- 119

vielen Rufe sammelten sich zu einem Vrausenden Verlangen:Mach uns groß, König Arkaman, gib uns einen Führer gegen alles, was feindlich ist . .

Der König wies auf Huarmi.Was dir anvertraut ist, hü­test du in Treue . . . Menschen waren es bisher, nun ist es die Menschheit. Hüte sie gut, Huarmi!«

Huarmi griff nach dem Schwert, das noch rot war vom Blut des Enthaupteten, stemmte es gegen die Erde und trat mit dem Fuß dagegen, daß es klirrend zerbrach.Freunde, jetzt bedarf es nicht mehr der Waffen, die einer gegen den andern erhebt, sondern der Werkzeuge. Hetzt wälzt fuß das Feuer gegen euch, zur Tiefe mutz es wie alles Fließende, darunr schafft im Tiefen, baut un­geheure Fallen für das glühende Lier, in die es stürzt und er­löscht!«

Hunderte von erfahrenen Männern eilten zu Huarmi und boten ihm ihre Dienste an. Es mutzten ja zuerst Befehlende ausgewählt werden, die, überlegen an Wissen und Geschick, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen und Ungeübte anzuweifen hatten, um dann später wie Feldherren über Heere von Arbeitenden gebieten zu können. Vach einer Stunde schon gab es keine Hand in der Stadt, die müßig lag und nicht stolz von neuer Kraft gestrafft wurde.

Bismarck-WneRdoLen.

Zur Erinnerung an Bismarcks fünfundzwanzigjährigenTodes- tag am 30. Hüll veröffentlicht die ZeitschriftHeber Land und Meer« hübsche Anekdoten, von denen wir einzelne übernehmen wollen:

Eines Tages hatte Bismarck am Stadtgericht in Berlin einen Berliner zu vernehmen, welcher durch .Unverfrorenheit die Geduld Bismarcks so erschövfte, daß dieser plötzlich aufsprang, und jenem -urief:Herr, rnenagieren Sie sich, oder ich werfe Sie hinaus! Der anwesende Gerichtsrat, als Chef Bismarcks, klopfte diesem, seinem erbosten Auskultator, freundlich auf die Schultern und sagte beruhigend, doch. Wohl auch im verweisenden Sinne:Herr Aus­kultator, das Hinauswerfen ist meine Sache!" Daraufhin wurde die Vernehmung fortgesetzt, eS Lauerte aber nicht lange, so geriet Bis­marck über die Dreistigkeit seines Besuchers abermals in Hitze, erhob sich erregt vom Stuhle und donnerte ihn mit den Worten an:Herr, menagieren Sie sich endlich, oder ich lasse Sie durch Len Herrn Stadtgerichtsrat hinauswerfen!« Gegen die,charfe Lo- gir Bismarcks konnte auch sein Vorgesetzter nichts einwenden.

Wenn Bismarck sich sehr ärgerte, Pflegie er seine Eregung durch irgendeinen Gewaltakt Luft zu machen. So soll er einmal einer stürmischen ReichStagSfitzung beim Heimkommen den L-ischtuchzipfel der festlich gelichteten Mittagstafel erfaßt und das Tuch mit allem Silb-r Kristall und Porzellan heruntergezogen haben. Er selbst erzählte dem Grafen Beust: Ich war einmal beim Kaiser 'md habe mich schwarz geärgert. Ich schließe die Tur heftig, der Schlussel bleibt mir in der Hand, ich-trete bei Lehndorff em und werfe ihn in das Waschbecken, das in tausend Stücke geht. Mein Gott, sagte dieser, sind Sie krank? Gewesen, antwortete ich, jetzt ist mir wieder wohl! ,

Als Fürst Bismarck nach der Ablehnung seines Abschieds- qefuchs, die von feiten Kaiser Wilhelms I. mit dem beiannten Worte:Viemals« erfolgte, wieder Audienz bei dem'Kaiser hatte, äußerte sich dieser, veranlaßt durch das durch Kränklichkeit und Alter motivierte Aofchiedsgersuch, wörtlich dahin:Bch bin viel Liter als Sie und reite sogar noch." Worauf Bismarck erwiderte. Ja Majestät, der Veiter hält es immer länger aus als das

