Ausgabe 
30.6.1923
 
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gelegt und morgen angezündet."

Wenn es nun die Leiche eines Feindes wäre?"

So, ha!" Er sperrte den Rachen mit einem häßlichen Grin­sen auf, und es kam mir vor, als liefe ihm das Wasser in seinem roten Gaumen zusammen,ha! dann dürfte er auch einen Tag da liegenbleiben. Sn unseren Tagen würde er nachts verbrannt werden, aber zur Zeit meines Vaters hätte man ihn in Wasser gekocht und Zitrone hinzugesetzt."

Eßt ihr noch Menschen?" fragte ich.

Er antwortete nicht, sondern zischte nur mit der Zunge unv sah über die Felder.Ssssss."

Sn diesem Augenblick ritten wir durch die Pforte des Dorfes.

KampvngBah Dungbawungbiriah" ist ein stolzes, schönes Dorf mit einem Pungullo, der toeger. seiner Stärke in mehreren Radjahtümern berühmt ist. ., , . .. ..

Wir parierten die Pferde vor seinem reich bemalten Hause mit den gekalkten Hirnschalen von Büffeln und Hirschen am Giebel, roten Eidechsen auf den weihen Wänden und lebensgroßen hölzer­nen Götzenbildern auf den überhängenden Giebeln.

Pungullo sah selbst auf der obersten Stufe der Bambustreppe seines mächtigen Hauses, verdaute und stocherte mit der Splt-e e.nes meterlangen Schlachtschwertes mit silberbeschlagenem Elfenbem- iff in seinen schwarzen Zahnftümpfen. Als er uns sah, stieß er

Erst jetzt entdeckte ich, dah der rauchende Si-Bahak-Derg auher Sicht war. Er war mir immer ein sicherer Anhaltspunkt bei meinen täglichen Ausflügen in die Hmgegenb des ZertenAuses. Jetzt waren wir weit hinter dem gigantischen, waldbewachsenen Kegel

Wir stiegen ab, und mein braver Gefolgsmann Sudungaron machte sich so klein und unbedeutend wie er konnte und indem er, die eine Hand auf der Brust und die andere auf der Stirn vor- trat, verbeugte er sich unzählige Male tief vor dem mächtigen Herrscher dieses Kampongs, von dem man sagte dah er m setne. Jugendeinen wilden Tiger ohne Waffen abgetan hätte .

Er war nur mit einem langen, schwarzen Sarong, goldenen Armreifen und einem Kopftuch bekleidet. Eine bunte, mit Perl­mutter besetzte Decke, die er sonst über der Schulter trug, hatte er Datakers I auf die Treppe gelegt. Aie zuvor habe ich emen Mann nnt einem duftende so gewaltigen Brustkasten, so phanomeiialeii Muske n gesehem Sch 1 erinnere mich, als Knabe einmal einen Artisten g^hen zii haben. der mit blohen Händen ein Telephonbuch quer burchriß.Mu schien das damals als eine gute Leistung; aber ich glaube dahi der Pun gullo vom Kampong Dah Dungbawungbiriah dassel^ mit drÄ eingebundenen Adrehbüchern auf einmal tun könnte. öt> sieht er

$) Geld wird nie auf der Bank eingezahlt, weder in W* Städten, noch in entfernteren Gegenden. Man sammelt es in Bam dus röhren und setzt es später in GvWchmuck um.

Wir ritten in Schritt, in Trab und Galopp. Wir kletterte^ krochen sprangen und liefen. Gegen Mer Uhr ritten wir durch schöne Felder mit Reis und Obi, die in schnurgeraden Reihen ge- pflanzt und mit Zäunen aus gelbem Bambusrohr eingehegt waren Hier gingen Mütter vor dem hölzernen Pfluge, den der Mann führte, und die nackten kleinen Kinder sahen im Grase am Wege und spielten mit bunten Schneckenhäusern. Die Kinder waren dick, hatten strotzendeReisinägen" und grobe mexikanische Silber münzen aus der Machtperiode der Portugiesen auf der Drust- es sind dies beliebte Amuletten, die sie gegen Seuchen Md Lungenkrankheiten schützen. Wir überholten eine Reihe von Weibern mit gefüllten, geflochtenen Strohsacken auf dem Kopfe, sie gingen nach dem Dorfe, das, wie alle anderen Batakdorfer, in einem Haiii fruchttragender 'Bäume mit Palmen verborge lag. Eine der grauen trug ein Kind auf tem Arme, das, aus Schrein über mein weihes Zeug und den großen Tropenhelm, weiwe. Die Mutter beschwichtigte es, aber das half nicht vlel. Da sagte sie etwas, und sofort schwieg das Kleine und starrte mich erschreckt E

