Zuerst kurze Billetts Ar«vS tn noch harbverstecktem Zärtlich» fettster.» und leichthingeworfeite, zurückhaltende Qlitti»orten Mariannes, kleine Geburtstags- und sonstige Festgrütze. Dann eine offene Liebeserklärung an sie in halb verzweiflungsvoller ©tim» nrung mit der Bitte um Entscheidung über sein Schicksal.
Erne Antwort auf diesen Brief Arnos lüg nicht bei. Wohl aber wurde diese Sammlung abgeschlossen durch die beigeheftete Berlobv.ngsanzeige Feuerbach- mit Marianne. Dan» eine lange Pause.
Sie wurde unterbrochen durch ein elegisches Gedicht ArnoS, niedergeschrieben ein Jahr nach Feuerbachs Vermählung. Der V»iterfvrtlaufende Briefwechsel dieser zweiten Periode hörte auf vor zwei Jahren. Er halte etwa ein Jahr fang gedauert.
Nachdem sich Feuerbach diesen zeitlichen ileberblick verschafft hatte, begann er sich eingehender in die Briefschaften zu vertiefen. Er hielt sich mit der ersten Periode nicht fange auf. Kannte er doch die kleine Liebelei der beiden genau aus eigener Anschauung. ■Um so gründlicher vertiefte er sich in die späteren Dokumente.
3n dem ersten Briefe der zweiten Periode schrieb Arno:
«Warum soll ich schweigen und immer schweigen? Wie lange bin ich stumm gewesen und habe mich in der Erinnerung an jene Zeit verzehrt, in der ich Ihnen, Marianne, nicht ganz gleichgültig war. Haben Sie alles Liebe und Schöne vergessen, was damals einen ganzen Himmel vor mir auf tat ? Nein, Sie haben es nicht vergessen. Sie haben es mir gestern abend selbst gesagt, als ich, diesen unerträglichen Druck mit Gewalt abstreifend, zum ersten Male wieder ganz mein Herz vor Ihnen öffnete. Sie haben Tränen vergossen, Marianne, als ich Sie fragte: «Warum mutzte dies alles so plötzlich aufhören?" Sie haben nicht nein gesagt, als ich Ihnen im aufwallenden Schmerze Vvrwarf, datz Sie in einer Art 'Bestürzung über Feuerbachs Ervberungseifer, ganz benommen von seiner hinreitzenden Siegerlaune, allzuschnell Ihr Wort vergeben haben. Aus Ihrer kurzen, angstvoll geflüsterten Antwort glaubte tch etwas herauszuhören wie einen leisen Borwurf gegen mich: «Weshalb bist du, als der andere tarn, feige zurückgewichen?“ Ach, Marianne, tr nn es das wäre, wenn meine eigene Befangenheit und ein falscher eifersüchtiger Eigensinn mich um Ihren Besitz betrogen hätte, dann mühte ich Ahnen zurufen: „Was auch geschehen ist, es ist immer noch nicht zu spät. Lassen Sie diesem für mich furchtbaren Jahre eine Ewigkeit des Glückes folgen. Zerreitzen Die dieses Band, falls es für Sie kein heiliges, von wahrer Liebe geflochtenes ist. Ach bin klein und unklug neben der starken Persönlichkeit Ahres Mannes. Ach bewundere ihn und ich liebe Sie. Wenn ich diesen Kampf mit ihm aufnehmen dürfte, weil Sie es mir erlauben, so würden meine Kräfte den seinen überlegen fein. Ich würde mit seinen großen Derstandeseigenschaften meine gröbere Liebe bekämpfen lassen und sie würde siegen. Aber ich ahne ja, datz alles dies unmöglich ist, ja, datz diese Gedanken vielleicht in Ähren Augen ein Verbrechen find.'"
Eine Antwort auf diesen Brief lag nicht bei.