Pferd.«

Am Ufer des Boddens, dicht bei Lauterbach, liegt das Fisther- dvrf Veuendorf, und gegenüber an der anderen Seite der Bucht steht das Denkmal des Großen Kurfürsten, der hier nach der Ber- treibung der Schweden aus Rügen ans Land stieg. Dies Denkmal wollte Bismarck ansehen. Als er sich in Veuendorf einen Fi cher als Fährmann suchte, war niemand zu finden Als er auf einen SSof ging, fuhr ein Hund auf ihn los, und er . mr..e sich kaum seiner erwehren. Wie er sich.noch mit ihm berunmrgert, kommt der Fischer.Dunnerwetter," seggt Bismarck,wo koenen Se hier so n heisch en (bissigen) Köter Hollen."Huren Se hier her^. [eMt 6cr Fischer. ,Wat hebben Se up'n Hof to söken, Mttoen o tzuvsch fiör de Dür up de ©trat! De Fohrt g«ht los. Redck warb- nich vel se hadden sich ja vergnurrt! Als sich Bismarck dat Denkmal besehn hadd un up Vigendörp toführt. seggt de Fischer: ,Se simd woll so n Berliner?" -Ha," lacht Bismarckick bun sonDer- liner!Hewwen Se unsen König a-. mal sehen?H. Y, ick Koff em woll al sehn!«Hewwen Se Bismarcken al mal sehn?

1- ' Wat is an denn' to sehn?" De Fischer stemmt das Roder up un seggt gross:3d: will Se mal wat seggen, blot hier nich däm­lich Mt von Bismarcken, dat's uns best!" - Ve, ne," segch Bismarck,ick Hess jo noch nix gegen em seggt, Se fragten ebest nah'n König, und öor hürt dat doch nich gffl toi De Fischer seggt nix. As se an Land kamen, gift Bismarck den Fischer nen Daler.Fif Groschen krieg' ik för de Fahrt, und schenkt will

Arkaman sah ihn lächelnd an.Don der Menschen Größe und Kraft wirst du nun singen, daß die Gewalt deines Wortes »um Brausen werden, das über Tod und Zerstörung den höchsten, ewigen Sinn der Erde preist, den Menschen und sein Werk!

Viemand wagte es mehr, sich mit seinem Leid über andere Meirichen zu erheben. Gemeinsam war es ja allen wie das Ster­ben und ein Rätsel des Schicksals, lvenn einer daran schwerer zu tragen hatte als manch anderer. Aber es trieb sie noch nicht zur Größe neuer Kraft, entmutigt und flüsternd fanden sie sich zu kleinen Gruppen zusammen und erzählten einander Kleine» aus dem großen Geschehen des Schreckens. Mancher hatte noch im Morgengrauen Erdgespenster gesehen wie sie aus Kluften tchlangengleich ungeheure Arme aussandten und keuchmiöe Men schen zu Tode würgten, aus dem dichten Staub hacken sich feindliche Luftaeister raupenähnliche Körper gebildet, mit denen sie sich Kin­dern oder Gelähmten in den Mund zwängten und sie so erstickten, es gab sogar Leute, die behaupteten, ein bergehohes Untrer wäre über die Stadt hinweggeschritten und hätte dort alles zerstampft, um sich- am Geruch von Blut und Tod zu berauschen.

Immer lauter und angelegentlicher wurde das Gespräch der Leute als einer Plötzlich rief:Der Berg KahPe brennt wieder! Alle sahen nach Osten, aber nicht bloß auf den Dewgen Kuppe und Punakiuki loderten hohe Flammm auch der Gipfel des ge- walsigen Berges äilavun, der nur noch drei Nigesreisen^entfernt war, war geborsten, bis zu den Wolken leckten sich züngelnde Flammen empor, und flüssiges Feuer entquoll ihm nach allen Seiten. , , .

Mitten in Worten und Silben brach alles Reden ab, und die Angst vor .Unvorstellbarem machte sich wieder in sinnlosen Schrien Luft. Wie gestern, durch das Ahnen eines unentrinnbaren Schi sals zu übermenschlicher Gier aufgepeltscht die, Lust & c

herrschte, so tötete heute die Angst alles Sinnliche in den Menschen, zerpreßte es zu nichts und füllte die Leere nut Entsetzen aus.

