Ausgabe 
21.10.1922
 
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Wie unsre Ahnen für einen warmen Ofen sorgten.

Kulturgeschichtliche Plauderei von Dr. Johannes K l e i n p a u l.

Auf dem Lande, in den kleinen Städten, sind seht die Leute eifrig beim Holzlesen. Vn allen solchen glücklichen Gegenden, Mo man sich auf so einfache Weise $a Helfen vermag, wird man dadurch lebhaft an vergangene Zecken erinnert. Denn früher als man Preßkohlen und Pießtorf and namentlich auch den heutigen coeiten Versand der Feuerungsmittel noch nicht kannte, spielte das Leseholz bei der Versorgung jedes Haushalts für die langen Winterwochen die allergrößte Rolle. Damals wurde ja, mit Aus­nahme solcher Landstriche, die unmittelbar an Kohlengruben oder Torfmooren lagen, allgemein nur Brennholz zur Feuerung und Heizung benutzt. Anfänglich war ja auch unser deutsches Vater- tatb zum weitaus größten Teile mit zusammenhängenden Wal­dungen bedeckt. Selbst aus unserrn Kustenlande, wo das ietzt ganz märchenhaft klingt undlögenhaftto verteilen erscheint von Westfalen bis nach Schleswig-Holstein, berichten al.e Chro- niken daß dort ehedem soviel Wald war, M6 ern Eichkätzchen meilenweit von Wipfel zu Wipfel springen konnte, ohne den Erd­boden zu berühren. Da galt der Spruch:

Dem richen walt eS lützel (wenig) schadet, Ob sich ein man mit Holze ladet.

Außer in denBannforsten" durste jeder freie Markgenosse i jjn WaKe «den, brennen und Hauen, soviel er wollte: noch der

ateSem um die Hütten, in langen Länder­strichen Raubtiere, Menschenknvchen krachend, vom Leichen- m'Ä Ehe" Tr^Haufe, und er erfand statt Blumen- O^retten^ie^man ftch einstam Morgen frisch zur Tagesreise

^ls und ^^er Klew«^nd, _ gSSSSÄ und drüccke Mn des'Geldes tote Marke in

'ßamlofen von einer Frau regierten Dolke^dem unter eang ^ blauem Himmel der Gott in einer roten Wolke auf großen

Feuerbergen täglich nähe stand,

©eit lanaem schon aus diesem Meer der alte Freudengott ver ®8 geht der Gott des Arbeitsschweißes letzt umher.

FabrilsHornstein und großer Faktorein Geschäftigkeit und lunger Dächer Rand auf neuen, Hellen Hasenmauern^stand.

Mn Heer von Steinpalästen, von Ladenfenstern, .&ram6at,. Magen steht, gleichwie ein Arbeitslager, kreuz und quer, als neues Honolulu aufgeschlagen;

älnd Telephon und Telegraphen tragen die Sorgen und Ge­danken über Stadt und Meer, And Palmenwalder stehn im Hintergründe nebenher.

plnd Palmengärten wsh'n, die, auf die Berge fluchtend, d.m Rauch aus den Fabriken kaum entgeh n ^r drinnen dem Land die braunen Krater und die Arwaldschluchten

Die schicken unberührte Lüfte n°4 undihrer Düfte äirweltlieder

! hinunter in die vierfach farbigen Meeresbuchten

i Bei Magazinen, Dach bei Dach, kreischten der Schüfe Waren-

I krahnen, auf Meerkolossen, die mit finstern Mienen, mit Rauch und Arbeit in den Hafen stoßen.

Sie füllen sich mit Säcken,'Körben, Kasten ihren Bauch und Hullen sich in Wolken gleich Vulkanen, And rasten stehst, du keinen.

i Sie hasten alle wie die Länderfahnen an den Masten, die unruhig eilig in die Meerluft tasten. Als ob sich Fliegen an Kadavern

So liegM dicht die Schiffe mit dm Treppenstiegen und mit ge- $ frätzigen Gesten an diesem Dlumeneiland, dessen Bolt, in | Die Dlumenketten, wie zu letzten Festen, aus Wagen jeden ® * | legt und frisch aus ihren Waldern hin zum Äser tragt. Da

sitzen jeden Morgen Männer, Frauen rm Hafen 6a den Wavenmagazinen,

I In langen Reihen an den schmutz'gen Wanden, um sich das tote I Geld mit dem Verkauf von Dlütenketten der Arwatdbiumen zu verdienen,

Das Geld, von dem doch ihrer Väter Lied nichts singt u.H das die Kinder, Männer, Frauen zum Sitzen hier im Hafen- I schmutz demütig zwingt.

