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Briefe dieser schreibseligen Zeit jedem unberufenen Äuge zu ver­bergen. Au her dem Sekretär gibt es noch ein anderes Möbel, ohne das ein Zimmer der Biedermeierzeit nicht zu denken ist; bas ist die©erbaute, der Glasschrank. Born und an der Seite verglast, auf der Rückseite innen mit Spiegeln belegt, stellt die ©erbaute alle die Niedlichkeiten und Andenken zur Schau, die dem Biedermeier heilig teuren: die Porzellankännchen und Tassen, die Glasbecher mit schönem Schliff, die vielen Arbeiten aus Haar­geflecht, Moos und künstlichen Blumen, die Körbchen und Schächtel­chen mit Perlenstickerei ufto. Die leidenschaftliche Stickluft der Frauen und Mädchen ldbt sich aus in den Stickereien des Ofen­schirms und der Klingelzüge, der Sofakissen ufto. Im Gegensatz zu der unwirtlichen Gröhe des Empiresaals ist das Biedermeier­zimmer intim und gemütlich mit feinen locker ausgestellten Möbeln, feinen hellen Decken und Wänden, dem sandbestreuten Dielenbvden und den leichten weihen Tüll- und Musselinvorhängen.

noch häufig aufgegeben.

Die Entstehung des Biedermeierstils vor 100 Jahren.

Als sich der fröhliche Parodist Ludwig Eichrodt und der hu­morvolle Mediziner Adolf Kuhmaul um 1850 zusammentatem um allerlei komische Gedichte in altväterischem Ton unter der Maske pes 'weiland Gottlieb Biedermaier in die Welt gehen zu lassen, ahnten sie nicht, dah sie damit einem ganzen Kunststil, ja einer ganzen Welt den Namen gaben. Vorbild für die Gestalt des Medernm im war ihnen ein alter Dorfschullehrer Samuel Friedrich Sauter der Gedichte von unfreiwilliger Drolligkeit gemacht hatte und dessen Poesien sie mit betouhter Parodierung umbichteten oder nachahmten. Der Biedermeierstil, der das ungewohnteaV um» änderte, ist dann nach dieser Figur getaust worden, weil man auch in ihm zunächst eine etwas von oben herab betrachtete Gemütlich­keit Behäbigkeit und Sentimentalität fand. Aber aus dem über­legen spöttischen Klang des Namens ist bald ein Ehrentitel ge­worden, und seit etwa 20 Jahren ist der Biedermeierstil, die Kunst und besonders das Kunstgewerbe von vor 100 Jahren, große Mode geworden, die schwärmerisch bewundert und deren Erzeug­nisse eifrig gesammelt, hoch bezahlt werden. Die gediegene Schon- deit dieses Stils und seine Entwicklung aus den vorhergehenden , lUng lewer 41x1«: BSA <4 in mm*.*» n. k-u«>4° EäÄÄ^S

Empire- und Biedermeiermöbel aus Schlossern und Bürger­häusern vor das Pros. Robert Schmidt nach den Sammlungen Ferdinand LÜthmers bet der Frankfurter Verlagsanstalt in Frank­furt a. Olt. herausgegeben hat. Die Einrichtung des Empire hatte mit ihrer ernsten Großartigkeit um die Wende des 18. zum 19. Jahr­hundert die Liebenswürdigkeit und Anmut des Rokoko verdrängt, aber im beutfdien Bürgertum erhielt sich durch die ganze napoleonische Zeit ein schlichter, solider, leicht sentimentaler Stil, den man Zopfstil genannt hat. Dazu kam noch als wichtiger Faktor der Einfluh des englischen Mobelsttls, der sich seit 1780 immer mehr einbürgerte und auf einfache Zweckmäßigkeit, dauer­hafte Arbeit und schönes Material den Hauptton legte. Zopfstil, Empirestil und englischer Stil schließen sich nun etwa um 1820, also vor 100 Jahren, zu einer neuen Form der Zunmereinrichiung zusammen, die wir jetzt Biedermeier nennen. DK er Stil, dessen erste Vorläufer bereits um 1810 auftauchen erreicht m dem Jahr­zehnt von 1825 -1835 seine Hochblüte und hat noch bis 1845 Nach­zügler. In ihm entfaltet sich nun jene intime Idylle gemütvolle Einfachheit und etwas spießbürgerliche Geschmacksfeinheit, die toir

heute so lieben., . , ,,

Das Mahagoniholz, das der Empirestil bevorzugt hatte bleibt auch im,Biedermeier erhalten, besonders in Norddeutschland Da­neben werden Obstbaumhökzer, Ahorn und Esche bewendet, und zwar soll das Holz in seiner Naturfarbe zur Wirkung kommen, eS wird durch feine Intarsien farbiger gestimmt.

