— 123
Holz, sondern aus iberget verkannten
von dem -veroam
der Verderbtheit -------„
mslickt treu wie einen Gott im Busen bewährt haben.
y (Aus dem s>ihre 1812.)
eine Urkunde ausstellen.
■ Am Ende des 17. Jahrhunderts entstanden zwischen Hessen- Darmstadt unb Aassau-Weilburg Zwistigkeiten infolge der gernem- samen Verwaltung des Hüttenbergs. Pfälzische Krnegsvvlkei nahmen an der Sache teil, und es kam sogar zu Tätlichkeiten. .sm Jahre 1701 entschlossen sich Hessen und Aassau der vielen Streitig- keiten müde, den Hüttenberg zu teilen. Deshalb entsandten graf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt und Graf Johann Ernst von Aassarl-Weilburg noch in diesem Jahr einige Rate nach Fi-mk° furt, welche über diese Teilung einen Vorvertrag aufstellten Der Hauptvertrag wurde am 16. Juni 1703 unterzeichnet. Danach erhielt Hessen-Darmstadt aus der Huttenberger Gemeinschaft dw 7 Dörfer Pohlgöns, Kirchgöns, Langgons, Leihgestern, Saufen, Annerod und Ullendorf. An Aassau fielen Duienhche^ Lutzc° linden, Hörnsheim, Hochelheim, Dornholzhausen,Aiederkleen, Grotz- rechtenbach. Zwecks besseren Ausgleichs erhielt Rassau noch das zwar auch gemeinschaftliche aber nicht mehr zum Huttenberg gehörende Dorf Volnkirchen und den seitherigen hessischen Ort Klein rechtenbach^ begriff von den nwnch«leiMgabe,rzu machen, welche in jedem Ort des Hüttenbergs rahrttch an Hessen und
Gleiberg bis auf zwei Erbtöchter. Bei der Teilung der gräfliche Güter unter diese fiel die eine Hälfte an Salome, darunter auch die Hälfte des Hüttenberges. Dieses Gebiet kam durch Heirat ihrer Tochter Mechtild an deir Pfalzgrafen von Tuomgen der jedoch 1265 seinen Anteil der Gleiberger Lande an den Landgrafen Heinrich I. von Hessen verkaufte. Die zweite Erbtochter Irmengard, unter deren Erbteil sich' die andere HÄfte des Hütte,iberges befand, vermählte sich mit Hartrad III von Merenberg Em Aach- komme, Hartrad V., welcher 1328 starb, hinterlieh 2 Tochter, Gertraud und Elisabeth. Erstere heiratete 1333 den Grafen Johann I. von Aassau-Weilburg. Durch diese Verbindung kamen die Gler- bergisch-Merenbergi-schen Besitzungen an das gräfliche Haus Aassau. Um den von Hessen und Rossau gemeinsam verwalteten Hüttenberg in seinen Grenzen zu erhalten, ließmi beide Lander im Jahre 1569 durch eine Kommission, bestehend aus Beamten von Gießen und Gleiberg und einigen Schultheißen und Feldgeschworenen des Hüttenbergs die Grenzen desselben abgehen, schche absteinen und von Avtar Bubius in Worms hierüber
Völkerlebens einheften werde. Dann wtvd die Aachwelt richten und dem Derdammunasurteil die ausnehmen, welche dem Strom Verderbtheit mutig entgegengerungen und Das Gefühl der
Der Aachfolger des Grafen Johann Ernst, Karl August, suchte durch weise Gesetze Las Wohl feines Landes zu heben. So erschien 1734 eine Verordnung, nach welcher zwecks Schonung der Eichenwälder und zur Verminderung der Feuersgefahr die Hauser nicht mehr aus Holz, sondern aus Steinen erbaut werden sollten. Ader die Hüttenberger verkannten die guten Absichten des pursten und konnten sich m die neue Ordnung der Dinge nicht fugen. Besonders waren es die Bewohner von Lützellinden, die sich widersetzten weil sie ihre am 11. Juni 1743 durch eine schrecklich e Feuersbrunst eingeäscherten 105 Gebäude wieder mit Holz aufzubauen suchten. Diese Auflehnung gegen die neue Obrigkeit naipm bnfö stärkere Formen an, man suchte durch alle möglichen Mittel sich von der Verbindlichkeit gegen die nassauische Landes Herrschaft zu befreien. Den Anfang zur Widersetzlichkeit machten sie mit der Verweigerung der Froiidienste. 3n der Widersetzlichkeit zeichneten sich,besonders eine Anzahl Hochelheimer und Dornholzhäuser aus Sie wurden Mit Gefängnisstrafen belegt, ein Hochelheimer namens Konrad Andreas sogar des Landes verwiesen.
In den Jahren 1741-1753 erhoben die Hüttenberger gegen ihren Fürsten den sogenannten Salz- und SHnellwagen vro^esi der den-Advokaten am Reichskammergericht zu Wetzlar ech LeL Feld zu neuen Ernten darbot.. Unter Mrst M Melcher 1754 die Regierung antrat und seinen Untertanen alle billiaen Wünsche erfüllte, lebten die Huttenberger ruhig inrd zu frieden. Da kam der große Umsturz im H^ten Auch der Hutten- bera blieb nicht ganz unberührt von ihm. Zwei Dauern von Hörnsheim, Jvh. Reitz und Georg ^Mr l
vE^eichskamm^gAichk gezwungen, sondern ^us wahrerMilde picf-p neuen seine Untertanen verniinderte der edle Für,. vi.w und erließ im Jahre 1801 sur g»m-
d-s 12. MtaM «dof» d-s I tot«**a«di«Sv»««D--«»-«,
• ....... ~ ...... .....
