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He. «6 möge ihnen ertautt sein, unter dem Heck des .6. Iiohn" ihre Biersuppe zu brauen, deren sie schon sehr bedürftig seien, da st« von langer Fahrt steif gefroren wären und Saum mehr die Riemen führen konnten. So wurde eS ihnen gewährt. Da legten sie sich unter das Heck des Kauffahrers, dessen dunkle Wand turmhoch über den kleinen Fischerkahn aufrage und begannen zu brauen. Freilich, nicht Suppe oder fröhliches Neujahrs getränk, sondern BlÄ, das in den Kupfer-kesselchen brodelte und zischte und das Beneke in die Scheren des Ruders goh und es also verbleite. Als die Stücks desS. John" um die zwölfte Stunde Neujahr schossen,'stiey der Kahn von dem Kauffahrer ab und glitt zu den Danziger Schif­fen zurück. Am nächsten Morgen gellte der Neujahrsgruh der tansaleute den verschlafenen Engländern in die Ohren und dre eldschlangen der Koggen wirbelten böse Reveille. Vergebens war alle Mühe der Briten, das Ruder des6. Hohn' klar S« bekommen, und als derAdler" sich vor dessen Bug legte, und bald die klev neren Kauffahrteischiffe Halbwrack geschossen waren, muhte sich der mächtige Kauffahrer samt seinen sechs Gefährten ergeben.

Aber alle Kühnheit hätte der Deutschen Hansa nichts genutzt, die Kaufleute zu London hätten ihre Freiheit nicht wiederbekvm- men und der Stahlhof wäre geschlossen geblieben, wenn nicht Paul Beneke seinen zweiten Streich getan.

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Als Eduard IV. in den blutigen Bürgerkriegen zwischen, der weihen und der roten Role fliehen muhte und sich auf einem Nernen Geschwader nach Flandern zu Herzog Karl dem Kühnen von Bur­gund begeben wollte, bekam Beneke Wind von dieser Fahrt und peschloh sie so zu nützen, dah die Hansa wieder zu ihren Rechen in London tarne. Mit drei Kriegsschiffen erwartete er tm Marstief die heransegelnde Flotte, die den landflüchtigen König trug. Ein Schuh durch das Takelwerk des Königsschiffes gebot den Englän­dern Halt. Es war eine Kühnheit ohnegleichen, als einfacher Schiffshauptmarm in jenen Tagen einem König Halt zu gebieten, um so mehr, als Karl der Kühne, wohl ein Freund der Deu schen Hansa zugleich Eduard IV. seinen leiblichen Schwager nannte. Mer Beneke wagte viel, weil sein Ziel ein grohes war Und der Plan gelang. Nach kurzem Zögern drehte die englische Flotte bei, Beneke ging allein in voller Rüstung an Bord des Königs- schiffes, durchschritt die Reihen der englischen Herren und Ritter, hie erstaunt den einfachen Kapitän milsterten, der sich solches t>er- mah trat vor den König und begehrte Freilassung der Deutschen Kaufleute und Oeffnung des Stahlhofes, wogegen er sich erbot, vereint mit Karl von Burgund den König zurück nach England zu geleiten und durch, den Seekrieg die Engländer zu zwingen, Hm wieder die Krone aufs Haupt zu setzen, was er mit Huss der burgundischen Flotte in der Folge auch wirklich tat.

Wenige Tage später segelte er auf die Kunde, dah eine Flotte des Königs von Frankreich herannahe, um sich mit den Englän­dern zu vereinen, aus dem Hasen von Zwren und sichtete zwei Tage später an der Mündung der Maas 17 grohe französisch« Schiffe Tosikühn rannte er mit seinen sechs Hansakogzen in den vor Anker liegenden, überraschten Feind, rammte mit feinem Adler" eine riesenhafte Karavelle und schlug die französisch« Flotte so vollständig, dah nur drei ihrer Schiffe diesem Unheil ent- Samen.

Als Admiral von Danzig und Oberbefehlshaber der Hansa- Sotte ist Paul Beneke wenige Jahre später in der Bucht von Brest t siegreicher Schlacht gegen die Franzosen mit seimem Flagg­schiff, demPeter von Danzig" gesunken.

