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»Arift ebenfalls in der Kasseler Landesbiblivthek aufbewahrt wird. DaS Manuskript, jedenfals nur eine Abschrift, stammt von zwei Händen die beide den Federzug des fünfzehnten Jahrhunderts er» fernen lassen. Piederi!, der für seine Ausgabe eoenso wie Zunmer- mann zahlreiche Erläuterungen Dilmars benutzt hat, verwes das Spiel auf Grund eingehender Sprach,imterfuchrrngen nach Hessen, obre Zweifel zu Recht; denn die Sprache stimmt mit der des 2118- felder Osterspiels vollkommen überein. Froning will es sogar un­mittelbar mit Alsfeld zusammenBringen uich zieht ^ftlrfolgende Gründe heran:Hier wie dort finden sich die vier Eannenie per eingezerrt und einzeln aufgeführt; und die ^usel deZ Weuinachts- spiels haben dieselben Manieren wie die der , Passion " Dazu kommt, daß man nach seinen Feststellungen im J-chre Weihnachts- und Dreikönlgsspiel aufgefuhrt hat. D ese Grunde fcbeinen aber keineswegs zwingend. Die Elemente sowohl als auch die Manieren der Teufel können recht wohl an

bem Alsfelder Spiele entnommen worden sein, denn Alsfeld tag an der großen Heerstraße nach Frankfurt, so daß seine Spiele sicherlich sehr besucht und bekannt waren. Freilich lahtsichauch Nichts Stichhaltiges dagegen sagen, aber es ist ja nicht einmal erwiesen, ob das als Dorbild geltende Oste^Piel nun^ tatsächlich in Alsfeld entstanden ist. Der Inhalt ist fast derselbe tote in den anderen Weihnachtsspielen. Joseph und Mana kommen imch D-tbleüem wo sie eine Herberge suchen. Sie werden von verschie­denen Wirten abgewiesen. Es folgt die Geburt,, die Anbetung usw., alles mit mancherlei Possen verbrämst wie die anderen uns be­kannten geistlichen Spiele ebenfalls, Besonders ergvtzlckh ist hier der derbkvmische Streit zwischen dem frommen Datei Joseph und den widerspenstigen Mägden Hildegart ^ind Gutte, der iu eine Prügelei ausartet, aber dann durch den Tanz um die Wiege ver söhnlich abgeschlossen wird.

Den übrigen deutschen Passionen und Weihnachtsspielen stehen diese hessischen Spiele durchaus gleichwertig, ja oft überragend gegenüber Leider sind sie viel zu wenig bekannt obwohl sie aste in guten Veröffentlichungen vorliegen, besonders zugänglich m Kürschners Deutscher Liationalliteratur, wo sie Froning unter dem TitelDas Drama des Mittelalters" herausgegeben hat.

2m rheinfränkischen Sprachgebiet sind sie auf Jahrhunderte - hinaus die einzigen Beispiele dramatischer Poesie. Erst ,mit , dem zur Steige gehenden achtzehnten Jahrhundert begegnen wir wieder mitteldeutschen Dichtern und zwar zuerst in Frankfurt wo sich ein ziemlich hochstehendes mundartliches Drama entwickelt und dann in Darmstadt, dem Ernst Elias Diebergalls bebe'ckender

Dat»erich" entstammt. Er ist die reinste 23tute des mundartlichen Dramas, das seine Wurzeln in die Z^t versenkst da die he fi­schen Osterspiele entstanden, ins vierzehnte, vielleicht sogar ins dreizehnte Jahrhundert.

Rapanui.

Der Untergang einer Welt.