Bald fcarauf ein zweiter Bries Arnos:
„Unselige Zeilen, die ich an Sie zu richten wagte. And schon bin ich dabei, Ahnen von neuem zu schreiben. Ach sah es Ihnen an: ich habe Sie erzürnt ober bet richt. And nun kommt mir ent schrecklicher Gedanke. Vielleicht glauben Sie, datz ich Ihnen neulich schrieb, um für die Zeit der bevorstehenden langen Reise Ahres Mannes eine einleitende Annäherung zu suchen. Ach, Marianne, -ötmten Sie so klein von mir denken? Glauben Sie. datz ich, seine Abwesenhei' benutzend, mich feige und hinterlistig an Sie heran« schleichen wollte? Aber nein. Das ist es nicht. Was ich Ahnen damals schrieb, war Torheit und Eitelkeit. Sie lieben Ähren Mann. Warum hätten Sie ihn sonst geheiratet? Verzeihen Sie mir, Marianne. Üebergeben Sie meine Briefe Ahrem Manne, datz er Gericht über mich Hali. Ach habe es verdient."
Feuerbach hielt nachdenkend im Lesen inne.
Er überlegte und prüfte das Datum des Schreibens nochmals mich.
Seine Miene erhellt sich."
Die Reise, von der Arno schrieb, war einige Tage nach dem Schreiben angetreten worden. Feuerbach hatte die Absicht gehabt, die längst geplante Auslandsreise allein auszuführen, weil er feiner <5rau ihre Strapazen nicht zumuten mochte. Diese Absicht war auch verwirklicht worden. Aber jetzt erinnerte er sich genau, als sie den Brief empfangen haben muhte, mit plötzlicher, ihr sonst nicht eigener Hartnäckigkeit darauf bestanden, mit ihrem Manne zu reifen. Er hielt das für eine eigensinnige Laune, lehnte die Erfüllung ihres Wunsches entschieden ab und reifte allein.
(Schluß folgte
Die Beschichte der Säge.
Die Entstehung und Ausbildung der Handwerkszeugs, die wir heute als etwas so Selbstverständliches ansehen, hat eine langsame Entwickelung durch die Jahrtausende genommen. Ein treffendes Beispiel dafür ist die Säge, deren Auftreten in der Geschichte K. Leiter in einem Aufsatz der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" behandelt. Die ältesten metallenen Sägen, die wir kennen, stammen aus Aegypten, und die Relief darftellungen der
Gräber zeigen unü anschaulich, wie man mir diesen Brrmzesügtzti arbeitete. Aus späterer Zeit sind uns hauptsächlich Darstellungen von römischen Sägen erhalten, mit benen bereits Stein gefügt wurde. Das römische Altertum kennt nutzer verschiedenartig gezahnten Sägen für Holz die ungezähnte Steinsäge, von der Plinius bei seiner Behandlung des Marmors berich et: „Das Schneiden geschieht durch Sand und nur scheinbar durch Eisen, denn die Säge drückt in sehr schmaler Linie auf den Sand, wälzt denselben durch Hin» und Hergehen und schneidet so unmittelbar durch die Bewegung. Das ist die gleiche Technik des Steiusägens, wie sie noch heute geübt wird. Unter den wenigen Aach richten über Wasserkraftanfagen, die wir aus dem Altertum besitzen, bezieht sich eine auf Sagemühlen. Der römische Dichter Aufonius besingt am 369 n. Ehr. in feinem Gedicht über die Mosel die Tatfach«, datz man an der Roer Steinsägen durch Wasserräder betreib«. Diese Mitteilung von einem mechanischen Sägewerk blieb aber lange Zeit vereinzelt. Das Wort „Säge" ist gemeingermanisch und spricht für eine frühe Anwendung dieses Handwerkszeuges in Deutschland: es findet sich im Angelsächsischen auch die Bezeichnung „smde", wie überhaupt die Säge ethymolvgisch mit anderen schneidenden Instrumenten verwandt ist. Auf Abbildungen det Mittelalters begegnen uns bann häufig Sägen, aber es ist weder aus den Bildern noch aus den wenigen gefundenen Stucken zu ersehen, welche Form die Zähne hatten. Man mutz wohl an* nehmen, datz die Gestalt der Zähne bei jedem Meister, der Sägen machte, ganz willkürlich war. Der erste, bei dem wir die Verwendung M-förmiger Zähne bewußt nachweisen förrnen, war das grosse Universalgenie Leonardo, das sich in seinen Skizzenbüchern auch mit der besten Form für Sägen beschäftigt hat. An einem zu Paris aufbewahrten kleinen Aotizbuch dieses großen Erfinders befindet sich die Skizze einet Säge, unter der die Wort, stehen: „Doppelte Säge, die ziehend und stoßend operiert".