Auch ein Kapitel Radio,

Bon Dr. Walter Kopp, Lindenberg bei Berlin, Aeronautisches Observatorium,

Bor einiger Zeit erschien an dieser Stelle ein Aufsatz von Herrn Dr. ®. Häuhrl über Radio, der die für die Allgemeinheit wichtigen technischen Einzelheiten schon brachte. Es ist vielleicht nicht unangebracht, einmal auf Erscheinungen einzugehen, die zum Teil sich noch in der Entwicklung befinden, aber doch auch mehr oder weniger mit der neuenBewegung" verknüpft sind.

Einen Riesenfortschicktt kann man das Ganze wohl nennen. Wenn auch Versuche auf dem Gebiete der Radiotelephonie schon lange gemacht wurden, so kam doch diese weit verbreitete An­wendung überraschend, nachdem einmal die drahtlose Uebertra- gung von Worten und Klangfolgen eine einwandfreie Lösung ge­funden hatte. Die einfache Tatsache, dah eine beliebige Anzahl Menschen in fast beliebiger Entfernung ohne sichtbare Vermitt­lung ein und denselben Konzert oder Vortrag lauschen können, sucht heute jeder, wenn es ihm die Mittel nur irgend erlauben, auch für sich nutzbar zu machen. Vor 50 Jahren hätte man unter Benutzung dieser Tatsache den spannendsten Zukunftsroman schrei­ben können. Kein Wunder, dah Radiosirmen und Zeitschriften wie Silze aus dem Boden schiehen. Wer heute durch die Straßen erlins, dem Zentrum und Ausgangspunkt des deutschen Radio» rummels, geht, den schreien überall mehr oder weniger stilvolle Radioplakate an, der sieht auf Schritt und Tritt Empfänger in allen Spielarten in den Schaufenstern. Während man sich eben

im Kiosk ein« Zeitung kaufte, um bas Reuest« zu erfahren, so Wirch man das jetzt im Rundfunk-Kiosk geniesten, denn schon sieht man Unter den Linden die recht netten, antennengekrönten HäuSchrn der Telefunken-Gesellschaften entstehen.

Die Firmen suchen sich natürlich in der Einfachheit und Hand» lichkeit Hrer Apparate zu überbieten. Es gibt schon Apparate, bei denen man von einer eigentlichen Empfangsapparatur überhaupt nichts mehr sieht und der äußerlich die Gestalt eines normale« Dvppelkopfhörers hat. Die wesentlichen Teile des Empfängers, Krystalldedektor und Spule in Primärschaltung liegen dabei in der einen Hörerkapsel, und es genügt, den Kopfhörer einfach an die Antenne anzufchaiten. Auch dieser liebte Apparat läht sich vari­ieren in einem Wellenbereich! von 250 bis 500 m. Auch hiev können durch grignete Schaltung noch andere Hörer angeschlossen werden. Leider lasten sich! solche Krystalldedektorenempfänger nur in der Nähe der Sendesiation, also höchstens 50 km entfernt, anwenden. Ihre Lautstärke ist nicht besonders hoch, vor dem Glüh­kathoden rvhrenempsünger haben sie aber den Vorzug, dah sie einen von Nebenftörungen viel weniger beeinflußten Empfang gewähren.

Gerade die Störungen sind es, die einen wirklichen Genuß der Radiomttsik, sow V man davon reden will, mitunter doch recht beeinträchtigen.' Dabei harrt sowohl die Verbreitung der Vor­träge als auch der Empfang noch einer einwandfreieren Lösung. Will man mit dem Lautsprecher recht deutlich hören und verstärkt mehrfach so kann unter Umständen das Rauschen der Maschine an der Sen bestelle dem Ganzen einen recht grammophonartigen Anstrich geben. Wei er ist die Eigenschwingung des Telephons eine mißliche Sache, d. h. die Telephonmembrane gibt am besten nur den Ton wieder, der dieselbe Schwingungszahl wie sie selbst Hal. Einzelstimmen, besonders Frauenstimmen, auch Klarinetten» Solos, kommet; meist reck/, git heraus, wenn die hohen und tiefen Töne nicht allzu ins Extreme gehn,. Dagegen leibet ein ganzes Orchesterkonzert an dem Umstand, dah sich einzelne Stimmen vvr- drängen andere wieder verwischter sind. Solchen Mängeln aber ist die Technik schon zu Leibe gegangen, und sie wird sie auch ohne Zweifel wei'gehendst beseitigen. Schwieriger ist es schon, den so­genannten fremden Siörern entgegenzutretea. Ein Beisviel hier­für biewt die Störung des Konzerts vom Beüter Voxhause auf der Welle 2600 m durch den Eiffelturm. Vielleicht liegt eine ge­wisse Absicht der Franzosen darin, dah diese Sprung immer nur dann einsctz e, tvenn zum Schlüsse des Programms daS Deutschland­lied erklingen sollte.

