Ausgabe 
22.7.1922
 
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ein Nahverwandter unseres Pelz- Khaprakäfer sich bereits fett mehr,

widerstrebt. Seinem Ehrgefühl ist int Unrecht befindlichen Feind am

Schriftleitung: August Goetz. Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei. TL Lange, Bietzen.

etwa 10 Tagen hat. Dagegen verursacht die besonders am lagernden Wetzen, aber auch

Lebensdauer von Larve in Indien an Gerste, Mat»

Es sind zwei verschiedene Welten, die einander gegenüberflehen und sich nicht durch blvtze Logik überbrücken lassen. Der etne ist nur darauf bedacht, den Beleidiger beiseite zu schaffen, der andere will sich selbst für seine Ehre einsetzen.

i es nicht erlaubt, selbst den auS dem Hinterhalt zu treffen.

und Hülsenfrüchten ernsthafte Schäden. Der Khaprakäfer legt seine 1540 Eier an DetveideWrner ab. Die junge Larve lebt dann zur ächst mir vom Staub und vom Mehlkörper zerbrochener Körner und hält sich gerne in Rissen und Fugen des Mauer- werks und der Dielen auf. Später dringt sie aber auch in un­verletzte Körper ein und fr itzt sie völlig leer so datz nur die Schale übrig bleibt. Da sie durch ihre starke "Behaarung oft an Kleidern und Säcken hängen bleibt, kann sie leicht von einem Getreidelager zum anderen verschleppt werden. Die Biologische Aeichsanstalt in Berlin-Dahlem bittet, überall auf das Vor­kommen dieses gefährlichen Schädlings $u achten und ihr bet jedem Verdacht seines Auftretens Proben des befallenen Ge­treides einMsenden.

Wie da- Wild geht.

Eingehende Beobachtungen über dieGangarten" unseres Wildes veröffentlicht ein erfahrener Häger hnSt. Hubertus". Am "häufigsten geht das Wild wie der Mensch im Schritt. Wenn ihm aber irgendeine Gefahr droht, so setzt es sich zunächst in Trab oder richtiger gesagt inTroll , erst int Augenblick dringen­der Gefahr verfällt es in den Galopp. Bei den Rehen, die trotz ihrer sprichwörtlichen Schüchternheit sich wenig vor Menschen scheuen, dauert es ziemlich! lange, bevor sie sich in Trab setzen. DerTroll"' wird von ihnen nur zuerst angewandt, wenn sie erschreckt werden, traben sie erst und jagen in weiten Galopp­sätzen dann davon. Der Grund dafür, warum das Reh nur int Anfang trabt, wird von dem Verfasser darin gesucht, datz die Rehe beim Troll den Hals stets angezogen haben. Rur mit

lings wurde von Dr. Friedrich Zacher von der Biologischen Retchsanflalt in Berlin und am Niederrhein festgestellt. In mehreren Silos und Schüttböden fand ich an indischem Weiten in großen Mengen der Khapra afer (Trogvdernia Khapra Arrow), ein Nahverwandter unseres Pelz» und Kabinettkäfers. Da der

ongegDgenem Halse Wunen sie aber den Schrecklaut hervorbringen, der Wh ihnen bet Gefahr entringt. Das Reh zieht also wenn es erfchrech wird instinktiv den Hals ein, läht den Schreckruf hören und fällt habet notwendig in Trab: erst dann streckt eS den Hal» weitaus und nimmt nun die Stellung für den Galopp an. Beim Edelwtlbe ist im Gegensatz zu den Rehen gerade der Trab die häufigste Gangart. Bei der geringsten Störung springt es mit kurzen Sätzen davon, während der volle Gawpp erst! im Augenblick der "höchsten Mot einseht. Dann werden meterhohe Hindernisse und Gräben von 3 Meter Breite mit Leichtigkeit genommen. Das Edelwild, dessen Witterung so fein ist und daS im Menschen seinen Verfolger so gut keimt, befindet sich eigentlich immer in einem gelinden Trab; mir des Nachts oder bet voller Sicherheit hn dichten Wald zieht es im Schritt daher. Irn Trab geht das Edelwild zur Nahrungssuche, aber nach ein­genommener Mahlzeit zieht es meist mit vollem Magen Schritt für Schritt durchs Holz. Das Schwarzwild befindet sich fast Immer in einem sog.Saugalopp", der zwischen Trab und vollem Galopp die Mitte hält. Dabet kommt es sehr schnell vom Fleck. Das Schwarzwild läßt sich ja überhaupt nur ganz selten am Tage sehen und macht lieber einen großen llmtoeg durch dich­testen Wald nach dem Fraßplatz, als daß es über eine Lichtung gehen würde.

