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Schristleitung: August Goetz. — Druck und Verlag der Brühl schen Univ>Buch- und Steindruckerei. R. Lana«, Giehi
itn.
Ts sangen lachend, voll Seligkeit Die rheinischen Burschen und Mädchen, Als fern von Kummer und bitterem Leid 2koch träumten die Dörfer und Städtchen. Doch jetzt, da Not gepackt euer Land Mit stahlhart gepanzerten Klauen, Jetzt hebet zum Schwure empor hoch die Hand, Singt mutig in Kraft und Vertrauen:
Deutsch bleibst du, König Nhein!
Das schwören wir dir zu.
Deutsch sollst du ewig sein. Wir — bleiben deutsch wie du!
Du deutsches Volk du am deutschen Rhein! Wie einst du begeistert gesungen Von Sonne, Liebe und perlendem Wein,
Deutsch bleibst du, König Rhein
Rheinlied von K. Wind.
Viel tausend Lieder, mein Vater Rhein, Dir wurden begeistert gesungen.
Von Sonne, Liebe und perlendem Wein Hat jauchzend das Echo geklungen.
Doch jetzt erbrauset ein anderer Klang,
Hallt wider in Felsen und Klippen, Wie stürmender Wetter wildtosender Sang Erschallt es im Schwur von den Lippen:
Deutsch bleibst du, König Rhein!
Das schwören wir dir zu.
Deutsch sollst du ewig sein, Wir — bleiben deutsch wie duk
Eine Spiel-AussteUung.
Die diesjährig« Dresdner „Jahresfchau Deutscher Arbeit", di« unter dem Zeichen von „Spiel und Sport" steht, bietet in ihrer Kulturabteilung einen geschichtlichen Ueberblick über dies weite Gebiet. Besonders interessant sind die Räume, die sich mit dem Spiel beschäftigen. Wie Paul Sorgenfrei im „Kunstwanderer" berichtet, ist hier ein. überaus reiches, in solcher Mannigfaltigkeit wohl noch nie zusammengebrachtes Material vorhanden. Der Direktor der Züllchower Anstalten bei Stettin, Pastor Jahn, hat aus seinem Spielmuseum eine Schau zusammengestellt, die von ältesten Spielen und Spielsachen bis zu modernen reicht. Dr. Fuchs gibt eine Uebersicht über das Spiel der alten Griechen und Römer, bas in plastischen, photographischen und anderen bildlichen Darstellungen vorgeführt wird. Man findet hier Aufschluß über die Geschichte der ältesten Spiele, die im Prinzip bereits manchmal eine merkwürdige Uebereinstimmung mit den neuesten zeigen. Sv ist z. B. das japanische Nationalspiel „Go", dessen Alter auf 4000 Jahre geschätzt wird, ein ideales Brettspiel, das noch heute als Vorbild dienen kann. Das altgriechische Spiel Rhythmomachia ist ein Zahlen-Schachspiel, das auf Pythagoras zurückgehen soll. Kungser ist ein altes Nationalspiel der Tibetaner, aus dem sich dann später die sog. Delagerungsspiele entwickelt haben. Auch die Geduldfpiele reichen schon bis in die graue Vergangenheit zurück. So haben die Tibetaner ein uraltes Juwelenspiel, das sog. Alapala, das in den Lamaklöstern viel gespielt wurde. Die
Daß jauchzend das Echo geklungen--
Sv brause dröhnend es jetzt stets aufs neu
Hell über des Unwetters Toben
Als rheinisches Sturmlied, als Schwur ew'ger Treu'
Zum Herrgot im Himmel dort oben:
Deutsch bleibst du, König Rhein!
Das schwören wir dir zu.
Deutsch sollst du ewig sein, Wir — bleiben deutsch wie du!
diese antike Zeitmessung, und noch 1586 stellte Papst Sixtus V. ein solches monumentales Uhrdenkmal vor der Peterskirche auf. Doch erst die Idee des Schattenstabes, des Polos, der in der Richtung der Weltachse, also senkrecht zur Aequatorebene, stand, ersparte die Messung der Schattenlängen und schenkte der Menschheit die eigentliche Sonnenuhr, die bald als Horizontal- oder Vertikal-, bald als Äequatorial-Sonnenuhr auftrat und bis ins 18. Jahrhundert hinein beliebt gewesen ist. Trotzdem die Erfindung der Räderuhr schon viel früher erfolgte, trennt uns doch erst wenig mehr als ein Jahrhundert von der Sonnenuhr, die wir heute nur noch in verschlafenen Rokokogärten als merkwürdige Anlage finden. „Bis ins 18. Jahrhundert hinein aber wurde die Sonnenuhr auf Reifen mitgeführt und in der Tasche getragen. Die Handwerker und Instrumentenmacher der Zeit wetteiferten, diese Zeitmesser in möglichst kostbarer und schöner Form herzustellen. Solche kostbaren Sonnenuhren finden sich noch zahlreich in Museen, und Alfred Rohde, der soeben im Verlag von Klink- hardt.und Biermann zu Leipzig eine interessante „Geschichte der wissenschaftlichen Instrumente vom Beginn der Renaissance bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts" erscheinen läßt, widmet diesen Sonnenuhr-Kunstwerken das erste Kapitel. Zunächst lag die Verfertigung der Uhren ganz in den Händen der Gelehrten, die sich mühten, möglichst genaue Zeitmesser herzustellen. So hatte z. B. Regivmontan, der die astronomischen Berechnungen auf eine teste Grundlage stellte, eine eigene mechanische Werkstatt. Erst seit 1530 lösen die Handwerker in der Jnstrumentenfabrikation die Wissenschaftler ab, und zwar übernimmt Augsburg die Führung, wo sich die ersten bedeutenden Werkstätten entwickeln. Ein Meister, der aus diesen Augsburger Werkstätten hervorging, Ulrich Schniep, arbeitete hauptsächlich kleine Reise-Sonnenuhren, die in schön geschmückten Kästchen waren und auch den Laien die Ablesung der Zeit gestatteten.