Der Romanschriftsteller Theodor He i n r i ch Master Hai in der deutschen Leserwelt steigende Deachtung gefunden da er ein Dichter voll Phantasie und ein Weister der Sprache ist. Auch sein letztes WerkR a p a n u t per» lag von L. Staackmann, Leipzig), fast mehr ein Epos als ein Roman zu nennen, überragt die bloße Unterhaltungslitera­tur. Die vor einiger Zeit versunkene Osterinsel im Stil­len Ozean, die mit ihren Funden aus grauer Vorzeit dem Forscher Rätsel aufgegeben hatte und als Ueberbleibseleines untergegangenen Kulturreiches gelten konnte, hat Mayer angeregt, einen Romen dieser Dorzeit zu ersinnen wobei Vulkanausbrüche, Erdbeben, Ueberschwemmungen, drama­tische Wirkungen und Konflikte unter den sich ängstigenden Menschen hervorbringen. Arkaman, der tapfere König, in ein feines Liebeserlebnis gebannt, ist neben anderen Großen des Reiches seinem Dolke ein starker Führer. Wir möchten unfern Lesern eine kurze Probe der Darstellung geben. Fast symbolisch mutet uns die folgende grandiose Szene an:

Von den wenigen seiner Diener begleitet, die der Einsturz des Palastes unversehrt gelassen hatte, schritt Arkaman der Stadt zu. Kein Haus, das aufrecht geblieben, keine Stube, die nicht zum Grab geworden war. Wimmernd toanben sich Menschen mit ge­brochenen Gliedern aus dem Schutt, verwundetes. Vieh heulte <ms zerborstenen Ställen. Langsam sammelten sich Gerettete und folg­ten dem kleinen Zug des Königs, ihre Klagen lockten andeie her­bei, und als Arkaman auf dem großen Platz Haltmachte, scharte sich schon eine dichte Menschenmenge um ihn. Wie gestern die Lust, so betäubte sie heute der Schmerz.

Zornig gebot Arkaman den Klagenden Schweigen, .einen Augenblick gehorchten sie und brachen dann von neuem los. Die Stimme des Königs verhallte in dem Wehgeschrei, da trat Huarnn vor, schwang sein breites Schwert und schrie in die Menge:Aus Todesangst heult ihr . . . was hier blitzt, ist der blanke Tod, wenn ihr ihn fürchtet, so denkt ihn nicht, sondern glaubt er sich gerufen und saust auf das Haupt, in dem sein Rame erklingt . . . hier in meiner Hand wohnt der Tod des Augenblicks, was küm­mert euch der Tod von morge?"

Starr sahen die Menschen auf das glänzende Schwert und verstummten. Huarmi schwang es noch einmal und stieß es dann vor dem König in den Boden.

Bisher war heute Arkamans Weg nur ein zögerndes Erwachen gewesen, nun ritz ihn plötzlich der Tag an sich Sterbende glaubte er um sich zu sehen und erkannte sie nun als Menschen voll stark- stenr Leben. Ein Großer mutzte sie so rufen daß iyn alle horten, dann trotzten sie jedem Unheil, jedem Verderben. Ein ErrMnen senkte sich wie segnende Weihe über Arkamans Haupt Gme kurze Zeit war vielleicht diesen Menschen noch gegönnt, aber es war eine Zeit der Könige. e

Er fand noch nicht das jubelnd befreiende Wort aber er suhlte schon, wie es sich aus Zorn und Tadel langsam erhob.Was jam­mert ihr euer Leid?" rief er den Menschen zu Ist nicht euer Mund so kräftig als nur je? Wenn die Erde erbebte, wer befahl euch es ihr gleichzutun? Immer sonst zwangt ihr der Erde euern Willen auf, warum duckt ihr euch auf einmal wie em geprügeltes Sier? Die Hande die sonst Schweres trugen oder Steine brachen.. ritz man sie euch weg? Die Augen, die jede Ferne zur Rahe machten, schlug man sie mit Blindheit? Das Haupt, in dem Ge­danken stolzer Wille für alles Geschehen wurde, fate man barm Irrsinn ein? Das Wissen, aus Jahrtausenden vererbt und euch als höchstes Pfand anvertraut, damit ihr es um Zinseszinsen ver­mehrt euren Rachfolgern übergebt, raubte man es euch und setzte Stumpfheit an feine Stelle? Was änderte sth seit gestern? Wenige wurdet ihr, um so stärker mutzt ihr fein, damit sich die Kraft einer Menschheit nicht vermindert!"