bleiben im allgemeinen dieselben wie im Zopf« und Empirestil. Das

spielCleänt und CePhise,desserl Handschrftt 1890 von d.m Be-

betragen, die bald darauf den jungen Sfjeobor beschäftigten so teenig Bedeutung beigelegt, daß auch der Ditel nirgends in den Driesen Theodors oder des Vaters erwähnt ist. Immerhin verdient das im gereimten Alexandrinern geschriebene Verkleidungsstuck we­gen seiner anmutigen Leichtigkeit der Szenenfuhrung und spannen­den dramatischen Gestaltung eine Erweckung, und es auch be­reits die Dühnenprvbe bestanden, da es bet bem

von 1893 zusammen mit den spateren StuckenToni unb Nachtwächter" aufgeführt wurde.

Kostbare Sonnenuhren.

k @ ©Cr scheinbare Lauf der Sonnenscheibe am Firmament bat im Leben aller Völker und Kulturen das Zeitmaß abgegeben, so toie bie Sonne durch ihre wärmespendende Macht überbauet erst die Möglichkeit des Lebens gewährte.^ Das BibelwortSo ward aus Abend und Morgen der erste Tag , bringt mit beflt aesetzmäßigen Wechsel der Tage und Nachte das ewige Gleich^ maß im Leben und Treiben der Menschen zum Ausdruck. An­der Beobachtung der Sonne entstanden die ersten Aeitm^ser, die Sonnenuhren. Ein senkrechter Stab auf de^ Erdoberfläche teilt» mit seinen Schattenlängen den Aag em, gab Stunden und Jahre« zeiten an Noch heute find die Obelisken redende Zeugen für

Aach der Erstausführung feiner SinfonieWellingtons Sieg 1 Wohnzimmer totrb von dem getoalttgen Sofa beherrscht, aufdem oder Die Schlacht bei Vittvria im Dezember 1813 erläßt er in der gut drei Personen Platz haben. Aus kräftigem Unterbau entwickeln Wiener Zeitung eine längere Danksagung, in der es heißt:Es sich die geschwungenen Lehnen, bezogene Rollen vermitteln zwischen war ein seltener Verein vorzüglicher Tonkünstler, worin ein jeder Sih und Seitenlehnen, und die ruhige Lime der Rücklehne faßt das etaia durch den Gedanken begeistert, mit seiner Kunst auch etwas 1 Ganze behäbig zusammen. Die Stühle weisen verschiedenartige, J Außen des Vaterlandes beitragen zu können, ohne alle Rang- I aber stets sehr bequeme Formen auf und ebenso die Tische, unter ordnung auch aus untergeordneten Plätzen, zur vortrefflichen Aus- denen die mit runder oder ovaler Platte auf mächtigem Mittel- fübruna des Ganzen mittoirfte. Das Konzert fand nämlich zu I träger mit 3 oder 4 geschwungenen Fußen die beliebtesten sind, wohltätigen Zwecken statt.Mir. siel nur darum die Leitung des DasunbestritteneHauptmöbel des Medermeiers istderSekretär Ganzen zu," fährt er fort,weil die Musik von meiner Kvmpositton der Schreibschrank, dessen obere Turhalste als Schreibplatte heraus­war' wäre sie von einem anderen gewesen, so würde ich mich I zuklappen ist. Dieses Möbel zeigt in seiner Anlage und Ver- ebenso gern wie Herr Hummel an die große Trommel gestellt gierung die ganze Freude der Zett an spielerischer Tif telei, wenn haben da uns allen nichts als das reine Gefühl der Vaterlands» | man es aufmacht. Die Mitte cht gewöhnlich als Miniaturtempelchen liebe und des freudigen Opfers für diejenigen, die uns so viel gebildet, mit Säulen aus Alabaster oder bronze-geschmucktem Holz; aeopfert haben, erfüllte. Den vorzüglichsten Dank verdient indessen fm Hintergrund ein oder mehrere Spiegel, die die Illusion eines Herr Maelzel, insofern er als Unternehmer die erste Idee dieser I von Säulen getragenen Rundbaues Hervorrufen; rechts und links Akademie faßte und ihm nachher durch die nötige Einleitung, Be- Fächer- und Schubladen in reicher »ulke die z. T. nur durch ge° forgung und Anordnung der mühsamste Teil des Ganzen zufiel.'' Heimen Druck geöffnet werden können, und bann noch vieleGehetm-

