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gelten:
Durch Nacht zum Licht!
toörtig so ernsten Zeit immer mehr Raum gewinnen, besonders aber in den Herzen unserer Ougcrtb Eingang linden, dann braucht es uns um die Zukunft unseres Vaterlandes nicht bange zu sein. Dann wird unser armes und geknechtetes Doli Meder zur Sonnenhöhe des alten Ruhmes emporsteigen, dann mutz die finstere Trübsalsnacht der Gegenwart einst dem leuchtende Morgenrot der Zukunft weichen, dann muh auch für uns das Dichterwori
Recht feierlich wurde auch das Jubelfest der Aebergabe der 1 Augsburger Konfession besonders in den Jahren 1730 und 1830 <
im Hüttenberg begangen mit einer Vorfeier am 24. Ium, dem 1
Feiertag St. Johannis und der Hauptfeier am 25. Juni. Predigt- teite und Lieder wurden auch, hier für diese Feiern vvrgeschrieben. Für den Hauptfesttag waren 1730 zwei Predigten und eme Betstunde vorgesehen, damit, wie es in der Verordnung heiht, iede Gemeinde bis gegen Abend ihre andächtige Beschäftigung habe | un& dadurch den bei dem rohen Volk gewöhnlichen Ausschweifmi- | aen und üppigen Gesellschaften nach Möglichkeit vorgebeugt werde.
Heber sittliche Zustände, Lebensweise und Kleidung der De- | tovhner des Hüttenbergs vor 100 Jahren sind in der Chronik des I Pfarrers Wicht von Hochelheim interessante Aufzeichnungen vor- ! banden Ich möchte daher einen Auszug derselben wiedergeben.
Gin strenges Beharren beim Herkömmlichen sowohl m Sitten ! und Gebräuchen, als auch in der Haus- und Landwirtschaft ist dem ! chüttenberger eigen. Bei Kinbtaufen, Hochzeiten und Beerdigungen werden die herkömmlichen Gebräuche mit einer steifen Genauigkeit | beobachtet. Die Stadtleute betrachtet er als eine eigene, von den Bauersleuten getrennte Menschenklasse, nimmt in Sprache, Klei- ! duna Sitten und Gebräuchen nichts von ihnen an, wenn er auch viel und fast täglich mit ihnen verkehrt. Das Kriechen und Schmer- ! cheln ist seine Sache nicht. Die städtische Höflichkeit verschmäht er als geziertes, heuchlerisches Wesen dem er sich als Dauersmann | nicht zu unterwerfen braucht. Selbst in der Anrede von Personen I aebildeter Stände gebraucht er ungern das Sie, lieber das Ihr. I Sein Körper ist stark und abgehärtet zu Arbeit und Beschweren. Fleitz und Arbeitsamkeit gilt für eine der ersten Tugenden beider Geschlechter, was schon aus den Kosenamen der kleinen Kinder hervorgeht, die man gern Knecht oder Mad (Magd) nennb Fri volität und Gottlosigkeit sind ihm beinahe ganz fremd, aber der I sittlich religiöse Sinn wird häufig vom Trachtmi nach dem irdischen verschlungen. An Weichherzigkeit, Zartgefühl rnid Kunstsinn ist er äutzerst arm. Zu seinen Ergötzlich,ketten gehören vor allen Din- I gen Weizenkuchen, Branntwein und Hirsenbrei Die Klmdung entspricht ganz dem Stand und Beruf und hat sich beim Wechsel der I Mode wenig geändert. Ein Weitzer oder auch blauer, vvrn ge- schlossener leinener Kittel ist das tägliche Gewand der mamilichm I Bewohner. In diesem Gewand erscheint der Mann reinlich, auch | wenn er schlechte Winterkleider trägt, und ist gegen, Wind und Wetter geschützt. Die Sonntagskleidung besteht rn einem Hanen I Aoct hei alten Personen noch in einem braunen oder blauen Kami- I sol nach altmodischem Schnitt. Die Frauen tragen schwarze^ leinene Leibchen mit weiten Aermeln, Kragen, gestickte und mit Band be i setzte Hauben und sogenannte Schafröcke. Sonntags tragen sie oft I 6—12 leinene, oder wollene Rocke übereinander um recht drck zu erscheinen, was besonders für reizend und als Zeichen für Wohl- | ^^Dvrste§ndeEC^i.