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1Z22 — Nr. 51
Samstag, LZ. Dezember
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Aus einem Werhnachtsspiel.
Don Waldemar Dönsels.
Der Dichter der „Biene Maja" hat ein in seiner Schlichtheit erquickendes „Weihnachtsspiel" gedichtet (Berlag von Bütten und Loening, Frankfurt a. M.), das weniger für die Bühne als zum Lesen bestimmt ist. Die dramatischen Effekte kommen etwas zu kurz; um so tiefer und erwärmender ist der poetische Gehalt. Mutter und Kind haben keinen sorgenfreien Weihnachtsabend, Mutter muh auch heute zur Arbeit bei fremden Leuten und Karin, ihr Kind, allein zu Hause laffen. In einem Märchenbuch blätternd, schläft Karin ein, und in ihrem Traum erwacht die Märchenwelt eines Wunderlandes: Sie kommt in ein Gespräch mit Dornröschen und weist die Versuchungen des Teufels ab, dem Bonsels auch im Mantel des später auftretenden „Fremden", die unverkennbaren Züge des Mephistopheles verliehen hat. Aschenputtel und Schneewittchen mit den sieben Zwergen führen eine liebliche Unterhaltung, und die gemeinsame Wanderung beginnt. Hier fällt der Vorhang, und der zweite Aufzug führt den Märchentraum nach Bethlehem. Das Derfefptel erreicht hier seine schönsten Wirkungen:
Die Aacht von Bethlehem. Im Hintergrund der offene Stall mit Maria, Joseph und der Krippe, aus der ein schwacher Lichtschein bricht, der die Gestalten erhlllt. Aächtlich beschienenes Weideland mit einzelnen Baumen, darüber der bestirnte Aacht- himmel. Aus der Landschaft kommen zögernd die Hirten, ihrer vier an der Zahl, der alte Hirte und drei Begleiter. Sie nähern sich langsam dem Stall, während der Chor der Engel, dessen Gesang schon twrher begonnen hat, ausklingt in die Bachschen Töne: Wachet auf, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne.
Der erste Hirte
Sollte es dieser Stall sein, dieses Menschrnpaar, diese Krippe? Der zweite Hirte
Mir liegt noch der Gesang im Ohr, es ist alles so wunderbar, so einfach.
Der alte Hirte
Welch ein Lichtschein bricht aus dieser Krippe hervor! Oh Cotteswunder! Es ist alles so, wie der Engel gesagt hat.
Der dritte Hirte
Sollen wir es '.vagen, näher herzuzutreten? Mein Herz eilt mir voraus. Mir ist, als verstünde ich alles längst, uild doch, begreife ich nichts.
Der alte Hirte
Was frommt mir wissen, wo ich glauben kann! Aie ward, solang dies Haupt den Tag erblickt, so große Güte je an mir getan, als diese Botschaft, wie vom Licht geschickt. Ich fü'hl's, getrieben tief, vom Heil beraten, daß Wahrheit uns umleuchtet, nie verstanden. Was mich auf die Knie niederzwingt, sind Worte nicht und Hoffnung nicht, noch Taten,
nur eine große Freude, die vDrhande», und eine ewige Wohltat, die gelingt.
kniet, noch in einiger Entfernung, der Krippe MgewanhL nieder.)
Der erste Hirt«
Du rührst, oh Vater, du bewegst mich tief.
Last mich an deiner Seide niederknten, (er kniet nieder)
Wir wissen nicht, was uns bestimmt und rief, wir sahn ein Leuchten and wir mußten ziehen.
Der zweite Hirte (stehend)
.Und welche Stimme! Wie aus ans geboren, geheimnisvoll und heimatlich bestellt.
War es ein Engel, der so mächng tönte?!
Als wär-e alles, was das Herz verloren und nie gefunden. jählings in der Welt. In einer Kraft, die schreckte und versöhnte Der dritte Hirte (stehend)
wo toat’S! Und doch war mir zumut, als sprach' ein Kind von seiner ersten Freude.
So mild und reich und über alles gut, daß sich der Sinn vor keinem Glauben scheut«.
Joseph
(tritt den Hirten entgegen, die sich erheben) Aus euren Worten, die mir freundlich kling««, glaub' ich zu hören, daß ihr gütig naht. Vergebt mir, daß ich euren Stall betrat, es lag mir fern, in euer Gut zu bringen, doch zwang die Avt der Stunde mich dazu. Mein Weib gebar ein Knäblein diese Aacht. Sie kamen glücklich hier bei euch zur Ruh'.' Aris dieser Krippe ist ein Bett gemacht.
Der alte Hirte Geheiligt sei die Stätte, guter Mann, die uns ein holler Engel suchen hiest. Nehmt, was ihr braucht und laßt uns teil daran. Gesegnet, wen die Mutter nicht verfttest,
Joseph
Maria, Hörst du, was der Hirte sagt?
Maria
(neigt nur das Haupt.) Joseph
So seid willkommen! Freut euch unseres Glück-, das ihr schon wußtet, eh' ich's euch verkündet. Wie find wir froh des freundlichen Geschicks, das uns und euch zu gleichem Heil verbindet.
Der erste Hirte (zu Joseph)
Erlaubt dein Weib, daß wir das Kindlein sehn? Ich will nicht mehr, als sttll zur Seite stehn. Nur baß mein Blick im Bilde wiederfinLet. was Engelstimmen einer Welt verkündet.
Der zweite Hirte
Ein Blick nur sei auch mir von euch erlaubt, ein Widerschein von dem erflehten Licht.. Dast mich der Glanz von dem er.vWlten Haupt in aller Engel Iubelrus verflicht.


