SS -

Mrwüftsn Wege zwischen Berlin und Paris übermittelt. Schließ- lich «öffnete die Selenzelle, die aus jede Lichtänderung durch eine Mterstandsänterung und damit Stromschwankung reagiert, di« Aussicht auf eine drahtlose Aebermittlung derartiger Bild«. Eine Anwendung wäre es z. D., wenn die Wetterinteressenten durch Einschieben eines Formulars in ihre SmpfangSapparatur sich die Isobaren darauf zeichnen lassen könnten, .wodurch eine sofortige Verbreitung garantiert wäre.

Dies fei nur wenig von den garnicht auszudenkenden Mog° lichkeiten, die in der Entwicklung der Technik liegen. Wer sich heute einmal tagsüb« an eine Empfangsapparatur besonders für hohe Wellen setzt, der ist erstaunt über das Gezwitscher und Ge­tute von Mvrsezeichen, das dem Telephon entströmt. Von der eigentümlich singenden Betonung aus Rom und von dein Krächzen der Sch-iffssender bis hinauf zu den höchsten Tönen. Teils geben sie rasend schnell, während andere wieder langsam und beruhigend ihr ta te ta dazwischen werfen. Und doch ist bei festgesetzten Sende­zeiten in diesem Meer von elektrischen Wellen ein Verkehr zwi­schen zwei Stationen genau so gut möglich wie durch den Tele­graphen. Es bleibt natürlich nicht aus und hat unseren Funkern schon manchen Fluch gekostet, daß in das trockene Zahlenmaterial der chiffrierten Wettertelegramme auf einmal ein inWellen­nähe" Befindlicher neueste Nachrichten kräht oder Operettenklänge die Punkt- und Strichreihe unliebsam unterbrechen. Und immer isichter wird die Atmosphäre von dem durchdrungen werden, was den Menschen der heutigen Gesellschaft interessieren und unter­halten kann. Sind es doch nicht weniger als neun Sendestationen, die für den Unt«haltungsrundfunk in Tätigkeit treten sollen und »um Teil schon sind. Königsberg und Breslau für den Osten; Berlin, Leipzig und Hamburg für den mittleren Teil Deutsch­lands; Münster, Frankfurt, Stuttgart und München für den We­sten und Süden. Ob dies erfreulich ist? Es ist gut, auch solche neuen Errungenschaften einmal von zwei Seiten zu betrachten.

Dem Rundfunk die Gröhe seiner wirtschaftlichen Bedeutung abzusprechen, ginge zu weit, dagegen scheint es mir gewagt, ohne Vorbehalt die Radiounterhaltungsbewegung mit dem bedeutungs- dvsien WortKulturfvrtschritt" zu belegen. Es steht natürlich fest, dah sich eine Idee in ihrer technischen Auswertung und Ent­wicklung nie aufhalten lassen wird. Und wenn man sich den Men­schen auf den Urzustand zurück denkt, so wird er jedesmal wieder anfangen, aus dem Stein einen Hammer zu machen, statt des Steines ein härteres Material zu nehmen und so die ganze Reihe der technischen Errungenschaften hindurch. Es soll auch nicht ver- karmt werden, dah gerade sowohl die theoretische wie praktische Be­schäftigung mit der Technik große Begeisterung und Befriedigung Hervorrufen kann. Wer toußfe vor einigen Jahren außer den Fachleuten schon etwas von Elektronenröhren. Dem Physiker im Laboratorium waren sie ein kostbares Gut, das er liebevoll be- bandelte, und man war recht im Druck, wenn eine solche Röhre durchbrannte. Heute weih jeder Sekundaner davon zu reden, oder hat sie selbst.

Und doch, es droht in all dem eine Einseitigkeit und Mechani­sierung unseres ganzen Lebens. Eine Loslösung von der Ratur und zum Teil verkehrte Anlage der freitoerdenden Kräfte. Aie- mand wird z. D. den alten Griechen ihre hohe Kulturstufe ab- sprechen wollen. Heute ist man versucht, es bei den Menschen zu tun, die dickbäuchig und glatzköpfig im Klubsessel bei Wein und Zigarren sich Wunderwerke unser« großen Musik« per Radio in die Ohren blasen lassen. Und es gab einmal eine Zeit, da gab es auch Musik man versuche sich einmal den Sängerkrieg auf d« Wartburg vorzustellen.

