Ausgabe 
17.11.1923
 
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erfuhr. In dieser Zeit beginnt die grobartige Tätigkeit der eigentlichen Theatermaler, die in dem Gesamtkunstwerk der Bühne grobartige Architekturen und Landschaften schufen. Diese Kunst vererbte sich in einzelnen Familien, tote den Bibbiena, Fuentes, Quaglio, durch Generationen bis weit ms 19. Jahrhundert hinein. Aber die barocken Bühnenbilder standen mit der Stimmung des aufgeführteit Stückes doch nur in einem losen Zusammenhang, und erst die Schauspielkunst der Romantik versuchte, eine Harmonie zwischen dem geschichtlichen oder seelischen Gehalt des Stückes und den Bühnenbildern zu schaffen. Schinkel gab in seinen Szenerien für die Berliner Oper ein wundervolles Dorbild, auf das man in unseren Tagen toieder zurückgegriffen hat. Auch die Düsseldorfer Maler arbeiteten an der kurzen, aber glänzen­den Theaterschöpfung Immermanns mit, und die Meininger schöpften ans der Empfindungswelt der damaligen Geschichts­malerei.

Die Dühnenreform, die Ende der 60er Jahre des 19. Jahr­hunderts durch den Naturalismus herbeigeführt wurde, erstrebte auch in der Szene die Wiedergabe der Wirklichkeit und drängte zunächst die Arbeit des schöpferischen. Malers zurück. Bald aber wandte man sich von dem öden Realismus der eintönigen Interieurs ab und forderte eine neue Stilisie­rung des Bühnenbildes. Der Schweizer Adolphe Appia legte in seinen Entwürfen für Wagners Musildramen und andere Opern den Hauptwert auf den Zusammenklang von Ton und Linie, und der größte Anreger der modernen Dühnenkunst, der Engländer Kordon Craig, erlöste die Bühne von der Äachahmung der Matur, schuf ihr eure eigene phantastische Welt aus hohen Kulissen und zarten Silhouetten, aus der feinsten Verteilung von Menschen und Massen im Raum. Er erkannte besonders! den Wert der Treppe, die dann in allerneuester Zeit bis zum ileberdrufj verwendet worden ist. Während Craig in seiner Heimat nur schwächliche Nachahmer fand, gingen bei uns bedeu­tende Künstler denselben Weg, so Peter Behrens in seiner, Stil- feühne, das Münchener Künstleriheater mit der Reliefbühne, Fritz Schuhmacher mit seiner Rahmenbühne. Man griff auf die alte Mysterienbühne zurück, auf die primitiven, aber überaus eindrucksvollen Gestaltungen der Marionettenbühne, auf die alte Delari-Bühne, deren Drehprismen in Pirchans Dekorationen Wiede rauf tauchten. Innerhalb eines festen Rahmens kam man so zur Hervorkehrung der feinsten Nuancen in Farbe, Beleuchtung und Rhythmik.

All diese Dersuche haben das Gemeinsame, daß sie das Theater von der Maschinerie, dem bloßen Ausstattungszauber, befreien und das ganze Kunstwerk aus einem Guß erstehen lassen wollen. Daß dieseit z. T. allzu gedanklichen und nüchternen Ver­suchen wieder mehr Pracht und Fülle zugeführt wurde, verdanken tote den Rus f en, die im letzten Jahrzehnt die wichtigsten Schöpfer des Szenenbildes toaren. Nach dem üppigen Märchenrausch, den Bakst für die Pariser Oper hervorzauberte, tarnen nach dem Kriege die ganz einheitlich gestimmten Dekorationen'des russischen VarietesDer blaue Bogel" nach Berlin, dann die noch groß­artigeren Dühnenwunder des Russisch-romantischen Theaters, die das Erlesenste an Geschmack boten, und die kühne Regieführung Tairvffs, der wirklich Menschen, Bilder, Wort, Ton, Linie und Gebärde zu einer Harmonie zusammenschweißte. DemKubistischen" näherten sich die Dersuche, die die Menschen zu Zylindern, Kegeln und Pyramiden umformten, und in Rußland selbst kam es zu ganz abstrakten" Dekorationen, bei denen nur die Wirkung desMen- scheit im Raum berücksichtigt wurde. Eine andere Neuschbpfung des Bühnenbildes brachte das Arena-Theater, wie es Rein­hardt bnGroßen Schauspielhaus" verwirklichen wollte. Rein­hardt ist enter der ersten gewesen, der die Maler zur Mitarbeit! bei seinen Ausführungen heranzog; für ihn haben die Besten, ein Slevogt, Sortetfj, Walser ufto., Vorzügliches geschaffen. In der seelischen Durchdringung eines Riesenraumes war etv aber nicht glücklich, und nur wenige Aufführungen desGroßen Schau­spielhauses" waren künstlerisch befriedigend, am ehesten noch die Bühnenbilder Kainers zu KaisersEuropa", durch die Arena, Kuppel und Hinterbühne zur Einheit zusammengeschlvssen wurden. Wegweisend in dieser Hinsicht war die Tat des Amerikaners Norman Geddes, der für ein Neuyorker Dolkstheater die fdyier unmögliche Inszenierung einer Bühnenbearbeitung von DantesGöttliche Komödie" vollbrachte. Die Arena ist hier als Krater der Hölle mit der Glut elektrischer Flammen erfüllt, und an dem schmalen Grat des Kraters ziehen die beiden Dichter dahin sich scharf von dein grellen Licht abhebend, während die Schatten der Verdammten in gespenstischen Silhouetten sich aus dem Dunkel emporreden.

