Ausgabe 
16.12.1922
 
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Neue Untersuchungen über Sonnenstrahlung

Daß die Ausnutzung der Wasserkräfte in größerem Umfang und in modernem Sinne in Deutschland erst jetzt von allgemeinem Interesse wird, liegt daran, daß im Lande der Kohlen bisher die mit Kohlenfeuerung betriebenen Dampfkraftanlagen im allgemei­nen wesentlich billiger arbeiten konnten als Wasserkraftanlagen. Die Wasserkraftanlagen erfordern für den Bau, insbesondere durch die umfangreichen wasserbaulichen Anlagen, bedeutend höhere ein­malige Anlagekosten, jedoch geringere dauernde Betriebskosten, die Dampfkraftbetriebe geringere Anlage-, aber höhere Betriebskosten.

gemeinen bedeutend geringer als bei Wassserkraslwerken. Der Er­pressungsfriede von Versailles, der ans dieschwarzen Kohlen" entzieht und ständig verteuert, ist die Ursache, daß die Wasserkraft­anlagen, die Ausnutzung derweißen Kohle", im Werte steigen und mit den Dampfkraftanlagen in Wettbewerb treten können, zumal bei ihnen die jährlichen Kosten nicht von im Preise steigen­den Betriebsmitteln (Kohlen) abhängig sind. Alle nur verfügbaren Wasserkräfte müssen deshalb ausgebaut werden, um die uns in

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Lung das ganze Jahr hindurch Haden. Äm deutschen Tiefland und I an der Küste ist die Ausnützung der Sonnenstrahlung zu Heil- I zwecken nur im Frühjahr, Sommer und Frühherbst möglich, wäh- | rend sie im Spätherbst und Winter auf nur noch 5060 Prozent I der Gebirgsstrahlung heruntersinkt.

Walket einer, den wir nicht verstehW, Der sich nie und nirgend offenbart. Emer, von dem alle F uer brennen. Und den doch kein Feuer je ermißt, Dem wir keinen (Hamen geben können. Weil er ohne Wort und Aamen ist. Einer, von dem alle Welten stammen, Und der doch von keinem Stoffe weiß, Einer, von dem alle Leben flammen, Aln& der jenseits doch von Fluch und Preu». Du, der ohne Anfang, ohne Ende In der Sphären reiner Harmonie. Sieh, ich hebe betend meine Hände, Sieh, ich beuge betend meine Knie. Aicht um deine Allmacht zu verehren Wie der Stunde steter Glockenschlag, Aicht um dich zu bitten, mich zu hören, Nur um rein zu bleiben einen Sag.

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Demonstrationszug.

Bon Franz Thierfelder.

Ich sah sie am Vvlkshaus vvrüberziehn, Als rot über Dächern die Sonne schien. Ein müder, harter, zorniger schritt .. And Haß und Elend zog höhnend mit.

Wie wilde Flüche und zuckende Klmgen Die roten Fahnen darüber schwingen.

Was steht auf der aschfahlen Stirn geschrieben. Der fremd die Küsse der Liebe geblieben? Cs gibt ein Ziel, doch wir kennen es nicht, Es gibt ein Feuer wir brennen es nicht. Was Väter uns lehrten, verachten wir. Den tröstenden Christus verlachter wir Wir können uns selbst nicht zum Glucke fuhren. Wir können nur noch demonstrieren! ... Und alle schrieen, daß hilflos zerbrach Dem Kantor im Dome das Vorspiel von Bach,

Man wird bestrebt sein, möglichst viel Gefall in einem Kraft- werk auszunutzen, um die Baukosten möglichst auf ein Maschmen- haus und eine Maschinenanlage zu konzentrieren. Diese Grenzen zu suchen und sachgemäß zu ziehen unter Erzielung möglichst groDec

Die Größe einer Wasserkraft ist abhängig von der zur Ver­fügung stehenden zufließenden Wassernienge und von der Höhe, aus der diese auf die Wasserkraftmaschine auffällt bzw. drückt dem Gefälk", und wächst mit beiden Größen. Die Wassermenge ist ab­hängig von dem Umfang desEinzugsgebiets" oderAiederschlags- gebiets", d. h. der Landfläche, die mit cen auf sie fallenden Aieder- schlagen (Äegen, Schnee) den Wasserlauf bis zu der Wasserkraft­anlage speist und von der Menge und Stärke der auf dieses Aieder- schlagsgebiet fallenden Aiederschläge. Das Gefall und die Zusam­menfassung von Gefäll ist abhängig und begrenzt von der von der Aatur geschaffenen Geländegestaltung. Die größeren Aiederschläge fallen im Hochgebirge, die kleineren im Tiefland. Die größten Ge­fälle find im Gebirge, die kleinsten im Tiefland. Das kleinste Ein­zugsgebiet des Wasserlaufs ist im Oberlauf, also im Gebirge, das größte Einzugsgebiet ist an der Mündung jeden Wasserlaufs. Sie größere Wassermenge hat also ein Hauvlfluß nach Aufnahme der Aebenflüsse in der Aiederung, dafür dort ober wenig Gefall. Das größere Gefall, das kleinere Einzugsgebiet und die größere Wasser­menge im Verhältnis zum Einzugsgebiet haben die Einze.wasfer- läufe im Gebirge. Hieraus erhellt, daß in der Aiederung d^s Niederdruckwerke, inn Gebirge die Hochdruckwerke zu Hause sind.

Wafferkrastanlagen und dasNidderkrastrverk" bei Litzberg.