Erlesene kleine Kunstwerke sind die Sonnenuhren, die dann im 16. und 17. Jahrhundert von wohlhabenden Leuten getragen wurden. Sie wurden aus Elfenbein oder auch aus Solenhvfer- stein hergestellt, mit schönen Bildern oder reicher Ornamentik geziert und sehr handlich gearbeitet. Zwei Platten, die zueinander rechtwinklig stehen und durch einen Faden als Schattenzeiger miteinander verbunden werden, bewährten sich wegen ihrer Flachheit besonders als Taschenuhr und waren im 17. Jahrhundert sehr beliebt. Neben diesen Horizontal-Sonnenuhren waren auch Aequatorial-Sonnenuhren vielfach im Gebrauch, bei denen die Uhrebene paralell zur Aequatorebene verschoben ist. Auch hier schufen die Augsburger die besten Vorbilder, und diese Zeitmesser erfuhren sogar im 18. Jahrhundert eine Neubelebung durch die Arbeiten dä Düsseldorfers Claude Dunvd, der von der Räder- uhr gewisse Verbesserungen für die Sonnenuhr übernahm. Diese Dunodschen Sonnenuhren aus vergoldeter Bronze sind mit reichstem Schmuck ausgestattet und werden dadurch zu köstlichen kleinen Kunstwerken. Man konnte von ihnen nicht nur Stunden, sondern auch Minuten ablefen. Die Renaissance war die eigentliche Blütezeit dieser kleinen und zierlichen Zeitmesser, deren Fabrikation in den Augsburger Werkstätten gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu lebloser Erstarrung herabsank.
die das Leben der Vergangenheit festhalten. -Unter den alten Reisespielen befinden sich viele Originale mit Kupferstichen,' ein Spiel das im Besitz Gellerts war, ist betitelt „das menschliche Leben" und zeigt farbige Kupferstiche mit Szenen aus Gellertschen Fabeln. In einer besonderen Abteilung werden Bilder von spielenden Kindern aus den verschiedenen Jahrhunderten vorgeführt, von Albrecht Dürer und A. v. Ostade über Chodowiecki und Schenau zu den Meistern des 19. Jahrhunderts Ludwig Richter und Pietsch, schließlich Fritz von Uhde und Hans Thoma, also durch 4 Jahrhunderte hin.
Rosenparadiese in der Mark Brandenburg
Man schreibt uns: Wie viele haben doch auch nicht die mindeste Ahnung davon, daß „des Heiligen römischen Reiches Streusandbüchse" nicht bloß aus endlosem Kiefernwald und weiten Wasserflächen, aus Berlin und dem Oderbruch besteht, daß sie vielmehr auch Gartenparadiese von kostbarem Wert und einer Schönheit umschließt, die man inmitten der weiten Heideflächen kaum erwartet. Freilich, wer die herrlichen Schloßgärten in und bei Potsdam gesehen hat, wird schon eines besseren belehrt sein. Aber wie viele Nichtbrandenburger wissen etwas von den großartigen Spargel-, Erdbeer- und Blumenkulturen der Mark. Doch sei hier nur von ihren Rosenkulturen die Rede. Berühmt ist die Aosenblüt« des Schloßgartens von Liebenberg, das grade jetzt wieder durch das bekannte fürstliche Memoirenwerk so viel genannt wird. Darm die einfach großartigen Rosenplantagen von Britz bei Groß-Berlin und die namhafte Rosenzucht von Buckow in der Mark. Ueberall dort beginnt sich dies Jahr, arg verspätet, erst jetzt die Rosenblüte voll zu entfalten. Aber es gibt noch ein Rosenparadies in der Mark, wo es die meisten kaum vermuten werden: in Forst, N.-L., der größten deutschen Tuchindustriestadt, unweit Kottbus. Hier, wo mitten in der sandigen Kiefernheide der Niederlausitz ein ganzer Wald von Fabrikschloten auf ragt und des Abends der Lichterschein einer der größten Industriestädte des mittleren Deutschlands sich weithin über die einsame Heide legt, ist es, wo 1913 eine der größten deutschen Rosenaus- flellungen stattgefunden hat. Auf der idyllischen, von der Lausitzer Neiße umflossenen Wehrinsel, wo die so zu Unrecht verschriene Mark zur allgemeinen Ueberraschung mit der Märchenpracht auswartete, die eine Massenblüte von 30 000 Rvsenstöcken ausstrahlt. Die Stadt Forst, die immer auch! das Auge für die Schönheit offengehalten hat, wußte sich dies Paradies zu erhalten und schuf sich auf dem Ausstellungsgelände des 50 Morgen großen Jnselparks den inzwischen weithin berühmt gewordenen „Ostdeutschen Rosengarten", der unter dem besonderen Ehrenfchutz und unter der Mitwirkung des Vereins deutscher Rosenfreunde steht.
altgriechischen Geöuldspiele sind wohl die frühesten ihrer Art. Berühmt war das Wandarinenspiel. Diese alten Spiele des himmlischen Reiches waren meist in Elfenbein gearbeitet und wiesen kunstvolle Verzierungen auf; ebenso die altchinesischen Dominospiele, die aus elfenbeinernen Stäbchen mit chinesischer Beschriftung bestehen. Unter den deutschen Spielen sind die alten Kartenspiele von künstlerischem und kulturgeschichtlichem Wert; manche von ihnen, wie der sog. „Hamburger Ausruf", zeigen Malereien,


