Schrtstleitung: August Goetz. Druck und Verlag der Brühl^chen Univ.-Duch« und Steindruckeret, A. Lange. Dietzen.

Jur Stammesgeschichte der Haushunde.

Vom Haushund ist in diesen Tagen viel die Rede,' die Zahl der Hundebesitzer wächst zusehens, da viele glauben, in diesen un­sicheren Zeiten sich wenigstens einen vierbeinigen Wächter zum Schutze halten zu müssen, während die Behörden hier eine beson­ders ergiebige Steuerquelle erschlossen zu haben glauben, die selbst in den Tagen der zahlreichen Bullen in ihrem Etat erheblich mit­spricht. Die Hundefreunde, die sich dagegen zur Wehr sehen, tön» nen sich daraus berufen, daß sie nicht etwa einer neuen Modelaune frönen, sondern ein altes Gewohnheitsrecht des Menschen aus» üben, Las in die ersten Anfänge aller Kultur überhaupt zurück» führt. Sie können sich dabei auf Brehm beziehen, der in dem Abschnitt seines Tierlebens über die Haushunde, der soeben in Aeclams Universal--Bibliothek" neu erscheint, von diesen älte­sten Beziehungen zwischen Mensch und Hund handelt.

Schon in den vorgeschichtlichen Pfahlbauten, die man im Züricher See um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in der Bähe von Obermeilen entdeckte, stellte man fest, datz der Hund ein Genosse des Menschen war. Auf Grund der erhaltenen Beste

bdünmgslebens dar. Sine Gliederung des Gesanttkörpers der Sw- dentenfchaft war bei völliger Durchführung dieses landsmannschaft» lich-genvsfenschaftlichen Prinzips nur insofern gegeben, als neben einander mehrere solcher, unter sich aber so gut wie völlig gleicher Genossenschaften bestanden, di« sich aus bestimmten, geographisch abqeqrenzten Herkunftstzebieten der Studierenden rekrutierten.

' Wie bereits am Ausgang des 17. Jahrhunderts dre zuneh­mende gesellschaftliche und soziale Differenzierung und JndividuM- sieruna des Studententums das genossenschaftlich-demokratische Ge­füge dieser Landsmannschaften gelockert hatte, haben wir schon Hei dieser Arbeit angedeutet. Der äußere und innere Zwang zum allgemeinen Anschluß an diese Landsmannschaften war mit dem Verlust der äußeren Machtstellung der^Landsmannschaft^ und dem Zurücktreten der von ihnen zu erfüllenden genvssenschaftlich-soztalen Aufgaben weggefallen. Die Landsmannschaften waren zu kleineren Zirkeln freiwillig und freundschaftlich veroun^ner studierender Landsleute geworden, die zwar noch immer rn besonderen Fallen eine gewisse genossenschaftliche Mrsorge übten, für die aberdvch die Pflege studentischer Geselligkeit und Frermdschaft wie dieWah- rung studentischen Brauches, studentischer Rechte und Freiheiten mehr und mehr in den Vordergrund rückt«.

