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Verslein zu lesen:

Fohlst Du Di schwach, sohlst Du Di flau.

Dod Di de Haar utgahn,

Kannst Du nich wie vor twintig Hohr, Op Dine Deen mehr stahn, So reis' getrost nach Buxtehud' Lind nah nach unsen Smid.

De makt Di fix und gift Di glicks Ote drückte Urfunn mitl

Man sieht aus alledem, wie man auch an der Wasserkante Sinn für Humor hat.

Der erste weibliche DoÄLor.

(Gin Buch über Dorothea Schlözer.)

Buxtehude ligt an de Est' äln is een ganz vergnogtet Oleft De Hund, de hellt da mit den Stiert, Den S m i e d sm Arbeet is vok wat Wiert, De Haas un Swienegel löpt um de Wett, Wat man doch annerswo vok nicht hettl I

hnn Buxtehude, der alte Gberstein, ist I (ot drei Dingen, die Buxtehude, dem stünd­lichen Städtchen an der Niederelbe, einen gewissen I

X,. habw Der Hund, der mit dem Schwänze bellt, der Wett- BttiS Ha^s und Swienegel, und schließlich der Schmied. Der letztere ist'vielleicht in weiteren Kreffen weniger bekannt^ge- worden, aber die Hamburger und alle Leute «n^r ^ntertt^ kennen ihn und Abertau ende haben ihm in ferner Wertstaii einen Besuch gemacht, um sichvorstählen« zu lassen, Biele hochgesttttte Persönlichkeiten haben ihn besuch, der Kuriosität halber, denn '" L« «W

Htfip Davaewerkschule und eine Kunstmalerschule in seinen Mauern biratslastet^ein e^enartiges Mißgeschick Vielfach glaubt man noch i steil und fest ein Buxtehude gäbe es gar nichtz der Dame ^r eine Scherzbildung. Der Name braucht im Binnenland« nur genannt zu werden, und em Schmmlzeln geht^^be^alle G. gÄBiSsäSiSgl texaffi sötÄÄ

elbe, ist ja auch von Buxtehude ab schiffbar, toir nun zu t>em rühmten" Schniiev- _ - Lagen in hohem Alter von 81 Jahren ge- Horben ist Das SchniiedeHandwerk ist in seiner Familie seit s^hr- Hunderten vererbt worden. Die Schmiede mögen sich, so heißt es m einer Buxtehuder Chronik, in früheren Zeiten, es noch keine Tierärzte gab auch mit Pferdekuren und mit der Behandlung von krankem Bleh'befaßt, auch wohl das Kurieren von Menschen in Krankheitsfällen nicht von der Hand gewiesen haben. So war die Familie des Schmiedes von Buxtehude im Besitze gewisser Geheim- mittel, deren Geheimnis ängstlich gehütetwurde. Ems von diesen Medikamenten soll eine vorzügliche Heilwirkung gegen dw nach dem Dreißigjährigen Kriege in Dmitschland sehr verbreitete Fran- zosenkrankhut« geäußert haben. Dir Familie hatte _ Don einen? Nikolaus Schmidt übernommen, der von einem Herzog batte Aul Grund dieses Privilegiums, das un Jahre 1841 ver brannt sein soll hatte Nikolaus Schmidt und spater die Familie des Schmiedes allein das Recht, die Behandlung der granzvsen- krankheit bei den Patienten zu ü.^7r?X^n^Xft6LmüerfoaTlM? deren Leuten die Ausübung der ärztlichen Kunst untersagt war

Schmidt von Buxtehude«, nämlich ebenlener erwarte He.ttun- dige Nikolaus Schmidt. Die Kunk^ von den wunderbaren Heil^ bl 8 das andere glücklich machen. ,

erfolgen wird sich - vielleicht mit Hilfe der von nab Diese junge Dame, die mit 17 Jahren mne^Berrchmiheitder

so herumgesprochen haben, daß der Schmied vdech I g^tinger Universität war, wurde nun bei dem 501ädrigen Jubel-

undfern von hilfesuchenden Patienten F?cm- de?Georgia Augusta" zuin Doktor der Philosophie Promo-

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fette kehrte, unbegreiflich, ein Hoffnungsstrahl nach dem an- fern 'zurück. Um 9 Uhr entfernte ich mich: ich hatte der Soweit mehrmals schreiben müssen und brachte ihr nun noch mündlichen -Rapport. 'Eine Stunde lang blieb ich mit dem gliidhc&en Brautpaar bei der Tante und dann kehrte ich zu Goethens zu rück Ich fand alle noch beisammen in Ottiliens Zimmer und ohne Rede begriff man gleich, daß auch ich bleien wollte: Plötz- »ck stürzte Rehbein wie ein Exaltierter herein. .Wir haben Hoff» Mna volle Hoffnung!- schrie er leidenschaftlich, toir& aUeS fetter werden. Der Kranke hat eine Kists überstanden, Hande und Stirn sind warm, er wird schlafen, dmm sogar der j. l ist ruhig und ohne Fieber!!' Du kannst Dir denken, wie mir tLob Die Männer fielen sich in die Anne und liefen alle Me Voawisch Adele und ich konnten nicht so schnell hoffen, Et so Kl glauben. Die gute Nachricht bestätigte sich aber sott, die Nacht verging ruhig und am Morgen um 7 1g ka men wir alle freudig zusammen, un& lch l^ieb der Hohen oie Nachricht nun auch und lege Dir ihre freundliche Antwort bet öle hat sich benommen, als ob Goethe ihr Vater wäre und h Herz sich wie immer trefflich bewiesen. . . .