Äteristik aus der Chronik desPfarrers Abicht kann man auf den heutigen Hüttenberger noch, fast wortgetreu anwenden ein Beweis für sein „strenges Beharren beim Herivmm- lichen" ' Die Sitten und Gebräuche der Vorfahren bei Hochzeiten, Kindtaufen und Beerdigungen werden noch streng emgehalten. Auf der Hochzeitstafel sieht man weder Torte noch Pudding, das Essen ist noch so einfach wie vor 100 Jahren. Auch beute noch tragt man das kleine Kind zur Taufe in die Kirche; auch hat eö i feine 6—8 Paten. Bei Beerdigungen singen die Schulkinder am Grabe Begräbnislieder; auch werden die Verwandten, noch zur Leichenfeier eingeladen, alles Sitten und Gebrauche, ine man tn anderen Gegenden unseres Vaterlandes meistens nur vom Horen- saaen kennt Fleth und Arbeitsamkeit'gelten immer noch als Haupttugenden. Kochte und Mägde verschmäht der Hstttenbergeiixnn Tctn am fiter Stolz besteht darin, seine Arbeit mit Hilfe seiner Angehörigen zu verrichten. Auch heute noch ist das Söhnchen sein Knäächt", das Töchterchen seine „Maad". Wenn auch der blaue Kittel des' Mannes schon seit einigen Jahrzehnten aus dein Gebrauch gekommen ist, so halten die Mädchen und ürauen noch fest an ihrer Hüttenberger Tracht, mag fte noch so kostspielig und be sonders im Sommer so unbequem sein. Gottesfurcht und Frömmigkeit gehören auch in unserer gegenwärtigen Zeit, m der so viel über Gottentfremdung und Glaubensarnnit geklagt, wird, noch zu den Haupttugenden der Hüttenverger. Dies beweisew die vollen Kirchen auch an den gewöhnlichen Sonntagen, der starke Desuch der Advents- und Passionsgottesdieiiste an den Wochenabenden, die große Beteiligung an den Missionsfesten, tote sre mr Sommer allenthalben im Hüttenberg abgehalten werden endlich, die Ehr- erbietuna wie man sie auch noch in unserer heutigen Zeitben Geistlichen gegenüber erzeigt. Eine weitere Eigenschaft der Huttenberger hat Wicht in seiner Charakteristik derselben nicht erwähnt. Es^ist die glühende Vaterlandsliebe. Der Verfasser dieses Aufsatzes konnte in den letzten Jahrzehnten auf einer ganzen Reihe vonHochzeiten und Kindtaufen im Hüttenberg, denen er beiwohnte, die Wahrnehmung machen, wie sich das Gesprächsthema hauptsächlich um die Ruhmestaten der Väter drehte, tote Kriegserinne- runaen aufgefrischt wurden, wie man mit Stolz don seiner Mili.ar I^it erzählte auch wenn sie eine harte Schule bildete, wie nutzer religiöse!! Liedern besonders Vaterlandslieder ge!ungen wu.Sem
Frömmigkeit, verbunden mit treuer Mlichterfullung und Vaterlandsliebe bilden den Anker, der em Staatsschiff auf wilN bewegtem Meer vor dem drohenden Untergang Een kaum Mögen deshalb diese Eigenschaften in unserem deutschen Volk tn Bet gegen
Bruckner bei Richard Wagner.
