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I $ fetae^ö^^u^fen, daß 6a«' auf ben 31^Okt°ber fallende Reformattonsjubiläums festlich begangen werden solle Sn dem Schreiben heißt es:

1. Dieses Jubelfest soll am Tage vorher mit allen Glocken eine halbe Stunde lang in allen Kirchen des Landes eingelautet,

2 über 2 Petri 1 V. 19 und 3 V. 17 und 18 gepredigt,

z q Herr Gott, dein göttlich Wort und Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, gesungen, »

4 die ganze Reformativnssache ohne Bitterkeit oder harte Ep- Pressionen den Gemeinden vorgetragen und bekanntgemacht werven dritte Reformationsjubiläum, 1817, wurde in dem damals I preußischen Teil des Hüttenbergs sehr feierlich begangen. ~>a» I König!. Konsistorium zu Koblenz hatte angeordnet: , ,

I 1 Daß das Fest am Vorabend, Donnerstag, den 30. Oktober, bei Sonnenuntergang mit allen Glocken eingeläutet werdm solle. I 2. Am Hauptfesttag, Freitag, 31. Oktober, finde Vor- uno I Vachmittags Gottesdienst statt. . r ...

I 3. Den Predigttexten seien folgende zur Auswahl vorgeschne bene Dibelstellen zu entnehmen: 1. Kor. 16 V. 13, t^or. 15^ Epheser 5 D. 9, Vöm. 13 V. 12, Joh. 8 V. 32, Off. W

35 ^4. Am 2. Tag der Feier, Sonnabend den 1. November, loste wiederum nachmittags in allen evangelischen Kirchen Go^es sein, zu welchem die Schuljugend in feierlicher Prozess on m m Kirche zu fuhren und in Bezug auf den Gegenstand eine Schm predigt zu halten sei, um dem aufbluhenden Geschlecht Anlay Stoff zu erwecklichen Erinnerungen für das gan^ Leben zu gebm

5. Die Anordnung der in Bezug auf dieses wichtige F,st veranstaltenden Schulfeierlichkeiten bleibe den protestan scy« Schulen und ihren Vorstehern selbst überlassen.

Lehre und^Leben Er halte das Abendmahl alle vier Wochen und examiniere fleißig das Volk. Rur sei zu klagen Wege, der Leichen-- und Hochzeitsgebühren. Für eine Leichenrede Erlange er Auen Gulden, den er nicht zu fordern habe: bei emer Hochzeit habe man ihm immer 2 Mast Wein und ein ©tuet Kuchen gegeben. Seht verlange er ebenfalls 1 Gulden. Sn Niederkleen, too feine Klagen über unchristliches Leben Vorlagen, gab man dem Pfarrer Krenlius das beste Zeugnis. Doch bat man ihn in guter Mei- nung seine Predigten, besonders bei kalter Jahreszeit, etwM Sr zu fassen, schon wegen der alten Leute und des Gesindes. Diese Kirchenvisitationen geben Zeugnis davon, wie gerade m der ersten Zeit der Reformation sich die Kirche die grohte Mutze gab das religiöse und sittliche Leben zu heben, also nicht nur Mistbräuche aus der Kirche zu entfernen

Interessant sind auch die Berichte über die Feiern der kirchlichen Jubelfeste im Hüttenberg. Das erste Gedenkfest der Reformation fiel bekanntlich in das Jahr 1617. Dre damalige SXgierung der Grafschaft Rassau-Weilburg hatte ange­ordnet daß es am 1. Adventsonntag festlich begangen werben sollte 'Superintendent Stephani, den wir aus den vorher ge­schilderten Kirchenvisitationen kennen, erließ am 22. 2lotiember 1617 ein Rundschreiben an sämtliche Geistlichen des Huttenbergs, dessen Anfang ich wegen seines interessanten Inhalts hier an- kübren möchte:G.E. werden sich wohl zu entsinnen wissen wie unser getreuer Gott vor 100 Jahren das Kind des Verderbens, den Antichristen, durchs das teure Werkzeug, Dlvum Lutherum als durch den Engel, der mitten durch den Himmel geflogen und ein ewiges Evangelium gehabt, offenbaret, dadurch denn viele deutsche arme Seelen aus deni ägyptischen G^angnis moas opfnbte Land geführt wurden, deswegen wir Gott den Herrn hewlich zu loben und zu danken schuldig sind." Er ordnete tn diesen. Schreiben an, dah in dem FestgOttesdienst am 1. Advent ! Konfirmation der in der Glaubenslehre tüchtigen Kinder,, ferner | hl Abendmahl stattfinden solle. Am 2. Feiertag solle in tan Morgengottesdienst von Luthers Leben und Lehre gepredigt werden Mittags sei ein feierliches Katechismusexamen abzu-