Niemand wird sich eines bangen Gefühls «wehren können, wenn « im Kunstlicht des Groß-Berliner Kinos kranke, schtvind-- süchtige Menschen in den unnatürlichsten, unästhetischsten Kleidern ausgerechnet dem Nibelungenfilm zuseben sieht. Man verseh» sich in die Zeit, die den Stoff zu diesem Werk geben konnte. Damals bedeutete der Kampf eine Auslese unter den Besten. Heute ver­mag ein Schwächling in körperlich« und moralisch« Beziehung mit einer gut gezielten Gasgranate einen Haufen wertvoll«, Men­schen zu vernichten. Ab« es ist kaum zu verwundern, das zeitweise sich Flüchten vor allem Künstlichen in eine vollkommen unberührte Natur wird einem ja immer mehr erschwert. Weite Flächen Deutsch­lands sind schon Fabrikgelände, eine Unmenge Tierarten sind ver- drängt und ausgestorben. Und hört man davon, daß jetzt d« Herzogsstand in Oberbayern zu einer großen Radtostation aus­gebaut wird, so vernimmt man das auch mit geteilten Gefühlen. Man kann ein« solchen technischen Großtat volle Bewunderung »oller, und doch ist wieder ein Stück Natur geschändet. Mit mäch­tigen Kabeln hat der Knirps Mensch den Bergriesen an den Boden gefesselt.

Vielleicht wird ja die Technik selbst einmal ihre eigene Ge­fahr abwenden. Die Telephondrähte werden mit der Zeit ver­schwinden, ter Ruh und Staub ter Eisenbahnen hört bei Elek- trisi«rmg d« Bahnen auf. alles technische Leben wird.sich mehr und mehr um einzelne große Kraftzentralen konzentrieren. Aber dies ist nur ein schwach« Trost. Und was Anfangs wie ein Riesen- fortschritt aussieht, ist auch ein Fortschritt, ab« ein Schritt weit« in dem Zeitalt«, das durch den Untergang d« Seele gekenn­zeichnet ist.

Seite, der MckzaK»

Don Anselma Seine.

(Schluß.)

Helte blickte hinein. Da bemerkte «, daß der SWvt sich nach nmen mächtig erweiterte, so dah « gleichsam die Kuppel ein« großen, schwarzen Höhle bildete, die durch einen rvtglimmenden Feu«see schaurig «leuchtet war. Dicht neben dem See, gerade unter ter Esse, befand sich ter Amboß des Schmiedes. Ihn selber sah Helte nicht. Gr blickte nur ein paar rote, haarige Arme von fürchterlich« Kraft, die lebendigen Fichtenstämmen glichen. Diese Arme hanti«ten mit einem großen Schüreisen in ter Glut des mächtigen H«tes, ter die Hälfte ter Höhle einnahm, so daß glühende Steine heraufgeschleudert wurden, die an Helte vorbei­flogen wie betrunkene rote Monde. Hetzt entdeckte Helte auch das Gesicht des Schmieds. Es war ater von Rauch und Qualm der­artig geschwärzt, daß es sich von dem rusigen Hintergründe der Höhle nicht abhob. Darum sah Helte nur den starken, roten Bart, ter wie eine hin- und herschwankende Flamme in ter Luft zu hängen schien und die lange Haarmähne, die harsch und stur Mn das unsichtbare Gesicht Herumstand, wie ein zackiger Flammew- gürtel.

Da jetzt die Glut des Schlotes einen Augenblick den Atem an­hielt, faßte Helte Mut und glitt hinein in bett Schornstein.

Als ter Schmied sein Sprüchlein hörte, lachte « so sehr, dah er sich hinsetzen muhte und die Schlangen, die wie ein bunt« Zaun den Feuersee umgaben, sich vor Lust bäumten. Dabei fuhr fein Bart so heftig durch die Luft, wie die Flamme bei einer Feuersbrunst.

