Ausgabe 
8.12.1923
 
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darüber <mS, bat) BozaroffS Figur von

mitI<äorjfing wieder von Hof zu Hof und bat wenn auch nicht ißn so doch sein Töchterchen aufzunehmen . Gr schwor, daß er sogar niemals kommen werde, um es zu besuchen,

Aber auch diese Ditte war vergeblich.

Wer harte Lust, mit dem Henker eitvas zu tim ^u haben^ ®ie unglücklichen Ankvnimliuge gingen nun um das Städtchen herum mid'baten um Aufnahme im Juchthause Dort war man wenigstens vor der herbstlichen Feuchtigkeit und Kalte geschützt. Aber auch im Zuchthause nahm man sie nicht auf. weil die Zelr ihrer Strafgefairgenschast abgelaufen war und sie nun ,rele Leute textren. Es stand ihnen frei, unter einem beliebigen Zaun oder in einem beliebigen Graben zu sterben.

Man gab zwar dem Henker und seiner Tochter hin und wieder Almosen, natürlich nicht ihrethalben, sondern um ^br^str willen, aber ins Haus ließ man sie nirgends ein. Der Alte nn. dem Kind fand keinen Zufluchtsort, und so nächtigten da d irgendwo Unter Abhängen in Lehmgruben, bald in leeren Wachterhutten in Gemüsegärten. Ein magerer Hund, der mit ihnen aus Orjol ge­kommen war, teilte ihr hartes Los. nor(i(,t

Gs war ein großer, zottiger Ko ter, dessen Fell gwrz versitz I war. Aiemand wußte, womit ihn seine bettelarwen Dssitzer er nährten, aber endlich erriet man, daß er überhaupt keme Aahrung brauchte, weil erkeinen Bauch hatte', d. h. es bmrnichts an ihm, als Haut und Knochen und gelbe verquälte Augmi.Zn «r QHltte hatte er aber nichts und brauchte deshalb auch keine Aah rUn3®ioBtiatei- Ilja erzählte mir, daß man dies -"us die einfachste Manier" er-zielen könne. Man gibt einem beliebigen Hund solange er mock iuna ist flüssiges Zinn oder Blei zu saufen dam, ist er ohne Bauch" und kam, nicht mehr fressen. Selbstverständlich muhte man dazii unbedingt ein besonderesZauberwort miten Alt her HwÄer dieses Wort offenbar wußte, erschlugen Lrutc von strenger Gesittung feinen Hund Mrs g^ehoi-te sich natürlich auch so weil man der Zauberei keinen Vorschub leisten darf. Aber für I die Bettler war es ein großes .Unglück, da das Kind winiernüt dem Hund schlief, der dem Kinde von der Warane sernes Felles mit teilte. Aber solcher Dummheiten halber darf man mit Zauberern natürlich kein Mitleid haben, und alle waren derAnsicht. daß der Hund zu Recht vertilgt worden war. Den Zauber ern soll es nicht gelingen, den Rechtgläubigen zu betrugen.

4. K a p i t e l.

Aach der Vertilgung des Hundes wärmte der Henker da« Mädchen in den Zweighütten selber, aber er war schon alt, un z seinem Glück hatte er die seine Kräfte ube^lgende Sorge nicht mehr lange zu tragen. In einer frostigen Rächt st m<urde ihr daß ihr Vater noch kälter toto, chls fte selbst, u-rd e8 WW jt so schrecklich zumute, daß sie von ihm fortrückte und die Besinnu.9 verlor. Bis zum Morgen verblieb sie m der äkni<wmung des Todes. Als es Tag wurde, schauten Leute, die zur srrlhniesse 9 8 jaus Aeugierde in die Hütte und sahen Baier und Tmhtererstatt daliegen. Die Kleine erwärmte man irgendwie den Vater mit seltsam starren Augen und wild gefletschen Zayn daliegen sah, begriff sie das Geschehene und fing zu schluchzen

« schon früher der Fall war, Ausführende, ^nton Schafserwe und ^ ^^^^A^hbcmds Seine beleMgeude Karikatur, « M" bat durch das Aussentum einen ber Pamphlet aufgestatzt wurde. Zeigen Sie

nielmebr daß ich den ganzen Kerl viel zu heldenhaft , ideatisttsch oitfaefaht habe und daß die russische Jugend eine viel zu sew nnw Gvitomis besitzt Ich würde nämlich und werde es noch - frck d^Bazarofs mit soviel Kot und Dreck bewogen, soviel

QHcin Urteil darüber steht fest: es ist das großartigste moderne Evos" Dagegen ist er mit den deutschen Dichtern nicht »u- frieden und^fällt ziemlich strenge Urteile über die Roveltan ?«ne8 Si&ä storm:Zwei Fehler begehen stets die Deutschen wenn Ne erzählen: das leidliche Motivieren und die ganz »er matebeite Jdsalisation der Wahrheit. Saßt die Sache einfach und wie der geniale Mtettaniismus Ideale bekommt ihr obendrein Wenn der

Deutschen spricht. Man braucht nur in die p Qiator mir etwas Rührendes erzählt, so kann er nicht M JJfX'**, »wr «Ul M.

zart hinzuweisen, mit dem anderen «ber mir^m Leser einen b scheidenen Wink zu geben, daß ich ja nicht das Ruh.ochett unv achtet lasse."