Was hat die Frau zu ihrem Hinde gesagt?' fragte ich Su- dungamn.s^gte ^und Balg, sonst kommt der weihe

Mann und beißt dich!" antwortete er.

Wir schritten langsam weiter auf dem Wege, der immer ebener und breiter wurde, je näher loir dem Dorfe kamen. «..

Auf einer kuppelförmigen Anhohe schon halb lnderSteppe aber nahe den letzten Bäumen des Dorshames, stand ein Bambus- gestell mit einem dunklen, länglichen Gegenstand darauf.

Was ist das, Sudungaron?"

Das ist ein toter Mann," antwortete er kurz.

.Wer?"

Du sollst es gleich erfahren, Euan.

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aU8'@r mab mich mit seinen stechenden Augen ua/er den schwarzm buschigen Brauen und stieh einen bellenden Kehllaut aus, der Gott weih was bedeuten mochte; vielleicht em barbarisches Urteil über mein blasses Fleisch? Doch ich fahle es als emWillkomms! auf, lächelte ihm freundlich zu und dankte ihm in farbenreichen malaiischen Worten für seine Gastfreundschaft.

Er verstand es anscheinend nicht, denn er fuhr fort, mich wie eine wütende Bulldogge anzustarren.

Sck muß gestehen, dah mein Mut ein Stückchen sank. Um aber doch etwas zu tun und, wenn möglich, den strengen Mann »u besänftigen, reichte ich ihm eine Eapstan aus meiner Zmndose und kuckte in den Taschen nach Streichhölzern. Letzteres hatte ich mir Karen könnM; beim ehe das erste Streichholz angezünd^ war hatte er schon das Papier von der Zigarette entfernt unb den'Äak gefressen. Aberlange nicht ^"^igt ^auL Sudungaron konnte wohl sehen, dah ich ängstlich war, oenn er flüsterte mir über den Hals des Ponys zu:Gib ihm deine Knopfe als Gastgeschenk, Tuanl"

Entschlossen warf ich die Jacke ab, ritz meine teueren siamesi­schen Silberknöpfe ab und reichte sie ihm

1 ffr taA/T Ne in der Faust und lachte bestialisch, ging danst »um Haufe und blies auf einem polierten Büffelhorn, dessen Tone »bien'Ultimen herbeiriefen der sich unserer müden Pferde annahm. Don Ä «b Len wir die Gäste des Kampongs Dah Dung- LmgbirL unter dem Schutze des PungulloSi Rollong . ,

Eines von Si Avllongs arbeitenden Weibern, das der reme iBrem Gatten und Herrscher, vorn und hlnten flach, ?nd7rotz seiner Jugend spindelbürr und runzlich wie ein einge- schrumpfter Kinderluftballon war, kochte ein W^ üerkel m ^Kaffer und Reis und servierte es uns in einer mächtigen, rußigen Metallschüssel.

I Wir aßen mit den Fingern und kuschten an den fetten Knvchm tote Kinder an einer Zuckerstange. Es war ein richtig gutes, fvlid^ Futter aber nicht gerade etwas für Feinschmecker. Aach der Mahlzeit stießen wir um die Wette auf, Um unserem Wirte ote

\ obligate Höflichkeit zu erweisen.