Hundert Jahre später, 1717, erliest am 18. September bie Rassauische Kanzlei zu Weilburg ein Schreiben an den damaligen die Geilt-

Beim Verlassen des Pfarrhauses äußerte ste, der HagÄ möge im Pfarrhaus die Visitatoren erschlagen. Bei der Visitation in Allendorf am 21. Februar bestanden Manner und Frauen aut im Gramen die Kinder dagegen sehr schlecht. Die -unwohner wurden ermähnt ihre Kinder fleißig in die Schule nach Lutzeb E (»n Sn Hochelheim erklärten Kivchenaltchte und Genton^e fteÄ mtt W&W und dem Leben ihrers Pfarre^ aar Wohl zufrieden, nur der Schullehrer Justus Reuter habe keine Hand zum Schreiben und keine Stimme zum Srngen, des­halb könne er die Kinder nicht im Schreiben unter richt en, auch kchueii Gesang in der Kirche aufführen. Daher solle man ihnen einen anderen Lehrer geben, welchem Wunsch aber dre Vist- 5,^n§ nackkamen Sie ermahnten vielmehr den Lehrer zu arösterem Fleiß im Schreiben und Singen. Am folgenden -Lag zu grvveieai 01.^0 J. m fitation in Lang-Gons

^Dieser Visitation folgte eine andere am 5. Rovember 1599 zu Dutenhofen. Alle Pfarrer des Hüttenbergs erschienen mit ihren Kastenmeistern und ließen ihre Rechnungen prüfen Wegen Verhinderung des Superintendenten Stepham unterblieb tne örtliche Visitation der Kirchen und Gemeinden. Dieselbe würbe vielmehr im folgenden Jähr 1600 vorgenommen und am »ebr E derselben in Hausen der Anfang gemacht. Der Marreö Trvmerus fragte die Visitatoren, wie er sich gegen einen Mörder namens Lang Thönges zu verhalten habe. Die lungen Leute be­standen gut im Examen: nur einige Alte wußten mchts aus dem Katechismus. Am folgenden Tag wurde die Visitation in Anne­rod vvrgenvmmen. Männer und Weiber antworteten schacht aus dem Katechismus, weshalb sie zu mehr Fleiß ermahnt wur­den Sn Leihgestern klagte der Pfarrer Wollenhaupt sehr über den' schlechten Kirchenbesuch seiner Pfarrkinder über die vorlwn- denen Spinnstuben und über den großen Schulmangel. Die Btzt- tage würden wohl angesetzt, aber nicht eingehalten. Das Volk komme sehr langsam zur Kirche und zum Gesang. Er stehe wohl eine halbe Stunde allein in der Kirche und habe niemand^, der ihm fingen helfe. Auch feien in der Gemeinde viele ärgerliche Leute die die Sakramente verachteten. Diese wurden alle Vov- gefvrdert und zur Besserung ermahnt. Manche schützten schlechte Kleidung vor. Einer meinte, wenn er nach der Stellung seines Planeten hadern müsse, so könne ihm das Rachtmahl auch nichts helfen Sine Weibsperson namens Binzen Maria wurde Wegen ihres ärgerlichen Lebenswandels audj. vorgefordert und ihr nach dem Visitativnsprvtvkoll die Meinung aufgutdeutsch" gesagt.