Am reinsten und längsten schemt sra», abwei^nd von dieser allgemeinen Entwicklung, der alt« gildenmaßige Charakter der Landsmannschaften in Rostock erhalten zu ^ben, wie er hier auch von reher wohl seine schärfste Ausprägung besessen hattL Anf-mg der sechziger Jahre des 17. Jahrhunderts ha"e auch in Rostock der Kampf gegen den Pennakismus zu einer .Unterdrückung der bis dahin bis zu einem gewissen Grade geduldeten Lmchsmannschaften geführt. Aber bald darauf zeigten sich wieder Spuren von dem Vorhandensein der Landsmannschaften, die sich nun äus^cklich als Gegner der altenSchoristerei", also ass Pennalismus bekann ten und .Unterstützung und Pflege kranker und notlerdenderLauds- leute als ihre Aufgabe bezeichneten. Erne ganz hesvnoere Aus nahmestellung genoß die seit 1663 nachweisbare mchv?n da ad bis 1750 ununterbrochen bestehende, vorher bereits ervxihn>.-.....aa0s -nannschaft der Pommern, die seit 1677 als gewysennatzen von Rektor und Konzil privilegiert zu betrachten ist, nachdem sie in diesem Jahre bei einem Streit um eine den Pvmn^n seit alters gehörige, eine Zeit lang aber von der LandsmaEfch.r,. der Ro­stocker gepachtete Empore in der St. Jakvbskirche von den Unr- verfitääbehörden in dem Besitz dieses Chors, mit dem ein Erb­begräbnis und Epitaphium verbunden war, bestätigt worden war. Wie Adolf Hofmeister in seiner genannten Arbeit über MS Rostocker Studentenleben feststellt, hat sich die Landsmannschaft als solche nie des ihr geschenkten Vertrauens unwert gezeigt. Vm Jahre 1710 beschlossen die Pommern nach einem schon 1628 ein­mal von den Rostocker Westfalen gegebenen B»spiel einem der Universitätslehrer ihre Rativnallade zur persönlichen Aufsicht und Obhut zu übergeben und ihm damit das Protektorat uver ihre Ration zu übertragen. Diese von den Pommern getroffene Ein­richtung wurde auch von den übrigen Rostocker Rationen über­nommen. Trotzdem blieben diese im Gegensatz zu den förmlich an­erkannten Pommern nach wie vor nur stillschweigend geduldet. Und diese Duldung war immer nur eine zeitweise. Auch in Der Folgezeit ergaben sich gelegentlich Reibungen, die zu Maßregelun­gen Anlaß boten. Im Jahre 1748 erklärte die Universität nach wiederholten Schwierigkeiten mit den Verbindungen dem Landes- Herrn, Rostock fei die letzte deutsche Universität, an der noch lands­mannschaftliche Vereinigungen öffentlich geduldet würden Zwei Jahre darauf, 1750, erfolgte ein herzogliches Edikt, das die Auf­lösung der Landsmannschaften verfügte. Ein erheblicher Wtkwr» fland dagegen trat nicht hervor. Die Patrone der etnzeluen Lands» Mannschaften waren offenbar froh, ihres nicht immer erfreulichen Amtes entledigt zu fein. Einen in Betracht kommenden Besitz wies nur die pommerfche Landsmannschaft auf, deren Hinterlassenschaft nun in ein »Stipendium für Pommeraner" umgewandelt wurde.

(Schluß folgt.)

wurde dieser älteste Haushund wegen .seiner Aehnlichkeit mit uw ferem bekannten Spitz oder Pommer ---- Tvrfspitz genannt. Dies« Torfspitz war während der mittleren jüngeren Steinzeit auch sonst in Europa verbreitet, beinahe über den ganzen Erdteil, und er war auch nicht der einzigeHaushund" des Menschen der Urzeit. Sogar in der älteren Steinzeit scheint der Hund ein Gefährte des Menschen gewesen zu sein, wobei freilich zweifelhaft bleibt, ob es sich um wirklich gezähmte oder um solche Hunde handelte, di» pariaartig die Ansiedlungen des Menschen zu umlagern Pflegten. Man kann bei der Spärlichkeit der Funde über die ältesten Arten, mit denen der Urmensch den Freundschaftsbund schloß, nur Der- mutungen hegen. Höchstwahrscheinlich kommt für die Abstammung unserer Hunde nicht nur eine einzige Windhundart in Frage und ist die Zähmung nicht nur an einem Orte erfolgt. Die Grundfrage nach den wilden Vorfahren ist nur insofern entschieden, als ledig, sich Wolf- und Schakalarten, nicht aber auch Füchse in Betracht kom­men. Bisher ist bei keinem einzigen Hund Fuchscharakter ge» funken worden, obwohl es manche Haushunde gibt, die in ihrer Farbe und in ihrem Habitus den Füchsen äußerlich ähnlich sehen.

