u von Se nix hewwen!" — „'M Se funö doch so n ürund vor, Dismarcken, un de Lüd seggen ummer, dat ti em s? ähnlich wrr, denn nehmen S' dal von mi tom Andenken! ^Nfche. kickt up! .Herr," seggt he, „Se siind dat ia wvtl gor fiUflt He nunmt sinen Hot in die Hand um seggt „Herr, nehmen S nich äwel, awerst den ollen Hund will ik dat besorgen!"
Ern MeistsrMM deutscher LchUbauKunst.
Don M. Büttner. ,
Kiel, 25. Halt.
Deutschlands Kohlennvt ist ohne Grenzen.
nxirn Las steinerne Brot unserer sabrrk» und SaFsfsrestel uns wieder in ausreichendem Waste und zu erschwinglichen Prest en zur Verfügung stehen wird. Ader der deutsche L,echnuer tst.nicht^^ Mann mutlos den Kops hängen, resigniert den Grsrndergerst schummern zu lassen. Wenn die Kohle fehlt, müssen wrr uns anders helfen Wir müssen weiter leben und arbeiten, mit od.r ohn» Kohle Hat einst das deutsche Voll die Hungerotouara ertragen darf heute auch die deutsche Wirtschaft an dem Zehlen ihres^btsher wichtigsten Aahrungsmittels, an der Kohlenblock^de nicht zugrunde gehen. „Ersatz" ymyt asermars die Losung, m bedeutsamerem Sinne vielleicht denn je.
Schon bemerken wir überall die ersten kraftvollen Regungen. Immer häufiger stellt man sich in der Ztduurteaus neue Keu-nungsmetboden uni. emanzipiert sl-:y> nach Mgln^reit von der knappen, teuren Kohle. Unverzagt folgt die
Beispiel, sucht neue Wege, ihre Kessel zu hr-zen, ihre tochrau^en tx treiben 2lnch hier: navigare neoeste < mit oder ohne Kohle Tas Dampfschiff ohne Kohlrndampf — lautet hrerdi neue Parole. Der Dieselmotor ist hier der lunge starke Helfer vielleicht, wie viele hoffen, eine Art technischer A^ssias. Sein Betriebsstoff das Schweröl, verbindet ideal das Auhlrche mit dem Angenehmen, die Arbeitskraft mit der JWggert&em «eblen des Kohlenstauoes. Grund genug, die,e Motorgattung immer mehr anzuwenden, ungeachtet der vielen sonstigen Vorzüge, die der 2Naschinenbauer und im besonderen der Schistbauingemeur für ihn ins Feld führen rann. Dreißig Jahre hat dre,e Ma fchinenart gebraucht, bis sie als Schiffsmotor brauchbar vervoll- rvinmnet war und allen Anforderungen entsprach Nun fchvint seine Zeit Lekommen.
Eine Tat und ein denkwürdiger Schritt in dieser Richtung — Beispiel Symbol und Verheißung zugleich bietend — ist in Viesen Tagen oben an der deutschen Wasserkante getan Wochen. Die einstige Reichsmarinewerft, heilte die Werft Kiel ter „Sein* scheu Werke 2l-G.", hat die eigene Konstruktion emes Schsss- Dieselmotors fertiggestellt und die ersten beiden größten Maschinen dieser Gattung von je 950 Pferdestärken in das Doppel- schmuben-Tankschiff „11 ra n o", das erste seiner Art, eingebaut. Das Anfang Mai d. I. in aller Stille vom Stapel gelaufene neuartige Schiff, das leider auf Repaoationskonto an die italienische Marine abzuliefern ist, hat auf feiner Probefahrt die am 21. Juli im Beisein zahlreicher Regierungsvertreter, führender deutscher Schiffbaufachleute, des Kieler Overburgermeisters, de'- italienischen Abnahmekommission sowie in- und auslandsicher Pressevertreter stattfand, überzeugend und eindrucksvoll bewiesen, das) es als ein Markstein auf dem Wege modernster deutscher Schiffbaukunst anzusprechen ist. Alle vorgenommenen Proben fielen zur vollsten ^isrietenheit der Fachleute wie ter Besteller aus und.gipfelten in dem für die ®rteiterin besonders ehrenvollen Ergebnis, test die bei der Bestellung vorgeschriebene Geschwindigkeit von 10 Knoten auf der nahezu achtstündigen Fagrt des vollbeladenen Schiffes (Tonnen) bei zeitweise ziemlich starkem Gegenwind und bewegter See um 0,7 Km. überschritten und weniger Brennstoff und Schmieröl verbraucht wurde als garan-