Men nach Weste» auf glatten, taufeuchten Pfaden, durch marmS- I 6ht Knabe trieb eine Herde schwayev und weißer PuckÄl» hvheS Präriegras, den warmen Sonnenschein auf dem Rücken. I ochsen vorüber. Er war nackt, schlank, aber muskulös, und hatte

Die schroffen Abhänge der Schluchten hinab rutschten die strup-- I trotz seiner Größe noch Zähne im Mu-che. Gr glotzte mich nckt pigen Ponys, und die steilsten Halden liefen wir zu Fuß hinauf, runden Augen an. Su^ngaron beugte sich über den Hals

E, wir uns an den Schweifest >er spindeldürren, starkknochigen des Pferds und sprach mit dem Knaben der ab und zu nach si^ö-r feftbielten die die scharfen unbefchlaaenen Hufe in die der kuppelsormigen Anhohe hmubernickte. Dann ritten wir weiter, 5!w-LenM SLen des We^s b^ und Sudungaron erklärte:Das da oben ist die Leiche von dem

^getretenen vpuren oes -Weges hieven. _ ___ Sohn des Pungullvs der Stadt; er wurde von einem Büffel in

Wir ritten Stunde aus Sttm^, über grüne Savanmmund UnterIeiB getretm unb ftarb. vschungelbewachfene Bergrücken. Die Ponys trugen uns dreist ( Reiche da liegen?"

durch reihende Strome und über versengte Lallangebenen. Erst Äs Einen Tag, dann ist das Fleisch mürbe. Sft es einer von die Sonne, weih, blendend und glühend, senkrecht über unseren ß Männern des Dorfes, so wird heute nacht Reisig unter ihn Häuptern stand und die Schatten kurz und schwarz waren, gönn- > -

ten wir den Tieren und uns selbst eine Rast. Wir drehten bei einem Kreuzweg ab und hielten gleich darauf zwischen drei bau­fälligen Batakhäusern den Resten eines zusammengesturztev Dorfes.

Sudungaron stieh einen durchdringenden Vogelschrei aus, und eine uralte blinde Frau mit zottigem grauen Haar und nacktem Oberkörper trat in die Tür des größten Hauses. Er sprach lange mit ihr in ihrem rauhen Dialekt, dann stiegen wir ab, banden die Ponys an eine abgestorbene Arekapalme und setzten uns zur Ruhe aus den Grundbalken unter dem Fußboden des Hauses.

Die Frau gab den Pferden Wasser aus großen Holzzubern und ungestampften Mais ans einer auf hohen Stelzenbeinen stehenden Kiste, die zum Zwecke der Pvnhfütterung gezimmert worden war. Uns brachte sie eine gehämmerte Messmgschale mit einer m Wasser gekochten Grütze aus Reis. Obiwurzelw) und grünem Mais. Es schmeckte uns großartig, und Sudungaron bat mich, der Alten zehn Cent, möglichst in Eincentstücken, zu bezahlen.

Denn " erklärte er,in diesen entlegenen Gegenden legt man den meisten Wert auf Kleingeld, teils, weil alles, was der Be­wohner für feine täglichen Bedürfnisse kauft uich verkauftz mit Cents bezahlt wird, ^?;^bLbe/awH und das ist wohl I griff in seinen schwarzen <fayn,rümpfen. -<u» « u. ^gewichtigste ©raub-, weiles ja die Mldröhren'weit bessM | ßas Schwettindw SchA^und Mng uns Mtg^en. füllt-). Er sprach mit der blinden Frau über mich und bat mich, stillzustehen und mich von ihr befühlen zu lassen; denn sie hatte toviel von den Weihen gehört, aber noch nie einen gesehen. Sie befühlte mir Haar und Racken und lachte der sogenannte .Sbiotennaden' ist sehr ungewöhnlich bei Raturmenschen .sie ließ die krummen Finger über mein Zeug meine Knopfe unb meine Hände gleiten. Sie weitete die Rasenlocher, roch an meiner Haut Md schnitt Gesichter. - Die Eingeborenen in Sndien sinden den Geruch von der Haut des Weißen ebenso sauer und fade wie wir die Haut des Regers scharf und stinkend und die des Batake^ herb und dumpfig finden. Wir zündeten uns eine, duftende Cäpstan-Zigarette an und ritten den Weg zurück, den wir getont-