Samstag, 3. Februar
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Vom Sudeten-Deutschtum.
Die Deutschen der Tschecho-Slowakei und besonders die Su» deten-Deutfcheii kämpfen heute einen schweren Kampf gegen die tschechische älebermacht. Don der zähen Tapferkeit, mit der diese Auslanddeutschen ihre alten nationalen Güter verteidigen, erzählt in beredten Worten und anschaulichen Mldern das Sonderheft der Leipziger „Illustrierten Zeitung", das dem Deutschtum in der Tschecho-Slowakei gewidmet ist. Die sudetendeutsche Kultur- 6emegung, die in diesem Ringen eine besondere Bedeutung besitzt, würdigt Dr. Ernst Leib! in einem Aufsatz, in dem er aus den gro- hen Anteil des Sudetenlandes an der allgemeinen deutschen Kultur herborhebt. Ist doch das ganze Gebiet des heutigen tschecho- slcwakischm Staates alter deutscher Boden. Die Hamen „Böhmen", „Mähren" und „Schlesien" sind deutschen Ursprunges, und feit Karl dem Großen gehörten diese Länder nahezu ununterbrochen zum Deutschen Reich, blieben deutsche Reichsländer bis 1866. Wir haben erst jetzt durch die großartigen Forschungen Durdachs erfahren, daß. die deutsche Sprache in ihrer hochdeutschen Form sich zuerst in der Prager Kanzlei entwickelte, und das erste Denkmal der beginnenden Renaissance auf deutschem Boden ist die herrliche böhmische Dichtung des Johannes von Saaz „Streitgespräch zwischen Ackermann und Tod". Die Prager deutsche .Universität ist die älteste deutsche Hochschule überhaupt. Sudeten-Deutsche haben Wichtiges zur deutschen Kultur beigesteuert, so Senefelder, der Grfindm: des Steindruckes, Ressel, der Erfinder der Schiffsschraube, Mendel, der Entdecker der Vererbungsregel, Stamih, der Schöpfer der modernen Instrumentalmusik und Mehner, der Bildhauer des Leipziger Völkerschlachtdenkmals. Den Sudeten-Deutschen selbst ist ihre Kraft und ihr Deutschtum erst so recht zum Bewußtsein gekommen, als sie nach dem chlmsturz unter die Fremd- heirschaft des tschechischen Stammes gerieten. Dadurch wurde eine Wiedergeburt des Sudeten-Deutschtums herbei- geführt. Es entstanden Zeitschriften, die zum Mittelpunkt der Be- wegung wurden, und im Bunde der Deutschen in Böhmen halfen Männer des Döhmerlandes dem Erneuenmqsgedanken zum Durchbruch. Die fudetendeutsche BolksbildungS-Gesellschaft schuf sich in der Zeitschrift „Heimatbildung" ihr Organ: in der sudetendeutschen Studentenschaft entstand die Bewegung, die deutschen Hr^- schulen aus dem deutschfeindlichen Prag in sine Stadt des Sudetenlandes zu überführen. Auch von dem Prager Theater hat man sich losgemacht, und eine Rationalbühne ist in der Spielgemeinde des Prof. QI. Kraus in Gier entstanden. Die sudetendeutschen bildenden Künstler haben sich in den Kreis der „Pilger" zusammengeschlossen. Die Dolkshochschilke'vegung wurde auf einen neuen Boden gestellt, und so sind alle Kräfte des Landes ange- Sannt, um die sudetendeutsche und damit die allgemeine deutsche ultur zu erhalten und weiter zu fördern.
Der Kampf ums Sonnenlicht in der Medizin.