Trotz dieser Mitarbeit der Russen und Amerikaner steht doch Deutschland was auch die Amsterdamer und Londoner Theaterausstellungen bewiesen in dem Reichtum seiner Künstler und der Vielgestaltigkeit der Lösungen an der Spitze. Besonders der Zusammenklang von Bild und Musik ist von Meistern wie Pelzig, Kainer, Aravantinos und anderen wundervoll erreicht worden, und ebenso sind unsere Künstler imstande, mit ihren Bühnenbildern den feinsten Schwebungen und Stimmungen in der Psychologie eines Stückes den anschaulichen Ausdruck zu verleihen und jedem Werk die Atmosphäre zu geben, deren es biöarf, um feine höchste Wirkung zu offenbaren.

Vaterland.

Zu Richard D e h m e l s 60. Geburtstag, 18. November*).

Der Tag hat aufgehört zu fchnein.

Der graue Eichwald reckt sich, weih belastet, von einem letzten Licht betastet.

Zwei Menschen waten querforftein.

Tief Atem schöpfend sagt ein Weib und rastet:

Ich bad so gern durch frischen Schnee,' durch den noch keiner gegangen ist.

Wenn ich die reine Spur dann seh, die wie vom Himmel gefallen ist, dann kommt mein Pfad mir her aus einem ©artet wo ich als Kind tn,einer Schneenacht stand, weil ich den lieben* Tag nit tonnt erwarten, her mir zurückgab mein hell Heimatland, wo Wald und Berg und Tal nach allen Seiten in hundert lachenden Linien sich verzweigt,

So in die leuchtenden Ewigkeiten ebhügel über Hügel steigt, undt all die Höhen, die blauen, verflicht in Ein- die tiefe grüne Schlucht des Rheins.

Hier aber Sie erfchauert, schweigt,

ein Mann spricht wie voll jungen Weins:

Hier graut im Schnee mein ernstes märkisches Land, dies Land, in dem sich Rußlands Steppen schwer zu Deutschlands Bergen hinschleppen.

OI aber sieh's erst im Sommergewand,

toie's dann drin summt und bummelt und tummelt und tut, wenn hoch im Abendsonnenbrand

der alten Kiefern verschämte Glut sich aufreckt aus der Versunkenheit! Dann atmen die Wiesen plnendlichseit.

, Dann blaut hinter den Bäumen ein Duft wie fernes Meer aus tiefer Kluft.

Dann ins ülnabsehbare sie ihn ziehn:

in hundert Windungen, himmelhell, den Rhin!

Gr glüht; sie strahlt, küßt seine Hand.

Zwei Menschen danken ihrem Vaterland.

*) Der 1920 verschiedene Dichter, der morgen feinen 60. Ge­burtstag hätte begehen können, gehörte zu den feinsten Lyrikern unserer Zeit, dessen gedankenreiche und sprachgewaltigen, Werke über seinen Tod, hinaus von größtem Einfluß auf unsere jüngere Literatur gewesen sind. In harter, nie ermüdender Arbeit an sich selbst suchte er sein Ziel als Poet und Mensch, sein eigenstes Glück im Weltglück. Den Weg zeigte schon eins seiner ersten Gedichte:

Mensch, du sollst dich selbst erziehen, .Und das wird dir mancher deuten: Mensch, du mußt dir selbst entfliehen. Hüte dich vor diesen Leuten! Mancher hat sich selbst erzogen; hater auch ein Selbst gezüchtet?

Noch hat keiner Gott erflogen, der vor Gottes Teufeln flüchtet.

Und am Ziel bekannte der Dichter:

* Ich habe mit Inbrünsten jeder Art mich zwischen Gott und Tier herumgeschlagen. Ich steh' und prüfe die bestand'ne Fahrt: nur Eine Inbrunst läßt sich treu entsagen: Zur ganzen Wett.

Den Gipfel feines Schaffens erreichte Dehmel in dem «us einem Zyklus lyrischer Gedichte mit fortlaufender Handlung zusammengeschmolzenen EposZwei Menschen",' dem obige Strophe entnommen ist.

Das Quartett.

Don W. H. Riehl.

(Fortsetzung.)

Ganz anders dachte der Graf in derlei Dingen. Gr fand «S äuberst ergöt-.lich, daß in Paris schon wieder ein neuer Bühnenakt beginne, und daß man gar nicht mehr ins Theater zu gehen brauche, und dennoch in dem bunten Szenenwechsel von«Revolutionen und Schlachten, von Thronens! urz und Staatenaufbau die spannendsten Tragödien fortwährend umsonst zu sehen bekomme. Der Freiherr sagte Gr betrachtet auch die Weltgeschichte unter dem Gesichts­punkte des Oellackes; der größte Ideenkampf fesselt ihn als Neuig­keit Quartette schreibt man um der ©eigen willen, und die Dölker erwürgen sich., damit dem Grafen Thürmer auf Schloß Neuhaus die Zeit nicht lange werde. Je näher wir beide uns treten, um so ferner rücken wir einander."

Das galt von Helenens Bruder, aber zum Glück nicht von He­lenen. Sie schwärmte für alles Große, wenn auch meist übertrieben Und manchmal verkehrt, und begriff und teilte ihres Mannes pa­triotischen Sinn und sein pvlittsches wke fein musikalisches Hassen.