Rach kurzem Schweigen ertönten wieder die Wehrufe.Unser Leid bedenke, König Arkaman . . . unser Leid . . .

Erzählt es mir," rief Arkaman zurück,damit ihr alle feine Richtigkeit erkennt!"

Taufende drängten zu dem König hin, jeder wollte zuerst von seinem Leid berichten, und aus dichtestem Gewirr loste sich ein großer, breitschultriger Mann und beugte sich als erster vor dem König.

Ich bin Tanal, der Zimmermann . . . ein schönes Haus hatte ich mir gebaut, ein Weib wohnte darin und 5 blühende Kinder . . . nichts davon ist mehr, o König . . . schlug mich nicht das Leid?"

Immer noch, gibt es Bäume, und Beile, sie zu fällen," ries ihm Arkaman entgegen.Deine Hand verstand es, sich hier im Gewühl vor allen andern Platz zu verschaffen, da ist sie auch stark genug, ein neues Haus zu bauen und ein Weib wieder glücklich zu machen."

Beschämt verschwand der Zimmermaiin in der Menge, unter den vielen, die vorwärtsstießen, schaffte sich ein altes.Weib mit Kreischen und kratzenden Fingern Raum.Sieben starke Sohne gebar ich, die Freude und der Stolz meines, Alters waren sie, sorgten für mich und nährten mich ... alle sind sie tot . . . soll ich nicht klagen und weinen?"

Sie starben jung und genossen nicht die Freuden hohen Alters wie du," antwortete ihr Arkaman.Wenn deine Stimme die Klage der sieben Verstummten auf sich nehmen kann, ohne davon gebro­chen zu werden, Jo mag sie es tun. Doch von deinem eigenen kleinen Leid schweige!"

Ein uralter Greis wurde von der Menge nach vorn gescho­ben.Kein Leid über fremden Tod soll dich behelligen, o König. Aber beinahe neun Jahrzehnte wohnte ich in der Hütte, die schon meine Vorfahren befaßen. Das Heim meiner letzten Jahre ist mir zerstört . . . soll ich auf fremdem Lager meine Glieder zum Tode Breiten?

Milde tröstete ihn der König.Wenn du dein Haus neun Jahrzehnte sahst, so ist fein Bild so mit dir verwachsen, daß du rüstigen Männern Anleitung geben kannst, aus Trümmern und neuen Teilen ein gleiches zu bauen . . . wer wird noch so spat ein Bauherr wie du?"

Ein kleiner Knabe sah ängstlich, zu Arkaman auf. Eltern und viele Geschwister hatte ich gestern noch . . . blutendes Fletsch unter Schuft zeigte man mir heute . . . allein bin ich auf der Welt. . .

Der König legte ihm die Hand aufs Haupt.Du Glück­licher . . . aus dir selbst mußt du alle Kraft schöpfen um ein Großer unter den Menschen zu werden . . . allein trotzest du der Welt. .

Wahnur, der Baumeister, löste sich aus der Menge.Emen neuen Palast sollte ich für dich Bauen. König Arkaman. ein Jahr lang schrieb ich Pläne auf große Tafeln aus Holz. Gestern la­gen sie vollendet, heute wollte ich, deine Augen darauf ruhen lassen . . . nun sind sie in Spalten der Erde verborgen, nie sehen sie mehr das Licht . . ."

And du preist dich nicht?" fragte Arkaman.®u vollen­detest etwas, schon war es dir fremd, weil es sich erfüllte, mu« froh und rasch wird dir die neue Arbeit werden, der du schon alles Wissen und Erfahren der alten besitzt und sie doch m verlorst, als wäre sie nie gewesen!"

Butin-Ata, der Dichter, trat vor.Don Liebe und Glück der Menschen sang ich bis jetzt . . . wer wird künftighin meine Wvrie 'Mrsteh-en, wo das Anheil alle Liebe vertrieb?"