.DaS Wasserbedürfnis der Diene«

ist so groß, daß im Sommer täglich je Volk 1/4 Liter Wasser und mehr verbraucht wird. Die Dienen brauchen eS bei der Er­nährung der Brut und gehen zugrunde, wenn sie eS nicht haben. Deshalb fachen sie in Schaven die Wassertonnen und Brunnen in den Nachbargärten auf, trotzdem die Imker neben ihren Ständen besondere Tränken zu unterhalten pflegen. Degen diesen Naturdrang läßt sich nichts tun. Deshalb sollen aber die Be­sitzer der Wasserstellen auch den Besuch der Bienen ertragen. Gr ist ja ganz ungefährlich da Menen, die Wasser holen eben­sowenig wie Honigsammlerinnen stechen, wenn sie nicht berührt werden. Außerdem wird jeder Naturfreund, der die Bedeutung der Bienen für die Befruchtung der Blüten kennt, an dem Menenbefuch seine Freude "haben. Um zu verhüten, daß Bien«, in den offenen Gefäßen ertrinken, deckt man einen Deckel darüber ober einen in das Wasser hineinhängenden Sack. Zur Not genügen einige Schwimmhölzer, die den Menen als Rettungs­boote dienen. Menen tot zu schlagen, ist etne törichte Grau­samkeit und ein Verlust für unsere Volkswirtschaft.

Die Verwertung von Pilzen zu Fütterungszwecken.

Prof. Dr. Raebiger, Leiter de» bakteriologischen Insti­tuts der Landwirtschaftskammer der Provinz Sachsen, hat darüber eingehende Untersuchungen angestellt. Prof. Raebiger hat die verschiedenen Haustiere mit Pilzen gefüttert. Bei diesen Versacken Wurde vor allem Wert darauf gelegt, die Pilze ohne Rückficht auf ihre sonstige Giftigkeit zu verwenden, so daß also beim ©Hammeln keine besonderen Vorsichtsmaßregeln nötig waren. Da es möglich ist, auf diese Weise ganz beträchtliche Mengen wertvoller Fütterungsmittel zu sparen und die .Unmengen der in vielen Waldgegenden vorkommenden Pilzen zu verwerten, auch'die giftigen über den Tiermagen in menschliche Nahrungs­mittel zu verwandeln, dürste eS für viele Tierhalter besonders für die Landwirtschaft, von Interesse sehr, sich über diese Ver­suche von Dr. Raebiger zu unterrichten.

Sin neuer Getreideschädling in Deutschland.

Die Einschleppung eine- neuen gefährlichen Getreideschäd-

Oeben. Die Polizei hat unter diesen Umständen schwer« Arbeit mi verrichten. Von der Bevölkerung darf sie keinerlei ^lntev- stühung erwarten, denn niemand wird gegen die Ueveltater zeugen, teils aus Furcht vor der Rache, teils weil Mr das eigene Aechtsgefühl aus dessen Seite stellt. Jeder polizeiliche Eingriff wird als eine Verletzung angestammter Rechte empfun­den. Auch die Feinde fielen zusammen, sobald es sich darum handelt, der Polizei ein Schnippchen zu schlagen. Ich erinnere mich eines Festes in einem Bergdorf, gegen Mittag kamen einige Polizisten herauf, um einen lange gesucht«! uebeltater abzufassen. Dieser selbst befand sich vergnügt zwischen unö und dachte zunächst nicht daran, das Weite zu suchenKennt Ihr ibn ?" fragten die Polizisten von einem zum andern.Wttzt Ihr wo er sich auf hält?" Niemand wollte es wissen, nur der Betreffende selbst wies die Beamten nach seiner mehrere Stun­den talwärts gelegenen Vigna. Dort würden sie ihn^ finden. Während diese nun schweißtriefend den mühsamen Abstieg be­gannen feierte der Uebeltater mit seinen Freunden das Iest, um alsdann wohlausgerüstet in die Berge zu fluchten. Hatte ihn jemand verraten, er wäre unbedingt der Vendetta anheim- Gefeilten

