Ausgabe 
6.10.1923
 
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®rud! und Verlag der Bruhl'schen Aniv.-Buch- und Steindruckeret, A. Lange. Gießen.

e- , sofort war der junge Herr mit einem Glase frischen Was- 8ctretert inib hatte es ihr angeboten. Sie war so froh, sie^den -kW A^Aler sah, denn noch im Traume fühlt«

sie öen Durst m ihrem Halse brennen.

___(Fortsetzung folgt.)

-Aber siehe als letzt der prächtige Apfelschimmel die Augen gu ihr erhob, da war ihr, als sei sein Blick ebenso voll von Be- wunderung wie der der Bauernburschen, wenn sie sich über den <Zaun beugten.

He"gst Lisa Maja cm, bann warf er sich heftig herum und rannte im Galopp davon mit wild we- hender Mahne und wagrecht hinausstehendem Schwänze. Er brauste uver die Mnze Wiese dahin und stürzte sich zum Schrecken des jun» gen Madcheiis in den See. Das Äser war seicht in der Bucht, und - sprang, spritzte dieses um ihn auf wie der Schaum

eines Wasserfalls. Plötzlich war er verschwunden.

Lisa Maja glaubte, es sei ein Anglück geschehen, und der Hengst der m seiner wilden Hast zu rasch ins tiefe Wasser geraten sei, müsse ertrinken. Sie wartete einen Augenblick, ob er wieder an die Oberfläche geschwommen käme, aber er kam nicht mehr zum Vor­schein. Ruhig wie ein Spiegel lag der See.

Da fühlte Lisa Maja ein heißes Verlangen, an den See bin-- unterzureiten und, wenn möglich, das prächtige Tier vom Tode .^"en. Wie sie das angreifen wollte, wußte sie allerdings nicht, aber der Hengst war das schönste Pferd, das sie je gesehen olt xr*Unf> *l£ nicht dabei beruhigen, hier müßig an der

Landstraße zu halten und keinen Versuch zu machen, ihm zu helfen.

Sie ergriff die Zügel ihres Pferdes, wendete es dem Zaune «u und gab ihm einen Schlag mit der Reitgerte, damit es hinüber- ^5^in Pferd, das mehr als Menschen-. umstand batte, unb anstatt über den Zaun zu springen, zog er vor, sich in größter Erle auf den Heimweg zu begeben. Das junge Mäd-- chen in seinem hohen Stuhlfattel hatte keine Gewalt über sein Reit- ! ?®üb und merkte auch bald, daß es keinen Zweck hätte, zu ver- 8UJn ^barsam zu zwingen. Der Rappe wußte, was er

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.^uja auf den nächsten Hügel ins Waldesdunkel Tin ,mx!>ten f^?r ilxtr unch ihr klar geworden, wen sie gesehen hatte. I

E ^bergrauen unbeschlagenen Hengst mit der schleppenden Mähne hatte sie schon viele, viele Male reden hören Es könnt« niemand anders sein als der Reck. 9

Ms sie heimgekehrt war und ihr Abenteuer erzählte, stimmten andr^^ nnh.Ä" ba^ >'tc ben gesehen hatte und niemand andres, und daß sie und alle auf ihrem Hofe sich wohl in acht eckFnfwi11111^11' gewiß werde nun bald eines von ihnen I bt Warbacka gab's keinen See, und der alte Seeboden I toarE "unmehr ganz ausgetrocknet, da fand sich keine Spur von Sumpf und Moor mehr. Sogar der Fluß der 1 fmnif Urtb gefahrdrohend dagelegen, war klein geworden und I Tonnte im Sommer nur noch als gewöhnlicher Bach gelten I

3 August jedoch als die Rächte dunkler wurden und die A^el über Fluß und Wiesen schwebten, da geschah es daß ein I ^,anrk^On Alarbacka gen Westen seiner Heimat zuwanderte. I 'bm.begegnet war oder was er im Rebel gesehen haben inag, hat niemand erfahren, aber heim kam er nicht in dieser Rächt f"1}5an ihn ertrunken in dem Flüßchen,' I beffen Wasser ihn kaum bedeckte. Er war alt und gebrechlich, und ttD^tr ^^Jllmcht nicht allzu groß: aber jetzt war leinCR Sache auch vollkommen sicher, daß Lisa

Mafa den Reck gesehen hatte und niemand anders. Wäre sie ihm I an seinem Abend hinunter zum Frhkensee gefolgt, dann hätte er fte unbarmherzig mit in die blaue Tiefe hinuntergezogen

Der Regimentsschreiber. I

Und Lisa Riaja Wennervik war wunderschön: wenn sie aus­ritt , warfm die ,ungen Burschen Axt oder Sense oder was sie ^ten- toea. um nach der Straße zu eilen und sich über die Zäune zu beugen, bis sie vorüber war.

