ostasien und . couiim ueu «muu«» w.9w....3;.. --- — w.»
Australien 'bergestellt wird. Vancouver, gesehen vom Dachgarten,. uni> Wüsten ferner Zonen er hat die (Bergrtefen erftiegen unh hat d^ Vancouver-Hotels oder von einem der Felsvorsprünge im < - -----.....- ^-ren Luftickichten zu er-
Stanley-Park, wer vermöchte das herrliche Bild je zu vergessen!
So reift man quer durch einen Kontinent und würde ohne Murren noch einige Sage weiter reifen — wenn man im Cvmpart- ment-car schlafen'kann. Die „sections" sollten polizeilich verboten werden, dann wäre die Fahrerei einfach ideal. Rebenbei: Der ganze Zug ist nur mit Fahrkarten erster Klasse benutzbar: für das Bett ist ein besonderer Zuschlag zu zahlen, und zwar kostet von Mvn- .
treal bis Vancouver eine „fection" mit zwei Betten einschließlich | untersteigt , Steuer 50.70 $, ein Kompartiment 79 $. Wenn man diese Preise ™
ansieht — der eigentliche Fahrpreis kommt natürlich noch dazu —, wundert man sich etwas, was für Reisende man zum Seil im Zuge sieht; Leute, die in Europa tu der ersten Klasse völlig unmöglich wären. And man wundert sich als Deutscher mit den beschränkten heimischen Raumbegriffen, wie hier junge Mädchen allein oder zu zweit oder Britt Vergnügungsreisen von zwei, drei,