BLWWWM
fc»in SSaubtauartier AcittDcifc in n^i^cn
iübriaev Kriege litt diese Gegend unter den Durchzügen, teils bei Gießen. In der Stadt Wetzlar fand sogar tm Zahre 17o9 em Durchzüge von Truppen erfolgten m den RevolutiMisiriegen
21 'Avril 1797 das gesamte österreichische Heer unter TRerned von Wetzlar Braunfels und Gießelt auf und nahm feine Rick una m,f Münzenberg Auf der Höhe bei Grüningen kam es zu einem Treffen mit den Franzosen, in welchem der
folgte auf Einquartierung, wodurch den Geme nden gimye x l MSSMMZ-W- Marsch durch den Hüttenberg.
folaenden Jahr erhielt die dortige Gegend wieder sehr starke Einquartierung von Franzosen, welche gegen Preußen vor- rückten Rach dem Frieden von Tilsit 1807 be«astig,ien abermals aus Vreutzen zurückkehrende französische Truppen die dortigen Be wohner" ein Gleiches fand statt 1812/13, als Zapoleon mit eurer aewaltiaen Armee das russische Reich zu vernichten gedachte. Als aber an den Ufern der Moskwa und der Pleiße ferne Macht gebrochen war, erhielt der Hüttenberg öfters Einquartierung der verbündeten Heere, wobei mehrere Orte in große Schuldes Oesturgt wurden, w allen Dingen hatte infolge eines Jrrtüms der Ge-
Aassau selbst noch nach der Teilung geleistet werden mußten und über die sich die teilenden Häuser an eben diesem 16. Juni 1703 Verglichen, möge bloß ein Aamensverzeichnis derselben folgen:Mai- beed, Herbstdeed, Aeujahrsgeld, Mühlenzins, Freigeld, Zehnten, Tranksteuer, Landzollgeld, Blutzehnten, Weinkaufsgeld, Juden schutz, Kesselflickerzins, Klagegeld, Spatzenfanggeld, Wollenzoll,
, Pfluggeld, Flachs, Schweinfchneidergeld. Wir haben jetzt auch.Ab- Der HAtenbsrg. | gaben — direkte und indirekte — und müssen sie haben, denn ohne
| sie kann kein Staat bestehen, aber so verschiedenartige, lästige, den
Von Lehrer A. Bach- Flensungen. | Menschen herabwürdigende und an die frühere Leibeigenschaft er-
Zu beiden Seiten des mittleren Kleebachs, der bei AllendoH I innernde Abgaben hat unsere heutige Zeit doch nicht mehr auf- ta die Lahn mündet, liegt ein den Kreisen Friedberg, Gießen und I zuweisen. „ , . ,,
Wetzlar angehörendes Gebiet, welches nach einem gleich- namigen Berg bei Aiederkleen der Hüttenberg genannt wird. Ob- aleich die schwarz-weißen und die rot-weißen Grenzpfähle mitten durch dieses Gebiet gehen, so geben Sprache, Sitten, Gebräuche und Tracht der Bewohner heute noch Zeugnis von ihrer einstigen Zusammengehörigkeit. Der Verfasier dieser Zeilen, dessen Geburtsort ebenfalls dem Hüttenberg angehört, versucht nun im nachfolgenden Ausführungen auf Grund von alten Aufzeichnungen und mündlichen Ueberlieferungen einen kurzen geschichtlichen Ueber- blia über dieses Gebiet zu geben.
Das Amt Hüttenberg, ein Teil der ehemaligen Grafschaft Gleiberg, umfaßte die 14 Dörfer PoMöns Kirchgöns, Langgöns,, Leihgestern, Hausen, Annerod, Allendvrf, Dutenhofen, Lützellinden, Hörnsheim, Hochelheim, Dornholzhausen Groß-Rechtenbach, Aiederkleen. Letzteres Dorf wurde erst 1651 völlig zum Hüttenberg geschlagen. Zu den ältesten Orten des Hüttenberas geboren diejenigen, welche auf heim endigen. Sie haben gewöhnlich ihre Namen von ihren Erbauern oder den ersten Bewohnern derselben. Diese deutsche Endung entspricht dem lateinischen Wort Villa. Oft ist die Endung heim unterdrückt worden. So hieß, Gons früher Gunnisheim. Ein Gleiches gilt von den Orten, die auf Hausen oder Hofen endigen. Auch' sie haben ihre Aamen teils von ihren Erbauern oder ersten Bewohnern, teils aber auch von der Beschaffenheit des Bodens ihrer Umgebung, so war Dornholzhausen früher eine Villa, um die Dornen wuchsen. Auch haben urtfere Vorfahren manchmal ihre Orte nach einem vorbeifliehendenDach benannt, so Aiederkleen nach dem Kleebach. Lützellinden heißt in alten Urkunden Sichelingslinden (Sichelinges-Linda). Man kann dieses Wort ableiten entweder von den Personennamen Siche- lingus, oder was wahrscheinlicher ist von sigelis (Korn); Mithin würde Sichelingslindmi soviel als Kornlindgn heißen. Em Ge- bund Korii heißt heute noch' in der dortigen Gegend. Siche.ing. Auch war Lützellinden schon im Mittelalter wegen seines guten Roggens berühmt, und diesen Vorzug hat es auch bis heute b^ hauptet. Erst später nannte man diesen Ort Lützellinden, d. h. Kleinlinden im Gegensatz zu Großenlinden; denn lutzel bedeutet m der Sprache des Mittelalters und noch heute m der Schweiz klein, englisch Utile.