Es versteht sich von selbst, test bei der Neukonstruktion alle seither beim Dau von Groß-Dieselmaschinen gemachten Erfahrungen berücksichtigt und zahlreiche wesentliche Derbesserungen und Neuerungen gegenüber anderen Erzeugnissen dieser Art getroffen wurden Was könnte dem Laien die Feststellung nützen, test die beiden Maschinen im Viertakt arbeiten, test jeder Motor sechs Arbeitszylinder hat und mit etwa 130 Umdrehungen in der Minute läuft, oder soll man den Nichtzünftigen mit tausend anderen Details verwirren? Ihm ist anschaulichere Illustration für die hier geleistete Präzisions- und Oualitätsarbeit vielleicht die Tatsache, test ter zweite der beiden Dieselmotoren von ter Werkstatt weg in unausprobiertem Zustand eingebaut werden konnte und sich sofort bewährt hat, wie es Oberwerftdirektoü Toussaint gelegentlich eines kleinen Imbisses an Bord hervorhob — zugleich ein Ruhmestitel für den eigentlich Konstruktov der beiden neuen Maschinen, den Oberingentour der Werft Kiel, Dr.-Jng. Viktor Rembold.
Der Nichtsachverständige gibt sich, technisch unbefangen, in dem hohen, Hellen, luftigen, überraschend sauberen und völlig rußfreien Maschinenraum, ter für den Besucher einen Aufenthalt zum einprägsamen Erlebnis macht, lediglich dem geradezu ästhetischen Genust an diesem feinen, harmonischen Zusammen
spiel ter Räder, Kolben und Wellen hin und spürt mit tiefer Freute die Seele, den sozusagen nmsikalischen Rhythmus dieses schonen, seltsam lebendigen Mvtorwesens, wie er auch in den italienischen Bezeichnungen auf. dem Maschinentelegraphen — Adagio, Dutta, Forza, Mezza Forza, Avanti usw. — zum Ausdruck zu kommen scheint. Man freut sich, wie sich emsig und reinlich aus vielen dünnen Rohren das Kühlwasser der Motoren in gemeinsamen Behältern vereinigt, um durch Pumpen gehoben von neuem zum gleichen Zweck verwendet zu werden. Oder man blickt bewundernd in die gähnende Tiefe der acht gewaltigen, dickbäuchigen Tanks, die dem Transport von Oel dienen socken und den eigentlichen Daseinszweck dieses Fahrzeuges bilden. And mau freut sich Wirklich, wie die Mitglieder ter italienischen Abnahmekommission staunend und in kaum verhehlter Verblüffung überall dieses Wunderwerk deutscher Technik betrachten, und man fragt sich zweifelnd, ob ihre Hände geschickt genug sein werden, dieses zartgliedrige Instrument im Takt ter Arbeit spielen zu lassen. . . Haben wir doch zahlreiche Beispiele des Gegenteils in diesen Jahren der Reparationslieferungen.
Immerhin wird in die bittere Empfindung über die Auslieferung dieser Probe deutschen Ingeniums eine gewisse versöhnlichere Note durch den Umstand getragen, Satz, Vas SHisf nach Italien gelangt, und man möchte sich ter von Kiels Oberbürgermeister Dr. Luecke zum Ausdruck gebrachten Hoffnung anschlietzen, test dieses Beispiel deutscher Arbeit, teS uns draußen Ehre machen wird, zu einer auch weiterhin günstigen Entwicklung ter Beziehungen zwischen beiten Ländern beitragen werde. And besonders gern macht man sich die riefe Symbolik eigen, der schließlich ein Vertreter ter erbauenden' Gesellschaft schönen Ausdruck gab: Möge dieses Schiff ein Zeichen des Werkwillens sein, der in Deutschland nicht untergehen wird, wie dafür, dah alle Feindschaft, die sich unserer Arbeit entgegensetzt, zerbrechen mutz am Willen zur deutschen Arbeit. Durch Werke dieser Art wollen wir aber auch Zeugnis ablegen von dem deutschen Willen zum Frieden, ten wir nicht gebrochen haben, wollen wir beweisen, dast die geistige Kraft der deutschen Ingenieure die Brücke schlagen will, die hinüberreicht von Deutschland über Länder und Weltmeere, aus einer vergangenen in eine neue Zeit, in eine ersprießlichere Zukunft. And weg- und zukunftsweisend darf für das ganze Deutschland heute das Motto der Deutschen Werke A. G. gelten: „Wir dienen dem Ausbau."