Die Heilkraft der Sonne ist in der letzten Zeit in der QRedizin immer deutlicher erkannt und immer eingehender erforscht worden. Besonders in England wird jetzt der Kampf ums Sonnenlicht von einsichtigen Aerzten eifrig geführt, denn das rauchgeschwärzte London und die englischen Fabrikstädte, deren Luft durch Ruh verunreinigter ist als irgendwo anders, sind gleichsam mit einem dichten Mantel bedeckt, der die heilbringende Kraft des Lichtes nicht
durchläht. Einer der Hauptvorkämpfer für den „Sonnenaufgang bi der Medizin", Dr. E. W. Saleeby, hat in Aeuyork die Verwendung der Sonne gegen Tuberkulose und Rachitis studiert und macht über die neuesten Forschungen der Amerikaner auf diesem Gebiet Mitteilung. Durch energische Mahnahmen ist die Reuyorker Lust von den Unreinigkeiten befreit worden, nachdem, hauptsächlich auch durch deutsche Forscher, erkannt worden war, dah Tuberkulose und Rachitis zu den sog. „Krankheiten der Dunkelheit" gehören. In den Laboratorien der Eolumbia-Llniversität zu Reuyork untersucht Dr. Heß seit einigen Jahren die Heilwirkung des Sonnenlichtes und wendet seine Erfahrungen in dem großartig ausgestatteten Jüdischen Kinderheim in Reuyork an. Die Ergebnisse seiner Forschungen, die auch bereits vielfach nachgeprüft worden sind, lassen sich dahin zusammenfassen, dah Rachitis vermieden und geheilt werden kann durch Einwirkung des Sonnenlichtes. Tiere und Kinder werden nicht von dieser furchtbaren Krankheit ergriffen, wenn sie sehr viel in der Sonne sind, selbst wenn die mangelhafte Rah- nmg sonst unbedingt die Krankheit Hervorrufen würde. Die Zunahme der Erkrankungen an Rachitis steht in Reuyork nach genauesten Statistiken ftn umgekehrten Verhältnis zu der Zunahme der Sonnenwirkung im Laufe des Jahres: je mehr Sonnenlicht, desto weniger „englische Krankheit" und umgekehrt. Aber nicht nur die monatliche Kurve der Rachitiserkrankungen, sondern auch die des Phvsphorgehaltes im Blut bei kleinen Kindern entspricht vollkommen den monatlichen Veränderungen in der Stärke des Sonnenlichtes. Es gibt im Blut der Kinder eine „Winterebbe" und eine „Sommerflut" an Phosphaten. Damit ist der enge Zusammenhang zwischen Sonnenlicht und Dlutbildung in der Kindheit erwiesen, ein Zusammenhang, der bei den Erwachsenen nicht in demselben Maste zu bestehen scheint. Es muh in der Haut, wie ja auch deutsche Forscher bereits zu zeigen suchten, unter dem Einflust des Sonnenlichtes ein Stoff sich bilden, der in das Blut tritt und es befähigt, die wertvollen Salze der Ernährung festzuhalten, wie es sonst nicht der Fall ist. Man hat diese Heilwirkung des Sonnenlichtes durch verschiedene Arten künstlichen Lichtes, durch das elektrische Bogenlicht und die Quarzlampe ersetzt, nachdem man erkannt hatte, welche Teile des Sonnenspektrums von besonderer Heilwirkung sind. Der Kohlenstaub in der Luft wirkt deshalb so ungünstig, weil er gerade diejenigen Strahlen zurückhält, die für die Gesundheit am wichtigsten sind. Sn den Laboratorien der Columbia-Universität sind auch darüber Hnterfudjungen an- gestellt worden, welche Gewebe den Wert der Lichtstrahlen am wenigsten schädigen, und man hat gefunden, dah weihe Stoffs besser sind als schwarze. Qltan ist daher dazu übergegangen, eine besondere „Tuberkulosen-Kleidung" herzustellen, die den Lungenleidenden am wenigsten die heilkräftigen Strahlen der Sonne fern» hält. Kohlenstaub, schlechte Wohnungsverhältnisse, unsere bisherige Kleidung, das gewöhnliche Fensterglas, das die heilkräftigen Strahlen nicht durchläht — das sind nach Saleebys Anschauung große Feinde unserer Gesundheit, die wir bekämpfen müssen, um das große Geschenk der Sonne mehr für uns auszunutzen.
Der Hund.
Aovelle von Stoan Sergejewitsch Turgenew.
(Fortsetzung.)
.Herr", sagt er, .Herr!' — .Was willst du?' — Hast du das Lämpchen ausgelöscht?' älnd ehe er noch meine Antwort gehört hat, fährt er plötzlich auf: ,Was ist das? Was ist das? Ein Hund?