Der Schmied von Buxtehude.

Bon H. Wisliceny-Hannvver.

Das qeistige Erwachen der deutschen Frau beginnt eigenlliH erst im 18 Jahrhundert, denn in dieser Zeit nimmt das weibliche Geschlecht zum erstenmal in größerem Kreis teil an den wissen­schaftlichen und künstlerischen Ereignissen. Unter &u> Bebeutenben grauen, die damals ihren Schwestern die Bahn zur Bildung bra­chen und auch heute noch als die Vorkämpferinnen einer zur Selbst- verständlichkeit gewordenen Anschauung ?erehrruig veroiE ge­hört Dorothea von Schlözer, der erste weibliche Doktor derPhilw sophie in Deutschland. Aber diese Tochter eines berühmten Mannes und großen Historikers, beten Erziehung als em Weltwunder an- gestaunt wurde, war nicht nur eine geteerte grau, sondern trxiö selten ist auch eine echte Frau und Mutter, eine urdeutsche grau die als der geistige Mittelpunkt des dichterischen und wissen- schaftlichen Norbdeutschland, als in Paris gefeierte Weltdame die Ganzen der Weiblichkeit nie überschritt. Auf Grund der Briefe und Schriftstücke, die sich im Schlözerschen gaimliMatchlv befinden, hat nun Leopold von Schlözer em CebenSbitb

Doktorin« gezeichnet, das soeben bei der Deutschen Verlags-2tnstatt in Stuttgart erschienen ist. Ueber die Schicksale der Ein z elpersonlich- keit heraus wird hier zugleich ein farbiges Kulturbild aus der Epoche um die Wende des 18. Jahrhunderts, ans den Tagen unserer Klassiker und der Franzosenherrschaft, geboten. Der Vater, der Geschichtsforscher und hervorragende Publizist August Ludwig von Schlözer. erzog seine Erstgeborene zu etrtetn Wunderkinds baß I früh das arößte Aussehen erregte und besonders während der Buxtehude I Steife mit ^em Vater nach Rom berühmt wurde. Von der Els- * ' jährigen die er in die Sehenswürdigkeiten der ewigen Stadl em»

meibte schreibt der Dichter Heinse:Einen Monat habe ich mit dem ehern trockenen Schlözer durch-histonsiert, wofür mich manch nützliche Nachricht und seine reizende elfjährige Tochter schad­los gemacht hat, ein Kind, das artig italienisch spricht' lateinisch, französisch und spanisch zu lesen angefangen hat, Bravourarien wat und voll Lebhaftigkeit ist." Besonders in der MathemÄik und Wik erwarb sich Dorothea reiche Kenntnisse und beherrschte mit har-ren acht Sprachen. Dabei vernachlässigte sie aber auch die bäusttchen Qhbeiten nicht.Meinst Du denn, daß Kochen und

Deutschland sehr verbreitete Fran- I Spinnen angenehmer ist, <üs Freundin ihren Stand-

Die gamilie hatte das Heilmittel bei meN^n Vater höre? So

ernommen, der von einem Herzog | ^ukt,ausmna ^de . habe, Jo vergeht mir w°bl zu-

toeilen die Geduld, aber da denke ich denn, wenn ich diesenwoch und Latein fix verstehe, so lerne ich dadurch, wie eine Brille bv- fdn mu6 und das ist doch wohl angenehmer, als bei

J in der Küche zu stehen. Du mußt Dir aber ja

nirftt Unbilden daß ich nichts von weiblicher Arbeit verstehe; im Nochen nehme ich es wohl mit Dir auf, und meine Mutter macht mir oft Schmeicheleien über mein flinkes Stricken. Auch lsberHe traten n» ifirp eiaenen Ansichten:Vdeiber find nicht in der Vielt, blo8 um Männer zu amüsieren. Weiber sind Mensch«! wie Män>-

Man darf wohl annehmen, daß die Krankheit zwar als eine un­erwünschte, aber doch immerhin zu ertragenbe und nicht zu um­gehende Beigabe in dem lockeren Sittenleben früherer Jahrhunderte gegolten hat. Ja, man mag sogar mit Scherzen und Lächeln das liebel mit in den Kauf genommen und die davon Befallenen mit Hohn und Spott überschüttet haben. Wenn man in dieser Weise die Sitten vergangener Zeiten auffaßt und nun an den allbekannten Ruf des Schmiedes von Buxtehude denkt, so wird man es begreif­lich finden, daß man jemanden, den man necken und ärgern wollte, zurief:Du mußt nach Buxtehude!" Man verband, wie auch heutzutage noch, mit den Worten die Vorstellung, daß jemand nach Buxtehude Pilgern müßte, um hier etwas Eigentümliches, Unsagbares, Komisches und Verrücktes zu erleben. So manche Stammtischrunde landete in Buxtehude, um beim Schmiede vor- zusprechen und nach einer feierlichen Zeremonie, bei der ein alter Pokal zum Umtrunt gereicht wird, eine geschriebene oder gedruckte Urkunde je nach Preislage als gern gezeigten und beäugten Schmuck für das Stammtischlokal mit hinwegzunch- men. Ansichtskarten halten das Andenken des Schmiedes aufrecht. Auf einer derselben ist folgendes, feine Tätigkeit kennzeichnende