' Kein Wort Arkanums war laut genug, um sich Bahn zu verschaffen Da zog Huarmi sein Schwert aus der Erde, ritz einen der Männer, dessen Angst am sinnlosesten heulte, 9" den Haaren in die Knie schwang das Schwert, datz es mit einem Hieb dest ^nis durchrennte hob- das Haupt hoch und schleuderte es unter ^e'Mengo Seit Jahrzehnten hatte hier kein Mensch eines andern Blut vergossen, und der Anblick des über die Massen dahrnsau^n- der Hauptes war so etwas Furchtbares und unvorbereitet Ge ichehrndes, daß jedes Schreien verstummte.

Gellend brach sich jetzt des Königs Stimme Ba^n. ».Der Feigste ist tot wir andern alle, ob wir nun tapfer voer muckos sind sterben morgen . . . vielleicht . . . leben übermorgen und noch Tage und Jahre ohne Zahl . . . vielleicht .eines nur ist sicher: einen Tag haben wir noch und eine Rächt! Wozu ist oai Menschen der Geist in den Leib eines Tieres gesetzt. cmere heben wenigstens die Krallen, wenn sie zu Tod verwundet sind,, aber ihr lebt noch in vollster Kraft und wißt für dreies Leben kein Wort, keine Tat, nur heulende Angst! Was geschah, ist tot, was vrelleM ist lebt und schon der nächste Augenblick gehört zum Vielleicht! Ihr Feigen heult um euer Leben . . . was kämpft ihr nicht darwn Vergaßet ihr es Helden zu sein? Kämpft um Hoffnungen, um tm um Rettung aber kämpft, damit ihr wieder Menschen euch nennen könnt! Tausende leben noch, erschaudern vor öer Macht 6eS Feuers Viele wird es vernichten, aber von den Tausenden werden hundeL zehn, einer bleiben, einer ^^rt alles denn er ist bann kein Mensch mehr, schon eine Menschheit, und Die stirbt nie niemals, denn ohne sie gäbe es keine Welt und.kerne Ewigkeit! Wer von euch fühlt sich nicht stark genug, dieser eine zu sein? Ich will es sein, schreie jeder, dann wird es auch ein»» von uns 'werden; Menschen, der Augenblick ist euer und -edes Viel­leicht, mit dieser Waffe seid ihr starker als alles was muß, denn in Ewigkeiten ist nur eines frei und will: der Mensch!

Betroffen schwieg di« Menge, und der König setzte fort:Die Flammen dort lodern zur Höhe, weil sie aussen und die Glu ssietzt aus den Wunden des Berges zur Tiefe, weil sie mutz! Keinen Fingerbreit ihres Weges kann sie sich, wählen, was sie tutrstebenso ein Geschehen wie das Kreisen der ewigen Gestwne u»er .unferm Haupt Aber ihr Menschen, Kleinstes und Größtes zugleich.,ihr handelt, dem Willen entspringt euer Tun und meßt bem QKuRen, Taten sind es bei euch, was dort em Geschehen, ihr HWt zu be fehlen und wenn euch noch nicht alles gehorcht, so ist nicht schuld, kmß das andere zu groß, sondern daß ihr noch zu klein seid! Aber für den Willen der Freiesten gibt es keine Grenzmi darum werdet so arotz ihr Menschen, daß ihr auch den Elementen gebietet, kern Unheil droht, nur eine Probe ist gestellt, besteht sie um der nächsten größeren willen!"

Das Murmeln der Menge wurde allmählich wieder M Rusen aber es laa keine Angst mehr in ihnen, sondern K-.att, Stolz und Begeisterung. Immer mehr Menschen kamen aus den andewl ^ei- len der Stadt herbei, viele tausende fegen u"fer den ^rummeiN begraben, aber eben so viele lebten noch m all ihrer Kraft der ge wattige Platz war schon dicht gedrängt voll, tn ^rwich.e.en Seitengassen stritt man sich um Raum, Verwundete schleppten sich blutend heran, ander«, deren Glieder zerschnettert Maren, r.>tzsu sich auf Bahren tragest. Sterbend« stemmten sich entgegen

um noch ein neues Fest des Menschen erleben zu können, und die