Das Beil, von dem du sprichst, könnte ich wohl schmieden," sagte « endlich,ater es tut Mr leid, daß du die wack«e Eiche fällen willst, die den Himmel mit seinen dummen Lichtern verdeckt. Da du ater nun einmal durch meinen Schlot gefallen bist, so bleite nur hi«. Du scheinst mir ein mutig« Bursche zu sein, ter die geraten Wege nicht liebt. Das gefällt Mr. Ich will dich darum in die Lehre nehmen. Es wird dein Schate nicht sein. Denn tolr, die wir im Finstern wohnen, können gar manche Künste, von denen ihr Leute draußen im hellen Tageslichte keine Ahnung habt."

Ater wirst du mir auch daÄ Beil schmieden?" fragte Helte, dem die Rete des Rotbartes nicht gefiel.

Du selb« sollst es schmieden, Zickzack, wenn du noch Lust dazu hast, die Eiche zu fällen, nachdem du bei mir in die Lehr« gegangen bist."

Wenn du Mr das »«sprichst," sagte Helte,so will ich bei dir bleiben."

Topp," sagte ter Schmied und hielt ihm die schwarze Hand entgegen, die so groß war wie ein Geierflügel und.so fest zu­packte wie ein Wolfsgebih. Hätte Helte nicht Gullas Haar in ter Hand gehalten, das durch feine seidige Weiche den Druck milderte, die Hand wäre ihm zerquetscht Worten.

Nun komm," sagte ter Schmied,jetzt wollen wir zusammen essen und trinken, wie es guten Kameraden geziemt."

Damit wies er auf einen tiefen Napf, in dem sich ein blu­tiges Fleischgerächt befand. Als Helte sich ater darüberbeugte, erfaßte ihn ein unerklärlicher Ekel und er ergriff nur einige ter Rüben und Früchte, die neben dem Napfe lagen und stillte damit seinen Hung«. Der Schmied ater verzehrte wohlgemut, so viel er nur konnte .

Nun wollen wir einen kräftigen Trunk miteinander trinken." sagte ter Schmied wieder und gab Helte einen Becher, mit dem sollte « arrs dem blutroten Feuersee schöpfen. Helte ater fah, als er sich nieterbückte, daß neben dem unheimlichen Wasser, In dem ter Schmied seine Eisen zu kühlen Pfleg-e, ein kleiner, silber- glänzend« Teich sich befand, aus dem löschte er seinen Durst. Dann legte er sich auf Geheiß seines Wirtes in ein« Felsen- nische schlafen und schlief fest und ruhig einen ganzen Tag hin­durch

Nachts weckte ihn ter Schmied, befahl ihm aufzusteten und den Blasebalg zu rühren. Das tat « denn mit großem Fleiße und merkte datei gut auf die Arbeit des Meisters, so daß er die Griffe und Schläge v«stehen und nachahmen lernte. Denn er wollte ja so bald als möglich geschickt werten, um fein Meisterstück, das Dell, schmieden zu können.

Der Schmied hatte g«ate einen kunstvollen Schlüssel in Ar­beit, ter jedes Scblvß öffnen konnte, wie er sagte, und sei es noch so sich«. Wunderlich «schien es Helte, daß ter Meist«, ter mit zufriedenem Lächeln in ter Höhle herumhinkle, denn er war ein wenig lahm, unablässig dunlle Sprüche vor sich hinraunte und -murmelte, während « das Eisen zog, bog tmd zerschnitt, mit Zangen und kleinen Hämmern bald hier, bald dort zugriff, wohl auch einmal mit ter bloßen Hand, die gegen die Hitze unempfind­lich zu fein schien, die seltsamen Arabesken, mit denen er den Schlüssel zierte, nach seinem Willen formte. Zwei Dornenzweige waren es, die « bUtete, dazwischen Beeren, wie sie die Gift- flräucher im Walte tragen, der Bart des Schlüssels ater erschien wie ein Drachenmaul voller spitzer Zähne,

Helte schaute zu, wie er hantierte, kümmerte sich ater im übrigen darum, seinen Blasebalg, der in ter Windfvrm stak, ge- wisienhast zu ziehen und die Rotglut des Ölens zu unterhalten, wje fein Amt es «heischte.