I Die Tropenblumen, aufgereiht in purpurn gelb und weltzen I Dlütenketten, blitzen in hingestrecktei, brauner Hand. Sie zeigen sie den Fremden, den blassen Weißen,

Die Von den finstern Schisfen steigen Die Fremdm kaufen, schmu- [ «len sich der Sommerhüte Rand; und ungeschmuckt der Ein- geborene, über die Kupfermünzen still gebückt,

I Daneben sich am Boden drückt. Für Stunden und nur eine I Dacht hat sich mein Dampfer, der die Post aus Asien h«- : | gebracht, im Honolulu-Hafen eingefunden. _

| Dann hat er wieder sich für neue sieben Tage mit nur hinaus i I ins Meer gewunden, und alle Erde dann verschwunden blieb, = | Ms San Franzisko sich am Himmelsrand hinschrieb.

Ein pnar Stunden in Honolulu.

Von Max DautHendeh*). |

WSBWääät

TBaifer war wie brennend blaues Gas,

1

Mäuler der Vulkane Hier an der Meeresstraß

Rachmittag das Schiff hier eine Weile an der Küste Hockern

Als lischt? man Äränke Mer aus vier Phiol^i ergossen sich vier Farbenbänke, grün unverhohlen, rosa, blau und weiß, und flössen unvermischt mT_r(>

Dings um die Insel hin, vierfach in farbigem Kreis vorn Meere aufgetifcht. Das Meer steht hier vor Honolulu gleichwie ein vierfach Gartenbeet, ..

Gleichwie mit Hellern, grünem Weizen, A^nstee^ mit

blauem Enzian und weißem Schnee besät. Darüber, sHwarg grün, starrten Palmegebirge Hoch

And wie gebrannter Töpfe Röte, brandbraun vulkanischer Erde Schlöt- die sind Unter dem farbigen Meeresgarten duster

And^aus^der^indigogebläuten Meereslauge, na'he der Schiffswand, dicht vor münem Auge, steigen, karminrot, Weeresquall aus der Tiefe, erscheinen tote die Fliegenpilze,

Steigen und fallen und gleichen Augäpfeln von einem ^^len. die feuerrot sich dir für Augenblicke aus blauem Abgrund zeigen

Ach blutig ßa&en hier sich einst die Augen der braunen Honvlulu- ^'königin am Meer geweint und mit ihr alle Augen chrer Frauen, die sie im Rat um sich vereint,

Damals, als dieses Dlumeneiland der Fuß der weißen Leute zum erstenmal betrat, vor denen gleich zum Gruß wie selbst der Feuerberg, der Kilauea, niemals tat

Das Meer mit Strömen Blut sich färben mutz, nick solchen Massen, daß Mer die Meeresgassen den roten Gliedern von Korallen glichen

*)Die geflügelte Erde, Ein Lied der Liebe und der Wunder um sieben Meere" (Verlag von Albert Dingen, München) enthält neben zahllosen anderen poetischen Reiseeindrucken auch Meses Kapitel der paar Stunden in Honolulu, mit dessen ®ntnat>me totr den Lesern eine Vorstellung geben wollen von der Kraft der Darstellung dieses modernen Dichters, der diewandernden Bilder und Gesten und Schauer", die an ihm vorüberzogen, mit dem Ziel der Sehnsucht und Li ebe verbindet.

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»? -f rfa.f Auer 5?abrt von Stenah nach Chaile-

aeftellt teuremDonnerwetter, Zopp ritz, das sind ia die Vieh- Ansich^daß Ochchnlich äuch^hne Dade- wannen behelfen können." Rittmeister Zöppritz war ein Mann, der alles, was er anfaßte, fertig brachte.

Die Hilfe der Frösche.

Auf der Heimfahrt (nach der Erobere des Winterberges) trafen wir lange Zuge gefangen« Englan^i Mck^m völlig zieren sprach ich. Sie waren tu w^e-A p- Q^r^u^t hierher abgekämpft waren sie eben aus dem SomW u^& un­gekommen, wie sie meinten, eme i1 g ereilt. Ein«