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Ifc »»SS « dargestellt haben, mit der farbenprächtigen einheitlichen Aufführung unter Fritz Busch und mit tatkräftiger Hilfe >51,ai «I* »«««* Wt

von einem deutschen Künstler zum gestaltendeii Rhychmus umge

D^d^^blMNa in'mev die Eigentüml^eit deutscher W I DSk Waldteufel.

&fa&ei<U«Tfdtmbted foÖStarnen sich'beide Musiken, die Bon Nikolai Lje,ssk0w

deutsche und die rnssische, gegenseitig besruchwn. 1 (Fortsetzung.)

-------- - I Ho>,kor bat in einem Haus um Unterkunft, bann 111 einem

Aus neuen Briefen Turgenjews. Unteren. aber schließlich hörte er zubitten auf Ersahdaß et^in

" , " ito der große russische Dichter, war eine faszi- niemand auch nur eine Spur Mitleid erregte, unb wußte, daß

nieÄ ÄÄit die & in ihren Briefen mit aller UnE^- er dies^ch vottau^vertont hatte. £eine Schuld

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fcSäeaÄg 5t. Berlin herausgegeben wird

Uchä Bild seiner Persönlichkeit, m der sich westliche Kultur Mit I echt russischer Ursprünglichkeit mischte. Der Dichter ber mit Pietsch, 1 tai Mannten Zeichner und Schriftsteller eine innige Freundschaft I schlossen hatte, äußert sich hier in seiner ganzen liebenswur- dwe>l Herzlichkeit und entrollt vor uns sein Zusammenleben nut 1 ber genialen Sängerin und Komponistin Pauline D1 ar bot 1 Garcia deren Haus in Baden-Baden der Mittelpunkt kunst- I irischer Geselligkeit war. Pietsch hat biese inteiessante Gessllchaft um Turgenjew in reizenden Zeichnungen festgehalten, die das Buch I schmücken' Bei aller bunten Leichtigkeit mit. der der zum guten i^rvpäer gewordene Russe Menschen und Dinge behandelt lfegt aber MH über seinen Briefen ein eigsntumllcher ^uch herbstlichei Schwerinut, ziigleich Mitgift seines Bockes und Gigebnis seiner I pessimistischen Lebensanschauung. BewuiideruiigswurMg ist es wie I Turgenjew in diese-i Briefen die deutsche Sprache beherrschst umso staunenswerter als er neben seiner Muttersprache zugleich auch 1 noch französisch wie ein Pariser sprach. Aiemals hätteer in einer I anderen Sprache als der russischen gedichtet. Man hat dies oft I von ihm behauptet aber er weist das entrüstet zuruck.Wie kon- 1 ven Sie Stal baß ich eine Rotole in irgend einer anton Sprache als der meinigen der russischen schreiben weide? I fragt er Pietsch, und ein andermal:Was? Sie alter Freund unb | Gönner können glauben, ich hätte je eine Zeile m einer an , deren Sprache als der.russisch«'. S^'ebm?! Diese Schmach tun auch S ie mir an?! Ein Kerl, der sich als Schriftste»^ 8eric^unb in mehr als in einer - seiner Mutteilprache nämlich J^mbst ist meines Erachtens ein Lump und «n msteiables talentlos^ Schwein." Auch Turgenjews L i e be z u D eu t s chl a n d. wo er so viele Jahre verbrachte, ist cmgezweifett worden, sieaber hell aus seinen Briefen von 1870, in benen er über die ^iedeilage Aapoleons jubelt.Was mich betrifft." schreibt er am 9. Sep­tember 1870,so bin ich, wie Sie wohl wissen, ganz und gar deutsch - schon darum, weil bet .Sieg Frankreichs der Freiheit Untergang gewesen toäre . . . Daß jener elende Schuft endlich samt semei ganzen Clique in die Kloake herabstürzte, dies erlebt zu haben, ist doch ein wahtes Glück." , »..r

Diel Interessantes erfahren wir über das Schassen des Dlch^ ters Er klagt immer wieder darüber, daß erein sehr faules iier fei.Je älter man wird, je schneller gleitet einem dms Leben unter den Fingern weg, unb man findet Zeit zu nichts obschon man eigentlich gar nichts tut. Trotzdem ist et beim Arbeiten Mit gan­zer Seele dabei'Ich habe einen großen Roman bet tot Römern angepackt," schreibt er am 21. Dezember I8S0,weiß aber gar nicht, ob ich das Tier bewältigen werde Ich habe solange nichts geschrieben unb fühle eine innere ich will nicht sagen Rtüdig- feit aber doch Schlaffheit, die sich nur langsam verlierst Vielleicht geht es. doch, denn manchmal kommt es mir vor, ich konnte doch noch etwas sagen. Sv ein Glaube ist notwendig, obschon ein bischen einfältig. Hat er ein Werk vollendet, dann ist ihm gleich­gültig. Rur nach tot Angriffen, die wegen seines Romans ^Däter und Söhne" gegen ihn in Rußland gerichtet wurden, bittet er Pietsch um etwas Reklame!Sie schreiben mir, Sie müs- sen Rezensionen überVäter und Söhne" machen. Gut! Machen Vie eine kühl unb streng, drücken Sie aber darin Ihre Befreun-