Anton Bruckner, der letzte große Klassiker der österreichischen Musik war ein leidenschaftlicher Verehrer Richard Wagners, den ^SÄiKr aller Meister" nannte. .Sein Besuch bei feinem QIBaott in Bayreuth, der geradevoreinem halben Jahr hundert statffand, war das größte äußere Ereignis rn fein ent ßeBen das sonst nur von den inneren Erschütterungen seines S chaf - fen8 äusgefüllt war. Eine ausführliche Schilderung der denkwürdigen Begegnung der beiden größte Musikschöpfer chrer Zelt gibt Max Auer in seiner gro.tzen Brucknet-Diograph^ dte foe^n bn Amalthea-Verlag zu Wien erschienen ist. toar tot eontmer 1873 Bruckner hatte seine 3. Sinfonie vollendet und wollte sie durchaus Wagner widmen. Trotzdem der Meister uufdasEr suchen ihm seine letzten Werke vorlegen »u dürfen, nicht gEt w,ortet hatte, begab er sich von Marienbad t. B. aus nach Bah reutb um Wagner seine Bitte vvrzutragen ___
’rea tpar zirka Anfang September 1873, hat er fettft tn einem Brief an WMogen darüber erzählt, „als ich den Wer bat meine 2 C-Moll und 3. V-Moll vorlegen zu dürfen. Der Hoch- feliae weigerte sich wegen Mangel an Zett (Th«iterbau) und sagte, er fönne jetzt die Partitur nicht prüfen, da s^bstdie „WNlungmi auf Ne Seite gelegt werden mußten. Ich erwiderte. „Meister, ich habe kein'Recht. Ihnen auch nur eine Viertelstunde zu rauben, und glaubte bei dem hohen Scharfblick des Meisters genüge em Blick auf die'Themen, und der Meister totffe, W an Sache fft Darauf faate der Meister, mich auf die Achsel klopfend. „-also kommen Sie," ging mit mir in den Salon und sah Ne 2. Sinfonie an Reckt aut “ sagte er, schien aber doch zu zahm gewesen zu sein (denn irT Wien hatte man mich anfangs zusannnmigeschreckt) lind nahm die 3. vor; und mit den Worten „Schau, schau a was, a was" ging er die ganze erste Wteilung durch (Ne -trompete ftat Hoch der selbe besonders erwähnt) und sagte dann: „Lassen Sw mir di-ses Werk hier, ich will es nach Tisch, noch genauer bestch- i ttgen" Darf ich meine Bitte Vorbringen, dachte ich mm wozu i Mch der Wagner aufforderte. Recht.schüchtern und pochenden. ! zens sagte ich dann zu dem heißgeliebten Meister. „Meister!
habe etwas am Herzen, was ich mir nicht zu sagen getraue! Meister sagte: „^erauä damit, Sie wissen doch, wie lieb ich Sie | K." Hinauf brachte ich meine Bitte vor, aber nur für Nn Fall, daß der Meister- einigermaßen zufrieden sem 'S- ’SSEÄÄ KÄS»« »ti»*1 I aenau anaefeßen habe, wollen wir dann über diesen Punkt sprecyen.
SVäter hat Bruckner oft erzählt, wie ihm . zumute war, als I Waaner die Partituren durchsah: „Mir ist dabei grab so gewesen ^e^einem Schulbuben" dem der Lehrer das Heft korrigiert, und j : frfviu schau" habe ich für einen, roten Strich gehalten. West
^rausaestottert daß er die Widmung der Sinfome annehmen | möge denn Las set die einzige, aber auch bi« größte Au^eichiiung, die^ich von der Welt verlange." Bis zur Stunde der Einladung irrte Bruckner in Bayreuth herum und geriet mi Na Platz, wo das Festsvielbaus gebaut wurde. Bald toar er so interessiert, daß er unter den Arbeitern herumkletterte und Wagner emen Diener nach j ihm ausschicken mußte. Der fand ihn auf Nrn Terusff mit vor staubtem Anzug. DrucNer toar außer daß er sich v^patet | katte und rief einmal ubers andere Mal. „Putzt s Mi ab, Ceui m, p^tzt's mi ab!" Rotdürftig gereinigt langte er m „WaMrred an vnb wird von Wagner herzlich empfangen. »Zuerst hat er I „nrniefitä a’rebt “ berichtet Bruckner, „nur UM den SyxUVä ex I mir g'fall'n und abküßt hat er mich ein übers anbete Mal. Ich hab natürlich.gleich weinen müssen, und Las ist «uchbaim nicht | heiser geworden, wie er nur endlich gesagt hat- »lieber Fr , mit der Dedikation hat es seine Richtigkeit, Sre bereiten mir^mtt drnn Werck ein ungemein großes Vergnügen s SMnbmi*
I hrnrFite mich in den Garten führte und mir sein Grab zeigte... I Dann mußte (vielmehr) durfte ich. der Hochbeglückte, den Meister I in ^Der Bffdhauer Kietz, der damals Frau Cosima modellierte, toar Bei diesem Gespräch dabei und erzählt in semen Ei-innerun- aen wie Wagner Bruckner beständig eingeschenkt habe, wahrend ! dieser abwehrte und rief: „Um Gottes Willen, Meister, &a$ fann I ich nicht, und es wäre mein Tod, ich komme ja soeven aus Marien- I hab “ Aus Ehrfurcht vor dem hohen Spender oes „Wechmistephan trank er aber ein großes Glas nach dem andern, und kam dann am nächsten Morgen zu Kietz gestürzt, wobei er ihm klagte, er sei 1 her unglücklichste Mensch, denn er habe dem Meister mehrere Sin