Er sollte ein großer Geigenkünstler und wenigstens in juunen Zvhren so schwermütig gewesen sein, daß er das Leben baS ni^it Miragen konnte uird man ihn deshalb seine eigenen Wea« gehen lassen mußte. u Ege

Aber das bestritt die alte Haushälterin aufs entschieden»» D?m. Regimentsschreiber hatte nie etwas gefehlt. Was ftir eine C,tnGilbung! Sie begriff nicht, wer den Kindern so etwas vor- ^"^Et hatte. Rein, das einzige war, daß er oft auf Reisen qhia- S £are" Ttetd. Aeiw- gewesen, die er von Arntswe?« machen mußte^Da er ja Aegimentsschreiber war, mußte er etnmti ganz Wermland reifen, um die Kriegssteuer zu erheben. And er war ja auch nicht nur Regimentsschreiber, sow ei-n Jaglei^ auch Verwalter des Khmsberghammers ganz oben nördlichen Grenze. Dort mußte er auch alle Augenblick yinrelsen, und zum dritten und letzten stand er so hoch in Ansehen baß er auch als Vormund und Dermögensderwalter in Anspruch om "listen Last hatte er mit der Dornums schäft der Frau des Landrats Sunöelin auf Ljervik gehabt die von Mouckelana^ba^^ 2lntonsson sieben Eisenhämmer geerbt hatte.

liL ben me[en Hammerwerfen westlich öom zxrykenf^ aufhalten müssen, um dort die verworrenen Siitae wieder in Ordnung zu bringen. 9

f__'Aber sobald er nur abkommen konnte, eilte er heim nach Mar-

backa, und wenn er zufällig frühmorgens unbemerkt dort ankam, er Wohl seine Geige an (die Wange, stellte sich unter das Ochlafzimmerfenster und weckte seine Frau mit seinem Spiel

Soviel konnte ja Wahres an der Sache sein: aber wenn es hieß, er sei von Hause fortgelaufen und (solange fortgeblieben ohne daß jemanb wußte, wo er war, so bildeten sich die Leute das aM^1 F Ä bafj Märbacka geioöhnlich die L alles leitete und ordnete.

-®ie Binder waren ganz betrübt, als sie hörten, welch ein sollte ' ^^<lndsme,isch der Großvater gewesm sein

I kmmten doch nicht anders, als der alten Hans- Halterin Glauben schenken.

Ein^ Abends jedoch, als die Eltern auswärts eingeladen fXkT Stubenmädchen, das aufbleiben und bie Hem^

Waft erwarten sollte, das neue Kindermädchen Maja die Rach- Wchaf?^V^'ÜBcrrebet- «lLL

Sie machten in der Kinderstube ein großes Feuer im Ofen, zogen sich die steinen roten Stühlchen der Kinder herbei setzt« stch darauf und flüsterten ganz leise miteinander, damit die' Heinen gehört toiirbcn&&Cn *" ®ettd^n lchliefen, nicht im Schlafe

^6Ii^9in9 Dur auf und die Haushälterin trat herein Sie hatte sich gewundert, wohin denn das Stubenmädchen gegan­gen fein mochte, und sie im ganzen Hause gesucht.

. -.Aun.setzte auch sie sich an den warmen Ofen. Sie konnte dahAm wußte ihre Herrschaft wieder wohlbehalten

Als nun diese drei so recht gemütlich beim Feuer saßen nah- die^alw^nsrv stmädchen die Gelegenheit wahr und fragten £>te "lie Haushälterin tn einer wichtigen Sache um Rat.

7Va und ich, wir beide möchten uns gern Traumgrütze kochen S £t? a,<t' "aBer toir wissen nicht, ob es irgenLn

zu fie ^e alte Haushälterin, ihnen

n damals zugegangen war, als Mamsell Lisa Maia Wennervik einen Traumpfannkuchen gebacken hatte hatte^Ma^!^^"^en wo Pastor Wennervik noch lebte, ttatte tuamsell Lisa Maja sich damit vergnügt, in der Reuiabrs» nacht einen Traumpfannkuchen zu backn. Sie war damals siebzehn Jahre alt, unb so war die Zeit für sie herangekommen

Es mußte mit der Bekehrung der Frau Rastitz dock nirhf I k^k,9 n-« ?-m ^"s Heiraten zu denken pflegt. Lisa Maja rührte so weit her gewesen sein, denn die alte HaushMerinMonnw den mw ^^ Qöff91 « unb drei Löffel Salz zch^ Kinbern nicht genug einprägen, welch ein Glück es für Lisa Main als 'si^c>nmkk? ^ k9/k diePfaiine, dann.soviel davon, gewesen war, einen so vorzüglichen Mann wie blk Regiments- feinen @X^,. Aber sie fand lange

schreiber Daniel Lagerlöf bekommen zu haben. Gr war zwar nicht brennenden ^uhZe nach den salzigen Pfannkuchen einen

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Freilich ein Pfarrer war er nicht, aber sein Vater Großvater I ^nber" A»>rgen erwachte, konnte fie sich nicht er-

^nb Dlrgroßr»ater Umren Geistliche und samt unb sonders mit ! fällia auf die V^r^k^" ^aben. Später am Tage trat sie zu- Pfarrerstvchtern verheiratet gewesen, so daß er mit allen alten «kka .hmaus, und da blieb sie plötzlich ganz er-

Pfarrfamilien in Wermland verwandt war. Ein großes Talent i genau auf borfonL ctnf ^e letzte Rächt im Trgum DrS,o?rebt9^ Aeöen hatte er allerdings nicht von feinen ftob wa -en -n^ S £\0erta"beiI ^tte- Und wie fie so da-

geerbt, aber die Freude am Seiten unb Ordnen ganzer sie -Ü^Tren> etn alter unb ein junger, auf

Schristleitung: Dr. Friede. Wilh. Lange.