Besonders grausam gestaltet sich die furchtbare Blutrache in Sizilien dadurch daß man sich nicht damit begnügt, seinem Feinde ober dessen Angehörigen einfach das Lebenslicht aus- zublasen, sondern daß man sein Opfer längere Zeit vorher durch gewisse Zeichen warnt. Unter Furcht und Beben wandelt der Gewarnte Wochen und Monate «hindurch einher, jeden Augen­blick des Schrecklichen gewärtig, völlig nervenzermürbt m Er­wartung des Ereignisses, vor dem es keinen Schutz für ihn gibt. Als erstes Warmmgssignal werden dem Feinde die Reben seiner Vigna abgeschnitten. Gr weiß bann: das Schicksal näht uner­bittlich. Bald schleicht sich der Feind in den Stall, um den Pferden ihre Mähnen abzuscheren. Das ist das letzte Zeichen. Run findet der Verfolgte keine sichere Sekunde mehr. Im Dorf und auf dem Felde bet der Arbeit, im Bett oder beim Heim­weg, überall vermag ihn die aus dem Hinterhalt sicher gezielte Kugel zu erreichen, ihn ober einen seiner Lieben. Es ist ncch nie vorgekommen, daß der Feind sein Ziel verfehlte. Das Häß­lichste an der Blutrache ist aber ihre meuchelmörderische Art. Nicht im offenen Kampf wird der Feind gestellt, sondern die Kugel wird stets aus dem Verborgenen abgefedert. Wohl kennt auch der Sizilianer das ritterliche Duell. Und zwar nicht nur der Gebildete, sondern auch das Volk. Trotz des strengen Wafsen- verbotes in Italien trägt jeder Bursche Dolch und Revolver in der Tasche, stets bereit, seinen Gegner zum 'Waffengang zu for­dern. Dann aber handelt es sich nicht in der Regel nur um augenblickliche Aufwallungen. Ernste Konflikte, bei denen die Familienehre auf dem Spiele steht, verlangen nach der Blut­rache die aus dem Hinterhalt geführt wird. Sie hat oft eine ganze Kette von Meuchelmorden im Gefolge und pflanzt sich nicht selten von Generation zu Generation fort bis es endlich einmal den Freunden gelingt, die feindlichen Parteien zu ver­söhnen.

Ein sizilianischer Freund, den ich auf die feige Art, in der der Sizilianer die Blutrache aus dem Hinterhalt an dem ahnungslosen Opfer zu vollziehen pflegt, aufmerksam machte, antwortete mir:Das offene Duell ist eine Ungerechtigkeit, bei der gewöhnlich der Beleidiger den Beleidigten tötet. Nichts ist daher falscher, als seine gekränkte Ehre durch ein Duell wieder Herstellen $u wollen das den ©efräntten möglicherweise den Todesstoß versetzt. Die Blutrache ist wett gerechter, weil habet der Gekränkte in Sicherheit bleibt und stets der Beleidiger ge­troffen wird. Sie entspricht daher dem Gerechtigkeitsgefühl des Volkes, das feine Angelegenheiten Nicht einem Tribunal anver­trauen will." Gewiß läßt.sich gegen diese Logik nichts einwenden, aber es bleibt doch ein Gefühlsrest zurück, der dem Nordländer

Khaprakäfer sich bereits fett mehreren Jahren in England ein­gebürgert hat and dort besonders in 'Brauereien und Malzlagern ganz erhebliche Schädigungen verursacht, besteht die Gefahr seiner Einbürgerung auch in Deutschland. Der Käfer selbst wird nicht durch Fraß schädlich, da er nur eine