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M 1923 — Nr. 44
E &JLtefc bamstag, 3. November
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,.. Mit jeder guten Tat schaffen wir uns einen stillen für unser Wohlergehen.
Mele solche zur Höhe gesandten unausgesprochenen Gedanken für uns schaffen uns eine Atmosphäre reiner
. Ev zu denken ist gewiss Egoismus, aber dieser verliert seinen Beigeschmack durch die Schönheit der dadurch offenbarten Well.
Hast du in einer glücklichen Stunde eine gute Lat getan, so mache und lasse nicht viel Aufhebens davon machen, es könnt» der t?ft S^izt und zum Widerspruch gestachelt, dir, schließlich noch klarmachen, dass die böse Tat das Bessere gewesen wäre. Darum: vergift deine guten Werke! aber über ' Sunden denke nach!
-viele imcye zur Ävtze gesandten unausgesprochenen guten Gedanken für uns schaffen uns eine Atmosphäre reiner Zicht- kreise um uns, an der die Meteore des Schicksals zergehen wie Sternschnuppen. Solche schwer und oft durch Opfer erkauft« ?> Jl^run® unserer Persönlichkeit sind die Genien des sogenannten Zufalls.
Wie man Deutsche besiegen muß.
Don Napoleon Bonaparte, (Aus seinen Lebenserinnerungen.)
3tniÄtn A"Mand habe ich vor allem den'Blick gewendet. 1 • J1® 8U stiften unter ihnen, denn die
a“1' '6rer Mitte langst gewichen. Nur meine Netze stlbst^huiestidU ^etfcn’ unE> rkfen uns wie scheues Wild von &a&e? l-ch erwürgt und glaubten, damit endlich ihre Pflicht zu tun,
L96r IP. kein Volk gewesen und törichter kein anderes auf Grden, Keme Luge ist so grob ersonnen worden, der sie nicht in unbegreiflicher Albernheit Glauben beigemessen hätten. , . ,®ter io richte Mißgunst, womit sie sich untereinander ange- r;yT^^?a 'As?" meinem Gewinnst« wohl gehegt: immer haben sie methfr Erbitterung gegeneinander als gegen den wahren Feind gezeigt.
. ist «in Tasten in der Welt, als wären wir alle a& ®e't“r8t und suchten m der Finsternis nach irgendeinem Stüh, punkt zum Aufschwung,
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Die Drücken in neues Land bauen die Genies, aber den Brückenzoll erheben nicht sie, sondern die Nachbeter Halb, versteher, Kommentaristen, Dallhornisierer. Die Neuerer haben aUe etwas von stlkoses: sie bleiben auf ihrem selbst erbauten! Berg sitzen und sehen die, welchen sie fremd geworden sind deck ®s"8ug in Kanaan hatten. Man möchte alle seine Gesetzestafeln die Gott diktierte, hinter der ganzen Band« hinterdrein fchmeihen.
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So wird unser Lebensweg beschützt und bedroht von den ^nien unserer 1 guten und den Dämonen uifferer bewußt schlechten Taten. >
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Weise ist nur, wer mit dem Gefühl für das Leben auch dafür den Tod verbindet.
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Bei der Abrechnung am jüngsten Tage vertraue ich viel auf Gottes Toleranz. Ich kann mir nicht denken, daß er viek von einem preußischen Amtsrichter hat. Gr wird, namentlich über die Liebe, wohl freier denken als die meisten Dorurteils» losen unter uns. Gr weiß ja doch am besten, wie alles gekommen! ist. Aber vielleicht sind wir deshalb gerade di« Blamierten. wird uns genau sagen können, wo wir unsere Schwupper gemacht (haben), wozu wir Armen nicht immer in der Lage sind.
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Wieviel Unglück könnte verhütet werden, wenn di« Jungen uns unsere Erfahrungen glaubten. Es will eben jeder auf seine eigene Fasson auch unselig werden. Man soll auch niemand vor einer Reise scheu machen. Die Borfreude ist doch das schönste an ihr. Jugend ist eben eine Kette von Vorfreuden. Der Alte ist überall „gewesen".
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Erst gegen das Ende unseres Lebens müssen wir uns ein» gestehen, daß uns die am meisten genützt haben, die unS di« größten Hindernisse in den Weg gelegt haben. Wir lieben die uns Wohlwollenden, aber wir achten mehr die, die es wagen, uns ehrlich anzugreifen. So hoch ist unsere Meinung von uns selbst!
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eigeschmack durch die Schönheit der dadurch offenbarten Welt- schauung und das Vertrauen einer immer waltenden Welt» ordnung.
Aphorismen
von Carl Ludwig Schleich").
, Aphorismen find Metallbröckel der Wahrheit. Viele sagen .Uebertreibung: „Es ist ein Körnchen Wahrheit minl Aber die Wahrheit ist ein viel kostbareres Metall als Radium, ein Körnchen bedeutet schon ein Vermögen, ein Kapital.
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Ein guter Schriftsteller mutz sein wie ein guter Wegführer, der uns weit durchs Land, Dickicht und Wald leitet und nun! £100114), da er endet, die Zweige auseinanderbiegt und uns das steie Meer in seiner ganzen Schönheit zeigt. Gr führt uns a,n das vchonste nur heran und schweigt: Das beste muß uns dann selbst emsallen, und wir merken gar nicht, wie resch er uns qe- macht hat.
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Es hat wohl in der Geschichte der Menschheit noch keine Periode gegeben, hei der eine solche Reizbreite der Empfindung eine so lange Klaviatur der Aufnahmefähigkeit konträrster Reize
Aesthetrschen gegenüber bestand, als die Jetztzeit. Man tastet überall nach Neuem in Malerei, Musik, Poesie, und doch zvitt man per Klassizität unbedingte Huldigung. Ich verstehe nicht, wie man heute Beethoven und Bach, und morgen die ganz Bcodernen umjubelt, wie man gestern Futuristen, Ex- und Jm- prelstvnisten bewunderte und heute von Donatello oder Goha Ichwarmt, oder gar van Gogh über alle stellt,' man gibt Wilhelm £Äl mit Geschrei und am Abend drauf die Weber zu dem- stlben Entzücken des Publikums.
*) Der geniale Mediziner und Poet hat uns in seinem literarischen Nachlaß, den soeben mit Unterstützung der Gattin Wolfgang Goetz' in einem stattlichen Bande bei Ernst Rowohlt, Berlin, herausgegeben hat, noch köstliche Gaben seines edlen, wahrhaft menschenfreundlichen Schaffens hinterlassen. Di« vielerleiGedanken- Ipane, die eine liebevolle Freundeshand aus Notizbüchern, von Briefumschlägen, losen Zetteln und Rezeptformularen hier zusam- I nwng«ragen hat, geben uns in diesen oft feingeschliffenen, immer i -menschenseele und Natur tief verstehenden kurzen Sentenzen den ganzen Menschen Schleich, wie wir ihn auS feinen andern Werken 1° kennen und lieben.