Man liest in letzter Z-it gar manches mehr oder weniger Zutreffende über Wafserkraftanlagen und im Zusammenhang da­mit über das Nidderkraftwerk bei Lißberg, so daß einige Auf­klärung nicht unangebracht sein dürfte.

I. Wasserkraftanlagen im allgemeinen.

Eine Wasserkraftanlage ist eine technische Einrichtung, die die Schwerkraftenergie des fallenden Wassers ausnutzt, d. h. die ab­wärts gerichtete Fallbewegung oder den sich bei dieser äußernden Druck des Wassers bi andere Energieformen umwandelt, die zur Arbeitsleistung 1 * 3 geeigneter find, wobei besondere Wasserkraft- Maschinen verwendet werden (z. B. Mühlräder und Turbinen), die eine drehende Bewegung vermitteln und damit Arb itsmaschi» nen ober Elektrizität erzeugende Maschinen (Dynamos) treiben. So Ist also jede gewöhnliche Mühle schon eineWasserkraftanlage". Unter einem modernenWasserkraftwerk" versteht man nun jedoch nur eine Anlage, die eine Wasserkraft mit Turbinen ausnutzi zur Erzeugung elektrischen Stromes. Wasserkraftmaschinen sind in Form von Wasserrädern wohl die ältesten Maschinen zum Ersatz von Menschen- und Tierkraft und schon seit Jahrtausenden befai nt. 3n Form von Turbinen, die vor mehr als 100 Jahren erfunden wurden, dienten und dienen sie 'größeren Mühlenbetrieben, und in der modernsten Form in den letzten Jahrzehnten den größten Kraft­werken zur Erzeugung elektrischer Energie. Die notwendige Vor­aussetzung für die Entwicklung der Wasserkraftausnutzung zur Er­zeugung von elektrischer Energie in großen Zentralen moderner Art war der Fortschritt der Elektrotechnik und besonders die Mög­lichkeit der Fernleitung elektrischen Stromes. Hatte man früher Wasserkräfte nur in kleineren ©efallen und für kleinere Wafferrnengen in Mühlen usw. ausgenutzt, so konnte man jetzt durch Zusammenfassen von kleinen Gefällstufen In große Gefälle und durch Anlagen für -roße Wassermengen in großen Zen­tralen große Leistungen erzielen und großen Gebieten nutz­bar machen.

Die Sonnenstrahlung ist erst neuerdings, nachdem manihre Bedeutung als Heilsaktor erkannt Hat, als wichtigstes Element in die meteorologifcßen Beobachtungen aufgenommen worden. Lieber die Unterschiede in der Stärke dieser Strahlung in den verschiedenen Jahreszeiten und Gegenden hat neuerdings Dr Franz Baur Untersuchungen angestellt, die er in der ,,klini­schen Wochenschrift" veröffentlicht. Baur hat die bisher gemachten ^o^chtungen im Hv^ebirge Kolberg I Die jährlichen Aufwendungen für Betrieb und Kapitaldienst waren

Sb To? itf in ©Ä ergibt 4 I jedoch seither bei den DampfkraftweSn w Deutschland stn Äl-

daraus, daß die höchste Strahlungsintensität in allm Klimatypen Mitteleuropas nicht im Sommer, zur Zeit des ^chtstandes der Sonne, sondern im April eintritt. Die höchsten Strahlungswerte hat das Hochgebirge, dann kommt das Mittelgebirge, dann Küste, dann Tiefland: doch sind die Unterschiede zwischen den Höchst-

I Stäflqudlen ,u

^r Luft eine"deutliche Wnahme der Strahlung. Die niedrigsten ' - - - - -......- -----

Werte fallen überall in den Dezember die Zett des Sonnentief- stcmdes. Aber während an der Küste die Strahlung Mttce De­zember durchschnittlich 42 Prozent geringer ist als Mitte Astrril, beträgt dieser Unterschied im norddeutschen Tiefland 32Prozent, im Mittelgebirge gar nur 14 Prozent und im Hochgebirge nur 10 Prozent. Das Hochgebirge hat also außer der absolut größten Strahlung auch die gleichmäßigste Verteilung über das ganze Jahr. Das Strahlungsklima des Mittelgebirges steht dem des Hoch­gebirges sehr viel näher als dem des Tieflandes. Dies Ergebnis ist für den deutschen Arzt von besonderer Wichtigkeit. Denn Mitte Dezember ist die Sonnenintenfität in St. Blasien um die Mittags­zeit durchschnittlich um 50 Prozent größer als in Kolberg, wäh­rend die in Davos nur um 13 Prozent größer ist als in St. Bla­sien Im Januar beträgt der Unterschied zwischen St. Blasien und Kolberg um die Mittagszeit 38 Prozent, um 9 Uhr vormittags und

3 Uhr nachmittags sogar beinahe 100 Prozent. Heber die Art der Strahlungen d. h. inwieweit die sichtbare und die ultraviolette Strahlung mit dem Aufstieg in die Höhe wächst, läßt sich noch nichts Genaues sagen. Doch ist die ultraviolette Strahlung in größeren Höhen zweifellos stärker. Aus dieser vergleichenden Be­urteilung der Strahlungsklimate ergibt sich für die Heilkunde, daß die günstigsten Verhältnisse im Hochgebirge liegen und bann im Mittelgebirge. Es ist sehr wichtig, daß wir im deutschen Mittel­gebirge, dessen klimatischen Verhältnissen sich die meisten Kranken güt anzupassen vermögen, eine ausreichend starke Sonnenstrahl