Als Stammeltern unserer großen Hunde gelten heute fast all­gemein die über den Rorden verbreiteten Wölfe; noch heute gibt es Hundeschädel, von denen selbst der kundigste Forscher nicht mit Bestimmtheit aussagen kann, ob sie einem Wolf oder Haushund gehörten. Die kleineren Hunde führt man dagegen auf eine Schakal-, art zurück, und von einer solchen stammt mittelbar auch der älteste Haushund, der Torfspitz ab, der Hund der älteren Steinzeit, der zuerst an der Ostsee gefunden wurde und der vermutlich über bst Stufe des Pariahundes zum Torfspitz geworden ist. Eine ähnlich, Rasse wird auch für den Süden Europas angenommen. ®amty setzte nach und nach, eigentlich erst gegen Eiche der Steinzeit, dst Bildung verschiedener Rassen ein. Welche Gründe den Menschen der Vorzeit zur Zähmung und Hebung der Hunde führten, versiebt man gerade daraus, daß Wölfe und Schakale ihre Stammväter sind, also Bestien, die schon in diesen ältesten Zeiten die Rähe der Menschen und Siedlungen liebten, um Rachlese unter dem Abfall zu balten. Der .Urmensch, der nichts zu verteidigen hatte, als sich und die Seinen, wird mehr und mehr in ein Duldungs- und schließ­lich auch Rutzungsverhältnis zu ihnen getreten fein. Er wird ihnen den nächtlichen Freitisch vor feiner Höhle gegönnt haben, zumal sie dabei für die Beseitigung des Abfalls sorgten, und wie der Raturmensch noch heute aus dem Berhalten der mit ihm befreun­deten Tiere'Gefahren und drohendes Unheil erkennt, so wird auch der Jäger der Vorzeit die Wölfe und Schakale als willkommenen Wächter und Kundschafter ausgenutzt haben. Wo er jagte unö Deute zerlegte, war das Gesindel in feiner Rähe, angeschossenes Wild, das sich den Blicken des Jägers entzogen hatte, wurde von den Wölfen und Schakalen verfolgt und geftetlt. Das Ver­halten der späterhin wirklich domizilierten Wolfs- oder Schakal­abkömmlinge muh man sich ungefähr so vvrstellen, wie das der halbwilden Hunde der Eskimos, die monatelang sich ihre Nahrung ausschließlich selber suchen und durchaus dem arktischen Wvlst gleichen, oder man muß an die furchtsamen, tückischen und bis­sigen Hunde der Kamtschadalen denken, die nicht die geringste Liebe und Treue zu ihrem Herrn haben, sondern ihn allezeit an den Hals zu springen suchen. Anfänglich waren die Torfspih» klein, und lange Zeit hat man sie stets in der gleichen Art weiter­gezüchtet. Erst um die Wende der Steinzeit zur Bronzezeit bat man zum Schuhe der Viehzucht den wilderen Vetter des Schakals, den Wolf, aus den Wäldern geholt und durch Kreuzung mit ihm aus dem kleineren Tvrfhund den stärkeren Wolfs- oder Bronze- Hund gezüchtet nach dem Verfahren jenes Gutsbesitzers, bet den berüchtigtsten Wilddieb der Gegend zu seinem Forftwächtet machte.

Die Entstehung der Ouvertüre zum Don Juan-

Von der erstaunlichen Schnelligkeit, mit der Mozart arbeitete, ist die rasche Niederschrift der Dvn-Juan»Ouvertüre wohl daS be­kannteste Beispiel. Otto Jahn schreibt darüber In seiner Mozart- Biographie:Der Tag der Aufführung, der 29. Oktober 1787, nahte heran, und die Ouvertüre war am Abend vorher noch nicht fertig zur großen Beunruhigung der versammelten Freunde. Erst spät trennte sich Mozart von der lustigen Gesellschaft und machte sich dann bei einem Glas Punsch, während seine Frau ihm Ge­schichten erzählte, ans Riederschreiben. Dabei überwältigte ihn die Müdigkeit, so daß er einige Stunden schlafen mußte, ehe er wieder an die Arbeit gehen konnte. Allein um 7 Uhr morgens war der Kopist bestellt, und zur bestimmten Zelt wurde -hm die Ouvertüre übergeben. Gs war die letzte Frist, wenn die Stimme« noch bis zum Anfang der Oper ausgeschrieben werden sollten, der sich auS diesem Grunde etwas verzögerte. Dom Blatt spielte mm daS wohlgeschulte und begeisterte Orchester die Ouvertüre so gut, daß Mozart während der Jnterduktlvn der Oper zu dem ihm zunächst befindlichen Instrumentalisten sagen konnte:Es sind zirxw viele Roten unter die Pulte gefallen, aber die Ouvertüre ist doch recht gut vonstatten gegangen.___