Am 31. Dezember zeigt er eine Wiederholung folgendermaßen facher, um die tausenderlei kleinen Dinge, die Tagebücher und an:Musikalische Akademie. Der Wunsch zahlreicher, mir sehr 1 nR~,~t'x 9r,"'> 1,1

verehrungswürdiger Freunde der Tonkunst, meine große Jnstru- mentalkomposition über Wellingtons Sieg bei Vittvria noch ein­mal zu hören, macht es mir zur angenehmen Pflicht, bem schätz­baren Publikum hiermit anzukündigen, daß ich Sonntags den 2. Januar die Ehre haben werde, mit dem Beistände der vor­züglichsten Tonkünstler von Wien besagte Komposition mit neuen Gesangsstücken und Chören vermehrt, im K. K. großen Redouten- faale, zu meinem Besten, aufzuführen. Die Gintrittsbillets sind täglich auf dem Kohlmarkt, im Hause des Freiherrn von Haggen- müller, im Hofe rechts zu ebener Erde, im Kontor des Freiherrn v. Pasqualati, für das Parterre zu zwei und für die ©aleriq zu drei Gulden W. W. zu haben."

Die Zusammenarbeit mit Maelzel hatte übrigens ein unan­genehmes Nachspiel, indem dieser die Sinfonie in München und London unberechtigterweise aufführte. Dagegen wendet sich Beet­hoven in einerErklärung und Aufforderung an die Tonkünstler m , , er*. cWm js

London", in der er sie beschwört, Maelzel bei seinem unrechtmaßi- I (£><« UNgedrUÜkteS StUM Theodor K0rNSrS. gen Unternehmen nicht zu Unterstützern Anzeigen seiner elgenen Zh^dor Körner gehört zu den Dichtern, die schon sehr früß Konzerte und Proteste gegen Nachdruck hat Beethoven auch sonst | außerordentliche Formgewandtheit und Reife zeigten. Em Beweis dafür ist das LustspielCleant und Cephise", das jetzt aus seinem Nachlaß zum erstenmal von Paul Sonnekaw tn Declams Äniversal-Dibliothek" herausgegeben wird. Wie G--R. Kruse in einem interessanten Nachwort bemerkt, ist das Stuck wohl 1808 entstanden, in demselben Jahr, in dem der Siebenzehn­jährig e die Bergakademie in Freiberg bezog. Die Musen waren in Körners Elternhaus schon durch den Vater, den Lebensfreund Schillers, heimisch, der selbst ein bedeutender Schriftsteller war, während seine Tante, die Malerin Dora Stock, die bildende Kunst vertrat Selbst während der Wirren der Napoleonischen Kriege, durch die die Vaterstadt Dresden besonders heimgesucht war, hielt man im Körnerhaus an der Pflege der Künste fest.Korner ist uns ein gutes Vorbild," schreibt Dora Stock aus dieser Zelt,in seiner Nähe schämt man sich, kleinmütig zu sein. Das Unvermeid­liche trägt er mit Ruhe, blickt vertrauend in bte schönere Zukunft und genießt jede Freude mit dem unnachahmlichen Kinbersinn welchen Sie an ihm kennen. Unsere Konzerte waren nur kurze Zeit unterbrochen, und wir haben ein paarmal in unserem Haufe Ko­mödien gespielt, bie uns und unseren Zuschauern drei Freude ge­macht haben. Diirch dies häufige Komödienspiel erhielt der junge Theodor die Anregung, schon im Knabenalter Dramen zu^^ ver­fassen, und bereits 1806 schuf er für das Haustheater em kleines VersfpielAmor und seine -Heerscharen^ das auch m die Samm­lung seiner Werke ausgenommen wurde. Em weiteres Werl sur das