3m KsüppelheLm-
Eine Musteranstalt, die unendlich viel Segen stiftet, ist das Oskar - Helen e-Heim des Brandenburgischen Krüppelheil- und Fürsorgevereins, das am Grünewald bei Berlin liegt. Einen Besuch dieser Anstalt schildert Oberarzt Brettner in „.Utter Land und Meer": Sin kleiner Ohnhanter begegnet uns, dem das Schnauben ter Nase dringend not tut. Auf meine Anrede: „Junge, putz dir die Nase!" antwortete ter Knirps: „Kann ick nich, ick brauche jetzt die Deene zum Losen." Bald daraus sehen wir ihn teim Halma, wie er die Figuren mit den Zehen rückt. Nicht nur den kunstgerechten Gebrauch des Taschentuchs, sondern auch Essen und Trinken, Kämmen, Aus- und Ankleiden, Schreiben, Zeichnen. Stenographie und Schreibmaschine erlernen kindliche Füste. Ein Ohnhandlehrer schreibt mit Kreide und knöpft den Hemdkragen mit einem Handschuhknöpfer zu. Gr ist so geschickt, dah er dis Zigarette in ten Mund steckt, ein Streichholz aus der Schachtel nimmt und anzündet. Die Ohnhänter-Ausbildung ist eine Spezialität des Heimes. Sin Einhänder ist vollwertiger Schlosser- gehilfe. Er hämmert mit dem am Stumps befestigten Hammer, er feilt und arbeitet an ter Drehbank. Andere find in ten Werkstätten des Hauses als Tischler, Buchbinder und Korbflechter ausgebildet, noch andere verrichten mit künstlicher Arbeitshand Landarbeiten. Sine Häklerin regiert den unter dem Aermel ein geschobenen Häkelhaken mit dem Stumpf. Ein Lehrer schält mit ter Fischerhand Kartoffeln und satzt eine Pinzette." Die Fischerhand ist von dem Mechaniker der Anstalt, Fischer, angegeben: sie ist eine vorzügliche Trag-, Greis- und Gebrauchshand und hat von allen bekannten Kunsthälrden ten kräftigsten Fingerschluß. Komplizierter sind die Apparate, wenn kein Stumpf an ten Gliedmaßen mehr vorhanden ist: doch ein Knabe, ter nach Starkstromverbrennung beide Arme im Schultergelenk verloren hat, schreibt und stenographiert mit Hilfe eines Apparats, ter an einer Schulterklappe befestigt ist. Wahre Wunder werden in dieser Anstalt verrichtet. Aus Klumpfüßen wird ein gangbares Fußwerk-gemacht, Bucklige werden grate, und auch in schwierigsten Fällen gelingt die Ent- krüppelung. Gute Ernährung, Sonnenbestrahlung und frische Lust, auch während ter Nacht, kräftigen ten Körper. Die Kinder haben Krokett- und Kegelspiele, Sandbuddelplätze int Wald usw-. Wenn die Kleinen dem Kindergarten und Kinderhort entwachsen sind, kommen sie in die Normalschule oder in die Hilfsschule, ter eine orthopädische Handhabungsklasse, eine Ohnhänder- un& eine Linkshänderklasse an gegliedert ist, und dann nach ihren Fähigkeiten in die verschiedenen Werkstätten. Viele Krüppel des Heims haben die staatliche Gesellenprüfung bestanden und als vollwertige Fach- arbeiter Stellung gefunden.
Schriftleitung: August Goetz. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