»Vno Mrediaerftznode in Weilburg, entwarf eine Kirchenordnung Attenberg, welche auf ein« 1S55 zu Dutenhofen ge-

Altenen Synode geprüft und am 3. ^tember d I. mrfagj Ker beiden Landesherren von den hessischen., uno na Visitatoren veröffentlicht wurde. Hm noch wertere Mangel aus MS des Hüttenbergs auszurotten, traten die beiden Supettnimdenten Tholde von Hessen und Charrfius E 15 Juni 1563 in Riederkleen zusammen, um sich wegen stellung der noch vorhandenen Mißbräuche zu beraten.^Shre

IANLÄ I S*S "m= "SKtotto. in.-»»».MS

9mebr Sm September 1563 wurde diese '.^fvrmattons- den: 23. 8 E)rr Pfarrer Kisel brachte folgende Klagen vor:

Rottil" wie sie gewöhnlich genannt wird, auf Befehl der der . Gotteslästerung fei gebräuchlich und allgemein. 2. gebe

ÄtlÄ-W°E-.n-d-n to-J»

krkon atlentbalben im Hüttenberg Kirchenvisitattonen abgehatten. ^w'^^z^Nen gaben dem Pfarrer gutes Zeugnis über

?ÄWn Li SnteLffantes und Lehrreiches bre^n vier Äbendmahl alle vier Wochen

auck» über den damaligen religiösen Zustand des Hullenverg^ i 91 ittckiuß aeben so möchte ich> über diese kurz berichten. Llm I

Siier wurden Klagen gegen den dortigen Pfarrer Hofmann vor- ! kebracht Er V ein^n Dauern tn der Predigt einen Helmen unb Schandlappen gescholten. Dem Pfarrer wurde sein Sche t«i | ernstlich verwiesen auch kam eine Versöhnung stmtoen Klag« I

Wrkwgttm züstande. Von hier reisten die Vis tattren nach Riederkleen ab wo sie am folgenden Tag die sEtlrchen Dech- I runaen des Hüttenbergs revidierten. Bei dies« Gelegenheit be» kaate sich der Pfarrer Thurmexnites von Pohl-Gons über das I Verfahren der Superintendenten bei Äw^ntiifttationen^nx I iie äe Kirchenältesten über des Pfarrers Lehre und Wan^ befragten uto per Pfarrer immer Feinde im Orte habe, dre ihn niwrf'feinern suchten Auch laffe man dre armen Pfarrer vor I kr Gerichtsstube stehen wie Hunde, die Daumtn aber höre man I ib Sv sei es ihm und dem Kirch-Gönser Pfarrer unlängst tn i SelÄern ergaben Endlich verklagte er .euren Bauern und dessen Sohn die ihn im Pfarrhofe einen Dieb und Schelm g®= I schölten hatten und verlangte, daß sie bestraft untrben, was^auch> I geschah Ferner brachte der Pfarrer Warrch> zu Hochelheim gegen ! den Andreas Schneider von Dornholzhausen rn emer Schrift ! s: p e?int>or er sei ein großer Gotteslästerer: über da-- hl. I Abendmahl habe er sich abfällig, geäußert, ©benfo fee der Andreas Althen ein großer Religionsspötter, weshalb er ih I öon ber hl Taufe als Pate abgewiesen habe. Hierauf habe er zu Christian Meiers Weib geäußert ier wolle fern Pfarrer noch ein Messer in-den Leid rennen. Eirdlich Betonierte er sich noch I über den Bauer Hieronymus, der gesagt ijatte, der. Pfstrrer | predige wie ein Dieb und Schelm, und bat, daß dre ^itoftrab würden, was man ihm auch versprach. An den |

taaen waren in Riederkleen 58 Personen anweserch, welche | 52?/ Maß Mein ä 6V2 Albus verzehrt hatten. Die ganze !

Zechk mit dem Essen betrug 21 Gulden 18 Albus 2 Pfg., welche | Summe auf die Kirchen des Hüttenbergs zur Auszahlung ver- .,tonaunme ^aTl(Stet »u .... ------------------m

teilt wurde. Sn dem ZisrtationsprvtokoN tourbe Superintendenten Ahlocher mit der Aufforderung, die Geto

weaen der herrschenden Ruchlosigkeit und ttnsittlichreit un Hiitlen 1 v- . . -------c fv>n Oktvoei

' berg die Kirchendisziplin pünktlicher gehandhabt werden muffe

Auch sollten die Kirchenältesten ihr Amt besser abwarten als