r

I:

n

t

r x

t t

n 0 rt |t d

n e n &

6

'N n

IN

ie ä

ch it fe -N ft i®

1923 Nr. 38

ttalen, die von 18701889 in derVossischen Zeitung" unter den? Referat über die königlichen Schauspiele erschienen, alsTheater® fremdling" ausdeutete. Der ältere, aber doch noch jugendlich ela® stische Herr, der bei jeder Erstaufführung an seinem festen Eck­platz im Parkett zu sehen toar, hob zwar nicht selten das Haupt mit dem vollen Schnurrbart ungeduldig gegen die Decke empor wenn ihm zu Oedes dargeboten wurde, aber im Grunde war er !dvch mit Eifer bei der Arbeit und fehlte sehr selten. Freilich ein Körnchen Wahrheit steckt in demTheaterfremdling". Sn einer Zeit, die der Bühne noch sehr viel mehr Liebe >rnd Interesse ent» gegenbrachte, als es heute der Fall ist, zeigte Fontane, dem Leben und Wircklichkeit über alles ging, ein nie ganz überwundenes Mist» trauen gegen diese Welt des Scheins und der Schminke. Der Dichter desArchibald Douglas" hatte kein Theaterblut- er fühlte sich in dieser Sphäre der Eitelkeiten, der Intrigen, der Reklame wnd Komödianterie nicht wohl. Er hatte die Theaterkritik als Gelderwerb ausgenommen und hat sie zwei Jahrzehnte beibehalten, aber einen geteilten Widerstand dagegen konnte er nie ganz los- werden. Grade was feine Stärks auch in diesen Kritiken ist di« ge i st r g e F re i he i t, die sich nie auf bestimmte Richtungen'und Regeln festlegt, machte ihm viel Sorgen. Er war sich der Rela­tivität aller Urteile bewußt und meinte:Je länger man das kritische Metier treibt, je mehr überzeugt man sich davon, daß es mit den Prinzipien und einem Paragraphenkodex nicht'geht. Man muh sich auf seine unmittelbare Empfindung verlassen kön­nen." So nahm er denn seine Persönlichkeit zum Matzstab der Dmge, und er tat gut daran, aber der feine Skeptiker hat sich dabei doch ziemlich unsicher gefühlt. Er untersuchte Dramen und Schauspieler mit feinstem Verstehen auf ihre Echtheit und Inner- Weit Ihn zog nicht so sehr das Theatralische an, sondern das Menschliche und er gab sich dann seinen Eindrücken ganz hin. Viele Stunden intensivster Arbeit hat er diesen Besvrechungen gewidmet, und an einem solchen Tage verscheuchte die Dienerin Ides Hauses den störenden Besuch schon auf dem Treppenflur mit dem geflüsterten Wort:Der Herr hat heute Kritik". So sind diese Kritiken zu einem köstlichen Spiegel seiner Persönlichkeit ge­worden, besitzen aber auch ihre nicht zu unterschätzende Bedeut ung für die Theatergeschichte.

Fontanes kritische Tätigkeit siel zum weitaus größten Teil Unter die Aera Hülsen, in der Fürst Bülow die dem Grafen unterstellten Institute alsZirkus Hülsen" bezeichnete. Dieser di» lettierende Offizier, der vor allem denBefehlen von oben" ge» 'rrügen wollte, hat das klassische Repertoire, das er von feinen# Vorgängern übernahm, verkümmern lassen, verteilte die Rollen nach militärischer Rangordnung und liest bedeutende Darsteller Ziehen, die besten Kräfte brach liegen. Unter ihm herrschten jene faden Salon stücke und Lustspiele, gegen die dann der junge Ra» turalismus Sturm lief. 3m Stil machte sich eine gewisse Med» ningerei breit. Das Ensemblespiel fiel immer mehr auseinander. Fontane hat mit seinem feinen Gefühl für Geschichte jene Historie scheu Dramen bekämpft, die nur Kostüme oderschöne Verse^ brachten. Daher sein Abscheu gegen Stücke wieUrtel Qlcofta" undRarzitz": auch vom Lustspiel verlangte er, daß es über der Sucht nach komischer Wirkung die Wahrheit nicht völlig ver­gesse: er forderte die Harmonie zwischen Aeutzerem und Innerem, dasZusammenfallen von Schönheit und Wahrheit".Es kommt nicht darauf an, sagte er einmal,ob dieser vor® oder zurück­gebeugte Körper, ob diese Kopf® oder Armhaltung äutzerlich in­nerhalb der Schönheitslinie liegt, sondern darauf, ob dies« Liiiie dem innerlichen Hergang entspricht, ob st« wahr ist." Die fein-

Samstag, 22. September MevblN

mH* V.