Die meisten Schwie igkei'en. soweit sie nicht ganz unüberwind­lich sind werden die Luf störungen machen, die niht den Empfang ina einzelnen, sondern die gesam e Aufnahme treffen. Sv gelan­gen die We'tertelegramme aus England bis hier zu uns in den Osten Deutschlands zck'weise mit einer Lautstär'e die der von nor­mal eivg stell em Königsw-usterhausen kaum nachgibt. Zu anderen Zeiten dagegen ist der Empfang wieder sehr schwach oder über­haupt unmöglich. Es werden hierüber von ärologischer und me° teorologischr Süe aus, besv ders auch am hieb gen Observatorium, in Verbindung mit der Funkl n ck'g avhie g 'öftere Unt» fuchungen veranstaltet, und man kamt jebe sta'ls soviel sagen, dah die gute Ausbreitung der elektrischen Wellen dwa) Flächen in der At­mosphäre g hindert wird, wobei diese Flächen ein» Trennungs- schichi zwischen verschieden temperierten Luftkörpern darstellen und durch einen Svrung von Tempera'ur, Wind und Feuchtigkeit gekennzeichnet sind. Durch eine ungünstig» Neig-tng zwischen der Sende- und Emvfangsstaiion kann durch eine solche Fläche die. Uebertragung sehr beeinträch'igt oder gänzlich aufgehoben werden. Diese für die Funken!-legraphie negative Eigenschaft läht sich aber vielleicht einmal nutzbringend für die Wettervoraussage verwen­den. Störungen luftelektrischer Art machen sich besonders im Gommer unangenehm bemerkbar. Knackende und brodelnde Ge­räusche im Empfänger deuten auf luftelektrisch-r .Umwälzungen der zwischen den beiden S'a'ion"t liegenden Luftschicht hin. ,,Diese Nebengeräusche werden na ü sich in gleichem M etz» wie. die eigent­liche Musik verstärkt, damit ist für die Verstärkung eine natürliche Grenze gezogen. Erwähnt sei noch, dah etwas störungsfreier Rahmenantennen und auch Erdantenneu arbeiten. Sie gewähren aber nicht die hohe Lautstärke wie die Luftantenne.

Der grammophonartige Eindruck beim Radiokonzert durch die erwähnten Nebengeräusche, wird natürlich noch dadurch erhöht, dah mit dem Fernhören nicht auch gleichzeitig ein Fernsehen ver­bunden ist. Man mühte z. D. beim Radioapparat noch eine Art Hohlspiegel haben, der eine verkleinerte Wiedergabe von allem zeigt, was auf der Opernbühne vergeht. Allerdings würden sich bei einer derartigen Uebertragung die Störungen in einer Ver­zerrung der Bilder noch viel unliebsamer bemerkbar machen.

And doch scheint auch jetzt die Uebertragung wenigstens von Bildern und Zeichnungen Wirklichkeit 311 werden, wie es die inter« essanten Versuche von Prof. Korn andruten. Ursprünglich ver­suchte man eine .Uebertragung von einfachen wchwarzweihbtldern durch den Draht, indem die auf einer leitenden Platte nichtleitende Stellen darstellenden Striche der Zeichnung beim Ab tasten den Sendestrvm entsprechend beeinfluhten, an der Empfangsstation fand durch denselben Mechanismus die Umformung wieder statt. Einen Fortschritt bedeutete schon der photographische Weg. Dabei wurde durch Ablenkung eines Lichtstrahls die entsprechende Wirkung her« vorgerufen, 1907 und 1908 wurden schon Zeichnungen auf dem