Außer dem Propheten Jesaias wird der Apostel Simon auf den Gemälden mit dem Attribut der Säge dargestellt. Dieser Apostel ist überhaupt der Schutzpatron der Säger, denn es wird von ihm berichtet, datz er auf dner Misstonsreise in Persien le* bendig in Stücke zersägt wurde. Diese grausige Marterung ward« Im Mittelalter an Landesverrätern tatsächlich vollzogen, bereu Körper man der Länge nach mitten durchsägte. Besondere Sägen wurden verwendet, um das sog. Drasilholz zu zerkleinern, das sehr hart und als Farbholz geschäht war. Mit dem Zersägen dieses harten Holzes wurden die Zuchthäusler im 17. Jahrhundert beschäftigt, und sogar Verbrechern, die wegen ihrer Gemeingesähr* lichkeit an die Wand gefesselt waren, gab man diese Arbeit auf, Eine originelle Sagemaschine erfand 1768 der Regensburger Pre* blger Jakob Christian Schäffer, ein erfindungsreicher Kopf, der auch zuerst den später so fruchtbar geworbenen Plan hatte, Papier aus Holz herzustellen. Um sich bei feinen anstrengenden gelehrte» Arbeiten Sie nötige Bewegung zu verschaffen, lieh er sich von dem Tischler Simmerding eine reichverzierte Maschine bauen unS schrieb flugs ein Buch darüber, wie dieser Apparat zum Sägen von Brennholz und „zur Leibesbewegung für Gelehrte und Kränk* siche" nützlich verwendet werden könne. Die ersten Versuche der Sägefabrikation durch die deutsche Stahlindustrie wurden in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts von Krupp unternommen, der Sägen aus Guhstahl verfertigte. Damals gab es noch keine felbflän* dige Sägeindustrie in Deutschland, sondern die Sägen wurden von den Eisenwarenfabriken mit anderen Werkzeugen zusammen gemacht. <
Die hygienische Bedeutung der VogelweLt
ist. klagt A. Klengel-Meißen in der Zeitschrift „Naturschutz", leider immer noch nicht nach ihrem wahren Werte erkannt worden. Und doch lind die Vögel nicht nur in der Landwirtschaft durch die Vernichtung zahlreicher Schadinsekten vvn erheblich m Nutzen, sondern sie verdienen auch als Hilfstruppe der menschlichen Sa* nitätspolizei gewürdigt zu werden. Stellen doch Schwalben. En* ten. Rotschwänzchen, Fliegenschnäpper und zahlreiche andere An* sektenfresser den als Ueberiräger vvn gefährlichen Seuchen bekannten Zweiflüglern, die Stubenfliegen. Wadenstecher und Fieber* schnaken und deren Brut unermüdlich nach und unterstützen so den Menschen wirksam in seinem Kampf gegen diese Schädlingen Einen schlagenden Beweis für die wirksame Tätigkeit der Bogel* weit führt Klengel an. Auf dem von Teichen umgebenen Gut« Gädow in der Mark, in dem Besitztum des Grafen Wilamvwitz* Mvellendorff, herrschte früher eine derartige Mückenplage, datz es namentlich gegen Abend unmöglich wurde, sich im Freien auf* halten. Der Graf beschloß, die Wildenten völlig zu schonen und hatte damit den durchschlagenden Erfolg, daß die Enten mit bett Mückenlarven in den Gewässern gründlich auf räumten und bl« Mücken in Gabow nach feinen eigenen Worten, zu „Naturdenkmälern" wurden. Aehnliche Erfolge sind auch in den sehr btm Fieberfchnaken heimgesuchten Rheinauen in der Nähe Straßburgs gemacht worden. Die hygienische Bedeutung bet Vogelwelt ist deshalb über jeden Zweifel erhaben und die Bestrebungen des Vogelschutzes verNenen deshalb auch im Hinblick darauf von alten Stadtverwaltungen usw. die nachdrücklichste Unterstützung.
Schriftteitung: August Goetz. — Druck und Verlag der Brühl'fchen Univ. uni) Steindrmfersi» *2L Laug«. Vietze»,