Der Rhein.

GinWortFriedrichLists.

.Das Wort Rhein ist Leben, das Wort Rhein ist Grötze: das -Wort Rhein ist Macht und Kraft. Als Gott der Herr Deutschland erschuf, da war es ein unförmiger Klumpen eitel Dreck und wand^ ohne allen Wert. Da steckte er ihm den Rhein in den und Deutschland stcknd aufrecht und kraftvoll da ein k nunter den Ländern . . . Als aber oben und unten und in e Deutschen Stücke vom Rhein abhanden gekommen, va war es geschehen um ihre Macht und ihren gesunden Menschen­verstand, sie wurden Perücken und Haarzöpfe, lächerliche Pedanten."

Verzeiht!

(Zum 2 5. Todestage Theodor Fontanes.) Verzeiht den Anekdotenkram

Und datz niemals ich einenQlnlauf" nahm, Auch niemals mit den Göttern grollte, Richt mal den Staat verbessern wollte, Richt mal mitsexuellen Problemen" Gelegenheit nahm, mich zu benehmen.

D e r faßt es so, der anders an, Man mutz nur wollen, was man kann; Mir würde der Weitsprung nicht gelingen. So blieb ich denn bei den näheren Dingen. Drei Schritt blotz--ich weist, es ist nicht viel.

Aber Freude gibt jedes erreichte Ziel.

Fontane als Theaterkrrtikrer.

Von Dr. Paul Landau.

Die Zahl der klafstschen Theaterkritiker ist in unserem Schrift® htm gering. Gleich an der Pforte ins Reich der deutschen Bühn« steht der Meister derHamburgischen Dramaturgie", der größte Antiker des Theaters, den wir besessen, der mit tiefer Gelehrsam® leit die leidenschaftliche Kraft künstlerischen Erlebnis und we­nigstens in der ersten Zeit auch die große Liebe zum Theater ^rbaud. Ihm folgten kluge Kenner, wie Tieck und Immermann, und dann kam in der Biedermeierzeit, die die Bühne anbetete, die wocße derTheaterpäpste", der Rellstab, Röttscher, Frenzel, die P1 Dsflin unfehlbar orakelten, sich aber nicht dauernd im Andenken der Rachwelt erhalten haben, wie etwa in Frankreich Jules Ja- mn und Francisque Sarceh. Wien, das eine Zeitlang dieTheater® stadt' an sich war, hat wohl die bedeutendsten unter den neueren ^veaterfrittfern gehabt, Ludwig Speidel und Ferdinand Kürn- berger. Reben ihnen steht zu gleicher Zeit in Berlin als ähnlich jpatfante. Persönlichkeit Theodor Fontane, dessen Theater- rrttiken sich wohl allein noch neben denen der beiden Wiener iröendig erhalten haben. Es war freilich nicht das Tiefste seiner Bindung, das sich auf diesem Gebiet entfalten konnte. 016er die ®anhe, der Reichtum und die Originalität seiner Persönlichkeit ömleiheit auch diesen Arbeiten, die als(Sauferien über Theater" 9®fammelt wurden, ihren unvergänglichen Reiz, und so darf an «rn Lage, da seit dem Hinscheiden des Dichters ein Vierteljahr® hundert verflossen ist, auch dieses kleinen Ausschnitts seines Lebens» Perkes gedacht werden, der sonst durch den Balladendichter, den ^manschriftsteller, den Wanderer durch die den Selbst® mBgrat»^ und Briefschreiber in den Schatten gedrängt wird.

Es war ein fader Witz des alten Glasbrermerr der die 3ni»

ST

»>r

MG