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Deutsche Weihnacht.
Don H. Lfchvpe.
Und 'Moder senkt dis heil'ge Nacht sich leise auf die Erde nieder; tmb wieder tönt zur Ehristbaumprach« das Ävig junge Lied der Lieder.
Und wieder glanzt mit frohem Schein; die alte, liebe Weihnachtssage;
und wieder glüht im Herzensschrein Safe stille Glück der Kindertage.
Wie gerne möchte doch mein Mund auch jene lieben Weisen fingen. Doch meine Seele ist so wund und fonn sich nicht zur Freude schwingen, Das deutsche Leid, die deutsche Not, N« würgt mir schluchzend an der Kehle, und schlägt mir meine Freude tot und martert meine arme Seele.
Der frohe Trutz aus Engelsmund ist leerer Schall in bentschrn Landen, solang der Deutsche wie ein Hund gekettet liegt in Schmach und Banden An meinem Zimmer brennt der Baum, und liebe, liebe Frauenhände entzaubern mir — fast wie im Traum — Was meine Seele sucht vH«' Ende.
Jedoch die große, deutsche Not, die mich gequält in bangen Nächten, entwindet sich- wie grauer Tod au8 meiner Seele tiefsten Schächten.
Du deutsches Volk, belüg dich nicht, wenn bei des Wrihnachlsbaumes Flimmen», wenn bei der heil'gen 'Weihnacht Licht, Dein Auge glänzt in Tränenschimmern, Dann wisse, wem die Träne gilt, die deiner Seele Dangen zündet und hoffe, datz auch dir sich mild i>on irgendwo der Friede kündet.
So soll die deutsche Weihnacht sein!
Wicht Freude ganz und nicht ganz Trauer. Einmal fegt doch der Weihnacht Schein, auch fort die deutsche Svrgenschauer.
Die erste Weihnachtskrippe.
Don Eurt Dauer. .
3b diesem Jahre 1923 feiert die Weihnachtskrippe ihr kvOjährlges Jubiläum. Ihr .Ursprung verweist uns auf einen kleinen italienischen Ort. G recc iv, der in Umbrien zwischen Terni und Rieti li;gt, fernab vom Treiben der Welt, und heute etwa 2500 Einwohner zählt. Als der heilige Franz von Assisi jene Gegenden durchpilgerte, hingen seine Bewohner noch wilden, barbarischen Sitten an und Horden von Wolfen beunruhigten den Ort. Dem Heiligen gelang es, die Menschen Sur Drüderlichleii itub chMlichen Lebenssiihr'Mg zu bekehren.
und als er wieder zum Pilgerstabe greifen wollte, baten sie ihn, doch in ihrer Nähe zu bleiben. Die 'Ditte wurde ihnen gewährt; Franz von Assisi erhielt von den Dornehmsten des Ortes einen benachbarten Hügel zum Geschenk. Dort erwählte er eine Höhle unter einer Eiche zum Unterschlupf, wo er nach feiner einfachen Weise hausen konnte. Man sagt, die Eiche fei bis auf den heutigen. Dag stehen geblieben. Aber die Eiche war für "bei Spender des Hügels, einen gewissen Giovanni Deleda, zu sehr auf steiler Hohe gelegen. Der Herr war von starkem Leibesumfang, und es machte ihm grotze Beschwerde, zu dem Heiligen empvrzustÄgen Daher bat er ihn, sich eine vernünftigere 9z>talttät zu seinem Aufenthalt zu erwählen. Franz von Assist zeigte sich, entgegen» lammend, machte es jedoch von einer Dedingrmg abhängig: ein Kind solle vvm Castell des Herrn Giovanni eine bannende Fackel schleuder»». Wohin sie fiele, da wollte er seine Einsiedelei auf" schlagen.
Aber das Schicksal meinte es offenbar nicht gut mit dem wohlbeleibten Herrn Giovanni. Die Fackel fiel ausgerechnet dort hin, tro der Hügel steil in den Abgrund hing. Ist diesen Fels gruben der Heilige und seine -Mönchlein ihre Zellen, ihr Neset» fortum und ihre Kapelle, die noch bis heute untvränbert er» halten geblieben sind. Das Refektorium ist so eng und niedrig, Last es kaum für wenige Personen Platz zu bieten scheint. Und doch hielten die Mönche darin an einem Ostermontag ein opulentes Gastmahl ab. Gegen die Regel der Demut und Armut war der Tisch üppig aufgedeckt, uird an Stelle der einfachen Lriirksthalon figurierten klingende Weingläser. Der Heilige bemerkte die Vorbereitungen. Er verkleidete sich als Dettler mit einem alten Hut und Krückstock und ging hinaus. Als sich jedoch die Mönche gerade zur Tafel gesetzt hatten, Köpfte es an die Tür und der so verkappte Heilige trat herein, tim Almvs«1 flehend. Bon den Mönchen eingeladen, setzte er sich auf den Erdboden, wo er die ihm Largebotene Minestra verspeiste. Dabei erkannten ihn die Mönche. Es gelang ihnen nicht mehr, einen Happen herunterzu schlacken, als sie der» Heiligen am Boden fauern sahen, während sie selbst um den. voll bedeckten Lischt fasten Jener aber rief, nachdem er die supp? verspeist hatte, tote zu sich selbst: „3d) wenigstens sitze jetzt, wie es sich für einen Minoriten ziemt." Weinend knieten die anderen vor dem Weister nieder, und seit jener Zeit soll das Refektorium nie toteöer ein üppiges Mahl gesehen haben.
Dicht neben der Einsiedelei befand sich eine natürliche Grotte: diese erbat sich der Heilige nebst einer mit Heu ungefüllten Krippe einem lebenden Esel und einem Ochsen. Denn hier sollte Las „Fest der Feste" gefeiert werden. Schon seitdem er in Bethlehem gewesen war. scheint dem Heiligen eine j^camge Idee vorgeschwebt zu haben. Armut und Liebe, diese Verden Grundsätze feines Gelübdes, wo waren sie deutlicher veranschaulicht als im Stall zu Dethlehem? Ueberall begleitete ihn diese Dor'stellung, und er ruhte nicht eher, als bis sich seine Sehnsucht erfüllte. Go war es in der HeMgen Nacht 1223, da Franz von Assisi hier in der Grotte die erste Weihnachismesse abhielt.
Die Dewokmer von Gveccio," erzählen die frühesten Mo» graphen des Heiligen, „hatten Fackeln und Kerzen besorgt, und von vielen Orten kamen die Lende herbei, angezogen von der Neuheit des Mysteriums. Es war eine heitere, klare Nacht. Der Wald ertönte von fröhlichen Stimmen, die im Echo der Felsen widerhallten. Dor der Krippe stand Franziskus der göttliche Mann, schmachtend in Mitleid und überschäumend von tounbertxirer Fröhlichkeit. Um Mitternacht wurde die gnoste


